Hallo zusammen !
Da bei meinem zweieinhalb Jahre alten (Spiele-)Laptop leider das Mainoard kaputt gegangen ist
und das doch etwas schwierig (bzw. kostspielig) zu ersetzen ist, habe ich mich entschieden,
mir einen neuen Rechner anzuschaffen. Ein Laptop kam nicht in Frage.
Ich wäre zwar prinzipiell bereit gewesen, wegen der supereinfachen Lanparty-Besuche
den höheren Preis für einen Spielelaptop gegenüber einem entsprechenden Desktop zu zahlen,
aber das Risiko eines erneuten Totalverlusts kurz nach Garantieablauf wollte ich nicht eingehen.
Nach einigem stöbern bin ich dann auf eine Kompromisslösung gestoßen:
Das Lian-LI PC-Q07 Mini-ITX-Gehäuse soll einen normalen Desktop-PC mit fast ausschließlich
Standardkomponenten beherbergen können und ist dabei extrem klein und leicht.
Bräuchte man keinen Monitor wäre der Lanparty-Besuch damit fast so einfach wie mit einem Laptop.
Nun ja,wegen der doch sehr knappen Größe des PC-Q07 habe ich eine ganze Weile im Internet
gesucht um aus irgendwelchen Erfahrungsberichten vielleicht herauslesen zu können,
welche Grafikkarte und welche CPU-Kühler zum Beispiel reinpassen sollten.
Da bin ich aber nur teilweise fündig geworden und musste deshalb viel aus Fotos abschätzen,
was möglich ist.
Um diese Aufgabe vielleicht für den ein oder anderen mit demselben Vorhaben einfacher zu
gestalten stelle ich hier also mein System vor.
Ziel war es gerade nicht, einen aufwändigen Casemod zu fabrizieren sondern sowenig
Bastelarbeit und soviel Standardkomponenten wie möglich zu verwenden.
Die Auswahl an Mainboards im Mini-ITX Format mit normalem Prozessorsockel und PCI-E x16
Steckplatz ist nicht gerade üppig.
Ich habe mich für das DFI-Lanparty MI P55-T36 entschieden, welches einen Sockel 1156
und den benötigten PCI-E Steckplatz aufbietet.
Die Auswahl an Grafikkarten mit nur einem Slotblech und geringer Länge ist ebenfalls
äußerst spärlich, hier habe ich mich für eine Radeon HD 5750 von HIS entschieden.
Die Komponenten:
Gehäuse: Lian-Li PC Q07, ca. 55€
Netzteil: Enermax Liberty ECO II 400W, ca. 70 €
Mainboard: DFI-Lanparty MI P55-T36, ca. 120 €
CPU: Intel Core i3 530 (2,93 GhZ), ca. 100 €
CPU-Kühler:Scythe SCSK-1100 Shuriken Rev.2, ca. 25 €
Grafikkarte: HIS HD5750 iCooler4 1024MB, ca. 115 €
Ram: Corsair TW3X4G1333C9A (4GB DDR3-1333), ca. 110 €
Festplatte: Samsung HM400JI (2,5 Zoll SATA 400GB), ca. 55 €
Laufwerk: Samsung SH-B083L (Bluray lesen, DVD brennen), ca. 90 €
Man sieht, dass bis auf Gehäuse, Mainboard und Festplatte nur Komponenten verbaut sind,
die man in einem ganz normalen Desktop-PC ebenfalls verbauen würde.
Der Zusammenbau:
Um es vorweg zu nehmen: Es hat auf den ersten Versuch alles zusammengepasst,
war aber deutlich knapper als ich es erwartet hatte.
Hier also das "Tagebuch" (mit Bildern) vom Samstag, als ich den PC zusammengeschraubt habe:
Zunächst mal natürlich das Gehäuse.
Ich habe es neben meinem defekten 15,4 Zoll Notebook fotografiert, damit man sieht,
wie klein es wirklich ist.
Dann direkt mal die Grafikkarte, weil Sie das Teil ist, bei dem ich mir am unsichersten war,
ob es tatsächlich ins Gehäuse passt.
Und direkt mal testweise reingehoben ins Gehäuse:
Wie man sieht, passt Sie scheinbar ganz gut rein, der Kühler ragt aber bis in den
Festplattenkäfig hinein. Der Stromanschluss hinten wird auch noch eine ganz enge Geschichte,
dazu später mehr.
Meine 2,5 Zoll Festplatte benötigt den Käfig zum Glück nicht, Sie wird direkt am Boden verschraubt.
