Soundkarte extern für Kopfhörer+Studiomonitore

Gouvi

Freizeitschrauber(in)
Hallo zusammen :)

Ich suche für folgendes Setup eine externe Soundkarte (gerne für den Tisch):

Presonus Eris E5 XT Studiomonitore (verbunden über Y-Splitter-3,5 mm Klinke)
Beyerdynamic mmx300pro (Gaming)

Leider rauschen die Monitore auf meinem MSI X670e Tomahawk wifi (ALC 1200) stark und es sind auch Störgeräusche zu vernehmen, außerdem ist der Wechsel zwischen beiden immer etwas kompliziert.

Ich suche also eine entsprechende externe Soundkarte, die damit vernünftig harmoniert und einen einfachen Wechsel zwischen Monitoren und Headset ermöglicht. Vielleicht habt ihr dahingehend ein paar Tipps für mich.

Vielen Dank schon einmal im Voraus.
 
Ohne jetzt zu wissen, was du bereit bist auszugeben:

Auch wenn eine externe Soundkarte den Rauschpegel bereits reduziert, da sie nicht den Störeinflüssen im Inneren des PCs (Mainboard, Grafikkarte, Netzteil) ausgesetzt ist (weswegen ich aus dem Stehgreif heraus auch nicht zu internen Lösungen rate), wirst du bei Klinke auf Cinch (ich nehme mal an, das meinst du mit „Y-Kabel“) immer Rauschen von der Leitung haben. Wirklich rauschfrei bekommst du es nur mit symmetrischen Verbindungen, wie sie im professionellen Bereich verwendet werden – wofür deine Monitore auch primär gebaut sind. Um sie optimal betreiben zu können, brauchst du also streng genommen ein Audio-Interface wie dieses hier:


Da deine Monitore einen symmetrischen 6,3-mm-Klinkeneingang haben, kannst du diese an das Interface mit symmetrischen Klinkenkabeln anschließen – das ist dann garantiert rauschfrei. Kopfhörer werden separat vorn angeschlossen und Monitore und Kopfhörer lassen sich sowohl getrennt voneinander regeln als auch simultan betreiben.

Nachteil an dieser Lösung: Dein Mikrofon muss separat am PC angeschlossen werden (Mic-Frontanschluss?), weil das Audio-Interface dafür nicht ausgelegt ist. Das macht die Verkabelung nicht unbedingt einfacher.

Alternativ versuchst du es mit dieser hier: https://de.creative.com/p/sound-blaster/sound-blaster-x5

Da nimmst du für die Monitore Cinch-Kabel, die zwar asymmetrisch sind und dadurch Störeinflüsse mit übertragen, kannst aber dein Headset problemlos daran anschließen und auch das dürfte immer noch weniger Störgeräusche verursachen als der Onboard-Chip.

Eine mögliche interne Soundkarte mit externem Bedienpanel und Headset-Anschlüssen wäre diese hier:

Ähnlich wie beim Focusrite hättest du hier dank XLR und Phantomspeisung noch die Option offen, später mal auf ein „richtiges“ Mikrofon umzurüsten, wie sie im Studio zum Einsatz kommen – auch bei Gaming-Sessions ist so etwas für deine Mitspieler akustisch eine Wohltat.

Gibt auch noch eine Budget-Lösung, die würde ich angesichts der Erfahrungsberichte aber mit Vorsicht genießen: https://www.amazon.de/Soundkarte-Kopfhörerverstärker-192kHu-dedizierte-Lautstärkeregler/dp/B06ZZNR4HQ?ie=UTF8

Wie „einfach“ beim Rest der Wechsel zwischen Monitoren und Headset ist, kann ich nicht sagen, ich kann aus der Erfahrung heraus nur für das Focusrite sprechen.

