Kein Wunder, dass man immer weniger vomLordselbst hört.
Neben Forschung und Entwicklung darf er momentan auch die Kommunikation "nebenbei" abwickeln.
Im Moment sieht mein Tagesablauf so aus:
7:00 Uhr: Der Wecker klingelt. Uaarg.
7:05 Uhr: Der Wecker klingelt. Noch einmal umdrehen
7:10 Uhr: Der Wecker klingelt. Was ist? Arg? Ich bin doch gerade erst eingeschlafen!
7:15 Uhr: Der Wecker klingelt. Ein Blick aus dem Fenster:
SCHNEE... Toll... War ich nicht mit Schneeschippen dran? Dann wird es wohl heute nichts mit Frühstücken bei der Arbeit.
7:20 Uhr: Der Wecker klingelt. Schnell aufstehen, sonst wird das heute nichts mehr...
7:25 Uhr: Der Wecker klingelt. Ich stehe aber schon unter der Dusche und meine Freundin darf sich dankbar drum kümmern, obwohl sie erst um 9:00 Uhr wach werden müsste. Sie freut sich...
7:30 Uhr: Ich schaue in den Spiegel. Oh Gott! Schnell einschäumen und ohne weiteren Blick in den Spiegel rasieren.
7:31 Uhr: Blutstillende Maßnahmen. Nachher kann ich wieder auf Arbeit erzählen, dass ich in eine Messerstecherei gekommen bin.
7:35 Uhr: Anziehen, lieblos Brotscheiben und Aufschnitt in eine Dose schmeißen, Hemd nochmal richtig zuknöpfen (eventuell findet dass auch erst ein paar Stunden später statt...)
7:38 Uhr: Zwei Minuten Zeit für ein Browsergame opfern. Der Tag muss ja mit was Sinnvollem anfangen...
7:40 Uhr: Die Nachbarin hat sich um eine Woche vertan und aus Versehen heute schon Schnee geschippt. Ich bin großzügig und nehme ihr das nicht übel.
8:05 Uhr: Ich schlage bei der Arbeit auf. Meine Kolleginnen grinsen - mein Hemd ist mal wieder falsch geknöpft und sie verweisen bei meinen Anblick sofort auf den frisch gekochten Kaffee.
8:25 Uhr: Das Telefon, wo alles an Müll und Wichtigem landet, schweigt noch. Ich versuche, die 3-4 Stunden Restarbeit vom Vortag bis 9:00 Uhr aufzuholen, da dann der Stress wieder los geht.
8:50 Uhr: Der Stress geht los: E-Mail, Faxe, Anrufe, lauter lebenswichtige Sachen, Neuanmeldungen. Ich fühle mich wie eine Spinne, die im eigenen Netz zappelt.
11:25 Uhr: Ich frühstücke nebenbei. Der erste Kaffee ist kalt geworden. Mein Chef fragt zwischendurch, ob es mir gut geht und verspricht Neueinstellungen. Dann erteilt er einen dringenden Arbeitsauftrag, der irgendwie noch erledigt werden muss, obwohl ich eigentlich 100% nur Vertretung machen soll.
13:25 Uhr: Ich stelle fest, dass überraschenderweise doch noch etwas mehr an Input gleichzeitig hereinkommen kann.
15:25 Uhr: Eine Ruhephase. Ich nutze sie, um einer neuen Kollegin für den Außendienst ihr Notebook, Drucker, Fax, Handy, Bluetooth im Auto und wie man WLan Zuhause einrichtet zu erklären. Nebenbei natürlich ein paar Telefonate und E-Mails.
16:25 Uhr: Alles dringende ist erledigt. Jetzt nur noch etwas aufräumen. Der Berg an virtuellen und papiernen Stapeln ist erschreckend hoch.