Der Käfig war einfach mit 4 Schrauben befestigt, also problemlos zu entfernen.
Eine 3,5 Zoll Festplatte würde in Kombination mit der HIS Grafikkarte wie gut zu sehen ist
definitiv nicht mehr ins Gehäuse passen, selbst wenn man Sie direkt am Boden verschrauben würde.
Das BluRay Combolaufwerk sieht ganz gut aus im Gehäuse dank der glänzenden Front,
keinesfalls "billig" wie ich es befürchtet hatte.
Es hat relativ viel Luft, aber davon sieht man nicht mehr viel, wenn das Gehäuse erstmal zu
und es innen dunkel ist.
Das Netzteil:
Ich habe mich für das Liberty Eco II entschieden, da es ein relativ günstiges teilmodulares
Netzteil ist, und in einem so kleinen Gehäuse wollte ich den Kabelsalat möglichst gering halten.
400 Watt reichen bei der CPU/Graka Kombination locker, und bei Enermax dachte ich mir,
dass ich nicht noch 150 Watt von der ausgeschriebenen Leistung abziehen muss.
Vom Kabelmanagement war ich etwas enttäuscht, weil einfach zuviele Stecker an jedem
Kabelstrang sind. Immerhin sind die Kabel sehr kurz was natürlich für dieses Gehäuse perfekt ist.
Jetzt kamen die ersten Probleme.
Der Strom des BluRay Laufwerks ließ sich nicht anschließen, weil die Hinterkante des Laufwerks
einfach zu dicht am hinteren Gehäuseende war.
Ich habe leider kein scharfes Foto davon, aber ihr könnt mir glauben, dass es wirklich nicht ging,
später kommen nochmal Totalaufnahmen, auf denen man das Problem vielleicht auch erahnen kann.
Zum Glück lag beim Mainboard ein SATA auf Molex Adapter bei, der eine andere Steckerform hatte als
die SATA Stecker des Netzteils:
Mit diesem Stecker konnte ich das Laufwerk dann weit genug nach hinten schieben, dass es vorne bündig ist.
Das SATA-Datenkabel kriegt mit viel Mühe gerade noch so die Kurve. (Wie gesagt kein Bild von der Stelle, sorry)
Ein weiterer Vorteil des verwendeten Adapters ist, dass ich dadurch das Laufwerk und die Festplatte
an den selben Kabelstrang stecken konnte und somit weniger Kabelsalat habe.
Der Strom der Festplatte ließ sich zunächst auch nicht anschließen,
weil der Stecker zu "hoch" war und nicht in die direkt am Boden verschraubte Festplatte
einzuführen war.
Das ist die einzige Stelle, bei der ich dann doch ein kleines bisschen basteln musste.
Beim Gehäuse lagen Gummiringe zur Entkoppelung einer 3,5 Zoll Sata Platte bei.
Diese wollte ich zwischen die Festplatte und den Gehäuseboden klemmen und dadurch
den benötigten Millimeter gewinnen.
Wie man sieht, sind Sie zu breit, die Schraube schaut nicht mehr oben raus.
Also hab ich Sie kurzerhand in der Mitte geteilt.
Es lagen 6 oder 7 von diesen Dingern bei, also mehr als genug um 4 einigermaßen
gleichmäßige Hälften zu produzieren. Ich habe es zunächst mit einer normalen Schere und
dann mit einem Teppichmesser versucht, bis ich schlussendlich mit einer Nagelschere Erfolg hatte:
Nun schaut noch genug von der Schraube oben raus um die Festplatte ordentlich zu halten:
Und Erfolg !
Der gewonnene halbe Millimeter Luft reicht aus, um das SATA-Stromkabel anzustöpseln:
Irgendwann hier habe ich gemerkt, dass dem Gehäuse viel zu wenige Schrauben von der Sorte mit dem engen
Gewinde beilagen. Eigentlich brauchte ich 16 (je 4 für Festplatte, Mainboard und jede
Laufwerksseite), es waren aber nur 6 beigelegt.
Außerdem hatten noch die 4 schwarzen, mit denen der Festplattenkäfig festgeschraubt war das gleiche Gewinde,
waren aber deutlich kürzer. Und es lagen noch zwei Thumbscrews mit diesem Gewinde bei.
Da ich keine zusätzlichen Schrauben von dieser Sorte in der Wohnung hatte mussten die vorhandenen
wohl oder übel reichen.
Vier für die Festplatte und zwei für die Mainboardoberseite, dazu zwei von den kleinen schwarzen für
die Mainboardunterseite. Das Laufwerk musste dann mit dem Rest vorlieb nehmen, das sah dann
schlussendlich auf jeder Seite so aus:
Nicht gerade elegant, aber es hält alles sehr sicher, insbesondere auch das Mainboard.
