...und es hat wieder mal etwas länger gedauer, aber jetzt gibt es endlich:
Expensive Modding - eine Erfolgs-Story
Es ist erst wenige Monate her, als ich mich, entgegen den Rat aller erfahrenen Wasserkühlungsschrauber daran machte, zwei Komplettkühler für das GTX 285 - Referenzdesign so zu verändern, dass sie doch noch irgendwie mit der überraschenden Asus-Layout-Innovation passen.
Eine nicht ganz billige Entscheidung, da ich mit Grafikkarten, Komplettkühlern, Wärmeleitpaste, Monatekit, Wärmeleitkleber, Schlüsselfeilen, Stimmungsaufhellern, Standbohrmaschine, Arctic Clean, Fahrtkosten, Geschenken an Helfern usw. locker über 1000,- Euro Risiko-Kapital mit sehr fraglicher Rendite investiert habe.
Aber zum Glück waren bei mir ja alle Voraussetzungen für erfolgreiches Modden der Grafikkarten gegeben:
- Keine Ahnung von Wasserkühlungen (zumindest in praktischer Hinsicht^^)
- Keine Ahnung von Metallbearbeitung (oder zählt das Zusammenschrauben von Keller-Regalen?)
- Erfahrene Helfer, die weit weg wohnen und eigentlich nie Zeit haben
- eine gewiisse Neigung zu, äh, originellen Arbeitsmethoden
- Genügend Mut
- Eine feste Beziehung, damit man jemand anders die Schuld geben kann (...hättest Du mich jetzt nicht gestört, hätte es bestimmt geklappt!)
Zur Überraschung meiner ganzen Umgebung hatte es ja schon bei der ersten Grafikkarte geklappt, wenn auch mit seehrr viel Arbeit
(es war teilweise sehr belastend, Bruder1 zuzusehen) und einiges an Psycho-Stress.
Die Leistung auch mit nur einer Grafikkarte ist für mich völlig ausreichend. Alles, was ich momentan spielen möchte, läuft perfekt. Die andere Grafikkarte hatte noch Garantie und könnte noch für gutes Geld verkauft werden.
Logisch, dass ich natürlich auch die zweite GTX 285 umgebaut habe!
Ein kleiner Rückblick auf den letzten berichteten Stand:
Ein beeindruckender Wärmeleitpasten-Abdruck.
Dieser Zwischenstand hat bei mir bei gleichzeitiger maßloser Mehrarbeit im Job sofort für das Bedürfnis gesorgt, längere Zeit wieder nichts zu machen, vor allem, da ich bei der Inspektion des Kupferkühlers nichts fand, was noch aufsetzen sollte und ich etwas ratlos war.
...doch dann:
Die Vollendung
Anmerkung des Autors: Diese Arbeiten werden nicht als Film oder Geschichte erzählt, damit Ihr von mir etwas lernen könnt - ich bin mir sicher, dass manches noch kein Modder vor mir so gemacht hat.^^
Irgendwann hat ich den kühnen Einfall, doch einfach noch mal mit etwas mehr Wärmeleitpaste den Abdruck zu testen, um zu sehen, ob es nicht einfach an zu wenig Paste gelegen hat:
Wahnsinn!
Überall Wärmeleitpaste!
Kein Wunder, ich hatte auch alle alten Reste von Billig-Pasten zusammengeschmissen, um die Prozessorfläche des Kupferkühlers komplett mit einer dicken Schicht zu bedecken.
So hatte ich das Erfolgserlebnis, um die zweite Grafikkarte auch endlich zu Ende zu bearbeiten!
Ammerkung des Autors: Kleinmütige Geister mögen anmerken, dass so ein Abdruck mit Tonnen von Paste nicht wirklich aussagekräftig ist und man doch lieber messen, testen, neu überprüfen und noch viel mehr langweilige und langwierige Kontrollen durchführen sollte, aber solcher Kleinmut kann denLordselbst nicht bremsen...
Also nur noch das massgefertigte Kupferstück Nr. 2 (danke nochmal Eule!) verkleben und etwas Plastikspray an die Stellen, wo ein Kontakt droht und kein Wämeleitpad zwischenliegt.
