Umweltschutz: Elektroschrott soll in Supermärkten abgeben werden können

Ich wollte Fakten wiedergeben, keine Polemiken verbreiten.
Das ist keine Polemik, das ist real.

Soweit ich weiß sind die Bedingungen in Deutschland weiterhin so, dass neue Rohstoffe billiger sind als die Kosten für das Recycling alter Elektrogeräte.
Wieso gibt es dann keine Firmen, die mit den Rohstoffen Gewinn machen?
Es sind doch etliche Metalle und Wertstoffe in den Geräten enthalten.

Alleine der Kupferpreis ist um 100% gestiegen seit den 2000er Jahren.
Von den Spuren- und Edelmetallen wollen wir gar nicht reden.

Und wenn es richtig angegangen und nicht immer von der Verpackungsindustrie torpediert wird, klappt das auch.

Wer dann einen USB-Stick drei mal verpackt, zahlt Verpackungssteuer.

Gestern hab ich ein 65W Netzteil für einen Laptop ausgepackt.
Weshalb muß ich alle Kabel noch extra in eine Plastiktüte packen?
Und dann wird der gesamte Karton noch mal in Plastik eingeschweißt? :stupid:

Wozu brauchen wir 100 und mehr Plastiksorten?
Reichen da nicht 10?

Das Problem tangiert die Politiker gar nicht.
Läuft doch alles. :wall:

Aber beim PC sieht es ja nicht anders aus.

Mein A7N8X de Luxe war wohl das langlebigste, stabilste, an besten ausgestattete (2xGB-LAN!) Board für den Athlon überhaupt.
Da gab es so 30-40 Sorten, wenn ich mich recht entsinne.

Allein für den Ryzen 3xxx gibt es 250!
Wozu das alles?
 
"De Kringwinkel" in den Niederlanden bietet einen kostenlose Abholservice für alle möglichen Geräte an und man versucht, sie wieder in Gang zu bringen. Zwar sind die Bedingungen auch leicht anders in Holland, einschließlich der kürzeren Wege, doch scheint mir das überlegene Konzept die Anlegung einer Datenbank zu sein, das in Volkswissen übergeht, wie gut man Geräte eigentlich bauen kann, wenn der Staat mal wieder nicht handlungsfähig ist.

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:daumen:Den Bericht wollte ich auch verlinken, habe aber vergeblich gesucht und bin am Namen und Land gescheitert :D
 
:daumen:Den Bericht wollte ich auch verlinken, habe aber vergeblich gesucht und bin am Namen und Land gescheitert :D
Ja, sofern die Quelle stehen bleibt, wird es immer einfacher, schnell passende Informationen zu einem Thema zusammen zu tragen. Es reicht schon, Bruchstücke an Erinnerungen zu erstellen...oder man arbeitet mit Links aus Textdokumenten, Lesezeichen, 5.000 offenen Tabs. Ein Glück, niemand zwingt einen dazu, die Rechenleistung zum spielen zu benutzen. ;)
 
Soweit ich weiß sind die Bedingungen in Deutschland weiterhin so, dass neue Rohstoffe billiger sind als die Kosten für das Recycling alter Elektrogeräte. Diese sind also tatsächlich Müll, dessen Entsorgung Geld kostet und kein Wertstoff, an dem man etwas verdienen kann.
Neue Rohstoffe sind nicht billiger. Die Kosten sind lediglich schlechter wahrnehmbar und/oder werden von Anderen getragen - zumeist von den Menschen an jenen Orten, an denen besagte Rohstoffe gefördert werden. Die bezahlen für unsere billigen Rohstoffe mit ihrer Gesundheit, ihrer Freiheit und nicht selten mit ihrem Leben.
Das klingt jetzt vielleicht sehr sehr idealistisch, aber wenn man schon an Reformen denkt, sollten diese nicht unbedingt auf Zuständen fußen, die selbst massiv reformbedürftig sind.

Und dafür muss man auch gar kein Idealist sein, sondern im Zweifelsfall nur Realist oder gar Egoist, denn: Rohstoffe werden in den nächsten Jahren und Jahrzehnten teurer werden, weil begrenzte Vorkommen von immer mehr Akteuren benötigt werden, die deutlich dichter dran sind und/oder deutlich aggressiver agieren können als wir. Und obwohl wir naturbedingt niemals gänzlich unabhängig von Rohstoffimporten sein können, lohnt es sich auch rein ökonomisch und strategisch, diese Abhängigkeit möglichst früh zu verringern. Unseren über Jahrzehnte angesammelten Müll zu durchwühlen, wenn heute billige Rohstoffe plötzlich schweineteuer oder womöglich gar nicht mehr zugänglich sind, wird zu spät sein.