Da wir gerade vom Mainboard reden zeige ich es auch mal:
Und hier nochmal das ganze nachdem CPU und der Shuriken montiert sind, zum Vergleich liegt
noch der Intel Boxed-Kühler nebendran:
Das Mainboard ist eigentlich ursprünglich nicht für den i3 ("Clarkdale") freigegeben,
aber wenn man auf der DFI-Seite sucht, findet man die Information, dass mit dem neuesten
Bios auch Clarkdale-CPUs unterstützt werden. Mein Board hatte zum Glück bereits von Fabrik
aus eben dieses Bios vom 5.2.2010 installiert.
Beim Aufbringen des CPU-Kühlers habe ich mich ziemlich ungeschickt angestellt.
Zunächst mal musste der Lüfter des Shuriken umgedreht werden, da ansonsten sein Luftstrom
und der des direkt darüberliegenden Netzteillüfters gerade gegenläufig wären.
Nachdem ich ihn abgemacht und umgedreht hatte, wusste ich nicht mehr, wie die
etwas seltsame Drahthalterung des Shuriken funktioniert.
Gut selbst schuld, hätte mir ja besser anschauen können wie es aussieht, bevor
ich den Lüfter abgemacht habe.
Egal, irgendwann hab ichs dann doch noch gecheckt.
Ich hatte die Wärmeleitpaste Zalman STG-2 gekauft und wollte Sie aufbringen,
aber Sie war extrem zähflüssig und schwer zu verarbeiten.
Also habe ich etwas von der ziemlich flüssigen Paste die dem Shuriken beilag beigemischt
und die Mischung dann verstrichen, was gut ging.
Beim montieren des CPU-Kühlers dann der GAU:
Ich habe nämlich leider erst nicht gemerkt, dass ein Bauteil des Mainboards unter dem
einen Kühlerfuss war. Die anderen drei Pins waren bereits eingerastet und ich Depp
war der festen Überzeugung, dass das Plastikelement des vierten Kühlerfusses klemmt
und habe immer fester und fester draufgedrückt. So sah das aus:
Und so sah es dann aus nachdem ich meinen Fehler bemerkt und den Kühler zurechtgerückt
und ordnungsgemäß eingerastet habe:
Man sieht deutlich die Kratzer in der blauen Lackierung des Bauteils.
Ausserdem ist es leider auch ein ganz kleines bisschen verformt.
Meine Laune war danach natürlich absolut im Keller.
Ich habe dann also schlechtgelaunt weiter den Rechner zusammengeschraubt.
Nach dem Einbau des Mainboards habe ich mich der Grafikkarte gewidmet.
Hierbei hat sich die einzige Schwäche des ansonsten exzellenten Gehäuses
offenbart:
Das Loch unterhalb des Typenschilds ist einfach zu klein !
Während es beim leeren Gehäuse noch kein Problem gab, wurde es mit eingebautem Mainboard
nun problematisch, da ich die Grafikkarte ja nicht erst ganz nach unten und dann nach vorne
manövrieren konnte, weil Sie ja irgendwie auch noch in den Slot sollte.
Vorne wurde es also wegen dieses Designmangels des Q-07 eng und hinten wurde es deswegen auch
nicht besser, da der Stromanschluss der Graka ja auch noch nach hinten geht.
Hier sieht man das Dilemma, die Karte ist hinten schon voll im Slot, vorne noch überhaupt nicht.
Hinten stößt das Stromkabel ans Gehäuse an und vorne stößt das Slotblech ans Gehäuse an,
im Bild ist die Grafikkarte total verkantet.
Man sieht, dass vorne nur ganz wenig fehlt, bis das Slotblech im vorgesehenen Loch ist.
Wäre dieses nur drei Millimeter größer, hätte ich die Grafikkarte ziemlich bequem einsetzen können.
Es ging aber auch so mit leichtem zurückdrücken der Oberseite des Slotblechs
gerade noch so um die Kurve. Der Druck auf die empfindlichen Teile müsste eigentlich minimal
gewesen sein, aber so ganz optimal schien mir das trotzdem nicht.
Ein kleines bisschen besser wäre es wohl gegangen, wenn man die Gehäuserückseite
(=Mainboardtray) nicht mit dem Rest des Gehäuses verschraubt, die Grafikkarte schonmal ins
Mainboard einsetzt und dann das eigentliche Gehäuse irgendwie geschickt reindreht.
