Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Leider ist der Mensch zutiefst aggressiv und kriegerisch, und darum sind leider Waffen zur Verteidigung zwingend notwendig.
Das wurde schonmal besser formuliert:
"Die Waffe der Kritik kann allerdings die Kritik der Waffen nicht ersetzen, die materielle Gewalt muß gestürzt werden durch materielle Gewalt, allein auch die Theorie wird zur materiellen Gewalt, sobald sie die Massen ergreift."
:P
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Was auf dem Marsch ins Zielgebiet gilt, weiß ich nicht. Aber im Zielgebiet behalten US-Träger meinem Wissen nach eine hohe Geschwindigkeit bei und da sie damit nur ±einige 100 Meilen auf Position bleiben müssen, können sie den lokalen Kurs legen, wie sie lustig sind (d.h. bei Start und Landung kann man natürlich in den Wind drehen).
Und am meisten Lust haben sie auf Kurse, die etwaigen mit Torpedos bewaffneten Angreifern das Leben schwer machen. Ob alle Schiffe des Verbandes daran teilnehmen, weiß ich nicht, aber zumindest bei den nuklear getriebenen ist "Treibstoffverbrauch" einfach kein Thema.

Auch nuklear betriebene Schiffe müssen die Last und Temperatur des Reaktors und die Belastung der Turbinen und Aggregate im im Blick behalten. Aber es stimmt schon, im Zielgebiet bleiben die Schiffe in Fahrt - allerdings, wie bereits geschrieben, bleibt der Verband dennoch unter dem "lokalen Iron Dome" zusammen.
Deshalb ist es wichtig zu klären, von was für einem Verband man jeweils redet - ein Flugzeugträger mit Anti-Sub- und Lenkwaffenkreuzern mit begrenztem Einsatzziel kann ganz anders agieren als einer, der ein längere Operation durchführen soll und dafür noch Versorger (weil die Nachschublinien zu lang und/oder nichts absicherbar sind) oder gar Landungstruppen dabei hat.

Torpedos kommen in der modernen Seekriegsführung eigentlich nur noch gegen andere U-Boote oder langsame Ziele zum Einsatz. Auch U-Boote können Raketen abfeuern und die haben eine Marschgeschwindigkeit von über 700 bis 900 km/h (welche bei zielnahem Abschuss nahezu entfällt) und eine Zielanfluggeschwindigkeit von über 3500 km/h. Da entsprechen auch die rund 70 km/h, mit denen moderne Kriegsschiff unterwegs sein können, relativem Stillstand.

Selbst einem Torpedo mit über 350 km/h kann ein Schiff nicht davonfahren. Die Bewegung erschwert allerdings ggf. die Berechnung einer Feuerleitlösung bzw. sorgt dafür, dass U-Boote gar nicht erst mithalten können, um einen zielnahen Abschuss durchzuführen. Aber wie gesagt, für Bomberangriffe mit zielsuchenden Raketen ist es nahezu unerheblich, ob Schiffe spurten oder vor Anker liegen. Für Angriffe mit taktischen Gefechtsköpfen ist es komplett unerheblich, da man diese nur in wirksamer Reichweite zur Detonation bringen muss.

Fun Fact: Es gibt aus offensichtlichen Gründen bisher keine Praxistests für den Einsatz von Kernwaffen auf hoher See und für Detonationen ca. auf Meerespiegelhöhe, aber ich habe grob entsprechende Berechnungen - ohne Garantie auf absolute Richtigkeit - im Kopf. Die Detonation des Äquivalents von 5 Kilotonnen TNT erzeugt ein Wellental von bis zu 40 Meter Tiefe und damit logischerweise eine Wellenberg derselben Höhe. Bei höherer Wassertiefe verringert sich die Höhe der Welle sehr stark, und hat schon nach 500 Metern nur noch die halbe Höhe, verliert aber dafür kaum an Geschwindigkeit. Sprich, selbst wenn man von der direkten Wirkung des taktischen Sprengkopfs verschont bleiben sollte, kann man immer noch von einer plötzlichen Wuchtwelle von bis zu 10 Metern Höhe getroffen werden. Das ist für Schiffe katastrophal und immer noch dramatisch, selbst wenn man zufällig den Bug reingedreht hat.

Also von 4000 km Systemreichweite habe ich bislang noch nichts gehört, sondern bin von 10+ ausgegangen. Wenn das stimmt, dass die Waffe für taktische Einsätze konzipiert wurde, dann passen meine Aussagen natürlich hinten und vorne nicht. Hast du weitere Daten?
Ich stelle ohnehin gerade fest, dass die russischen silogestützten ICBMs, die als Trägersysteme genannt werden, ohnehin alle noch Flüssigtreibstoffe verwenden. Eigentlich dachte ich, dass seit den 60ern nur noch Feststoffbooster verwendet werden würden (ist bei allen mobilen und den stationären USlern auch so), aber scheinbar hat Avangard damit doch ein Launchvehikel, dass deutlich verkürzte Flugbahnen beherschen müsste.

Wie gesagt, das ist die Zahl aus der russischen Ankündigung, die auch so durch unsere hiesigen Medien ging:
Putins „praktisch unbesiegbare“ Waffe: Russland nimmt Avangard-Rakete in Betrieb - Politik - Tagesspiegel
Russland nimmt offenbar Hyperschall-Raketen "Avangard" in Betrieb - DER SPIEGEL
Avangard: Russland stellt Hyperschall-Rakete in Betrieb - Ausland - FOCUS Online
Putins "absolute Waffe": Russland nimmt "Avangard" in Betrieb - n-tv.de
etc. p.p.
Ich gehe allerdings nach wie vor davon aus, dass es sich dabei eher um eine politische als um eine technische Angabe handelt, denn Awangard ist de facto die Endstufe eines modularen ballistischen Waffensystems. Wie es im Einzelnen mechanisch aussieht, kann ich nicht sagen, aber theoretisch müssten da alle aktuell in Betrieb befindliche Trägerstufen (auch SS-19 Stiletto) drunterpassen, um die Waffe bei Bedarf in die obere Atmosphäre zu bringen. Falls es irgendwann mal fertig wird, kommt dafür vermutlich SS-X-30 zum Einsatz.

Das gilt aber nur in begrenztem Maße. Natürlich gibt es eine optimale Parabel für die größte Reichweite und jede Abweichung nach oben oder nach unten führt zu einer Verkürzung. Wenn du einen Booster mit einer fixen Brennzeit ausreichend für bis zu 10000 km hast, ist der Spielraum aber nach unten begrenzt.

Versteht sich. Hierbei ist es für Russlands Konzept von Vorteil, auf Flüssigtreibstoff zu setzen, da man die Brenndauer viel leichter anpassen kann. Awangard selbst hat ein Staustrahltriebwerk, daher sollte es - in praktikablen Grenzen - unerheblich sein, in welcher Höhe er sich löst und dann nieder stößt. Aber da werden wir warten müssen, bis ein paar mehr technische Daten durchsickern. Vorerst bin ich nur über die Reichweitenangabe und das grundlegende Konzept gestolpert, welches irgendwie ahnen lässt, dass da mehr Anwendungsgebiete vorgesehen sind als nur eine weitere ICBM mit spärlichen Vorteilen gegenüber seit Jahrzehnten etablierten und bereits vorhandenen Systemen.

Wir reden von Flugzeugträger eines Landes, das sich gerade einem nuklearen Erstschlag ausgesetzt wird, nicht von einem Übungsmanöver der Bundeswehr. Das einzige, was in so einer Situation noch Bedeutung hat, ist mit vorhersehbarer Zuverlässigkeit einen Gegenschlag ans laufen zu bringen, denn darauf basiert nunmal die Abschreckungswirkung die genau diese Situation verhindern soll.

