AW: z87/97 und zwei mal 16 Lane für Grafikkarten
PCI-Express-Switches wechseln auf Package-Ebene zwischen verschiedenen Endgeräten. Keine Karte ist zu irgend einem Zeitpunkt direkt mit der CPU verbunden, aber beide Karten zu jedem Zeitpunkt mit dem Switch und dieser kontinuierlich mit der CPU. Der Switch wertet aus, an welchen Empfänger Daten-Pakete adressiert sind und ordnet diese entsprechend zu. Das bringt zwar eine Latenz mit sich (Höhe abhängig vom Switch), aber eine Verbindungsunterbrechung findet nicht statt. Erst recht nicht mit nur wenigen dutzend Wechseln pro Sekunde, so dass spürbare Mikroruckler entstehen könnten.
Es bleibt aber in der Tat das Grundproblem, dass die CPU nur so viele Daten senden kann, wie die Verbindung zwischen CPU und Switch zulässt. Prinzipiell kann ein Switch diesen Flaschenhals immerhin weiten, wenn Multicast verwendet wird. D.h. Daten, die beide GPUs benötigen, werden nur einmal von der CPU gesendet und dann vom Switch an beide Endgeräte zugestellt. (Ob dies außerhalb von Dual-GPU-Karten implementiert wird, weiß ich nicht. Nvidia hat meiner Erinnerung nach bei NF100/NF200 davon Gebrauch gemacht.)
Unabhängig hiervon empfehle ich einen Blick in die aktuelle PCGH 12/14:
Selbst die echten 2x 16 Lanes von Haswell-E bringen kaum einen Vorteil. Der Aufpreis für einen PCI-Express-Switch bei der Grafikkarten-Anbindung dürfte sich also kaum lohnen. Multi-GPU-Interessenten sollten aber die weiteren Slots im Auge behalten. Einige Mainboards am Markt verbauen alle PCI-Express 2.0 Slots so, dass sie von 2+ Slot Kühlern der ersten und zweiten Grafikkarte verdeckt werden. Wer dann hofft, seine Soundkarte in einen dritten PCI-Express 3.0 Slot stecken zu können, könnte in der Praxis enttäuscht werden: Bei Sockel-1150-Mainboards ohne Switch werden die 3.0 Lanes dann x8/x4/x4 geteilt. x8/x4 in den ersten beiden Slots erfüllt aber nicht die Anforderungen für SLI und dürfte auch mit Crossfire nur wenig Spaß machen.