Mein erster Entwurf wär(die morgen bestimmt total anders aussehen würde):
Sehr geehrter Herr Schuster,
hiermit möchte ich mich über die vorschnelle und kurzfristige Absage des ESL- Events in Stuttgart beschweren.
Sie geben damit den Spielern von Computerspielen die Schuld an dem Amoklauf von Winnenden.
Nach Aussagen der Polizei wurde zwar auf seinem Rechner das Spiel Counter Strike gefunden. Es ist jedoch für Jugendliche, wie das ESL-Event, ab 16 Jahren freigegeben. Alle Vorgaben wurden damit eingehalten. Counter Strike ist eins der meistverkauften Spiele in Deutschland, wird täglich von tausenden Menschen gespielt und kann somit niemals die Schuld an dieser schrecklichen Tat tragen. Außerdem sollten auf dieser Veranstaltung Treffen der Eltern stattfinden, die diese Thematik hätten diskutieren können.
Sie haben damit allen, auch Ihnen selbst, eine Möglichkeit genommen ausführlich über dieses Thema zu diskutieren, Jugendlichen aus dem Internet die Chance genommen sozial miteinander von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren und an einer sportlichen Veranstaltung teilzunehmen auf der unter anderem auch Spiele wie Fifa fair miteiannder ausgetragen worden wären.
Wir verwahren uns gegen pauschale Vorverurteilungen der Politik, von der wir uns leider nicht verstanden fühlen und fordern Sie zu einem fachgerechten Auseinandersetzung mit dem Thema auf.
Mit freundlichen Grüßen
Ein Spieler
Aussage der ESL:
Kein Intel Friday Night Game in Stuttgart
Das Intel Friday Night Game in Stuttgart am kommenden Freitag, 27. März, findet nicht statt. Der Mietvertrag für die Halle wurde uns am heutigen Dienstag gekündigt. Damit wird erstmalig in der siebenjährigen ESL Pro Series Geschichte ein Intel Friday Night Game abgesagt.
Die ESL distanziert sich von den öffentlichen Vorwürfen seitens des Hallenbetreibers. Der Dialog über eine Verschiebung der Veranstaltung oder die Verwendung anderer Spiele wurde von der Stadt nicht gesucht, obwohl Turtle Entertainment jederzeit dialogbereit und lösungsorientiert war und ist. Wir bedauern die Absage, denn das Event und die vorgelagerte Eltern-LAN wären eine ideale Möglichkeit gewesen, sich differenziert mit dem Thema Computerspiele als Teil unserer heutigen Jugendkultur auseinander zu setzen und die Mediennutzung junger Menschen zu thematisieren und zu diskutieren.
Durch die Absage per Fax am heutigen Dienstag - weniger als drei Tage vor Beginn des Aufbaus - ist es uns leider nicht möglich einen anderen Austragungsort zu finden. Strom-, Bühnen- und Netzwerkplanungen und vor allem das Anmieten von auf eine andere Halle zugeschnittenem Equipment sind so kurzfristig nicht möglich.
Wir suchen derzeit nach einem Ersatztermin für die laufende Saison. In welcher Form so ein Event stattfinden würde, können wir allerdings noch nicht sagen.
Die im Vorfeld des Intel Friday Night Games geplante Eltern LAN fällt dadurch leider aus. Ziel der Initiative ist es, Eltern, Pädagogen, Politikern und Vertretern der Presse die Auseinandersetzung mit dem Hobby "Computerspielen" zu erleichtern und unter pädagogischer Anleitung Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Die Eltern LAN wird gemeinsam veranstaltet mit spielbar.de, dem interaktiven Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), der Fachhochschule Köln mit dem Institut Spielraum und dem ComputerProjekt Köln e.V. mit dem Spieleratgeber-NRW.
Sobald uns weitere Informationen zum Thema Intel Friday Night Game Stuttgart vorliegen, teilen wir sie euch umgehend mit!
Ich wollte jetzt nicht riesige aufgeblasene Texte schreiben, Kritik ist gern willkommen.