AW: [Umfrage] Homo-Ehe - Dafür oder dagegen?
Habe ich eine gemeinsame Diskussion vergessen? Ich weiß doch überhaupt nicht wie deine Jugend war.
Ein paar Seiten zurück in diesem Thread habe ich ziemlich viel über mich und meine Jugend geschrieben. Ich dachte, das hättest Du gelesen.
Dem Absatz davor stehe ich übrigens äußerst skeptisch gegenüber. Denkst du wirklich, dass nur weil man etwas als offiziell normal erklärt, es plötzlich anders wahrgenommen wird.
Bestimmt nicht weil man es als "normal" erklärt, sondern wenn man es als normal empfindet.
Und als normal empfindet man es dann, wenn man Homosexualität von Anfang als etwas völlig normales in der Gesellschaft wahrnimmt, weil es einfach überall sichtbar ist. Nicht außergewöhnlicher als rote Haare zu haben oder ein asiatisches Gesicht.
Warum glaubst du, hatte man etwas gegen deine Homosexualität?
Ich weiß nicht, ob man was dagegen gehabt hätte, es gab sie in meiner Jugend schlicht nicht. Man hatte davon gehört, aber es war etwas völlig fremdes, was man nur in Hollywood, weit weit weg sieht, über das die Nase gerümpft wurde. Würdest Du so sein wollen? Wie würdest Du damit umgehen, wenn Du feststellt, dass Du am Ende so einer sein könntest? Könntest Du mit Dir selbst leben?
Weil es im Duden unter unnormal steht, oder weil die meisten Männer mit dem Gefühl auf die Welt kommen, nichts von anderen Männern zu wollen.
Die meisten Männer sind auch Schwarz- oder Braunhaarig. Nichts desto trotz werden Blonde und Rote Haare nicht als unnormal angesehen.
Die Menschen mögen nicht, was sie nicht nachvollziehen können.
Das stimmt, ist aber ziemlich eigenartig. Männer kennen doch jede Menge Menschen, die Männer sexuell attraktiv finden. Glauben denn alle Männer, Frauen würden an Geschmacksverwirrung leiden? Warum ist es für einen Mann so schwer nachzuvollziehen, dass man einen Mann als sexuell attraktiv empfinden kann? Glauben Männer ernsthaft, es ist das Machohafte, das Geld und die Versorgung alleine, die Frauen mit Männern ins Bett steigen lässt?
Ich hasse! (und den Begriff benutze ich so gut wie nie in meinem Leben, weil ich ihn viel viel viel zu extrem und absolut finde), den Geschmack von Leber. Ich brauche die nur zu riechen, oder zu sehen wie jemand sie isst und ich bin angewidert. So weit, dass ich am Nachbartisch sitzend, nicht mal mehr meinem Gespräch folgen kann. Das ist so und war so und wird sich vermutlich auch nicht ändern, obwohl ich es immer mal wieder versuche.
Das ist absolut ok, aber ist es für Dich so schwer nachvollziehbar, dass es Menschen gibt, die Leber gerne mögen? Und selbst, wenn Du das absolut nicht nachvollziehen kannst, schaust Du deswegen auf sie herab? Würdest Du eine Freundschaft in Frage stellen, weil Dein Freund sich als Leber-Liebhaber herausstellt? Würdest Du ihn als unnormal bezeichnen?
Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich Frauen wundervoll finde. Das ist für mich wie für andere, Kunst anzusehen. Frauen sind etwas, dass mich in seinen Bann zieht, ohne dass ich etwas dafür tue. Männer hingegen nehme ich wahr wie den Goldfisch vom Nachbarn. Ich weiß es gibt sie, aber es ist mir schnurz.
Schau her, das ist Deine Prägung bei der Arbeit. Bei mir ist es exakt umgekehrt. Ich konnte als Teenager nie verstehen, was meine ganzen Freunde an den Frauen finden, nach denen sie sich umgedreht haben, über die sie die üblichen Sprüche losgelassen haben usw. Ich habs versucht, sie haben mir einfach nichts gegeben.
Verstehe einfach, dass sexuelle Präferenz nichts anders als eine Prägung ist, wodurch auch immer sie entsteht. Wir werden vermutlich damit geboren und müssen unser ganzes Leben danach ausrichten. Und keine der Prägungen ist besser oder schlechter als eine andere.
Toleranz ist einfach auch zu akzeptieren, dass es andere Positionen gibt als die eigene und dass sie nicht weniger Wert sein müssen. In so fern toleriere ich auch Deine Ansichten. So lange sie nicht dazu führen, dass ich diskriminiert werde oder andere darunter leiden müssen, weil sie sich schlecht und minderwertig fühlen. Und genau das passiert, wenn man Menschen einredet, sie wären nicht normal, nur weil sie anders als die Mehrheit geboren wurden.
Früher waren das Rothaarige, Brillenträger, Schwarze und Schwule sowieso... Heute ist das meiste davon als normal akzeptiert, bei der Homosexualität leider bei vielen aber immer noch nicht so ganz.