Wichtiger Tipp noch: Wenn du ein Audio-Interface für den professionellen Einsatz wie das Focusrite nimmst, unbedingt ein TOSLINK-Kabel kaufen und das Interface zusätzlich zum USB per optischem S/PDIF hinten an das Mainboard anschließen! A) Diese Interfaces benutzen ein Protokoll, mit dem Game-Engines nativ nicht umgehen können, sodass Windows hier erst übersetzen muss, und B) die Treiber sind meistens nicht auf Gaming optimiert (da der primäre Einsatzzweck Audioproduktionen sind). Beides führt dazu, dass, wenn du dein Audio per USB ans Interface schickst, dies mit einer spürbaren Verzögerung ausgegeben wird, die je nach Spiel störend bis tödlich sein kann. Mit dem S/PDIF-Trick umgehst du das Problem, als Ausgabegerät im Windows ist dann dein Onboard-Sound ausgewählt, aber halt der digitale Ausgang, wodurch du keine Störgeräusche hast, und es gibt keine Latenz bei der Wiedergabe. Deswegen kann ich dir auch kein günstigeres Interface empfehlen – die wären zwar schon für deine Monitore geeignet, haben aber keinen S/PDIF-Eingang und sind aufgrund der Latenzen über USB für Gaming daher unbrauchbar.
 
Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Budget hatte ich zwar kein Fixes, aber es ging mir in erster Linie um eine für die Hardware passende Karte, ohne unnötige Summen einzusetzen. Danke auch für den Hinweis bezüglich der Latenz. Die Focusrite Interface kenne ich auch, aber nutze ähnliche etwas größere für Recording-Zwecke an anderer Stelle. Das wäre mir aber denke ich doch zu viel des Guten für den Zweck und die Lösung mit separatem Mikrofon am PC direkt mag ich auch nicht so recht. Im Zweifel sollte erstmal die Priorität auf den Kopfhörern und wenn möglich einer "Störungs"-verringerung bei den Monitoren liegen und alles in einem sinnvollen finanziellen Rahmen, etwa bis 150 € bleiben um mal eine grobe Zahl zu nennen.

Angeschlossen sind die beiden Monitore nicht über cinch, sondern über ein 2x 6,3 mm Monoklinke auf 1 x 3,5 mm Stereoklinke-Kabel.
 
Vielen Dank für die sehr ausführliche Antwort. Budget hatte ich zwar kein Fixes, aber es ging mir in erster Linie um eine für die Hardware passende Karte, ohne unnötige Summen einzusetzen. Danke auch für den Hinweis bezüglich der Latenz. Die Focusrite Interface kenne ich auch, aber nutze ähnliche etwas größere für Recording-Zwecke an anderer Stelle. Das wäre mir aber denke ich doch zu viel des Guten für den Zweck und die Lösung mit separatem Mikrofon am PC direkt mag ich auch nicht so recht. Im Zweifel sollte erstmal die Priorität auf den Kopfhörern und wenn möglich einer "Störungs"-verringerung bei den Monitoren liegen und alles in einem sinnvollen finanziellen Rahmen, etwa bis 150 € bleiben um mal eine grobe Zahl zu nennen.

Angeschlossen sind die beiden Monitore nicht über cinch, sondern über ein 2x 6,3 mm Monoklinke auf 1 x 3,5 mm Stereoklinke-Kabel.
Sind die Boxen an einer Steckerleiste, zusammen mit PC und Monitor angeschlossen?
Falls ja, teste evtl mal einen eigenen Anschluss, dass könnte schon Abhilfe schaffen.
Welchen Anschluss nutzt du an deinen Boxen eigentlich?
Hast ja Balanced und Unbalanced...
 
Angeschlossen sind die beiden Monitore nicht über cinch, sondern über ein 2x 6,3 mm Monoklinke auf 1 x 3,5 mm Stereoklinke-Kabel.
Stimmt, die Option hatte ich nicht berücksichtigt. Das Problem bleibt aber dasselbe: Asymmetrische Verbindung -> Leitungsrauschen
Welchen Anschluss nutzt du an deinen Boxen eigentlich?
Hast ja Balanced und Unbalanced...
Siehe oben. Onboard-Sound hat keine symmetrischen Line-Anschlüsse.
 
Stimmt, die Option hatte ich nicht berücksichtigt. Das Problem bleibt aber dasselbe: Asymmetrische Verbindung -> Leitungsrauschen
Ich hatte ein ähnliches Szenario im Homestudio eines Bekannten, dort konnten wir das Rauschen wenigstens stark vermindern.