Wenn in Deutschland Verstand regieren und wirtschaften würden, müssten wir die für unsere Wirtschaft wesentlichsten Rohstoffe hamstern und jede verdammte Quelle nutzen, um die Reserven zu vergrößern. Dummerweise denkt in verantwortlichen Positionen kaum jemand weiter, als sein Arm lang ist bzw., als sein Mandat oder Vertrag läuft.
 
@Mahoy: Der Zyniker in mir möchte noch zwei Anmerkungen loswerden.
1. Wenn man den Wert gesunder Umwelt, Natur und Klima sowie der Freiheit von Menschen am anderen Ende der Welt mit mehr oder minder null beziffert, und darauf basiert unser globales Wachstumskonzept nun einmal, dann ist genau das billiger.
2. Wir importieren doch haufenweise Rohstoffe, die das Land nicht wieder verlassen, anstatt in Kreisläufen zu arbeiten. Die Deponien von heute sind die Lagerstätten von morgen!
(Tatsächlich müssten einzelne Elemente in deutschem Elektroschrott schon höher konzentriert sein als in manch kommerziell genutztem Vorkommen. Nur kann man in China halt unter billigeren Bedingungen "schürfen".)
 
In gewisser Weise "funktionieren" die Kreisläufe sogar ... Wenn nämlich unser Müll zur Sortierung wieder dorthin geschippert wird, wo auch die Rohstoffe ursprünglich herkamen. Wir kaufen quasi einen Teil der Rohstoffe erneut, die wir zuvor als Müll entsorgt haben. Aber da sich auch der Wert von mancher Arbeitskraft dem von Umwelt, Natur und Klima annähert, rechnet sich das noch. Mit Betonung auf "noch".

Du hast schon recht, irgendwann kommt man aus jeder Richtung an den Punkt, wo man die Position des Zynikers der doch zumindest die des Utilitaristen einnehmen muss - oder mal wieder darauf stößt, was eigentlich schief läuft.
Hier wäre der Punkt, dass wir selbst genug ungeschulte Arbeitskräfte haben, die - selbstverständlich unter hiesigen Arbeits(schutz)bedingungen die Rohstoffe aus Müll wiedergewinnen könnten. Sicherlich wäre das in der kurzfrsitigen Bilanz teurer, als den Kram nach sonstwo zu schicken und dort sortieren zu lassen, allerdings wäre die Gesamtausbeute höher, weil ein Recyclingbetrieb mit allen Schikanen eben nicht nur Gold und Kupfer herauspflückt und den Rest am Stadtrand abfackelt. Und die Leute, denen man dafür mehr bezahlen muss, geben das Geld wiederum aus - und zwar in einem Dienstleistungsektor, in dem auch wieder Menschen in Lohn und Brot kämen und den Kram kaufen, der aus den Rohstoffen hergestellt wird.

Auch komplett losgelöst von ökologischen Aspekten schaden wir uns ökonomisch selbst. Beziehungsweise wir würden uns selbst schaden, wenn es ein "Wir" gäbe. Als Großgrundbesitzer mit einem Job im militärisch-industriellen Komplex liegen mir ja kommunistische Kampfansagen eigentlich fern, aber es wäre zu wünschen, dass die hauptsächlichen Nutznießer von heute diejenigen sind, die morgen eigenhändig Müllhaufen durchwühlen müssen. Ich als nebensächlicher Nutznießer, weil manchmal achtloser Konsument, würde mir wenigstens eine Schaufel zubilligen. :D
 
Das ist keine Polemik, das ist real.


Wieso gibt es dann keine Firmen, die mit den Rohstoffen Gewinn machen?
Es sind doch etliche Metalle und Wertstoffe in den Geräten enthalten.

Alleine der Kupferpreis ist um 100% gestiegen seit den 2000er Jahren.
Von den Spuren- und Edelmetallen wollen wir gar nicht reden.

Und wenn es richtig angegangen und nicht immer von der Verpackungsindustrie torpediert wird, klappt das auch.

Wer dann einen USB-Stick drei mal verpackt, zahlt Verpackungssteuer.

