ruyven_macaran
Trockeneisprofi (m/w)
Nimmt man alles zusammen, erreicht Bulldozer im Optimalfall in Spielen 20 % mehr Leistung, die jetzt noch versteckt schlummert. Mit einem FX-8150 auf 4 Modulen bei je 1 Kern je Modul, könnte man gut übertakten und würde bei Anwendungen auch ganz gut aussehen. Was noch stört ist die hohe Leistungsaufnahme. Das müsste man in dem Szenario s.o. nochmal testen.
Die Tests dürften nicht gut ausfallen. AMD hat Power-Gating Modulweise implementiert, d.h. bei einem 4M/4C Bulldozer würden genauso viele Schaltungen mit Strom versorgt werden, wie bei 4M/8C. AMD sieht sogar ausdrücklich vor, dass in Thread armen Szenarien nach Möglichkeit einzelne Module voll ausgelastet und andere abgeschaltet werden sollen, anstatt die Last zu verteilen.
Dass Intel 3 Fabriken nur für Forschungszwecke und zwei unabhängige Entwicklerteams auf der grünen Wiese zu stehen hat und AMD keine extra Forschungsfab und nur ein Entwicklerteam. Dafür kann AMD doch nichts, bzw. die erkaufte Marktmacht die Intel zu dreistelligen Milliardenumsätzen in der Zeit verholfen hat, hat sie 1 Mrd Strafzahlung an AMD gekostet.
Die Strafzahlungen Intels waren für einen Zeitraum, in dem AMD z.T. >20% Marktanteil (im Vergleich zu 10% heute) hat. AMD hat die zusätzlichen Einnahmen aber in ATI investiert, nicht in CPUs. Rückblickend ein verdammt teures Geschäft.
AMD musste in erster Linie auf sich schauen. Und genügend Köpfe sind in letzter Zeit auch schon gerollt. Im Grunde bleibt ihnen nichts weiter übrig als sich im Consumerbereich auf Llano zu konzentrieren und für den Serverbereich ist Bulldozer gut geworden.
Abwarten. Der hohe Stromverbrauch bleibt auch im Servermarkt. Bislang steht man zwar nicht annähernd so schlecht da, wie im Desktopbereich - bislang tritt man aber auch primär gegen 20 Monate alte Konkurrenzprodukte an.
Was ich allerdings nicht nachvollziehen kann, ist weshalb man dem FX 6100 einen Sandy Bridge 2500K gegenüber gestellt hat. Der 1055 ginge ja noch, aber dann wieder der 980BE.
Kenne die Seite nicht, aber manche müssen einfach testen, was sie da haben

Davon abgesehen gibt es unterhalb des 2500K eigentlich keine interessante Intel-CPU oberhalb einiger kleiner Dualcores (die dann doch ein grundlegend anderes Leistungsverhalten hätten, als ein Sechskerner). 2300, 2400, 2500 und 2500K liegen mit gerade einmal je 10 € Abstand zwischen 150 und 180 €.
Dies erweckt den Eindruck, dass AMD hier einen Prozessor geschaffen hat, der der Software Entwicklung noch um Meilen voraus ist. Das ganze Blatt könnte sich allerdings auch in 1 oder 2 Jahren zugunsten von AMD wenden, wenn immer mehr Anwendungen/Spiele wie z.B. BC3 wirklich auf reinen Multicore ausgelegt werden, weil die Programme ja immer umfangreichen werden und die CPU Entwicklung ja auch immer mehr Kerne als Ausweg aus der 4Ghz Schallmauer bringt.
Multithreading ist nur ein Teil der Gleichung, wie das schlechte Abschneiden in Anno zeigt. In wie weit AMD das profitieren kann, bleibt abzuwarten. Wo sie richtig zulegen könnten, ist bei Nutzung der neuen Gleitkommabefehlssätze. Nur: In der gesamten Firmengeschichte hat AMD nur eine einzige Befehlssatzerweiterung durchsetzen können - und das war mit Hilfe von Microsoft, weil Intel (auch rückblickend ganz klar: zu recht) noch keinen Bedarf für derartiges sah. Es ist halt ziemlich schwer, mit 10% Martkanteil Standards zu etablieren, wenn Programmierer erst ab 20-30% Marktdurchdringung (<>Marktanteil!) Interesse entwickeln.





