The Witcher 3: Story Director zweifelt an Status als Kunstwerk

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CD Projekt Reds Story Director von The Witcher 3 hat sich in einem Interview dazu geäußert, ob Spieltitel wie zum Beispiel der Witcher-Reihe als Kunst angesehen werden können. Marcin Blacha gibt sich zögerlich und zweifelt an einem Status als Kunstwerk. Interaktivität sei ein wichtiger Bestandteil von Videospielen und somit würde er dem Scriptwriter die Rolle des Künstlers und dem Spieler die Rolle des Regisseurs zuweisen.

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Ich glaube nicht, dass viele Bilder mit dem Gedanken entstanden, ein Kunstwerk schaffen zu wollen. Zudem ist Kunst ein sehr dehnbarer Begriff, wenn ich mir manche Sachen anschaue, die als Kunst bezeichnet werden, aber auch von nem dreijährigen stammen könnten, der einfach mit Farbe wild rumgeschmiert hat.
Entweder gefällt mir ein Bild, Musikstück, Spiel etc oder nicht. Da ist es mir egal, ob jemand sie für Kunst hält oder nicht. Wie war das nochmal mit den tollen Weinkennern, die billige und teure Weine nicht voneinander unterscheiden konnten? ^^
 
Na dann heben wir es doch wieder einmal! ;)

Mir persönlich gefällt ja der erweiterte Kunstbegriff Beuys'scher Prägung. Insbesondere folgender Absatz aus dem Wikieintrag zu dem "Erweitertem Kunstbegriff" käme hier zum Tragen: "Etwa auch eine Situation (Installation, Environment, Inszenierung), eine Interaktion (Performance, Aktionskunst), ein Konzept, ein Prozess (Happening), eine Institution, eine Politik und eine Gesellschaftsordnung gelten nach dem Erweiterten Kunstbegriff als Formen, die als Kunstwerke begriffen werden können."

Passt doch wie die Faust auf's Auge!

Gruß
der Autor
 
Somit würden die Spieler schlussendlich entscheiden, was in dem Spiel letztlich geschieht und in welcher Form die Ereignisse stattfinden.
Für ein The Witcher 3 sicher (und Gott sei Dank!) zutreffend - für einen Call of Duty like Corridor-Shooter eher weniger.

Die meisten storylastigen Spiele kranken ja gerade an der Mechanik. Man kann eben nichts selbst entscheiden. Man ist Darsteller in einem interaktiven Film. (Huhu Naughty Dog! :P)

Und btw. aufgrund des beknackten Kampfsystems hab ich den ersten Teil vom Witcher bis heute nicht durchgespielt (die Enhanced Edition liegt hier seit Jahren rum). Da kann die Story noch so toll sein.
 
Für ein The Witcher 3 sicher (und Gott sei Dank!) zutreffend - für einen Call of Duty like Corridor-Shooter eher weniger.

Die meisten storylastigen Spiele kranken ja gerade an der Mechanik. Man kann eben nichts selbst entscheiden. Man ist Darsteller in einem interaktiven Film. (Huhu Naughty Dog! :P)

Und btw. aufgrund des beknackten Kampfsystems hab ich den ersten Teil vom Witcher bis heute nicht durchgespielt (die Enhanced Edition liegt hier seit Jahren rum). Da kann die Story noch so toll sein.

Ein Spiel (auch RPGs nicht) muss nicht zwingend dem Spieler erlauben über den Ausgang der Story entscheiden zu können. Sowas ist nett, aber kein zwingender Faktor, allerdings muss dann halt der spielerische Aspekt passen und Spielmechaniken, Story und Kämpfe gut gemacht sein.

Ich habe lieber ein Spiel wo ich keinen Einfluss auf den Ausgang der Story nehmen kann und das dafür spielerisch glänzt (Baldurs Gate: Shadows of Amn), als ein Spiel das mir zwar vorgaukelt viele Entscheidungen treffen zu können und wo es dann 3 Enden gibt das aber spielerisch und storytechnisch nur Mittelklasse ist (Mass Effect). ;)

Bei verschiedenen aktuellen Titeln wird mir da viel zu sehr getrixt und vorgegaukelt große Entscheidungen treffen zu dürfen und weitreichende Auswirkungen zu sehen und paralell wirbt man dann noch mit riesigen offenen Welten und vielen Stunden Spielzeit und am Ende entpupt sich das Ganze dann doch nur als Blendwerk.

Spiele die dann auch wirklich einen Fokus auf die Entscheidungen legen (Tyranny), oder halt auf den spielerischen Aspekt (Pillars of Eternity) und nicht eierlegende Wollmilchsäue sein möchten und das am Ende nicht halten können sind leider zu selten...
 
Naja, also wenn irgendwo Kreativarbeit vorhanden ist, finde ich das schon in gewissermaßen Kunst.

Wenn schon Filme wie Transformers als Kunst angesehen werden (weil sie eben Unterhaltungsfilme sind), dann muss The Witcher dagegen wie der Heilige Gral wirken.:ugly:
 
Die Leute bei CD Project Red werden mir immer sympathischer. Die meisten Entwickler und/oder Publisher hätten es sich jetzt nicht nehmen lassen, das als Steilvorlage für Werbung zu nutzen und allerlei Geschwafel über die kulturelle Wichtigkeit von Computerspielen allgemein und insbesondere ihres Beitrages daran in Form des aktuellen Spieles abzusondern. Aber Blacha sagt einfach: "ich weiß es nicht." Ich finde das sehr erfrischend. :daumen:

Munter bleiben!
 