Gestern hab ich ein 65W Netzteil für einen Laptop ausgepackt.
Weshalb muß ich alle Kabel noch extra in eine Plastiktüte packen?
Und dann wird der gesamte Karton noch mal in Plastik eingeschweißt? :stupid:

Wozu brauchen wir 100 und mehr Plastiksorten?
Reichen da nicht 10?

Das Problem tangiert die Politiker gar nicht.
Läuft doch alles. :wall:

Aber beim PC sieht es ja nicht anders aus.

Mein A7N8X de Luxe war wohl das langlebigste, stabilste, an besten ausgestattete (2xGB-LAN!) Board für den Athlon überhaupt.
Da gab es so 30-40 Sorten, wenn ich mich recht entsinne.

Allein für den Ryzen 3xxx gibt es 250!
Wozu das alles?
Ich möchte mal auf die Probleme eingehen die zu lösen sind:
Ja, Rohstoffpreise sind stark gestiegen. Die in Geräten vorhandenen sind relativ schwer zu separieren. Verklebt, verlötet, verschraubt mit anderen Materialien. Teuer beim Trennen. Hoher Chemikalieneinsatz, ebenso Energie. Nicht ganz ungefährlich in der Aufarbeitung. Häufig schlechtere Qualität als Primärrohstoffe. Teilweise schadstoffbelastet.
Bei Verpackung ist ein Übermaß Unsinn. Dagegen gibt es viele Käufer die den kleinsten Kratzer monieren aufgrund ungenügender Verpackung. Zu beachten ist auch der Seeweg, Feuchtigkeit und Salz, häufiges Umladen. Dazu verschiedene Hersteller die ihre Ware verpacken müssen um beim nächsten Betrieb final in den Karton gelegt zu werden.
Bei Plastik haben wir das Problem der extrem unterschiedlichen Anwendungsgebiete. Der eine soll ölfest sein, der andere hitzebeständig, alterungsbeständig, UV-stabil, bei Kälte nicht brechen, billig, zum Fräsen/spritzen geeignet, transparent, gut einfärbbar, gut oder schlecht klebbar sein, soll sich biegen oder steif sein, el. Durchschlagfestigkeit, mikrowellengeeignet und vieles mehr.
Je mehr wir neue Produkte und Anwendungen entwickeln, umso mehr optimierte Kunststoffe.
Und wie du schreibst, der PC, die Unterhaltungselektronik ist einer der größten Treiber dieser Entwicklung.

Diese Probleme kann man gut minimieren, aber wenn es an das Eingemachte geht sind viele sehr begriffsstutzig.
Es ginge vieles ohne relevante Einschränkung, aber dazu brauchen wir eine andere Bevölkerung und Wirtschaftssystem. Oder abwarten bis die Erkenntnis greift.
Die heute als Lösung eingeleiteten Maßnahmen sind häufig kontraproduktiv. Wo "Öko" draufsteht ist noch lange nichts sinnvolles drin.
 
Zuletzt bearbeitet:
@Mitchpuken

Ich habe noch einen weiteren Beitrag:

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Stichworte:

- 4.500 Tonnen Elektroschrott entsorgt je 44 Minuten
- 800 Repair Cafes deutschlandweit, Rücksprache halten wegen Öffnungszeiten gerade
- Haartrockner aus den 50´er Jahren funktioniert einwandfrei, kein Wegwerfen alle 1-2 Jahre
- Wartungsklappen wie früher fehlen
- Wirtschaftsministerium

Ich sage nur: Deutschlands unnötige Arbeit.
Vom Ausland gibt es Stimmen, die uns kritisieren, weil wir zurzeit unsere eigentliche Rolle und Aufgabe (alles hübsch und schön einzurichten) vernachlässigen, aber die Gründe dafür sollten auch bekannt sein. Geht nicht, wird verhindert.

Das dauert noch etwas, bis alles wieder in Ordnung ist, wenn überhaupt machbar.
 