Da die Bundeswehr keine Flugzeugträger hat, darfst du davon ausgehen, dass sich meine Angaben auf US-Flugzeugträger beziehen. :D
Das Flugdeck gilt im Kampfeinsatz (!) als Trefferzone, die freizuhalten ist von allem, was hochgehen und dabei die Einsatzfähigkeit des Schiffes gefährden könnte. Da wird garantiert nichts dauerhaft geparkt. Da herrscht das Boxenstoppverfahren: Was im Einsatz ist, ist in der Luft und landet nur zum Nachladen. Auch betankt wird nach Möglichkeit außerhalb der heißen Zone in der Luft.

Ich will dabei übrigens gar nichts behaupten, dass grundsätzlich keine Maschinen für solche und ähnliche Zwecke bereitgehalten werden - wenn man bereits entsprechende Ziele ausgemacht und eine Ziellösung, aber den Abgriff auf spätere Eskalationsstufen aufgeschoben hat, ist das durchaus vorstellbar. Aber auch diese Maschinen wären im faktischen Kriegszustand (schichtweise) ständig in der Luft und würden nicht auf dem Träger bereitgehalten.

Niemand schießt eine 6 MT ICBM (drei Avangards pro RS-28) ab, um die Verteidigung eines Kampfverbandes zu schwächen. Wenn wirklich jemand das Ding gegen Seeziele abschießen würde, dann mit dem Ziel, den Träger selbst mit 100%iger Sicherheit Gegenschlagsunfähig zu machen. Alles andere ist egal, hätte man andere Einheiten in der Nähe könnten diese den Job wesentlich zuverlässiger und günstiger erledigen. Wie du selbst schon sagst: Gegen Flugzeug gestartete Anti-Schiffs-Hypersonic-Flugkörper gibt es kaum eine Verteidigungs- oder Reaktionsmaßnahme. Und die hat Russland schon weitaus länger im Einsatz.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Reichweite und der Materialeinsatz und daran, wie fern man den Gegner von der eigenen Küste halten möchte. Bomber begeben sich in Reichweite des Fliegerschirms eines Verbandes und müssen Dutzende, ach was, hunderte Raketen abfeuern, um eine größeren Verband mit dicken Pötten auszuradieren. Taktische Kernsprengköpfe müssen nicht sicher wieder zurückkommen, der Materialeinsatz ist grundsätzlich geringer und das Ziel wird um so sicherer erreicht. Und grundsätzlich gilt: Wenn man eine Verband in eigener Bomberreichweite angreift, befindet man sich in dessen Bomberreichweite. Gerade wenn nukleare Optionen im Gespräch sind, ist das etwas, was man erklärlicherweise gerne vermeiden würde.

Gibt es wirklich noch relevante Szenarien, die sowohl den Einsatz von Bombern als auch von Nuklearwaffen vorsehen? Ich habe das für eine Allerletze Option gehalten, die eigentlich nur noch deswegen besteht, weil die Bomben eh da sind und es wenig Aufwand macht, 2-3-4 auf jeder Basis, einschließlich der schwimmenden, vorrätig zu halten. Als nuklearen Angreifer wird die internationale Gemeinschaft einen Träger jedenfalls nicht akzeptieren und dementsprechend auch keine nukleare Verteidigung dagegen akzeptieren. Und wenn, um Beispiel Russland vs. USA zu bleiben, das ganze auf taktische Entfernungen geschehen soll, dann sind automatisch Skandinavien/Island/Grönland oder Japan die Hauptbetroffenen, denn der Träger wird nicht in der Arktis, dem schwarzen oder dem kaspischen Meer stationiert sein.

Erst einmal, um es grundsätzlich einzuordnen: Der Einsatz taktischer Sprengköpfe (sei als als Gefechtsköpfe, Bomben oder Artilleriegranaten) wird in der NATO deutlich lockerer gesehen als beispielsweise von Russland, wo man meines Wissens bis heute davon ausgeht, dass dies zu einem unbegrenzten nuklearen Schlagabtausch führen würde. Sprich, die internationale Gemeinschaft muss das gar nicht erst akzeptieren, es ist seit "Deliberate Escalation" als Teil der NATO-Nuklearstrategie "Flexible Response" die internationale Faktenlage: Was Kernwaffen trägt, ist ein legitimes Ziel für Kernwaffen.
Unklar ist nur noch ein wenig, ob das auch für Länder gilt, die Kernwaffen als Gastland stationiert haben, aber keine Verfügung darüber haben - dennoch gibt es dagegen nachvollziehbarer- und berechtigterweise starke Bedenken der dortigen Bevölkerung.

Der aktuelle Träger ist die F-18, spezielle Bomber gibt es bei der Navy schon lange nicht mehr.

Jepp, "Bomber" ist seit Mitte der 1960er bei so ziemlichen allen Teilstreitkräften aller Armeen eher eine Funktions- als Typenbezeichnung. Luftfahrzeuge, die in der Lage bzw. dafür bestückt sind, Bombardierungen durchzuführen, sind in diesem Moment Bomber.

Ich würde dafür lieber eine Grube aufmachen...

Oder einen Kindergarten ...
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Das wurde schonmal besser formuliert:
Karleken ging es aber nicht um Verteidigung, Karleken wollte Angreifen, verändern, zerstören und aus den Ruinen neu erschaffen. Es ist keine Wertung, es ist nur eine Beschreibung. Und auch er, wie viele andere "Propheten", dachte, das Wesen der Menschen ändern zu können. Das sind aber Prozesse, die Jahrtausende dauern. Kain und Abel gab es immer schon, gibt es und sie werden noch lange weiterleben.
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Naja,

grundsätzlich bindet die Entwicklung solch derartiger Waffensysteme

eine Menge von finanziellen Mitteln.

Diese könnte man sicherlich besser einsetzen,

wenn nicht Egomanen,

wie Trump und Putin,

am Ruder wären.
 
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...grundsätzlich bindet die Entwicklung solch derartiger Waffensysteme eine Menge von finanziellen Mitteln....
Genau so ist es. Allerdings hat der Antrieb einen Nutzen, geht es um günstigen Transport von Waren in den Orbit. Mit Hyperschall Flugzeugen könnten Raketen in 20km Höhe und auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht werden.

Und jetzt stell Dir das mal mit einem schnellen Trägersystem vor:
Stratolaunch will von riesigem Flugzeug Raketen ins All schicken - ingenieur.de
 
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Deine Einschätzung entspricht nicht dem aktuellen Stand der Dinge / der Forschung. Nach wie vor ist eine der größten Schwachstellen, sowohl im russischen, als auch im US System die Abhängigkeit von einem Entscheider (in den USA ist das Trump). Fällt Trump aus verzögert sich ein Gegenschlag massiv (wobei nicht gesagt ist, dass ein lebender Präsident das beschleunigt). Ich empfehle hierzu die Lektüre des Buches "Dead Hand" (The Dead Hand - Wikipedia )und entsprechende Fachartikel mit Tenor "Die USA brauchen ebenfalls ein Dead Hand System (z.b. America Needs a “Dead Hand” - War on the Rocks ) Diese Forderung kommt von Personen, welche das derzeitige C&C System für zu anfällig und langsam halten.