Aber selbst mit dieser Technik dürfte die Grafikkarte nur wenige Millimeter länger sein
als die von mir verbaute, oder falls doch dürfte Sie den Stromanschluss nicht nach hinten haben.
Wobei das eigentliche Problem, das ich beim Grafikkarteneinbau hatte, im Gehäuse inhärent
ist und selbst bei einer 15 cm kurzen Grafikkarte aufgetreten wäre.
Hier sieht man nochmal, wie viel bzw. wie wenig Luft die fertig eingebaute Grafikkarte hinten hat:
Nach dem Anschliessen des Frontpanels, was relativ bequem ging, auch wenn das Frontpanel-USB-Kabel
nur gerade so über die Grafikkarte hinweg bis zur entsprechenden Stelle auf dem Mainboard gereicht hat,
war dann bis auf das Netzteil alles eingebaut. Also habe ich mal das Netzteil von aussen
angeschlossen um zu testen, ob der Rechner funktioniert.
Er lief auch kurz an, schaltete sich dann aber wieder aus.
Als ich schon dachte "Mist, doch kaputt" ging er aber wieder an und lief auch scheinbar problemlos.
Zumindest soweit ich das ohne Monitor beurteilen konnte, denn Monitor hatte ich da noch keinen.
Also bin ich in die Stadt gefahren, habe beim Subway zu mittag gegessen und mir beim Arlt einen
Monitor geholt. Es ist ein 22 Zöller von iiyama mit Full-HD-Auflösung geworden,
nämlich der E2210HDS für 169 Euro.
POST lief durch und er beschwerte sich, dass kein bootfähiges Medium eingelegt war,
ein gutes Zeichen.
Also das Netzteil noch einschieben, was erstaunlich einfach war. Die Kabel muss
man natürlich alle ein bisschen aus dem Weg halten, aber das war echt kein Problem.
Zwischen dem Shuriken und dem Netzteillüftergitter sind übrigens so etwa
2-3 Millimeter Luft, aber das konnte ich nicht sinnvoll fotografieren, da man es
sehr schlecht sehen kann.
Ich habe mich dann aufgrund des minimalen Platzangebots nicht mehr großartig mit
Kabelmanagement herumgeschlagen sondern einfach resigniert und alles in den Raum
zwischen Netzteil und Gehäusefront gestopft:
Die Benutzung eines nichtmodularen Netzteils halte ich durchaus auch für möglich,
aber dann wirds schon extrem eng und der Zusammenbau macht dann definitiv keinen Spaß mehr.
Nachdem alles zusammengebaut war habe ich mich mit dem -zu gut deutsch gesagt-
beschissenen DFI-Bios herumgeschlagen. Dieses übertaktet nämlich in der Standardeinstellung
nach Clear CMOS automatisch (!) die CPU und dieses Feature lässt sich nicht abschalten.
Meinen armen i3 2,93 GhZ hat es bis auf über 4 GhZ hochgejagt und den FSB gleich mit dazu.
Danach lief das System so instabil, dass es teilweise nichtmalmehr den POST absturzfrei überstand.
Dieses "feature" war vermutlich auch der Grund, warum der Rechner sich beim ersten einschalten
wo ich noch keinen Monitor hatte von selbst neustartete.
Nachdem ich aber rausgefunden hatte, dass das Bios über 4 Speicherbänke für verschiedene
Übertaktungseinstellungen verfügt und man auf jede dieser 4 Bänke die Standardtaktfrequenz
schreiben muss, hat es mich in Ruhe gelassen mit seinen dämlichen Übertaktungsmarotten.
Ich werde sicherlich kein DFI-Mainboard mehr kaufen.
Ein Feature zum automatischen übertakten ist ja wegen mir ok wenn es standardmäßig im Bios
deaktiviert ist. Aber ein Feature zum automatischen übertakten, das standardmäßig
aktiviert ist und sich nichtmal deaktivieren lässt, schlägt doch dem Fass den Boden ins Gesicht.
Nichtsdestotrotz lief trotz meines Faux-Pas bei der Lüftermontage und des Versuchs des Mainboards
meinen armen i3 auf 4 GhZ hochzujagen nachdem alles fertig war Prime95 eine Stunde lang fehlerfrei
und auch Memtest lief einmal komplett fehlerfrei durch.
Da soweit alles in Ordnung war entschloss ich mich, Windows zu installieren, und so sieht der
Rechner jetzt aus:
Vielleicht mache ich nochmal einen längeren Stresstest und/oder ein paar Benchmarks,
aber es scheint bislang alles tadellos zu funktionieren.