Also bei uns müssen alle Läden die Elektromaterial verkaufen diesen auch zurück nehmen. Um das zu zahlen ist bei jedem Gerät eine vorgezogene Rezyclinggebühr drauf. Die zahlt man überall, auch Onlineshops etc. müssen das verrechnen. Und damit kann ich das in jedem Laden wieder abgeben der so Zeug auch verkauft. Einfach, simpel.. was will man mehr.
Besser wäre natürlich das Zeug länger zu verwenden. Aber das wird wohl nix, sieht man an dem Forum ja schon sehr gut. Für 5 FPS mehr werden gleich neue PC´s oder Graphikkarten gekauft, weil einem die Farbe vom Lüfter nicht mehr passt wird auch gleich ausgetauscht... Weniger Material im Umlauf würde auch heissen weniger das zurück muss oder sonst wo landet...
 
Ohne Ausnahme. Jeder Händler der Elektromaterial (Fenseher, Computer, Haushaltsgeräte, Unterhaltungselektronik etc.) verkauft muss das Zeug auch wieder zurücknehmen, egal ob er es verkauft hat oder nicht. Dafür wird auch für jedes Gerät die Entsorgungsgebühr im Voraus verrechnet. Ich kann zum Beispiel wenn ich Bock hätte meinem Online-Händler auch meine alten Computerteile zum entsorgen schicken. Den Versand muss logischerweise ich zahlen, daher nehme ich es immer ins Einkaufscenter mit und geb es dort im Elektronikladen ab.
Ich war auch überrascht als ich damals hier her gezogen sind. Teilweise sind die in der CH arg zurück geblieben, aber das System zum Beispiel macht Sinn und funktioniert. Kann sich auch keiner davor drücken da es gesetzlich verankert ist.

Ist in etwa gleich gut gelöst wie unser Download-Gesetz. Copyright interessiert mich gar nicht. Ich darf aus dem Netz runter saugen was ich finde. Abmahnanwälte etc. können mich kreuzweise. Denn ich hab für das Zeug bereits bezahlt. Bei jedem Speichermedium das geeignet ist um Bild oder Ton aufzuzeichnen wird eine Copyrightabgabe erhoben, aus dem Pool werden dann die Künstler bezahlt. Ist zwar etwas doof wenn ich nur ne NAS-Platte für Dokumente hole, aber dadurch dass jeder die Abgabe zahlt gelten für alle gleiche Regeln und es funktioniert einfach.

Auf gut Deutsch... zum Preis der SSD zum Beispiel kommen 1% Recycling-Gebühr und 1% Copyrightabgabe drauf und damit is es für mich erledigt ;) Am Gesamtpreis ändert das kaum was...
 
Das ist halt ein Problem mit:
aber worin besteht der Unterschied, ob ich meinen Schrott in den Laden bringe oder auf den Bau- Recyclinghof? Die zurückgelegte Wegstrecke?
Wer fährt denn freiwillig und vom eigenen Geld einen Umweg um Müll zu entsorgen und steht dann auch noch 1/2 Stunde in der Schlange vor dem Wertstoffhof?
Dann wundert es mich nicht, dass der Kram eher im Restmüll oder gar in der Landschaft landet. Die Mülleimer am Radweg hier sind auch immer mit Fremdmüll voll, gerne mit Zeug, das kostenlos über den Gelben Sack entsorgt werden könnte.

Bei dem Mob wundert mich schon lange gar nichts mehr. :heul:
 
Wer fährt denn freiwillig und vom eigenen Geld einen Umweg um Müll zu entsorgen und steht dann auch noch 1/2 Stunde in der Schlange vor dem Wertstoffhof?
Ich verstehe was du meinst, aber das ist nicht immer so. Unser Dorf und auch beide umliegenden Dörfer haben es dahingehend ganz gut. Bei uns muss niemand 30min warten. Vielleicht mal paar Minuten, wenn ein Depp nicht auf der Seite steht, sondern mitten im Weg :schief: In den 30min habe ich mir Schuhe und Jacke angezogen, Auto voll mit Müll gemacht, mit dem Nachbar kurz geplaudert, Müll entsorgt, dort noch mit den Leuten geplaudert, Milch geholt und sitze wieder vorm PC :D (vll sind es auch mal 35min^^)
Wenn ich zu einem Händler fahren müsste, welcher zb einen defekten Staubsauger annehmen muss, dann muss ich erst 20-30min mit den Auto fahren

Die Mülleimer am Radweg hier sind auch immer mit Fremdmüll voll
1000000% true!! Im Hochsommer schön Verpackungen von Essen und Getränken mit Fliegenkolonie und Wespen ohne Ende, dass man sich nicht mal mehr auf den Bank sitzen kann um etwas zu trinken. Und stinken tuts auch meist.
 
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