LowBudget (500 €) AM4 Projekt

SirusP

Schraubenverwechsler(in)
Ich möchte euch gerne mein Low-Budget-AM4-Projekt vorstellen, an dem ich in den letzten Wochen gearbeitet habe.

Ursprünglich hatte ich ein Budget von 500 € angesetzt. Mein Ziel war es, herauszufinden, was auf dem Gebrauchtmarkt möglich ist. Eine kleine Einschränkung hatte ich mir selbst auferlegt: Ich wollte ausschließlich gebrauchte Hardware im Umkreis von 50 Kilometern um meinen Wohnort kaufen, um die Teile direkt beim Verkäufer abzuholen und gegebenenfalls vor Ort zu prüfen.

Diese Einschränkung machte das Projekt allerdings schnell zu einer kleinen Geduldsprobe. Viele Verkäufer haben derzeit erstaunliche Preisvorstellungen für ältere Hardware, die teilweise nur knapp unter dem Neupreis liegt. Schlussendlich habe ich das Grundsystem punktuell mit einigen Neuteilen ergänzt, da sich kurzfristig ein eigener Verwendungszweck für den Rechner ergeben hat. Eigentlich war geplant, das fertige System wieder zu verkaufen. Umso schöner, dass es nun doch im Haushalt verbleibt. 🙂


Mainboard

Mein Ziel war es, ein Mainboard mit B550-Chipsatz zu verbauen, um die Vorteile von PCIe 4.0 und schnellen M.2-SSDs nutzen zu können. Das Budget lag hier bei maximal 75 €.

Letztendlich fiel die Wahl auf ein Gigabyte B550 DS3H Rev. 1.4 für 50 €.

Der Kauf war durchaus riskant, erwies sich aber dann doch als Glücksgriff. Das Board stammte aus einem Raucherhaushalt und war entsprechend stark verschmutzt. Ich habe die Kühlkörper der Spannungswandler demontiert und das gesamte Mainboard sorgfältig mit Isopropanol gereinigt. Anschließend durfte es 24 Stunden trocknen, bevor ich die Kühlkörper mit neuen Wärmeleitpads wieder montiert habe.

Glücklicherweise hat das Board die Prozedur problemlos überstanden – alles läuft wie erhofft.



CPU

Mir war bewusst, dass die Suche mit einer Budgetgrenze von 80 € schwierig werden würde. Dennoch hatte ich es auf einen Ryzen 5 abgesehen. Konkret standen die Modelle Ryzen 5 5500, 5600 und 5600X auf meiner Liste.

Ich habe zahlreiche Anfragen an Verkäufer entsprechender CPUs verschickt. Wegen regionaler Erfolgslosigkeit hatte ich mich bereits mit der überregionalen Suche beschäftigt, als sich doch noch ein Glücksgriff in der Region ergab.

Am Ende wurde es ein Ryzen 5 5600X für exakt 80 €. Damit lag ich auch hier punktgenau im Budget.



Arbeitsspeicher

Ursprünglich war ich lediglich auf der Suche nach 16 GB DDR4-RAM. Mein Budget lag bei maximal 75 €.

Vom ersten Verkäufer ergatterte ich ein Kit mit 2×8 GB DDR4-3600 für 40 €. Einige Tage später entdeckte ich beim Stöbern ein weiteres identisches Kit bei einem anderen Verkäufer. Für 35 € konnte ich erneut zuschlagen.

So konnte ich das System schließlich mit insgesamt 32 GB Kingston Fury Beast DDR4-3600 bestücken.



M.2-SSD

Ziel war es, eine solide M.2-SSD für maximal 50 € zu finden. Tatsächlich wurde ich hier sehr schnell fündig.

Die SSD war praktisch neuwertig: lediglich 10 Betriebsstunden, PCIe 4.0, Formfaktor 2280 und solide Lese- sowie Schreibraten.

Nach etwas Verhandeln wurde es eine Western Digital WD PC SN740 mit 512 GB.