Da bei meinem zweieinhalb Jahre alten (Spiele-)Laptop leider das Mainoard kaputt gegangen ist
und das doch etwas schwierig (bzw. kostspielig) zu ersetzen ist, habe ich mich entschieden,
mir einen neuen Rechner anzuschaffen. Ein Laptop kam nicht in Frage.
Ich wäre zwar prinzipiell bereit gewesen, wegen der supereinfachen Lanparty-Besuche
den höheren Preis für einen Spielelaptop gegenüber einem entsprechenden Desktop zu zahlen,
aber das Risiko eines erneuten Totalverlusts kurz nach Garantieablauf wollte ich nicht eingehen.
Nach einigem stöbern bin ich dann auf eine Kompromisslösung gestoßen:
Das Lian-LI PC-Q07 Mini-ITX-Gehäuse soll einen normalen Desktop-PC mit fast ausschließlich
Standardkomponenten beherbergen können und ist dabei extrem klein und leicht.
Bräuchte man keinen Monitor wäre der Lanparty-Besuch damit fast so einfach wie mit einem Laptop.
Nun ja,wegen der doch sehr knappen Größe des PC-Q07 habe ich eine ganze Weile im Internet
gesucht um aus irgendwelchen Erfahrungsberichten vielleicht herauslesen zu können,
welche Grafikkarte und welche CPU-Kühler zum Beispiel reinpassen sollten.
Da bin ich aber nur teilweise fündig geworden und musste deshalb viel aus Fotos abschätzen,
was möglich ist.
Um diese Aufgabe vielleicht für den ein oder anderen mit demselben Vorhaben einfacher zu
gestalten stelle ich hier also mein System vor.
Ziel war es gerade nicht, einen aufwändigen Casemod zu fabrizieren sondern sowenig
Bastelarbeit und soviel Standardkomponenten wie möglich zu verwenden.
Die Auswahl an Mainboards im Mini-ITX Format mit normalem Prozessorsockel und PCI-E x16
Steckplatz ist nicht gerade üppig.
Ich habe mich für das DFI-Lanparty MI P55-T36 entschieden, welches einen Sockel 1156
und den benötigten PCI-E Steckplatz aufbietet.
Die Auswahl an Grafikkarten mit nur einem Slotblech und geringer Länge ist ebenfalls
äußerst spärlich, hier habe ich mich für eine Radeon HD 5750 von HIS entschieden.
Die Komponenten:
Gehäuse: Lian-Li PC Q07, ca. 55€
Netzteil: Enermax Liberty ECO II 400W, ca. 70 €
Mainboard: DFI-Lanparty MI P55-T36, ca. 120 €
CPU: Intel Core i3 530 (2,93 GhZ), ca. 100 €
CPU-Kühler:Scythe SCSK-1100 Shuriken Rev.2, ca. 25 €
Grafikkarte: HIS HD5750 iCooler4 1024MB, ca. 115 €
Ram: Corsair TW3X4G1333C9A (4GB DDR3-1333), ca. 110 €
Festplatte: Samsung HM400JI (2,5 Zoll SATA 400GB), ca. 55 €
Laufwerk: Samsung SH-B083L (Bluray lesen, DVD brennen), ca. 90 €
Man sieht, dass bis auf Gehäuse, Mainboard und Festplatte nur Komponenten verbaut sind,
die man in einem ganz normalen Desktop-PC ebenfalls verbauen würde.
Der Zusammenbau:
Um es vorweg zu nehmen: Es hat auf den ersten Versuch alles zusammengepasst,
war aber deutlich knapper als ich es erwartet hatte.
Hier also das "Tagebuch" (mit Bildern) vom Samstag, als ich den PC zusammengeschraubt habe:
Zunächst mal natürlich das Gehäuse.
Ich habe es neben meinem defekten 15,4 Zoll Notebook fotografiert, damit man sieht,
wie klein es wirklich ist.
Dann direkt mal die Grafikkarte, weil Sie das Teil ist, bei dem ich mir am unsichersten war,
ob es tatsächlich ins Gehäuse passt.
Und direkt mal testweise reingehoben ins Gehäuse:
Wie man sieht, passt Sie scheinbar ganz gut rein, der Kühler ragt aber bis in den
Festplattenkäfig hinein. Der Stromanschluss hinten wird auch noch eine ganz enge Geschichte,
dazu später mehr.
Meine 2,5 Zoll Festplatte benötigt den Käfig zum Glück nicht, Sie wird direkt am Boden verschraubt.
Der Käfig war einfach mit 4 Schrauben befestigt, also problemlos zu entfernen.
