Das ist aber sehr kurzsichtig, große bekannte Seiten werden regelmäßig geknackt, selbst
Mail.Anbieter wurden schon gehackt. Das kann selbst uns passieren, denn eine fehlerfreie Brain.exe hat noch niemand, dazu sind viel zu viele Sicherheitslöcher/Schwachstellen
in unserer Software. Das ganze muss keinen eigenen Fehler entspringen, ein Händler, ein Freund, Familie usw kann die Schwachstelle sein. Auch PCGH hat schon mal Schädlinge verbreitet...
Die Zauberworte sind "regelmäßig" und "als Privatperson". Gegen isolierte Malware-Großereignisse kann man sich praktisch nicht schützen, den wer diesen Aufwand betreibt, setzt dann in aller Regel neuartige Malware ein, die nicht erkannt wird.
Beispielsweise muss man auch davon ausgehen, dass die Funke MedienGruppe einen von Experten gepflegten Commercial-Grade-Malwarschutz laufen hatte, doch genützt hat es ihnen offenbar gar nichts. Dagegen helfen nur Mitarbeiter, die sich der Gefahr bewusst sind und kritisch und womöglich sogar ein wenig paranoid mit fragwürdigen Dateien umgehen.
Bei der Panne von Yahoo kommt noch hinzu, dass es dort kein Krisenmanagement gab, sondern eher Vernebelung angesagt war. Zudem ging es den Hackern darum, die auf Servern von Yahoo liegenden Kundendaten abzugreifen; dass auf privaten Konten Malware platziert worden wäre, ist hingegen nicht bekannt.
Angriffe auf Privatpersonen sind Streuangriffe, in aller Regel mit alter Instant-Schadsoftware dermaßen dilettantisch durchgeführt, dass zumeist das uninformierte menschliche Element die Lücke aufmacht.
Klar, gegen solche Aussetzer kann ein Virenschutz helfen - allerdings auch nur, so lange besagte menschliche Schwachstelle nicht auch die Virenwarnung wegklickt bzw. die quarantänisierte Datei wieder freigibt, weil er unbedingt wissen will, was diese vielversprechende "Topmodel_will_mit_dir_ömmeln.exe" macht.
Also nichts gegen Virenschutz auch bei Mailanhängen. Aber wenn sich Warnungen häufen, weil man haufenweise Malware zugeschickt bekommt, ist der Virenschutz nur noch ein Placebo, weil es nur eine Frage der Zeit sein kann, bis entweder etwas unerkannt durchkommt und/oder der Anwender so genervt ist, dass er einen Fehler macht.
Dann hilft nur, das eigene Verhalten zu prüfen: Wo hinterlässt man seine Mailadresse? Sind alle Passwörter sicher und nicht schon 20 Jahre unverändert in Gebrauch? Welchen Mailanbieter nutzt man und gibt es nicht vielleicht bessere? Und so weiter und so fort ...
Das kann nur Brain 1.0 leisten, denn dessen Funktion ist - im Gegensatz zu einem Virenscanner - nicht darauf beschränkt, Anhänge als verdächtig zu erkennen, wenn man diese bereits erhält.