Das derzeitige Kommando-System ist auf Friedenszeiten ausgerichtet, aber die technische Kontrolle dahinter ist afaik im Falle der USA überhaupt nicht zentralisiert. Das sind maximal die Sicherheitscodes, aber wenn es zu einer Zuspitzung der Lage kommt, wäre es ein leichtes, diese ohne Kenntnissnahme des Gegners zu zentralisieren und damit wieder den Zustand aus den 50ern herzustellen, als jeder Kommandant die Möglichkeit hatte, eigenmächtig einen Atomschlag durchzuführen. U-Boote haben diese auf alle Fälle bis heute, da sie gemäß Einsatzdioktrin im Ernstfall ggf. gar nicht in der Lage sind, den Präsidenten zu kontaktieren. Es mag also durchaus Hardliner geben, die einen Atomwaffenabschuss gemäß offizieller Befehlskette erleichtern wollen, aber ein Angreifer muss immer die nach einem Zerreißen der Befehlskette tatsächlich möglichen Gegenschläge berücksichtigen. Und die Steuer- und Starteinrichtungen sind nicht im Oval Office, sondern an jedem Standort als autonomes Element vorhanden. Trump braucht man nur für die Erlaubnis und, ggf., aktuell auch für einen Freischaltcode, weil man unter den jetzigen Bedingungen den Bedarf für einen solchen als weniger wahrscheinlich hält, als lokale Fehlentscheidungen. Das ist aber eine nicht-technische Entscheidung und war schon mal anders. Bekanntermaßen braucht man Passwörter, die komplexer als "00000000" sind nur für Dinge, die wichtiger sind, als die Verhinderung eines globalen Atomkriegs.

Das stimmt. AKTUELL ist das korrekt. Die Russen haben aber für sich erkannt, dass aus "Aktuell" in Zukunft ein System wie ich es beschrieben habe, entwickeln kann. Deswegen stören die Russen dort auch massiv, weil sie diesen Entwicklungsschritt nicht wollen, deswegen haben wir z.b. keinen INF Vertrag mehr (komplexer, aber im Kern, ja.)

...

Wie vorhergesagt, Raketenabwehr seitens der USA wird zu Aufrüstung deren Gegner führen um den USA keinen Vorteil zu gewähren.
Das vermeintliche Schutzsystem der Amerikaner hat im internationalen System INSGESAMT mehr Unsicherheit erzeugt als Sicherheit.

Jein. Es hat die Spannung zwischen den USA und Russland verschärft, weil Putin Angst vor der MÖGLICHKEIT der Installation eines vergleichbaren Systems gegen russische Waffen hat. Genauso wie Russland nach Meinung einiger Putinversteher zu Recht in Panik verfällt, wenn Gebiete außerhalb Russlands Teil der NATO sein wollen. Faktisch hat das System in seiner heutigen und in der geplanten Dimension nichts am Kräfteverhältnis zwischen Russland und den USA verändert, sehr wohl aber an den Optionen, die Nordkorea und dem Iran zur Verfügung stehen. Und die sind zwar absolut betrachtet nicht unbedingt gefährlicher als Russland oder USA, aber für uns in Europa definitiv, so dass für uns ein Sicherheitsgewinn resultiert.


Das hat ja auch Sinn. Ich hatte mich nie weiter mit dem Thema beschäftigt. Ich dachte immer "Interkontinentalraketen" kommen bis zu 20.000km weit, damit sie jeden Punkt der Erde erreichen können.

Das finde ich auch immer wieder faszinierend: Wie der Nordatlantik zum definierenden Kriterium für "interkontinental" wurde. Nicht nur bei ICBMs, sondern auch z.B. bei Zivilflugzeugen liegt die Grenze so bei 6000-7000 km Reichweite. Dabei kann das von knapp 19000 km (z.B. Shanghai - Valpariso) bis 30 km (Tarifa-Tanger) beinahe alles sein. Die "großen" russischen stationären ICBMs werden aber auf wenigstens 13000 km geschätzt und bei der anstehenden Kombination mit Avangard sind sogar transantarktische Flugbahnen im Gespräch. Nur die mobilen ICBMs sind deutlich kürzer, können aber zumindest transkontinental alle Ziele auf dem Gelände eines Gegners angreifen, obwohl sie noch einen halben Ozean von dessen Küste entfernt sind.

Nichts desto trotz ist mir jedes russsische Atom U-Boot sehr lieb, solange amerikanische Politik wie in den letzten 50 Jahren betrieben wird. Gäbe es das russsische Gegengewicht nicht, würden sich die Amerikaner meiner Meinung nach noch unverfrohrener an den Ressourcen der Welt bedienen. Angst habe ich vor allem vor amerikanischen ABC-Waffen, denn die setzen sie auch ein. Idealerweise würden alle ABC-Waffen geächtet und vernichtet. Ob es dann friedlicher wird, weiß ich nicht. Der Mensch ist leider so selbstsüchtig, dass er Rechte anderer nicht wirklich anerkennt. So eine "Ich kann Dich jederzeit und immer auslöschen" Waffe mag in der Tat zu Frieden führen, auch wenn das Risiko für Fehler, sie jetzt z.B. im konventionellen Bereich den Iran, zu hoch ist.

Leider ist der Mensch zutiefst aggressiv und kriegerisch, und darum sind leider Waffen zur Verteidigung zwingend notwendig.

Jein. Gegen Nuklearwaffen braucht es eigentlich kein Gegenstück. Es gibt schlicht kein profitables Einsatzszenario. Die US-Geopolitik ist überaus aneignent, aber Atombomben besetzten kein Land. Sie Unterdrücken keine Bevölkerung. Sie sind nicht einmal geeignet, um die Verteidigung eines Objektes auszuschalten, dass man gerne haben möchte. Für all das braucht man immer konventionelle Waffen. Atomwaffen sind nur eins: Eine Rückversicherung, die einem Gegner auch den konventionellen Sieg unmöglich macht, wenn der Angegriffene nicht alleine untergehen will. Aber wer "lieber tot als rot-blau-weiß" praktiziert, ist für die USA sowieso kein attraktives Ziel, tote Vasallen nützen wenig.


Deshalb ist es wichtig zu klären, von was für einem Verband man jeweils redet - ein Flugzeugträger mit Anti-Sub- und Lenkwaffenkreuzern mit begrenztem Einsatzziel kann ganz anders agieren als einer, der ein längere Operation durchführen soll und dafür noch Versorger (weil die Nachschublinien zu lang und/oder nichts absicherbar sind) oder gar Landungstruppen dabei hat.

Da von "den neuen" Trägern und hohen Preisen die Rede war, habe ich es eben auf die Ford-Klasse bezogen und nicht auf (mehr oder minder) amphibische Angriffsschiffe. Erstere werden von den USA, genauso wie die Nimitz-Vorgänger, als verlegbare Luftwaffenstützpunkte eingesetzt. In dieser Funktion haben sie zwar Versorger in großer Zahl nötig, legen selbst aber keine großen Strecken im aktiven Einsatz zurück wie bsw. ein Geleitträger und kommen auch feindlichem Festland nur so nahe, wie sicherheitstechnisch möglich. Und die Nachversorgung erfolgt auch in Einsatz-Hochphasen maximal zweimal, typischerweise einmal am Tag mit genug Onbord-Reserven für mindestens vier Tage autonome Operation. Umgekehrt dauern die Einsätze zum Teil mehrere Monate, deutlich länger als die Vorräte der Versorger reichen dürften. Letztere sind somit kein fester Bestandteil des Verbandes, sondern regelmäßige Gäste, während das Sicherheitskonzept auf Träger, Uboot und Kreuzer fixiert ist, deren Leistungsfähigkeit im US-Fall aufeinander abgestimmt wurde. Die ursprüngliche Vision war ja sogar mal ein rein nuklearer Verband, der dann (mit einer zeitlich und in der Größe sehr begrenzten Ausnahme) nur aus Kostengründen bzw. wegen "geht ja auch so. und viel billiger" umgesetzt wurde.