Siehe oben. Onboard-Sound hat keine symmetrischen Line-Anschlüsse.
Da stimme ich dir auch vollkommen zu, doch was ist, wenn man nicht auf die kleinen Ringe auf der Klinke achtet? :)
Ich frage lieber nach, auch wenn das Rauschen eigentlich nicht davon ausgehen sollte.
 
Da stimme ich dir auch vollkommen zu, doch was ist, wenn man nicht auf die kleinen Ringe auf der Klinke achtet? :)
Ich frage lieber nach, auch wenn das Rauschen eigentlich nicht davon ausgehen sollte.
Die Hauptrauschquelle wird bei dir der Onboard-Soundchip bzw. alle Störeinflüsse in dessen unmittelbarer Nähe sein, eine externe Lösung sollte hier schon eine Menge bewirken.

Bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe: Asymmetrisch bedeutet bei Klinke immer bei Mono ein schwarzer Ring (zwei Kontakte – Spitze und Schaft) oder bei Stereo zwei (drei Kontakte – Spitze, Ring, Schaft). Ein symmetrisch beschaltetes Kabel hat auf beiden Seiten „Stereo“-Stecker und da belegt jeder Monitor am Interface einen eigenen Anschluss (heißt: ein Kabel pro Monitor).

Siehe auch: https://www.delamar.de/audiokabel/brummschleifen-vermeiden-59135/#richtiges-kabel

Mit symmetrischen Kabeln hast du keine Störgeräusche vom Übertragungsweg, da die durch die Symmetrierung auf Empfängerseite aufgehoben werden, und Netzbrummen entfällt ebenfalls, weil das Audiosignal nicht mehr wie bei asymmetrischen Kabeln über die Masse übertragen wird.

@Gouvi
Du musst dich also entscheiden, ob du einen kleinen Rest Brummen bei den Monitoren in Kauf nimmst oder für das Mikrofon eine andere Lösung findest. Es gibt meines Wissens nach keine Soundkarten oder Audio-Interfaces, die einerseits symmetrische Anschlüsse für Studiomonitore und andererseits eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Consumer-Mikrofone haben. Das sind einfach zwei Welten, die nicht wirklich miteinander verpaart werden wollen. Schon Cinch-Buchsen und die Option, die Monitore auf einen Bezugspegel von -10 dBV zu schalten (Standard bei Consumer-Elektronik), sind „Kulanz“ vonseiten der Hersteller; im professionellen Einsatz ist alles auf +4 dBu kalibriert (etwa viermal so hohe Spannung bei max. Aussteuerung) und man braucht nichts anderes als symmetrische 6,3-mm-Klinke bzw. XLR.

Hinzu kommt, dass der durchschnittliche HiFi-Enthusiast mit Studiomonitoren nur selten wirklich glücklich wird, da sie aufgrund ihres primären Einsatzzwecks viel zu neutral für seine Ansprüche klingen. Umgekehrt würde niemand im Tonstudio ein Office-Mikrofon, geschweige denn ein Headset, für Aufnahmen benutzen. Das ist also schon ein sehr spezielles Setup, was du da hast. :D
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Hauptrauschquelle wird bei dir der Onboard-Soundchip bzw. alle Störeinflüsse in dessen unmittelbarer Nähe sein, eine externe Lösung sollte hier schon eine Menge bewirken.

Bin mir nicht ganz sicher, ob ich deine Frage richtig verstanden habe: Asymmetrisch bedeutet bei Klinke immer bei Mono ein schwarzer Ring (zwei Kontakte – Spitze und Schaft) oder bei Stereo zwei (drei Kontakte – Spitze, Ring, Schaft). Ein symmetrisch beschaltetes Kabel hat auf beiden Seiten „Stereo“-Stecker und da belegt jeder Monitor am Interface einen eigenen Anschluss (heißt: ein Kabel pro Monitor).

Siehe auch: https://www.delamar.de/audiokabel/brummschleifen-vermeiden-59135/#richtiges-kabel

Mit symmetrischen Kabeln hast du keine Störgeräusche vom Übertragungsweg, da die durch die Symmetrierung auf Empfängerseite aufgehoben werden, und Netzbrummen entfällt ebenfalls, weil das Audiosignal nicht mehr wie bei asymmetrischen Kabeln über die Masse übertragen wird.

