das mit der unterlegenen hardware-leistung der DC im vergleich zum Model 3-board stimmt so nicht. die DC basierte auf der Naomi-hardware, welche eine weiterentwicklung/nachfolger des Model 3 boards war.
Naomi war weniger ein Sprung nach vorne als vielmehr ein Sidestep,, um eine Hardware zu niedrigeren Kosten als Model 3 in die Arcade zu bringen (und die Umsetzbarkeit für zu Hause zu schaffen). Model 3 lag um die 20.000 $, Naomi nur um die 2.000 !
Technisch hat Naomi von neueren Hardwarefeatures profitiert, war aber in Sachen Raw Power insbesondere dem Model 3 Step 2 unterlegen (Model 3 wurde ja mehrfach weiterentwickelt und dabei deutlich aufgebohrt).
Und Naomi hat gegenüber Dreamcast doppelt so viel RAM und doppelt so viel VRAM (32 statt 16 und 16 statt 8MB) bei mehr Bandbreite, eine aufgebohrte GPU, den Vorteil der ROM-Module als Datenträger statt GDs und die Möglichkeit, mehrere Boards zusammenzuschalten.
Dreamcast wiederum lag bei einem 10tel des Preises von Naomi und im Heimbereich natürlich erstmal allem überlegen, was es damals gab (streitbarerweise selbst 3D-beschleunigten PCs eine zeitlang).
das problem der anfangs nicht so guten umsetzungen lag da dran, dass diese a) unter Win CE auf der DC liefen und b) unter zeitdruck veröffentlicht wurden (VF 3, Sega Rally 2)
Zeitdruck auf jeden Fall, das ist richtig und sollte man auch anerkennen.
Andererseits, welches Spiel hat keinen Zeitdruck? Auch in der Arcace gab es damals MASSIV Zeitdruck, da Sega sich im Wettrennen mit Namco befand und der eine dem anderen hier stets zuvorkommen wollte. Das vergessen die Leute recht oft.
Sega Rally lief auf Model 3 Step 2, einer Hardware, die dem DC überlegen war. Den DC-Port hab ich dennoch gern gespielt, ebenso die PC-Version, die auch in 800x600 lief.
Virtua Fighter 3 lief aber im Gegensatz zu Sega Rally nicht unter WinCE. Hatte halt das "Genki"-Problem, allerdings war der Automat damals auch schon über 2 1/2 Jahre alt (und lief auf der ersten Version von Model 3).
siehe später dann auf DC auch Sonic Adevnture 2 mit besserer grafik als das, was man bisher so auf Model 3 sah, welches konstant mit 60 fps lief oder Shenmue I und II oder Ferrari F355 Challenge. und Le Mans 24h finde ich persönlich eigentlich eher ein ngeativbeispiel für die leistung von Model 3, da gefiel mir das Le Mans 24h mit simulationsanspruch für DC und PS2 besser (allerdings war auf PS2 die optik nicht so gut wie auf DC, hatte niedrigere auflösung und kantenflimmern - typische PS2-probleme eben).
OK da vergleichst Du aber jetzt völlig unterschiedliche Spiele aus völlig unterschiedlichen Genres.
Dass man Spiele wie Shenmue oder Sonic Adventure nicht in der Arcade gesehen hat, liegt auf der Hand (aus dem Selben Grund, weshalb man auch keine 60-Stunden-RPGs am Münzschlucker findet : D ).
Wer sagt denn, dass ein Game wie SA oder Shenmue nicht auf M3 Step 2 möglich wäre? Ich glaube hardwaretechnisch wäre das easy möglich gewesen. Dreamcast hat natürlich auch Vorteile (die Zeit beibt ja nicht stehen) in Sachen Hardwarefeatures und die Games hätten sicher auch anders ausgesehen, aber insgesamt hätte man schon noch n bissi was drauflegen können in der Arcade (hat man auch seitens Sega zugegeben).
Zumal Sonic Adventure 2 - bei wesentlich höherem zur Verfügung stehenden Budget - Mitte 2001 (!) erschienen ist - über 5 Jahre später (1996 hat man in der Arcade schon Scud Race gespielt und das haut grafisch immer noch jedes DC-Rennspiel weg!).
Den zeitlichen Abstand von über 5 Jahren erwähne ich auch deshalb, dadie Entwicklung der 3D-Grafik nicht nur hardware-, sondern auch softwareseitig stattfindet. 3D-Engines werden mit der Zeit aufgebaut und immer weiter verbessert, Entwickler gewinnen an Know-How und fachlichen Ressourcen, vorhandene Assets werden immer weiterentwickelt, man lernt immer mehr "wie es gemacht wird". Wie wichtig das ist, sieht man z. B. an den grafischen Verbesserungen der Spiele auf der ersten PlayStation innerhalb ihres Lebenszylus, also innerhalb einer Hardwaregeneration.
Trotzdem war SA2 natürlich ein grafischer Überkracher, ganz unabhängig davon, und hat grafisch meiner Meinung auch die neuere PS2 längere Zeit recht doof aussehen lassen.
die DC war auch die erste konsole, die Neo Geo 1:1 ohne qualitätsverlust emulieren konnte... die auf DC veröffentlichten NG-games warden die ersten, die den originalen in nichts nachstanden.