Torpedos kommen in der modernen Seekriegsführung eigentlich nur noch gegen andere U-Boote oder langsame Ziele zum Einsatz. Auch U-Boote können Raketen abfeuern und die haben eine Marschgeschwindigkeit von über 700 bis 900 km/h (welche bei zielnahem Abschuss nahezu entfällt) und eine Zielanfluggeschwindigkeit von über 3500 km/h. Da entsprechen auch die rund 70 km/h, mit denen moderne Kriegsschiff unterwegs sein können, relativem Stillstand.

Nukleare Langstreckentorpedos sind kein Konzept mehr? Früher galten die mal als wichtigstes Mittel gegen Träger, weil deren gute Luftraumabdeckung komplett wertlos ist und ein leiser, langsamlaufender Torpedo auch alle gegen U-Boote gerichteten Abwehrmaßnahmen unerkannt passieren kann. Aber er hat eben sehr lange Laufzeiten und konnte deswegen nur bei vorhersehbarem Kurs eingesetzt werden, wenn das U-Boot ebenfalls durch ausreichenden Abstand unerkannt bleiben sollte.

Selbst einem Torpedo mit über 350 km/h kann ein Schiff nicht davonfahren. Die Bewegung erschwert allerdings ggf. die Berechnung einer Feuerleitlösung bzw. sorgt dafür, dass U-Boote gar nicht erst mithalten können, um einen zielnahen Abschuss durchzuführen. Aber wie gesagt, für Bomberangriffe mit zielsuchenden Raketen ist es nahezu unerheblich, ob Schiffe spurten oder vor Anker liegen. Für Angriffe mit taktischen Gefechtsköpfen ist es komplett unerheblich, da man diese nur in wirksamer Reichweite zur Detonation bringen muss.

Bei "zielsuchend" ist das klar. Meine ganzen Ausführungen bezogen sich nur auf Avangard, der nach allen Kenntnissen der Technik nicht zielsuchend sein kann (weil kein Sensor mit Reichweite die Belastungen überstehen würde) und dessen Zielgebiet mit 10-15 Minuten Vorlaufzeit ausgewählt werden muss. Das gilt dann, trotz der hohen Geschwindigkeit, ähnliches wie für langsam laufende Torpedos: Wenn man den Kurs nicht vorhersagen kann, bräuchte es einen Gefechtskopf mit einem Radius totaler Zerstörung von über 10 km, um alle denkbaren Standpunkte des Ziels zum Zeitpunkt des Einschlags abzudecken. Wenn Kommunikation und Reprogrammierung in der Boostphase noch möglich sind und drei Avangards auf der Rakete sitzen, kann man es ggf. auf 2-3 km Durchmesser pro Gefechtskopf reduzieren, aber das ist immer noch eine extreme Steigerung gegenüber dem, was man bislang in der Praxis getestet hat und in meinen Augen keine deutliche Steigerung des Bedorhungspotentials für US-Träger gegenüber eben z.B. zielsuchenden Systemen.


Fun Fact: Es gibt aus offensichtlichen Gründen bisher keine Praxistests für den Einsatz von Kernwaffen auf hoher See und für Detonationen ca. auf Meerespiegelhöhe, aber ich habe grob entsprechende Berechnungen - ohne Garantie auf absolute Richtigkeit - im Kopf. Die Detonation des Äquivalents von 5 Kilotonnen TNT erzeugt ein Wellental von bis zu 40 Meter Tiefe und damit logischerweise eine Wellenberg derselben Höhe. Bei höherer Wassertiefe verringert sich die Höhe der Welle sehr stark, und hat schon nach 500 Metern nur noch die halbe Höhe, verliert aber dafür kaum an Geschwindigkeit. Sprich, selbst wenn man von der direkten Wirkung des taktischen Sprengkopfs verschont bleiben sollte, kann man immer noch von einer plötzlichen Wuchtwelle von bis zu 10 Metern Höhe getroffen werden. Das ist für Schiffe katastrophal und immer noch dramatisch, selbst wenn man zufällig den Bug reingedreht hat.

10 m Welle seitlich soll für ein 100000 Tonnen Schiff katastrophal sein? Das wage ich zu bezweifeln. Es sind immer noch normale Wellen mit geringer horizontaler Bewegung, keine Brandung, und auch hohe Wellengeschwindigkeit ist bei einer flachen Welle kein Problem. Tsunamis werden durch ähnlich abrupte, sogar noch wesentlich stärkere Energiefreisetzungen erzeugt, gehen von einer größeren Flächen aus und schwächen sich dementsprechend langsamer mit der Strecke ab, erreichen leicht viele 100 km/h und sind auf offener See nicht einmal zu spüren geschweige denn gefährlich.

Wie gesagt, das ist die Zahl aus der russischen Ankündigung, die auch so durch unsere hiesigen Medien ging:
Putins „praktisch unbesiegbare“ Waffe: Russland nimmt Avangard-Rakete in Betrieb - Politik - Tagesspiegel
Russland nimmt offenbar Hyperschall-Raketen "Avangard" in Betrieb - DER SPIEGEL
Avangard: Russland stellt Hyperschall-Rakete in Betrieb - Ausland - FOCUS Online
Putins "absolute Waffe": Russland nimmt "Avangard" in Betrieb - n-tv.de
etc. p.p.
Ich gehe allerdings nach wie vor davon aus, dass es sich dabei eher um eine politische als um eine technische Angabe handelt, denn Awangard ist de facto die Endstufe eines modularen ballistischen Waffensystems. Wie es im Einzelnen mechanisch aussieht, kann ich nicht sagen, aber theoretisch müssten da alle aktuell in Betrieb befindliche Trägerstufen (auch SS-19 Stiletto) drunterpassen, um die Waffe bei Bedarf in die obere Atmosphäre zu bringen. Falls es irgendwann mal fertig wird, kommt dafür vermutlich SS-X-30 zum Einsatz.

Die 4000 km habe ich immer als (politische, nicht näher beachtenswerte) Angabe zur Reichweite des Gleiters selbst gehalten. Das heißt bis zu 4000 km AB WIEDEREINTRITT. Der erfolgt aber eben erst 10000 km vom Startpunkt entfernt. SS19/R100 wurde für Tests genutzt, Stationierung soll erstmal auf R36 erfolgen, später dann aber auf RS28/SS30. Aber das sind alle Trägersysteme der >>10000-km-Klasse, die stationäre Silos brauchen. Nichts taktisches.

Versteht sich. Hierbei ist es für Russlands Konzept von Vorteil, auf Flüssigtreibstoff zu setzen, da man die Brenndauer viel leichter anpassen kann. Awangard selbst hat ein Staustrahltriebwerk, daher sollte es - in praktikablen Grenzen - unerheblich sein, in welcher Höhe er sich löst und dann nieder stößt. Aber da werden wir warten müssen, bis ein paar mehr technische Daten durchsickern. Vorerst bin ich nur über die Reichweitenangabe und das grundlegende Konzept gestolpert, welches irgendwie ahnen lässt, dass da mehr Anwendungsgebiete vorgesehen sind als nur eine weitere ICBM mit spärlichen Vorteilen gegenüber seit Jahrzehnten etablierten und bereits vorhandenen Systemen.

