Das kann man so pauschal nicht sagen. "Moderne" Anti-Cheats wie Javelin sind im Kern nichts Neues, sondern dieselbe Klasse von Kernel-Software, die 2024 beim CrowdStrike-Desaster dafür gesorgt hat, dass ein fehlerhaftes Update weltweit Windows-Rechner mit Bluescreens abgeschossen hat. Das ist eher ein Anachronismus als eine zukunftsfähige Lösung.
Gerade mit SteamOS könnte man das viel eleganter lösen: Valve könnte einen optionalen "Jail"-Modus anbieten, der nur per Secure Boot startet, keinen Desktop und keine Adminrechte hat und in dem nur von Valve signierte Spiele laufen. Bildlich: Man sperrt den Nutzer in eine Zelle, gibt ihm aber den Schlüssel - wenn er rausgeht (Reboot in den offenen Modus), kann er B6 & Co. einfach nicht mehr starten. Cheats wären dann nur noch über echte Jailbreaks möglich, und die sind auf aktueller Hardware und aktuellen Kerneln extrem aufwendig und teuer.
Das eigentliche Problem ist: Im PC-Sektor kommt kein Publisher an Windows vorbei. Die Offenheit des Systems müsste man gar nicht grundsätzlich aufgeben - SteamOS zeigt, dass beides parallel geht. Aber um so einen echten Konsolen-/Jail-Modus sauber umzusetzen, müsste Microsoft Windows komplett umbauen. Für ein historisch gewachsenes, offenes Desktop-System wie Windows ist das deutlich schwieriger als für ein von Anfang an imagebasiertes SteamOS.
Linux ist ein Cheater-Eldorado... Viele Kernel-Level basierte Anti-Cheat Lösungen funktionieren damit nicht oder nur, wenn man diese "austrickst". Bei Apex Legends wurde sogar der Linux Support entfernt, weil es dadurch eine immense Cheater-Problematik gab.