Du musst dich also entscheiden, ob du einen kleinen Rest Brummen bei den Monitoren in Kauf nimmst oder für das Mikrofon eine andere Lösung findest. Es gibt meines Wissens nach keine Soundkarten oder Audio-Interfaces, die einerseits symmetrische Anschlüsse für Studiomonitore und andererseits eine 3,5-mm-Klinkenbuchse für Consumer-Mikrofone haben.
Genau das meinte ich, eventuell etwas unbedacht ausgedrückt.
Viele Anwender sind eben das, Anwender, da gibt es weder Verständnis für die genutzte Technik, noch großes Interesse sich mit deren Funktion auseinander zu setzen, es muss einfach "laufen" (das ist jetzt natürlich nicht gegen den TE gerichtet). Gut, bei symmetrisch / unsymmetrisch macht es, bis auf ein paar db, wahrscheinlich keinen großen Unterschied.

Warum bis heute lediglich der blanke Chip auf das Mainboard gelötet wird, bis auf ein oder zwei Ausnahmen, wo alles schön abgeschirmt ist, verstehe ich bis heute nicht.
 
Vielen Dank euch erstmal für die Antworten.

Ich weiß, dass diese Setup eher ungewöhnlich ist. Grund ist einfach, dass es sich um den normalen Arbeits- und Spiele-PC handelt, an dem ich nur gelegentlich im Alltag Mehrspuraufnahmen grob mische und sonst die Studio-monitore nur für den normalen medialen Konsum/Musik hören verwende. Ich bin teils Berufsmusiker und wollte für kurzfristige und kleine Arbeiten im Alltag ein paar halbwegs vernünftige Studiomonitore haben, wenn ich z.B. schnell für ein Live-Video eine Mehrspuraufnahme in Cubase etwas abmische. Der Anspruch ist natürlich nicht das Abmischen eigener Songs oder eines Albums oder dergleichen, dafür hätte ich sonst deutlich bessere Monitore verwendet und würde auch einen separaten Studio-Aufbau nutzen mit deutlich teurerem Equipment, was ich hier aber nicht einsetze in den Räumlichkeiten.

Ich sehe also, dass das Problem leider nicht so einfach lösbar ist in der Kombination, aber für den eher überschaubaren Einsatzzweck ist das nicht so tragisch, das Rauschen ist auch nicht sehr extrem, man vernimmt es eher wenn nichts darüber abgespielt wird und wenn man näher mit dem Ohr Richtung Monitor geht, es war eher die Idee, mit einer kleinen Investition hier dann auch noch etwas Abhilfe zu schaffen. Wirklich unangenehme Störgeräusche entstehen erst, wenn ich z.B. ein Spiel bei eingeschalteten Lautsprechern starte oder auf Websiten viel hin und her scrolle/Fenster verschiebe, wahrscheinlich dann unter anderem durch die Grafikkarte und da ich nicht über die Monitore spiele ist das in Ordnung. Der schnelle Wechsel zwischen Headset und Studiomonitoren und eine dem Wertigkeitsgrad des Equipments angepasste Lösung hat hier also Priorität. Wenn ihr da kaum Mehrwert in einer separaten Soundkarte (intern wie extern) seht, lasse ich das System erst einmal so bestehen und wechsle zur Not einfach weiter mittels Realtek-Software ("Front-Anschluss-Erkennung deaktivieren")
 
Zuletzt bearbeitet:
Hmm, ich fahre hier die AE-7, die hat getrennte Anschlüsse für KH und Speaker, die sich mittels einem Klick in der Software umschalten lassen.
Auch ist die schon störfrei, hockt ganz unten im X570Aorus Pro.

Meine Presonus Eris Studio 5 werden ebenfalls mittels 3.5mm auf 2xRCA betrieben...naja am Anfang, dann kommt nämlich die Klark Teknik PRO DI AV 2 DI 22P dazwischen und dann gehts via balanced XLR zu den Monitoren. :)
Da rauscht gar nix und das Beste ist: dank der getrennten Kanäle für KH und Speaker, kann ich so auch die Lautstärken getrennt regeln und muss nach dem umschalten, nicht wieder neu einstellen.
 
Zurück