Im ICBM-Einsatz gegen stationäre Ziele hat er schon deutliche Vorteile. Zum einen eben +4000 km Reichweite, was neue Flugbahnen ermöglicht, vor allem aber die Möglichkeit innerhalb dieser zu manövrieren. Alle bisherigen US-Langstrecken-Abwehrsysteme basieren auf vorberechneten Kursen und sind gar nicht oder kaum zu Richtungsänderungen in der Lage. Die werden also quasi komplett entwertet. Nur als taktische Waffe erscheint er mir wertlos, da der Schutz beweglicher Verbände gegen ICBMs eher im miseralen Kosten-Trefferchancen-Verhältnis besteht und nicht in portablen Luftabwehrsystemen, die herkömmliche RVs bewältigen könnten.

Oder einen Kindergarten ...

Dafür braucht es Erzieher und wo findet man welche mit SOLCHEN Qualifikationen?


Genau so ist es. Allerdings hat der Antrieb einen Nutzen, geht es um günstigen Transport von Waren in den Orbit. Mit Hyperschall Flugzeugen könnten Raketen in 20km Höhe und auf sehr hohe Geschwindigkeit gebracht werden.

Avangard ist kein Hyperschallflugzeug, sondern eine manövrierbarer Hyperschall-Wiedereintrittskörper als letzte Stufe für ein Raketensystem. Genaugenommen also die 180° Umkehr von Sänger. Avangard transportiert nichts hoch, der beschleunigt nicht einmal, sondern hält nur für eine gewisse Zeit seine Geschwindigkeit, anstatt gemäß einer dumpfen Parabel einzuschlagen. Entsprechend hat diese Forschung keinerlei Nutzen für alle Anwendungen, bei denen ein Einschlag nach durchqueren der Athmosphäre nicht die primäre Zielsetzung ist.
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Jein. Es hat die Spannung zwischen den USA und Russland verschärft, weil Putin Angst vor der MÖGLICHKEIT der Installation eines vergleichbaren Systems gegen russische Waffen hat.

Exakt.
Und genau DAS ist die Gefahr dahinter, die verschiedene Wahrnehmung ein und derselben Sache.
Die USA können beteuern was Sie wollen, die Russen werden ein solches System IMMER als ersten Schritt sehen die USA unverwundbar gegenüber Nuklearraketen machen zu wollen. Und genau dagegen haben die Russen auch die letzten ~15 Jahre gehandelt.


Genauso wie Russland nach Meinung einiger Putinversteher zu Recht in Panik verfällt, wenn Gebiete außerhalb Russlands Teil der NATO sein wollen. Faktisch hat das System in seiner heutigen und in der geplanten Dimension nichts am Kräfteverhältnis zwischen Russland und den USA verändert, sehr wohl aber an den Optionen, die Nordkorea und dem Iran zur Verfügung stehen.

Jain.
Aus Russlands Sicht hat sich einiges geändert, ehemalige Verbündete sind jetzt Teil der NATO, riesige Gebiete, die dem "Kern Russland" genügend Vorlaufzeit und Raum-gegen-Zeit geboten hatten sind weggefallen. Und du musst eingestehen, dass gerade die US Präsenz sich rund um Russland extrem ausgeweitet hat. Georgien, Aserbaidschan, beide im Partnership for Peace Programm der Nato, Ukraine ist bekannt, die -stans sind auch in unterschiedlichen Stadien einer Zusammenarbeit mit den USA, die Bundeswehr bildet in der Mongolei aus... Rund um Russland sind NATO Partner in ehemaligen Ländern der Sovietunion aktiv, entgegen der eigenen Ankündigung wurde die NATO gen Osten erweitert.

Man muss das nicht mögen, aber man müsste es tatsächlich verstehen. Der Begriff "Putin Versteher" ist dabei sau dämlich, man spricht Russland vollkommen ein eigenes Sicherheitsinteresse ab, bzw. ist absolut nicht in der Lage die Situation aus dem Blickwinkel Russlands zu betrachten. Sowas hat in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen geführt und seitdem der Begriff aufgetaucht ist hat sich unser Umgang mit Russland jetzt kein Sonderlob abgeholt.


Und die sind zwar absolut betrachtet nicht unbedingt gefährlicher als Russland oder USA, aber für uns in Europa definitiv, so dass für uns ein Sicherheitsgewinn resultiert.

Muss ich absolut widersprechen.
Dem Raketenschild in Polen / Rumänien sei Dank haben wir mittlerweile Iskander Raketen in Kaliningrad, grüne Männchen im Osten der Ukraine und eine ständige Präsenz der NATO in den baltischen Staaten, eine verschärfte Luftraumüberwachung über dem Baltikum und regelmäßige Luftraumverletzungen desselben.

Ist "nur" das Raketenabwehrsystem schuld? Nein. Aber es hat maßgeblich unsere Beziehungen zu Russland beeinflusst und uns kein Stückchen Sicherheit gebracht.
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Ist "nur" das Raketenabwehrsystem schuld? Nein. Aber es hat maßgeblich unsere Beziehungen zu Russland beeinflusst und uns kein Stückchen Sicherheit gebracht.

Und der Ablauf ist keineswegs neu. Als Russland als Reaktion auf die Stationierung von NATO-Mittelstreckenraketen in der Türkei ihre eigenen Mittelstreckenraketen auf Kuba, also vor der Haustür der USA, stationieren wollten, sprangen die Amis ob der Bedrohung im Fünfeck und die Weltgemeinschaft fand das auf einmal total nachvollziehbar. (Fun Fact: JFK drohte damals mit nuklearen Schlägen gegen Kuba, da fließen unsere Themenkreise passenderweise gleich wieder zusammen.)

Die Kuba-Krise endete bekanntlich mit gegenseitigem Rückzug der Raketen vor der Haustür des jeweils Anderen.

Nicht einmal 50 Jahre später war die Lektion vergessen und ganz plötzlich findet es jeder seltsam, dass "der Russe" nicht stillhält, wenn man in Spuckweite seiner Grenzen Raketen stationiert und die westliche Welt fühlt sich obendrein wahnsinnig ungerecht behandelt, weil Russland wiederum reagiert. Eine Stationierung auf Kuba kommt ja nicht mehr in Frage, seit man die Ideologie gewechselt hat, also muss man dem Intimfeind anderweitig das Gefühl vermitteln, ruckzuck ante portas sein zu können. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis, nach Wegfall der Warschauer-Pakt-Staaten westlich des Kernlandes neue Pufferzonen zu schaffen. Ein Glück für Russland, dass in selbigen noch so viele Russen leben, die man als Hebel nutzen kann.

Nein, um das Ganze nachvollziehen zu können, muss man kein sogenannter Putin-Versteher sein. Man braucht noch nicht einmal sonderlich Kenntnisse über geostrategische Mechanismen. Man muss nur an Knallerbsensträucher und Maschendrahtzäune denken, dass ist nämlich dasselbe Prinzip in doof. Und in harmlos, wie zu betonen ist.
 