Netzteil

Ich wollte ein Netzteil mit mindestens 550 Watt verbauen. Die Budgetgrenze lag bei lediglich 40 €.

Mit dem Gedanken an ein gebrauchtes Netzteil konnte ich mich allerdings nie so richtig anfreunden. Schließlich fand ich ein originalverpacktes, zwei Jahre altes be quiet! Netzteil inklusive Rechnung. Nach einigem Hin und Her konnte ich den Verkäufer überzeugen, es mir für 40 € zu überlassen.

Geworden ist es ein be quiet! System Power 10 mit 750 Watt.

Das Netzteil bietet immerhin eine 80-Plus-Bronze-Zertifizierung sowie moderne Schutzschaltungen.



Grafikkarte

Für die Grafikkarte hatte ich mir ein Budget von 150 € gesetzt. Besonders wichtig waren mir mindestens 12 GB Videospeicher.

Auf meiner Kandidatenliste standen eine RTX 3060 mit 12 GB, eine Intel Arc B580 sowie Modelle der Radeon-RX-6700-Serie.

Letztendlich wurde ich auf eine PowerColor Red Devil Radeon RX 6750 XT aufmerksam, die sich in einem hervorragend gepflegten Zustand befand. Dafür musste ich allerdings schon 220 € zahlen und lag somit deutlich über meinem ursprünglichen Budget.



Gehäuse

Für das Gehäuse hatte ich ein Budget von 30 € eingeplant.

Bei Alternate wurde ich schließlich auf das Aerocool Bolt für 28 € aufmerksam und habe direkt zugeschlagen.

Zugegebenermaßen ist das Aerocool Bolt eher etwas für geduldige Selbstbauer. Die Materialstärke fällt recht dünn aus, der Platz für ein sauberes Kabelmanagement ist begrenzt und insgesamt wirkt vieles etwas klapprig.

Aber hey – immerhin ein neues Gehäuse mit vollständigem Zubehör und einem ansprechenden Design.


Sonstiges

Als CPU-Kühler habe ich mich für einen neuen Thermalright Assassin X120 (16,92 €) entschieden. Dazu kamen drei Gehäuselüfter vom Typ Thermalright TL-C12C für insgesamt 12,90 €.



Fazit

Mein ursprünglich geplantes Budget von 500 € habe ich leider um 78,70 € überschritten.

Natürlich hätte sich der Gesamtpreis mit einem gebrauchten Gehäuse und gebrauchten Lüftern noch etwas drücken lassen. Ganz ehrlich: Am Ende fehlten mir dafür schlicht die Geduld und die Motivation, weitere richtig günstige Teile zu organisieren, die den Kauf gebrauchter Teile rechtfertigen.

Insgesamt bin ich mit dem System aber dennoch sehr zufrieden. Was sagt ihr dazu?



Übersicht Gesamtsystem

Mainboard: Gigabyte b550 ds3h Rev. 1.4 (50 €)
RAM: 4x Kingston Fury Beast DDR-4 RAM 3600 8GB (70 €)
CPU: AMD Ryzen 5 5600X (80 €)
Grafikkarte: Power Color Red Devil RX 6750 XT 12 GB (220 €)
Netzteil: bequiet System Power 10 750W (40 €)
Festplatte: Western Digital WD PC SN740 512 GB + ADATA SSD 256GB aus Bestand (50 €)
Lüfter: Thermalright Assassin X120 + 3x Thermalright TL-C12C (29,82 €)
Gehäuse: Aerocool Bolt (28,89 €)
Zubehörteile: 2x 8 Pin 180 Grad Winkel Stecker (10 €)
Betriebssystem: Windows 11


Benchmarks

Cinebench
  • Single Core: 95 Punkte
  • Multi Core: 681 Punkte
FurMark
  • 1080p: 11.859 Punkte
  • 1440p: 8.008 Punkte
3DMark Time Spy
  • Grafikscore: 14.121 Punkte
  • CPU-Score: 8.691 Punkte

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