Bis auf die Ladezeiten.
Wobei es ja nicht emuliert war, sondern portiert.
gab ja auch eine Scud Race-machbarkeitsstudie auf DC. Daytona 2 war geplant,
Stattdessen gab es die x-te Umsetzung von Daytona 1 und selbst das ist nicht gerade ein Quantensprung gegenüber dem damals schon uralten Model 2-Original, um es mal gelinde zu formulieren.
Jo Machbarkeitsstudien... es gab eine Tech-Demo, nicht wirklich aussagekräftig. Die gab es zu Ridge Racer für PowerVR am PC auch... aber was heisst das? Dass der PC damit Namcos mächtigem System 22 ebenbürtig war? Die Framerate der Demo ging von 60 auf 30 runter und die grafischen Details wurden ebenso zurückgeschraubt... und erschienen ist das Spiel letztlich auch nicht. Allein das Vorhandensein so einer Demo ist ja kein Argument, man muss doch auch berücksichtigen, wie genau es damit aussah.
zum image der arcades: leider neigen sich die zeiten dem ende zu. andererseits: wie will man heute noch arcades rausbringen, die viel weiter als die technik daheim ist? geht nicht mehr, da in PCs und konsolen das mittlerweile beste (konsolen: zu einem annehmbaren preis) ja bereits verbaut ist.
Na klar würde es technisch gehen.
In der Arcade muss man kostentechnisch ja nicht mit den Limitierungen leben, die man zu Hause hat. Selbst High-End-Gaming-PCs stellen leistungstechnisch ja immer noch einen Kompromiss dar, das sieht man auch daran, dass die Gamer-GPUs meist beschnitten sind und sich innerhalb eines bestimmten Preissegments bewegen. Auch wenn die Preise derzeit extrem hoch sind, man kann keine Gaming-Grafikkarte für 20.000 Euro kaufen.
Der Punkt ist halt, seit es in quasi jedem Haushalt eine Konsole oder einen Gaming-PC gibt und dies auch in sehr hoher grafischer Qualität, ist der finanzielle Anreiz für den Hersteller in der Arcade halt viel weniger gegeben als noch in den 80ern oder 90ern. Man hat ja gesehen, dass die Boards damals schon mehr und mehr auf Budget umgestellt wurden (Dein Beispiel Naomi zeigt das sehr gut). Und jetzt hat Sega sogar sein bekanntes Akihabara-Building geschlossen.
da wird kein hersteller viel geld in die hand nehmen und einen neuen automat entwickeln, wenn sich das entsprechende spiel viel günstiger als heimversion ohne die kosten des automaten herstellen lässt.
Ja. Man hat technisch heute zu Hause Möglichkeiten Dinge umzusetzen, die früher so nicht möglich waren.
zumal der automat ja auch voraussetzt, dass man in die spielhalle geht, das spiel spielen möchte und deswegen auch münzen einwirft. macht halt fast niemand mehr.
Ja das ist auch richtig.
Bis auf den genannten Geselligkeitsaspekt in asiatischen Ländern, wo das ganze immer noch populärer ist. Aber wenn man mal guckt, welche Genres dort in den Arcades populär sind, dann sind das oft keine hardware-leistungs-hungrigen Spiele.
da spielt man eben jetzt Capcom Arcade Stadium u.ä. zuhause. leider fehlen viele gute arcade-games von damals als heimumsetzungen, nur, um mal u.a. Rave Racer, Scud Race, Star Wars oder Daytona 2 zu nennen. während also derlei games in den arcades waren, war man zu hause noch weit von so einer grafik entfernt und es gab keine großen online communities - weshalb die leute da eben noch in die spielhallen gingen. auch 16bit-automaten waren einfach besser als heimcomputer oder konsolen (keine 16bit-maschine konnte z.b. Mortal Kombat 1:1 so darstellen wie die arcade-maschinen).
Aber es konnte auch keine Konsole damals Tekken, Ridge Racer, Daytona, Sega Rally, Virtua Fighter usw. 1:1 so darstellen.
Kennst du auch noch die 3DO Konsole? Das war glaube ich die erste Konsole mit Texture Mapping.
Vorher war das ja meistens Polygongrafik.
Nur vom Lesen und Hören-Sagen, wenn ich ehrlich bin.
Man hat sich natürlich informiert, aber die Wahl fiel dann in meinem Fall auf PlayStation und den Saturn (was wahrscheinlich auch gut so war

Das Gehäuse der Panasonic-Variante fand ich allerdings immer sehr pompös und edel mit dem Gold-akzent, allerdings war auch das Preisschild sehr pompös.
Um den Jaguar hab ich auch nen Bogen gemacht, im Gegensatz zum 3DO aber bei Freunden gespielt.
Beide Konsolen waren ja nicht so der Hit in Sachen Spieleauswahl (ebenso wie das Amiga CD 32), aber heute find ich Videos dazu ganz interessant.
Schon krass wie viele Konsolen es damals gab, der Markt hat sich dann wieder sortiert und übrig blieben Sony, Sega und Nintendo.