Exakt.
Und genau DAS ist die Gefahr dahinter, die verschiedene Wahrnehmung ein und derselben Sache.
Die USA können beteuern was Sie wollen, die Russen werden ein solches System IMMER als ersten Schritt sehen die USA unverwundbar gegenüber Nuklearraketen machen zu wollen. Und genau dagegen haben die Russen auch die letzten ~15 Jahre gehandelt.
Jain.
Aus Russlands Sicht hat sich einiges geändert, ehemalige Verbündete sind jetzt Teil der NATO, riesige Gebiete, die dem "Kern Russland" genügend Vorlaufzeit und Raum-gegen-Zeit geboten hatten sind weggefallen. Und du musst eingestehen, dass gerade die US Präsenz sich rund um Russland extrem ausgeweitet hat. Georgien, Aserbaidschan, beide im Partnership for Peace Programm der Nato, Ukraine ist bekannt, die -stans sind auch in unterschiedlichen Stadien einer Zusammenarbeit mit den USA, die Bundeswehr bildet in der Mongolei aus... Rund um Russland sind NATO Partner in ehemaligen Ländern der Sovietunion aktiv,

Und überall auf Einladung. Weil sich diese Länder selbst einer akuten, realen Bedrohung durch Russland ausgesetzt sehen und zur Wahrung ihrer eigenen Unabhängigkeit neue Kontakte suchen. Wie soll man sonst reagieren? Sie zurückweisen? Sie dazu zwingen, sich Russland anzuschließen/erobern zu lassen? Das würde das Problem langfristig nur noch schlimmer machen, solange in Russland Leute an der Macht sind, die vor allem panische Angst haben, was sich 1000de km von den Landesgrenzen entfernt abspielt und deswegen die totale Militärhoheit über Drittel des Planeten beanspruchen sowie weitreichende Kontrolle über die Bewohner dieser Gebiete. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Europa soll sich schutzlos iranischen Raketenangriffen aussetzen, weil Russen Angst haben, dass dagegen gerichtete Schutzeinrichtungen als Vorlage für einen weder geplanten noch in Umsetzung befindlichen Aufbaus eines Verteidigungssystems gegen russische Angriffe dienen könnten? Wir sollen Russland ein Recht gewähren, uns jederzeit anzugreifen und das sogar so weit über unsere eigene Sicherheit vor anderen Angreifern stellen, dass wir unser eigenes Leben riskieren, weil Russland misstrauisch ist??

Man muss das nicht mögen, aber man müsste es tatsächlich verstehen. Der Begriff "Putin Versteher" ist dabei sau dämlich, man spricht Russland vollkommen ein eigenes Sicherheitsinteresse ab, bzw. ist absolut nicht in der Lage die Situation aus dem Blickwinkel Russlands zu betrachten. Sowas hat in der Vergangenheit immer wieder zu Problemen geführt und seitdem der Begriff aufgetaucht ist hat sich unser Umgang mit Russland jetzt kein Sonderlob abgeholt.

Der Begriff ist nur in sofern dämlich, als dass er das Problem auf Putin reduziert, hinter dem aber noch ein komplettes Regime mit vermutlich ähnlicher Denkweise steht. Deren irrationale Ängste zur Maxime alles eigenen Handels zu machen verdient aber sehr wohl einen spezifischen Ausdruck und "Russlandversteher" wäre noch unangenmessener, da es die russische Oppositon genauso negiert wie Putin selbst und außerdem viele Leute hier zu blöd sind, zwischen "Russland" und "UdSSR" zu unterscheiden.
Wo du aber Recht hast: Unser Umgang mit Russland in den letzten 20 Jahren verdient wenig Lob. Zahlreiche Menschrechtsverstöße, drei Eroberungskriege, Abschaffung der Rechtsstaatlichkeit, der Presse- und Meinungsfreiheit, etc. : Seit Mitte/Ende der 90er entwickelt sich das Land zunehmend zu einem Regime, dass keinen Vergleich mit zahlreichen Unrechtsstaaten im mittleren Osten oder Afrika zu scheuen braucht. Nur mit dem Unterschied, dass dieser Vertreter Atomwaffen, und eine der mächtigsten konventionellen Armeen der Welt hat und direkt vor unserer Haustür sitzt. Und wie reagieren wir? "Freunde, Drücken, Subventionen, Know-How, Militärtechnik"

Muss ich absolut widersprechen.
Dem Raketenschild in Polen / Rumänien sei Dank haben wir mittlerweile Iskander Raketen in Kaliningrad, grüne Männchen im Osten der Ukraine und eine ständige Präsenz der NATO in den baltischen Staaten, eine verschärfte Luftraumüberwachung über dem Baltikum und regelmäßige Luftraumverletzungen desselben.

Ach: Ohne den Raketenschild in Polen hätte es keine grünen Männchen in der Ukraine gegeben?
Komisch, Obama hat nämlich die Stationierung in Polen und Tschechien 2009 gestoppt und auch die rumänische, die von keiner einzigen Flugbahn zwischen Russland und Europa gekreuzt wird, ist erst 2016 in Betrieb gegangen. Russland hat seinen Angriff auf die Ukraine dagegen 2014 gestartet.

(An der Stelle sein angemerkt, dass auch die ursprünglich geplanten Stellungen in Polen und Tschechien keinerlei Einfluss auf die Wirksamkeit des russischen Arsenals gegen die USA gehabt hätten, da dies schon aus strategischen Gründen nicht im westlichsten Zipfel des Landes konzentriert ist und somit weit nördlichere Flugbahnen nehmen würde. Einzige Europa würde dadurch vor russischem Beschuss geschützt werden, was das Abschreckungsverhältnis sogar ausgeglichen hätte, denn Europa hat kein vergleichbares Angriffskapital gegenüber Russland. Stattdessen leben wir jetzt weiterhin in einer Zone absoluter russischer Übermacht. Und trotzdem scheißt Putin sich derart in die Hose, dass Menschen- und Völkerrecht zu Fußabtretern werden.?!)

Ist "nur" das Raketenabwehrsystem schuld? Nein. Aber es hat maßgeblich unsere Beziehungen zu Russland beeinflusst und uns kein Stückchen Sicherheit gebracht.

Sehr zum Leidwesen der Ukraine, aber wir sind nicht die Ukraine. Und dem Iran jegliche Angriffsmöglichkeit gegen uns zu nehmen ist ein gewaltiger Sicherheitsgewinn. Der auch, bevor Trump ins Spiel kam, von einer Abkehr des Irans von militärischem hin zu diplomatischem Auftreten einherging.

Und der Ablauf ist keineswegs neu. Als Russland als Reaktion auf die Stationierung von NATO-Mittelstreckenraketen in der Türkei ihre eigenen Mittelstreckenraketen auf Kuba, also vor der Haustür der USA, stationieren wollten, sprangen die Amis ob der Bedrohung im Fünfeck und die Weltgemeinschaft fand das auf einmal total nachvollziehbar. (Fun Fact: JFK drohte damals mit nuklearen Schlägen gegen Kuba, da fließen unsere Themenkreise passenderweise gleich wieder zusammen.)

Die Kuba-Krise endete bekanntlich mit gegenseitigem Rückzug der Raketen vor der Haustür des jeweils Anderen.

Nicht einmal 50 Jahre später war die Lektion vergessen und ganz plötzlich findet es jeder seltsam, dass "der Russe" nicht stillhält, wenn man in Spuckweite seiner Grenzen Raketen stationiert und die westliche Welt fühlt sich obendrein wahnsinnig ungerecht behandelt, weil Russland wiederum reagiert. Eine Stationierung auf Kuba kommt ja nicht mehr in Frage, seit man die Ideologie gewechselt hat, also muss man dem Intimfeind anderweitig das Gefühl vermitteln, ruckzuck ante portas sein zu können. Gleichzeitig wächst das Bedürfnis, nach Wegfall der Warschauer-Pakt-Staaten westlich des Kernlandes neue Pufferzonen zu schaffen. Ein Glück für Russland, dass in selbigen noch so viele Russen leben, die man als Hebel nutzen kann.

Nein, um das Ganze nachvollziehen zu können, muss man kein sogenannter Putin-Versteher sein. Man braucht noch nicht einmal sonderlich Kenntnisse über geostrategische Mechanismen. Man muss nur an Knallerbsensträucher und Maschendrahtzäune denken, dass ist nämlich dasselbe Prinzip in doof. Und in harmlos, wie zu betonen ist.

