Das Problem bei diesen Filmen ist halt, dass sie alle nicht objektiv sind. Bei objektiver Berichterstattung ist der Reporter neutral, schaut sich beide Seiten an, wägt Fakten ab und fällt ggf. am Ende sein persönliches Urteil.
Bei diesen Pseudo-Dokus vertritt der Macher von Anfang an eine Meinung, die er möglichst auch noch anderen eintrichtern möchte. Der film dient dazu, diese Meinung zu belegen und zu erhärten, daher wird Material, dass nicht der Meinung des Machers entspricht, oft aussortiert oder nur sehr gezielt eingestreut, denn die Richtung, in die der film gehen soll, steht ja bereits fest.
Der Zuschauer denkt nun aber womöglich, er schaut einen objektiven und sachlichen Bericht und merkt garnicht, dass er von Anfang bis Ende konsequent in eine Richtung gelenkt wird.
Daher kommt der Begriff "Meinungsmache". Man lässt den Zuschauer kein persönliches Urteil bilden, sondern zwingt ihn dazu, das Urteil anzunehmen, das der Film proklamiert.
Das Medium ist daher halt optimal geeignet, denn man bekommt alles mundgerecht serviert und wenn der Film zu ende ist, kommt man sich schlauer vor. Im Prinzip müsste man jede im Film genannte These und jedes argument danach per Recherche auf seinen Wahrheitgehalt und den kontext hin überprüfen, aber das macht natürlich niemand.
Und wenn es jemand macht, kommen Ungereimtheiten ans Tageslicht, wie bei Bowling for columbine oder Fahrenheit 9/11, die den Macher dann (zurecht) ins Kreuzfeuer der Kritik bringen.