Eine 3,5 Zoll Festplatte würde in Kombination mit der HIS Grafikkarte wie gut zu sehen ist
definitiv nicht mehr ins Gehäuse passen, selbst wenn man Sie direkt am Boden verschrauben würde.
Das BluRay Combolaufwerk sieht ganz gut aus im Gehäuse dank der glänzenden Front,
keinesfalls "billig" wie ich es befürchtet hatte.
Es hat relativ viel Luft, aber davon sieht man nicht mehr viel, wenn das Gehäuse erstmal zu
und es innen dunkel ist.
Das Netzteil:
Ich habe mich für das Liberty Eco II entschieden, da es ein relativ günstiges teilmodulares
Netzteil ist, und in einem so kleinen Gehäuse wollte ich den Kabelsalat möglichst gering halten.
400 Watt reichen bei der CPU/Graka Kombination locker, und bei Enermax dachte ich mir,
dass ich nicht noch 150 Watt von der ausgeschriebenen Leistung abziehen muss.
Vom Kabelmanagement war ich etwas enttäuscht, weil einfach zuviele Stecker an jedem
Kabelstrang sind. Immerhin sind die Kabel sehr kurz was natürlich für dieses Gehäuse perfekt ist.
Jetzt kamen die ersten Probleme.
Der Strom des BluRay Laufwerks ließ sich nicht anschließen, weil die Hinterkante des Laufwerks
einfach zu dicht am hinteren Gehäuseende war.
Ich habe leider kein scharfes Foto davon, aber ihr könnt mir glauben, dass es wirklich nicht ging,
später kommen nochmal Totalaufnahmen, auf denen man das Problem vielleicht auch erahnen kann.
Zum Glück lag beim Mainboard ein SATA auf Molex Adapter bei, der eine andere Steckerform hatte als
die SATA Stecker des Netzteils:
Mit diesem Stecker konnte ich das Laufwerk dann weit genug nach hinten schieben, dass es vorne bündig ist.
Das SATA-Datenkabel kriegt mit viel Mühe gerade noch so die Kurve. (Wie gesagt kein Bild von der Stelle, sorry)
Ein weiterer Vorteil des verwendeten Adapters ist, dass ich dadurch das Laufwerk und die Festplatte
an den selben Kabelstrang stecken konnte und somit weniger Kabelsalat habe.
Der Strom der Festplatte ließ sich zunächst auch nicht anschließen,
weil der Stecker zu "hoch" war und nicht in die direkt am Boden verschraubte Festplatte
einzuführen war.
Das ist die einzige Stelle, bei der ich dann doch ein kleines bisschen basteln musste.
Beim Gehäuse lagen Gummiringe zur Entkoppelung einer 3,5 Zoll Sata Platte bei.
Diese wollte ich zwischen die Festplatte und den Gehäuseboden klemmen und dadurch
den benötigten Millimeter gewinnen.
Wie man sieht, sind Sie zu breit, die Schraube schaut nicht mehr oben raus.
Also hab ich Sie kurzerhand in der Mitte geteilt.
Es lagen 6 oder 7 von diesen Dingern bei, also mehr als genug um 4 einigermaßen
gleichmäßige Hälften zu produzieren. Ich habe es zunächst mit einer normalen Schere und
dann mit einem Teppichmesser versucht, bis ich schlussendlich mit einer Nagelschere Erfolg hatte:
Nun schaut noch genug von der Schraube oben raus um die Festplatte ordentlich zu halten:
Und Erfolg !
Der gewonnene halbe Millimeter Luft reicht aus, um das SATA-Stromkabel anzustöpseln:
Irgendwann hier habe ich gemerkt, dass dem Gehäuse viel zu wenige Schrauben von der Sorte mit dem engen
Gewinde beilagen. Eigentlich brauchte ich 16 (je 4 für Festplatte, Mainboard und jede
Laufwerksseite), es waren aber nur 6 beigelegt.
Außerdem hatten noch die 4 schwarzen, mit denen der Festplattenkäfig festgeschraubt war das gleiche Gewinde,
waren aber deutlich kürzer. Und es lagen noch zwei Thumbscrews mit diesem Gewinde bei.
Da ich keine zusätzlichen Schrauben von dieser Sorte in der Wohnung hatte mussten die vorhandenen
wohl oder übel reichen.
Vier für die Festplatte und zwei für die Mainboardoberseite, dazu zwei von den kleinen schwarzen für
die Mainboardunterseite. Das Laufwerk musste dann mit dem Rest vorlieb nehmen, das sah dann
schlussendlich auf jeder Seite so aus:
Nicht gerade elegant, aber es hält alles sehr sicher, insbesondere auch das Mainboard.