Kleiner aber feiner Unterschied: In der Kubakrise reagierte die UdSSR mit der Stationierung von gegen die USA gerichteten Angriffswaffen auf die Stationierung von gegen die UdSSR gerichteten US-Angriffswaffen. Diesmal soll der Auslöser die Stationierung von US-Defensivwaffen gegen den Iran als Erklärung für den Einsatz von russischen Offensivstreitkräften gegen die Ukraine herhalten? Es gibt einen Unterschied zwischen "A war der Auslöser für B" und "B war eine ausgewogene, zweckmäßige Antwort auf A". Was Putin macht, ist klar letzteres. Und bezüglich der vorangehenden NATO-Erweiterung muss man klar sagen: Es waren weder die USA noch Europa, die diverse ehemalige Mitglieder des Warschauer Paktes diplomatisch und wirtschaftlich unter Druck gesetzt haben und sich in anderen militärisch eingemischt waren. Legitime Sicherheitsbedürfnisse? Wenn die jemand hatte und hat, dann definitiv die ehemaligen UdSSR-Vasallen, die sich durch NATO-Beitritt vor der Einmischung Russlands in ihre eigenen Angelegenheiten schützen. Das Russland darüber erfreut ist, erwartet niemand, aber was wiegt in Tschechien wohl schwerer: tschechische Interessen oder russische?
 
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AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Und überall auf Einladung. Weil sich diese Länder selbst einer akuten, realen Bedrohung durch Russland ausgesetzt sehen und zur Wahrung ihrer eigenen Unabhängigkeit neue Kontakte suchen. Wie soll man sonst reagieren? Sie zurückweisen? Sie dazu zwingen, sich Russland anzuschließen/erobern zu lassen? Das würde das Problem langfristig nur noch schlimmer machen, solange in Russland Leute an der Macht sind, die vor allem panische Angst haben, was sich 1000de km von den Landesgrenzen entfernt abspielt und deswegen die totale Militärhoheit über Drittel des Planeten beanspruchen sowie weitreichende Kontrolle über die Bewohner dieser Gebiete. Man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: Europa soll sich schutzlos iranischen Raketenangriffen aussetzen, weil Russen Angst haben, dass dagegen gerichtete Schutzeinrichtungen als Vorlage für einen weder geplanten noch in Umsetzung befindlichen Aufbaus eines Verteidigungssystems gegen russische Angriffe dienen könnten? Wir sollen Russland ein Recht gewähren, uns jederzeit anzugreifen und das sogar so weit über unsere eigene Sicherheit vor anderen Angreifern stellen, dass wir unser eigenes Leben riskieren, weil Russland misstrauisch ist??

Und warum genau sollte der Iran Europa angreifen wollen, so ziemlich den einzigen westlichen Partner der JCPOA wieder einführen will und gegen die US Sanktionen war?
Die Mähr, uns vor Nordkoreanischen oder Iranischen Raketen schützen zu wollen ist das eine, dafür eine massive Verschlechterung mit Russland zu erleben, das andere.

Zudem, anscheinend scheinst du das Grundprinzip der nuklearen Abschreckung nicht verstanden zu haben. Die USA dürfen ja auch die Russen jederzeit angreifen, exakt dass ist der Status Quo seit es Atomwaffen gibt, bzw. seit beide Seiten darüber verfügen.

Der Begriff ist nur in sofern dämlich, als dass er das Problem auf Putin reduziert, hinter dem aber noch ein komplettes Regime mit vermutlich ähnlicher Denkweise steht. Deren irrationale Ängste zur Maxime alles eigenen Handels zu machen verdient aber sehr wohl einen spezifischen Ausdruck und "Russlandversteher" wäre noch unangenmessener, da es die russische Oppositon genauso negiert wie Putin selbst und außerdem viele Leute hier zu blöd sind, zwischen "Russland" und "UdSSR" zu unterscheiden.

Russlandversteher nimmt man aus einem anderen Grund nicht: Es offenbart die Tatsache, dass all jene die den Begriff Putinversteher etabliert hatten (vornehmlich Journalisten in den Meinungskolumnen) Russland selbst nicht verstehen. Das ist ein Offenbarungseid und nichts anderes als die Einsicht, dass man keine Ahnung hat, aber eine Meinung. Vieles von dem was vermeintliche "Putinversteher" von sich gegeben haben war 5 Jahre zuvor Konsens und etablierter Fakt in der Friedens- und Konfliktforschung. Hier wurde auf emotionaler Ebene über ein sachliches Thema geredet und Experten mit einem Siegel versehen, welches ihre Aussage nicht anhand der Fakten, sondern anhand der vorherrschenden Meinung angegriffen hat.

Oder anders: Bild Niveau.

Ach: Ohne den Raketenschild in Polen hätte es keine grünen Männchen in der Ukraine gegeben?
Komisch, Obama hat nämlich die Stationierung in Polen und Tschechien 2009 gestoppt und auch die rumänische, die von keiner einzigen Flugbahn zwischen Russland und Europa gekreuzt wird, ist erst 2016 in Betrieb gegangen. Russland hat seinen Angriff auf die Ukraine dagegen 2014 gestartet.

Ich sollte dir mal meine Diplomarbeit geben, ist von 2008 und behandelt u.a. Georgien, den Raketenschild, Ukraine & die Krim und die Entwicklungen die dazu geführt haben. (die Krim z.b. ist nicht seit 2014 ein Streitpunkt...)
Betrachtet man nur das eine Ereignis, erscheint ein Zusammenhang unwahrscheinlich. Aber, betrachtet man das alles, was du mit dem Begriff Putinversteher ja nicht gelten lassen willst, dann hat die bloße Ankündigung eines Raketenabwehrsystems in Europa das Verhältnis zwischen Russland und dem Westen nachhaltig negativ beeinflusst. Nicht alleine, aber das ist ein wesentlicher Kernpunkt.
Würde man Russlands Sicherheitsbedürfnis verstehen und nur akzeptieren dass es dieses gibt (man muss nicht danach handeln), dann hätte man vorhersagen können was in der Ukraine passiert. Aber die Denkschule welche du hier präsentierst ignoriert das, stellt die Ukraine vor die Wahl, entweder West, ODER Ost, was zu den Grünen Männchen geführt hat.

Warum? Weil Russland keine alternative zur Krim gefunden hat und die Schwarzmeerflotte elementarer Bestandteil des Schutzes Russlands in diesem Teil der Erde ist.
Das hätte man wissen können wenn man sich mit Russland beschäftigt. Oder man macht einfach was die EU gemacht hat und wundert sich jetzt dass die Russen die Krim besetzt haben.

(An der Stelle sein angemerkt, dass auch die ursprünglich geplanten Stellungen in Polen und Tschechien keinerlei Einfluss auf die Wirksamkeit des russischen Arsenals gegen die USA gehabt hätten, da dies schon aus strategischen Gründen nicht im westlichsten Zipfel des Landes konzentriert ist und somit weit nördlichere Flugbahnen nehmen würde. Einzige Europa würde dadurch vor russischem Beschuss geschützt werden, was das Abschreckungsverhältnis sogar ausgeglichen hätte, denn Europa hat kein vergleichbares Angriffskapital gegenüber Russland. Stattdessen leben wir jetzt weiterhin in einer Zone absoluter russischer Übermacht. Und trotzdem scheißt Putin sich derart in die Hose, dass Menschen- und Völkerrecht zu Fußabtretern werden.?!)

Oder anders gesagt, die Möglichkeit Russlands, in Europa aufmarschierende Armeen, welche Russland angreifen wollen, mit Raketen anzugreifen wäre hinfällig.
Es gibt keine Defensive Rüstung, es gibt nur Rüstung und die Wahrnehmung der einzelnen Parteien.