Die malerischen Landschaften wären auf jeder Leinwand garantiert ein Kunstwerk :D Aber mal im Ernst wen juckts ? Kunstwerk hin oder her, das Spiel ist absolute Spitze. Es braucht überhaupt nicht als Kunstwerk tituliert zu werden, da es ohnehin ein Meisterwerk seines Genre´s ist.
 
Erklär mir doch bitte warum die geäußerte Meinung Stammtisch-Niveau sein soll.

Hornissentreiber hat das aufgeschrieben was ich auch gedacht habe. :daumen:

Gerne. In dem Artikel geht es darum, die verschiedenen möglichen Verständnisse von Kunst auf sowohl das Medium Videospiele per se und Witcher 3 im Besonderen anzuwenden, um dann eine objektive Diskussion über das jeweilige Zutreffen anzuregen. Dabei wird leider oft vergessen, dass die Grundbegriffe dieses Diskurs schon seit Milennia behandelt werden, und Kunst eben überhaupt gar nichts mit dem eigenen Geschmack zu tun hat, zumindest nicht aus der Perspektive der Lehre.

Ich glaube nicht, dass viele Bilder mit dem Gedanken entstanden, ein Kunstwerk schaffen zu wollen.

Wie komt man zu solch einer Annahme?

Zudem ist Kunst ein sehr dehnbarer Begriff, wenn ich mir manche Sachen anschaue, die als Kunst bezeichnet werden, aber auch von nem dreijährigen stammen könnten, der einfach mit Farbe wild rumgeschmiert hat.

Ich kann mir vorstellen, auf welche Art der abstraketen Kunst sich bezogen wird; man mag akzeptieren, dass sich manches davon nicht derart unmittelbar erschließt beziehungsweise emotional vermittelt wie beispielsweise ein Portrait oder eine dem Betrachter bekannte Begrifflichkeit. Diese Kunst mit dem Gekritzel von 3 Jährigen gleichzusetzen, und zwar nicht im Bezug auf das wahrgenommene Ergebnis sondern die Komplexität der Überlegung und Technik, die Bezugspunkte des Künstlers sowie seine handwerkliche Fähigkeit, halte ich für anmaßend. Sollten diese Punkte in dem Satz nicht berücksichtigt worden sein ist er im Besten Fall ignorant.

Entweder gefällt mir ein Bild, Musikstück, Spiel etc oder nicht. Da ist es mir egal, ob jemand sie für Kunst hält oder nicht.

Und genau darum geht es bei dieser Diskussion nicht. Wenn der eigene Geschmack Kunst definiert können wir uns Kunstgeschichte, Aesthetik etc sparen. Es ließe sich dann nicht mehr transdeszent diskutieren, und ein Thema das sich dem Austausch entzieht ist tot.

Wie war das nochmal mit den tollen Weinkennern, die billige und teure Weine nicht voneinander unterscheiden konnten? ^^

Dieser Teilsatz bestätigt mir dann die Annahme aus der Einleitung: Kunst, Aestehtik und Önologie werden als elitärer Quatsch zusammen in einen Sack gesteckt, und dann schön mit der 'meine Lieblingsfarbe ist aber blau und ich trink eh lieber Bier' Keule verdroschen.

Das ist für mich Stammtisch-Niveau.

Dass es hier bei pcgh auch besser geht haben ja dann zum Glück die Folgekommentare bewiesen.
 
Kunst liegt im Auge des Betrachters aber warum sollte man es dem nicht zugestehen? Man müsste sich da vielleicht von den klassischen Ansichten der Kunst entfernen. Ich selber würde da aber eher und tiefstapeln und es max. bei einem Meisterstück belassen
 
Und genau darum geht es bei dieser Diskussion nicht. Wenn der eigene Geschmack Kunst definiert können wir uns Kunstgeschichte, Aesthetik etc sparen. Es ließe sich dann nicht mehr transdeszent diskutieren, und ein Thema das sich dem Austausch entzieht ist tot.
Ob etwas für mich Kunst ist liegt in meinem ermessen und nicht an irgendwelche Gestalten, und die Mehrheit entscheidet doch meist darüber. So wie du es gerade ausdrückst ist Kunst eine Diktatur die von wenigen Verrückten einem aufgenötigt wird.
 
Ob etwas für mich Kunst ist liegt in meinem ermessen und nicht an irgendwelche Gestalten, und die Mehrheit entscheidet doch meist darüber. So wie du es gerade ausdrückst ist Kunst eine Diktatur die von wenigen Verrückten einem aufgenötigt wird.

Dann habe ich mich missverständlich ausgedrückt bzw Du hast mich falsch verstanden.

Was passiert wenn 'Kunst im eigenen Ermessen' und 'durch die Mehrheit' definieirt ist haben wir im 3. Reich gesehen, Stichwort 'entartete Kunst'.

Genau deshalb ist ja eine vom Betrachter losgelöste Definition von Kunst wichtig, frei von Politik, Religion, Moralverständnis etc
 
Was passiert wenn 'Kunst im eigenen Ermessen' und 'durch die Mehrheit' definieirt ist haben wir im 3. Reich gesehen, Stichwort 'entartete Kunst'.
Das wurde doch vom Regime diktiert und bezog sich ja auch nicht selten auf den Erschaffer weil er als Person selbst oder seine Weltanschauung nicht in diese heile Welt passte. Da hat dann doch eher die Mehrheit dafür gesorgt das wenn auch unter der Hand so manches Werk überlebt hatte.
Natürlich muss es Kunstkritiker usw. geben um eine gewisse Ordnung zu bieten nur wenn ich Beuys oder Christo sehe frage ich mich wirklich ob da nicht jemand mit dem eingeschalteten Toaster unter der Dusche war.
 
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