AW: Sockel 1150: Supermicro bringt OC-Platine für Endkunden auf den Markt
Die Kühler sind doch bei den anderen Boards sowieso nur Show, gerade bei Haswell mit den integrierten Spannungswandlern.
Außerdem hat man zwei vernünftige LAN-Anschlüsse bei dem Board.
/sign. Aber für einige Leute ist es halt das wichtigste, dass ihr Board nach "OC"
aussieht.
Aber einen anderen Endkunden-Aspekt hat Supermicro ebenfalls komplett verpennt - und das ist schon deutlich störender: Ausstattung. Man kann ein echtes OC-Board zwar bewusst spartanisch halten, um die Zahl der Fehlerquellen zu reduzieren - aber das hat man nicht gemacht (Multiple LAN-Controller, zusätzlicher Laufwerkscontroller, Multiple RAM-Slots pro Kanal, PCIe-Splitter...). Trotzdem ist die Anschlussvielfalt stark eingeschränkt. Es gibt jede Menge Display-Ausgänge, die weder den normalen non-Office-Endanwender und schon gar nicht Overclocker interessieren - und das wars. 6 USB ist heutzutage das absolute Minimum. Imho zwar auch durchaus ausreichend, aber wenn andere Hersteller so wenig verbauen, dann um Platz für zusätzliches zu schaffen - Firewire? PS/2? eSATA? Ich nehm gern auch Legacy. Aber hier gibt es ganz banal Luft. Und auf der Platine selbst herrscht auch gähnende Leere. Ein mickriger COM-Header weißt daraufhin, dass sehr wohl ein Super-I/O verbaut wird (der höchstwahrscheinlich Controller für Firewire, PS/2, Floppy, LPT,... hat - die mangels Header aber leider alle unnutzbar sind), USB - das wars. Keine Spannungsmesspunkte, keine der extern fehlenden Schnittstellen, kein mSATA bzw. mPCIe, keine Anschlüsse für Temperatursensoren. Sieht man mal von der praktischen POST-Code-Anzeige ab, ist die Platine in der 100 € Klasse.
Und vollkommen miserabel sind dann die Erweiterungsmöglichkeiten:
Slot1: Ist frei. Das war zu AGP/PCI Zeiten z.T. sinnvoll, wenn der Hersteller durch die Verlagerung des Grafikports nach unten Platz für größere CPU-Kühler schuf. Aber hier ist zum einen der RAM so nah am Sockel, dass derart große Kühler eh nicht in Frage kommen, zum anderen kann man da heutzutage kleine x1 Karten unterbringen.
Slot2: PEG - okay, kann man nichts falsch machen.
Slot3: x1. Ist wie immer nicht nutzbar, da von der Grafikkarte verdeckt. Das tolleriert man bei anderen Boards, wenn noch eine Lane übrig und woanders kein Platz frei ist. Aber So1150 hat eh zuwenig Lanes und mit mPCIe, x2/x4 Slots und Slot1 gibts mindestens drei bessere Nutzungsmöglichkeiten.
Slot4: PEG - mit x8. Ich persönlich halte vom Slot-Splitting ja sowieso nichts, aber wenn man nur einen Slot Luft zwischen primären und sekundären PEG hat, dann werden auch Multi-GPU-Enthusiasten kein Interesse mehr haben.
Slot5: x1. zweiter tatsächlich nutzbarer Steckplatz dieser Platine
Slot6: PEG - mit x4. Wo x8/x8 noch tollerierbar ist, dürften sich für x8/x4/x4 wohl endgültig keine Crossfire interessenten mehr finden. Zumal wieder der Kühler der nächst höheren Karte verdeckt wird.
Slot7: x1. dritter und letzter tatsächlich nutzbarer Steckplatz dieser Platine
Fazit: x16 + x1 + x1. Das ist µATX-Niveau...
Nicht schlecht

, aber auf dem Fatal1ty Z77 Performance steht das auch so drauf.
Gibt es überhaupt ein Crossfire-Logo ohne Hersteller-Angabe? Ich wüsste nicht. Und "ATI-Crossfire" fällt DAUs gar nicht auf und Leute mit Kenntnissen schmunzeln halt. "AMD-Crossfire" würde DAUs auf der Suche nach einer Intel-Platine massiv verunsichern und damit Verkaufsverluste bedeuten - und den Pros wäre es egal.