Bitte: Ich zeige auf welche Möglichkeiten gegeben oder genommen werden, das bedeutet nicht, dass ich diesen Punkt stütze. Aber wie mehrmals erwähnt, man muss Russland verstehen um das eigene Ziel auch zu erreichen.
Wir wollen Stabilität und Frieden in Europa, handeln aber seit Jahrzehnten bewusst antagonistisch gegenüber Russland und beschweren uns dann, dass Russland Europa destabilisieren will. :wall:

Sehr zum Leidwesen der Ukraine, aber wir sind nicht die Ukraine. Und dem Iran jegliche Angriffsmöglichkeit gegen uns zu nehmen ist ein gewaltiger Sicherheitsgewinn. Der auch, bevor Trump ins Spiel kam, von einer Abkehr des Irans von militärischem hin zu diplomatischem Auftreten einherging.

Die Gefahr, das Europa von iranischen Raketen beschossen wird ist so dermaßen gering, das war den ganzen Stress nicht wert. Und du wischt das weg mit "wir sind ja nicht die Ukraine". Klar, wenn man so denkt wars ein guter Deal, doof nur dass wir jetzt in einem Nachbarland zur NATO einen lange anhaltenden bewaffneten Konflikt hatten, dass die Krim dazu geführt hat, dass wir NATO Truppen im Baltikum stationieren. Wenn du wirklich behaupten willst, wir wären nicht betroffen, dann weiß ich nicht ob wir in der gleichen Realität leben. Die Bundeswehr stellt seit 2016 dauerhaft Kampftruppe ab und Russland im Baltikum abzuschrecken... Weil das Baltikum Angst davor hat, dass dort dasselbe wie in der Ostukraine passieren könnte.
Und du sagst, das würde uns nicht betreffen.

Wir haben also eine extrem hypothetische Bedrohung durch iranische Raketen gegen eine aktive Beteilligung unserer Streitkräfte an einer dauerhaften Stationierung 600km vor St.Petersburg getauscht.
Ein Deal Trumpschen Erfolgsmaßes.


Kleiner aber feiner Unterschied: In der Kubakrise reagierte die UdSSR mit der Stationierung von gegen die USA gerichteten Angriffswaffen auf die Stationierung von gegen die UdSSR gerichteten US-Angriffswaffen. Diesmal soll der Auslöser die Stationierung von US-Defensivwaffen gegen den Iran als Erklärung für den Einsatz von russischen Offensivstreitkräften gegen die Ukraine herhalten?

Ich will dich nicht dumm anmachen, aber du hast das theoretische Problem der Raketenabwehr nicht begriffen.

1.) Es gibt keine defensive Rüstung, es gibt keine Defensivwaffen. Ein neues Flugabwehrsystem, defensiv eingesetzt, kann Jagdflieger von dieser Aufgabe befreien, damit diese Bomber im Angriff eskortieren können. Ein Panzerbataillon welches wir aufbauen um uns vor Russland zu schützen kann von den Russen als Speerspitze eines Angriffs wahrgenommen werden (und problemlos als solches eingesetzt werden). Es ist nur die jeweilige politische Interpretation ob eine Waffe offensiv oder defensiv ist.

2.) Eine funktionierende Raketenabwehr welche tatsächlich in der Lage ist ballistische Raketen abzufangen lässt das Gleichgewicht der nuklearen Abschreckung kippen. Das ist eine theoretische Bedrohung weil das System in Europa alleine das nicht leisten kann, alleine vom Umfang. Es ist aber ein Anfang, der dazu werden könnte. Und alleine diese Möglichkeit, dass einer der Gegner seine Verwundbarkeit verlieren könnte und dann nach belieben nuklear zuschlagen kann ist das 100%ige Gegenteil eines jeglichen obersten Maxims staatlichen Handelns, nämlich die eigene Sicherheit zu gewährleisten.

Das verstehen einige nicht - hilft nix darüber zu schimpfen, genau dieser Denkweise folgt Russland seit Jahren, genau danach handelt Russland. Ist mir also egal ob das jemand mag, oder doof findet, es ist Realität und sollte damit zumindest in die Diskussion über eigene Entscheidungen eingebunden werden.

Kurzer Hinweis:
Ich fliege morgen nach London, kann Dir daher frühestens wieder Mittwoch Abend, eher später antworten.
 
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AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Kleiner aber feiner Unterschied: In der Kubakrise reagierte die UdSSR mit der Stationierung von gegen die USA gerichteten Angriffswaffen auf die Stationierung von gegen die UdSSR gerichteten US-Angriffswaffen.

Nur dass die "US-Defensivwaffen gegen den Iran" zufällig vor der Haustür Russlands abgestellt werden und ein Defensivsystem kleineren Maßstabs, aber desselben Prinzips jüngst 176 Todesopfer forderte. Anders gesagt, was angeblich gegen iranische Raketen gedacht ist, lässt sich auch trefflich zur Durchsetzung allgemeiner Lufthoheit einsetzen.

Oder anders: Hätte es die Kuba-Krise verhindert, wenn Russland nominell ein Defensivsystem stationiert hätte, welches eigentlich zur Abwendung der (behaupteten) Bedrohung durch einen Dritten gedacht wäre? Nix da, die USA hätten keine Stationierung irgend eines russischen Waffensystems mit Reichweite über US-Grenzen geduldet.

Diesmal soll der Auslöser die Stationierung von US-Defensivwaffen gegen den Iran als Erklärung für den Einsatz von russischen Offensivstreitkräften gegen die Ukraine herhalten?

Bitte nicht die Eskalationskette ignorieren: Die USA stationieren Mittelstreckenraketen in der Türkei --> die UDSSR stationieren Mittelstreckenraketen auf Kuba --> JFK droht mit nuklearen Schlägen gegen Kuba. Warum eigentlich? Ist doch alles gut, jeder hat sein Spielzeug dort hingestellt, wo er möchte.
Politische Eskalation verläuft ebenso wenig linear wie militärische Strategien. Die Unterscheidung von Offensiv- und Defensivsysteme ist eine politische, keine militärische. Wenn das "Defensivsystem" geeignet ist, den Luftraum zu beherrschen und nicht auf magische Weise nur bei iranischen Raketen funktioniert, ist das reine Augenwischerei.

Die gibt es natürlich von jeder Seite. Nach russischer Lesart wurden Truppen zu Verteidigung (also Defensive) russischstämmiger Bevölkerungsteile in der Ukraine entsandt. Jüngst verteidigten die USA die Ermordung eines iranischen Würdenträgers bei seinem offiziellen Besuch in einem Drittland als Akt der Selbstverteidigung.

Ich finde es grundsätzlich gut, dass du und ich und andere nach ethischen moralischen Kategorien an diese Dinge herangehen, weil es bedeutet, dass unser ethischer Kompass funktioniert. Leider arbeitet Realpolitik nicht danach.
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Ich frag mich trotzdem , warum kann man gerade jetzt im 21.Jahrhundert nicht friedlich sein ?

Allah wissen durch Internet , das ein Kreig mit konventionellen Waffen das eigene Land kaputtmachen würde , und dann gibts auch nix mehr zu fressen .

Ich meine , so kriegen die ihre islamische weltheerschaft nie durch xD
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Ich mehne , wenn die Muslime sich gegenseitig mit Atomwaffen bombardieren , dann is doch okay xD

Komischerweise geht immer das krasseste Zenario von krass religiösen Völkern aus ...
 
AW: Rußlands Atombomben kommen mit 27-facher Schallgeschwindigkeit

Von welchen "Muslimen mit Atomwaffen, die sich gegenseitig bombardieren sollen" ist die Rede?
 
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