Das „Problem“, dass amdintel hat, ist dass Windows in der AMD-Version viele Teile der x86-Version gleich mit installiert. Das liegt ganz einfach daran, dass viele alte Programme gegen die x86-Version gebaut wurden und sonst eben nicht laufen würden. Somit ist tatsächlich einiges doppelt vorhanden. (Emuliert wird da nichts, das ist alles echt.)
Bei Linux zum Beispiel, wo der Distributor schnell alles gegen die neuen (AMD64-) Versionen neu kompilieren kann, konnten die alten Zöpfe schon 2002 abgeschnitten werden. Windows ist da etwas träger. Allerdings liefert Windows XP auch immer noch das komplette 16Bit-Subsystem mit (das ist das mit dem Sicherheitsloch). Wenigstens das wurde mit Vista teilweise entfernt. Insgesamt sind die AMD64-Versionen auf dem nicht flüchtigen Speicher tatsächlich viel größer — und nicht mal Microsoft hat es offenbar geschafft, alle Programme für die modernere Umgebung neu zu kompilieren, weshalb sie laut amdintel „fehlen“.
Abgeschnitten werden sie Zöpfe hoffentlich, bald. MS könnte sich entschließen, den alten Kram komplett in die VM zu verfrachten. Leider ist Kompatibilität mit den Vorgängerprodukten das Feature, über das Windows verkauft wird…
Jetzt möchte ich auch noch mal mit dem „Adressierungs-Vorurteil“ aufräumen. Auch Windows auf 32-Bit-Architekturen kann schon 16TiB Arbeitsspeicher nutzen. Nur kostet die Lizenz, die das erlaubt, sagenhafte 2000€. Hier hat MS erfolgreich ein Verkaufs-Argument geschaffen, indem andere Versionen beschnitten werden.
Zum Abschluss spreche ich mich dann aber doch weiterhin für AMD64 und gegen reines x86 aus: Die überflüssigen Programme kann man komplett löschen und mit dem Argument, Plattenplatz zu sparen, könnte er sich auch ein DOS installieren. (Ja, ich weißt, dass auch Windows ein DOS ist, ich meine nicht die Betriebssystem-Gattung sondern den Produktnamen.) Windows für AMD64 hat Vorteile und diese liegen unter anderem in der Geschwindigkeit (z.B. 1,5-fache Leistung bei der Komprimierung, also einer alltäglichen Aufgabe) und in der relativ günstigen Lizenz für Speicheradressierung. Der Speicherplatzverbrauch dürfte zwar tatsächlich höher sein, aber die meisten Daten auf der Platte kommen eben nicht vom Betriebssystem, sondern von den Programmen. Und die bleiben gleich groß. Mediaplayer, etc. kann man löschen. Was amdintel hier bringt sind größtenteils Vorurteile und verkrampftes Festhalten an Uralt-Programmen. Er behauptet ja sogar, Firefox liefe nur mit reinem x86. Ich dagegen nutze seit 6006(!) eine AMD64-Version.
Anmerkungen zu den Namen der Architekturen:
AMD64 meint die Architektur. AMD hat sie mit dem Athlon64 auf den Markt gebracht und bei einem Patenttausch mit Intel gegen SSE3 getauscht. Intel nennt es EM64T, Microsoft x64. Ich benutze AMD64, weil es der eigentliche Name und damit am genauesten ist.
x86 meint ebenfalls die Architektur. Allerdings habe ich AMD64, welches ebenfalls eine x86-Architektur ist, ausgeblendet. Somit steht x86 eigentlich für i386 bis i686. Allerdings werden i386 und i486 von Microsoft nicht mehr unterstützt, weshalb es sich eigentlich nur auf i586 und i686 bezieht.