Links oben im Bild sieht man übrigens meine professionellen Behälter für das Montage-Material, die mir eine weitere Bestellung ersparen sollen.
Das Kupferstück wurde natürlich ohne Anprobe nach Augenmaß perfekt eingeklebt - ich erinnere mich ja noch gut vom ersten Kühler, wo es sitzen muss - da kann nichts schiefgehen.^^
Wer etwas genauer hinsieht, kann erkennen, dass ich auf jeden Fall nicht zu wenig Wärmeleitkleber verwendet habe....
Am nächsten Abend zur üblichen Zeit, irgendwann nach 23:00 Uhr, steht nur noch das Isolieren von Gefahrenstellen mit Plastikspray an.
Als geborener Perfektionist wird natürlich vorher abgeklebt.
Nur eben noch das Maler-Krepp... Keins mehr da!
Tesafilm - nicht zu finden!
Isolierband - ist selbst mir zu ölverschmiert....
Nach ca 40 Minuten geräuschvollen Schubladen-Aufreißen, Taschen auskippen und Werkzeugkisten-Inhalt auf den Boden verteilen doch noch die Lösung:
Das Schutzmaterial auf der linken Seite dürften die meisten erkennen, das rechts hat wohl nicht jeder zu Hause: Felgenband für Rennräder.
Nach dem Besprühen mit Plastikspray (
kein Problem dank langjähriger Erfahrung mit Sprühdesinfektionsmitteln) nach dem Motto "Viel hilft viel" und einer Nacht trocknen, ist ein paar Tage später nur noch Montage angesagt.
Eben noch das Material zusammen suchen.
Arg....
Wo ist die 30g Tube MX-2 ???
Die hatte ich doch sorgfältig irgendwo liegen gelassen!
Anmerkung des Autors: Wieder vermeide ich hier eine Panorama-Aufnahme der Lordchamber, die sofort erklären würde, warum ich so oft Sachen vergeblich suche...
Nach wenigen Stunden vergeblicher Suche und angesichts der Tatsache, dass ich in einen Anfall von Sentimentalität das bereits gekaufte Windows 7 Home Premium erst bei meiner Freundin auf dem Notebook installiert habe, durfte gleich wieder etwas mehr Geld ausgegeben werden:
Da Irritationalität im Rahmen dieses Projektes aus dieser Sicht eher eine Tugend als eine Last darstellt, ist es für mich neben der dringend benötigten Wärmeleitpaste gleich mal Windows 7 Professional geworden:
Doch als ich beim Fotografieren meine Blicke etwas wandern lasse - was sehen meine entzündeten Augen links auf meinen zweiten Compi-Tisch?
Eine unbeschriftete, größere Einmal-Spritze, die mir irgendwie vertraut vorkommt - vor allem, nachdem ich sie auf die andere Seite gedreht habe....
Anscheinend hatte ich doch nicht überall gesucht...
Ach egal, jetzt habe ich jedenfalls genug Wärmeleitpaste. Die kleinere Tube wird gleich an einen sicheren Ort untergebracht, da wo ich beim Suchen zuerst geschaut habe.
Bevor geschmiert wird, werden zuerst die Wärmeleitpads verteilt. Dank Nachbestellung habe ich auch einen kompletten Satz, der noch durch Extra-Stücke für meine Version des Heatkillers ergänzt werden muss, die seltsamerweise schon bereitliegen:
Wer von Watercool auf die Idee gekommen ist, die hauchdünnen Wärmeleitpads für das Grafik-RAM in handliche Stückchen zu schneiden, anstatt es in drei langen Streifen zu liefern, sollte mit Maniküre bei Wasserkühlungs-Bastlern nicht unter zwei Jahren bestraft werden:
Das einigermaßen zerstörungsfreie Abfriermmeln der Plastikfolien auf beiden Seiten ist nichts für Unentspannte...
Da mir jetzt langsam der Raum für Anhänge ausgeht und ich obstipationsvermeidene Maßnahmen einleiten möchte, jetzt eine kleine Pause.
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