Da wir gerade vom Mainboard reden zeige ich es auch mal:
Und hier nochmal das ganze nachdem CPU und der Shuriken montiert sind, zum Vergleich liegt
noch der Intel Boxed-Kühler nebendran:
Das Mainboard ist eigentlich ursprünglich nicht für den i3 ("Clarkdale") freigegeben,
aber wenn man auf der DFI-Seite sucht, findet man die Information, dass mit dem neuesten
Bios auch Clarkdale-CPUs unterstützt werden. Mein Board hatte zum Glück bereits von Fabrik
aus eben dieses Bios vom 5.2.2010 installiert.
Beim Aufbringen des CPU-Kühlers habe ich mich ziemlich ungeschickt angestellt.
Zunächst mal musste der Lüfter des Shuriken umgedreht werden, da ansonsten sein Luftstrom
und der des direkt darüberliegenden Netzteillüfters gerade gegenläufig wären.
Nachdem ich ihn abgemacht und umgedreht hatte, wusste ich nicht mehr, wie die
etwas seltsame Drahthalterung des Shuriken funktioniert.
Gut selbst schuld, hätte mir ja besser anschauen können wie es aussieht, bevor
ich den Lüfter abgemacht habe.
Egal, irgendwann hab ichs dann doch noch gecheckt.

Ich hatte die Wärmeleitpaste Zalman STG-2 gekauft und wollte Sie aufbringen,
aber Sie war extrem zähflüssig und schwer zu verarbeiten.
Also habe ich etwas von der ziemlich flüssigen Paste die dem Shuriken beilag beigemischt
und die Mischung dann verstrichen, was gut ging.
Beim montieren des CPU-Kühlers dann der GAU:
Ich habe nämlich leider erst nicht gemerkt, dass ein Bauteil des Mainboards unter dem
einen Kühlerfuss war. Die anderen drei Pins waren bereits eingerastet und ich Depp
war der festen Überzeugung, dass das Plastikelement des vierten Kühlerfusses klemmt
und habe immer fester und fester draufgedrückt. So sah das aus:
Und so sah es dann aus nachdem ich meinen Fehler bemerkt und den Kühler zurechtgerückt
und ordnungsgemäß eingerastet habe:
Man sieht deutlich die Kratzer in der blauen Lackierung des Bauteils.
Ausserdem ist es leider auch ein ganz kleines bisschen verformt.

Meine Laune war danach natürlich absolut im Keller.
Ich habe dann also schlechtgelaunt weiter den Rechner zusammengeschraubt.
Nach dem Einbau des Mainboards habe ich mich der Grafikkarte gewidmet.
Hierbei hat sich die einzige Schwäche des ansonsten exzellenten Gehäuses
offenbart:
Das Loch unterhalb des Typenschilds ist einfach zu klein !
Während es beim leeren Gehäuse noch kein Problem gab, wurde es mit eingebautem Mainboard
nun problematisch, da ich die Grafikkarte ja nicht erst ganz nach unten und dann nach vorne
manövrieren konnte, weil Sie ja irgendwie auch noch in den Slot sollte.

Vorne wurde es also wegen dieses Designmangels des Q-07 eng und hinten wurde es deswegen auch
nicht besser, da der Stromanschluss der Graka ja auch noch nach hinten geht.
Hier sieht man das Dilemma, die Karte ist hinten schon voll im Slot, vorne noch überhaupt nicht.
Hinten stößt das Stromkabel ans Gehäuse an und vorne stößt das Slotblech ans Gehäuse an,
im Bild ist die Grafikkarte total verkantet.
Man sieht, dass vorne nur ganz wenig fehlt, bis das Slotblech im vorgesehenen Loch ist.
Wäre dieses nur drei Millimeter größer, hätte ich die Grafikkarte ziemlich bequem einsetzen können.
Es ging aber auch so mit leichtem zurückdrücken der Oberseite des Slotblechs
gerade noch so um die Kurve. Der Druck auf die empfindlichen Teile müsste eigentlich minimal
gewesen sein, aber so ganz optimal schien mir das trotzdem nicht.
Ein kleines bisschen besser wäre es wohl gegangen, wenn man die Gehäuserückseite
(=Mainboardtray) nicht mit dem Rest des Gehäuses verschraubt, die Grafikkarte schonmal ins
Mainboard einsetzt und dann das eigentliche Gehäuse irgendwie geschickt reindreht.