17:00 Uhr: Rufumleitung auf die Hotline einschalten! Keine Anrufe mehr! Der Akku vom Mobilteil ist auch schon fast am Ende. Jetzt als Erstes die Überraschungsaufgabe vom Chef, die auch wirklich dringend ist, bewältigen. Dann vielleicht noch eine Fernwartung oder ein Besuch bei der Filiale. Ich gönne mir aber 5 Minuten, um mein Frühstück fortzusetzen und ins Leere zu starren.
17:10 Uhr: Die letzte Kollegin geht. Ich bleibe.
18:40 Uhr: Die notfallmäßigen Aufgaben aus meinem normalen Aufgabenbereich sind bewältigt. Jetzt muss ich nur noch die restlichen Aufräumarbeiten für die Vertretung bewältigen.
19:25 Uhr: Ich gebe auf. Morgen ist auch noch ein Tag. Zum Glück mein letzter Vertretungstag. Ich verzichte darauf auszurechnen, wie viel Stunden ich seit der Weihnachtswoche mehr gemacht habe (zweistellig oder dreistellig?^^) und vor allem wie viel Arbeit noch liegen geblieben ist.
19:55 Uhr: Meine Freundin verwöhnt mich mit einem köstlichen Abendessen, dass ich gedankenlos herunterschlinge. Ich stelle fest, dass ich tagsüber meinen Vorrat an Worten schon verbraucht habe, aber "Danke" schaffe ich gerade noch.
20:15 Uhr: Ich habe es geschafft! Wenigstens Nachrichten angeschaut. Ich ziehe mich zurück, lege mich aufs Bett um etwas Musik zu hören und zu lesen - RUHE.
19:50 Uhr: Ich wache völlig zerschlagen wieder auf. Wo ist meine Brille, wo ist das Buch, wo bin ich?
22:25 Uhr: Nach Cola und Schokolade entscheide ich mich, noch etwas mit meinen Fun-Clan BF 2 zu spielen.
22:35 Uhr: Meine Freunde verstehen, dass ich mich schon wieder verabschiede. Man muss ja nicht immer in Bestform sein. Aber so wie heute könnte ich mich auch direkt vor die Flinten der Gegner hinlegen...
00:25 Uhr: Etwas Kuscheln, noch etwas Schokolade, ich fühle mich langsam wieder etwas erholter. Ich werfe einen Blick auf meinen Wasserkühler. Jetzt noch etwas fräsen? Oder zumindest eine Anprobe machen?
0:26 Uhr: Ich schätze den verbliebenen Rest meiner handwerklichen Fähigkeiten realistisch ein und setze mich vor mein Notebook. Aus schlechten Gewissen mache ich einen Bogen um's Extreme-Forum, damit ich nicht irgendeinen Müll verzapfe - nur um irgendetwas zu schreiben.
0:45 Uhr: Ein Hauch von Kreativität befällt mich und ich fange doch an zu tippen.
1:38 Uhr: Ich habe es geschafft, meinen Tagesablauf niederzuschreiben, der sich bestimmt völlig wehleidig anhört. Dabei bin ich vom ersten Tag bei der Firma dabei, habe sie mit aufgebaut, kann mir meistens meine Aufgaben und Arbeitszeiten selbst einteilen, darf kritisch und kreativ sein und habe an vielen Tagen im Jahr das Gefühl, meinen Traumjpb zu haben.
...aber nicht diese Woche....
ca. 2:30 Uhr: Früher kann ich bestimmt nicht einschlafen. Als Nachtmensch habe ich dann das Gefühl, noch irgendwas für mich machen zu müssen, was nichts mit Arbeit zu tun hat.
Danke übrigens an GrafFerdoe, dass er von mir berichtet hat.
Ich freue mich über die Ehre, das meistgelesene Tagebuch zu haben und werde Euch nicht vergessen. Aber ich mache lieber etwas länger und öfter Pause, als nur noch Müll zu schreiben. Es wird nämlich nicht einfacher, Euch zu überraschen.^^