Aber selbst mit dieser Technik dürfte die Grafikkarte nur wenige Millimeter länger sein
als die von mir verbaute, oder falls doch dürfte Sie den Stromanschluss nicht nach hinten haben.
Wobei das eigentliche Problem, das ich beim Grafikkarteneinbau hatte, im Gehäuse inhärent
ist und selbst bei einer 15 cm kurzen Grafikkarte aufgetreten wäre.
Hier sieht man nochmal, wie viel bzw. wie wenig Luft die fertig eingebaute Grafikkarte hinten hat:
Nach dem Anschliessen des Frontpanels, was relativ bequem ging, auch wenn das Frontpanel-USB-Kabel
nur gerade so über die Grafikkarte hinweg bis zur entsprechenden Stelle auf dem Mainboard gereicht hat,
war dann bis auf das Netzteil alles eingebaut. Also habe ich mal das Netzteil von aussen
angeschlossen um zu testen, ob der Rechner funktioniert.
Er lief auch kurz an, schaltete sich dann aber wieder aus.
Als ich schon dachte "Mist, doch kaputt" ging er aber wieder an und lief auch scheinbar problemlos.
Zumindest soweit ich das ohne Monitor beurteilen konnte, denn Monitor hatte ich da noch keinen.
Also bin ich in die Stadt gefahren, habe beim Subway zu mittag gegessen und mir beim Arlt einen
Monitor geholt. Es ist ein 22 Zöller von iiyama mit Full-HD-Auflösung geworden,
nämlich der E2210HDS für 169 Euro.
POST lief durch und er beschwerte sich, dass kein bootfähiges Medium eingelegt war,
ein gutes Zeichen.
Also das Netzteil noch einschieben, was erstaunlich einfach war. Die Kabel muss
man natürlich alle ein bisschen aus dem Weg halten, aber das war echt kein Problem.
Zwischen dem Shuriken und dem Netzteillüftergitter sind übrigens so etwa
2-3 Millimeter Luft, aber das konnte ich nicht sinnvoll fotografieren, da man es
sehr schlecht sehen kann.
Ich habe mich dann aufgrund des minimalen Platzangebots nicht mehr großartig mit
Kabelmanagement herumgeschlagen sondern einfach resigniert und alles in den Raum
zwischen Netzteil und Gehäusefront gestopft:
Die Benutzung eines nichtmodularen Netzteils halte ich durchaus auch für möglich,
aber dann wirds schon extrem eng und der Zusammenbau macht dann definitiv keinen Spaß mehr.
Nachdem alles zusammengebaut war habe ich mich mit dem -zu gut deutsch gesagt-
beschissenen DFI-Bios herumgeschlagen. Dieses übertaktet nämlich in der Standardeinstellung
nach Clear CMOS automatisch (!) die CPU und dieses Feature lässt sich nicht abschalten.
Meinen armen i3 2,93 GhZ hat es bis auf über 4 GhZ hochgejagt und den FSB gleich mit dazu.
Danach lief das System so instabil, dass es teilweise nichtmalmehr den POST absturzfrei überstand.
Dieses "feature" war vermutlich auch der Grund, warum der Rechner sich beim ersten einschalten
wo ich noch keinen Monitor hatte von selbst neustartete.
Nachdem ich aber rausgefunden hatte, dass das Bios über 4 Speicherbänke für verschiedene
Übertaktungseinstellungen verfügt und man auf jede dieser 4 Bänke die Standardtaktfrequenz
schreiben muss, hat es mich in Ruhe gelassen mit seinen dämlichen Übertaktungsmarotten.
Ich werde sicherlich kein DFI-Mainboard mehr kaufen.
Ein Feature zum automatischen übertakten ist ja wegen mir ok wenn es standardmäßig im Bios
deaktiviert ist. Aber ein Feature zum automatischen übertakten, das standardmäßig
aktiviert ist und sich nichtmal deaktivieren lässt, schlägt doch dem Fass den Boden ins Gesicht.
Nichtsdestotrotz lief trotz meines Faux-Pas bei der Lüftermontage und des Versuchs des Mainboards
meinen armen i3 auf 4 GhZ hochzujagen nachdem alles fertig war Prime95 eine Stunde lang fehlerfrei
und auch Memtest lief einmal komplett fehlerfrei durch.
Da soweit alles in Ordnung war entschloss ich mich, Windows zu installieren, und so sieht der
Rechner jetzt aus:
Vielleicht mache ich nochmal einen längeren Stresstest und/oder ein paar Benchmarks,
aber es scheint bislang alles tadellos zu funktionieren.

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