Russland

Die sogenannte "regelbasierte Ordnung" beschreibt ja nicht nur politisch-militärische, sondern allgemein jene Mindeststandards, mit welchen die um die 190 Nationen miteinander auf dem Planeten umgehen.

Man kann, wenn man denn unbedingt muss, jetzt jubeln, weil der Stärkere, den man toll findet, gerade am Zug ist.

Da Murphy's Law aber eine universelle Grundkonstante ist, kann man schwer davon ausgehen, dass es einem beim nächsten mal überhaupt nicht passt.
Dann aber bitte nicht jammern.
 
Hui:

Immer wieder diese Raucher ... war schon auf der Moskwa ihr wortwörtlicher Untergang.

Letztlich passt es aber in dieses Konzept:

Was sich auf der Konfliktebene erstmal gut anhört, ist für die Umwelt letztlich ein Desaster... die zusätzliche CO2 Belastung durch die Raffineriebrände (aber durch die Kriegshandlungen insgesamt) braucht die Erde nun wirklich nicht auch noch.
Auch ist es eigentlich sehr schade um die wertvollen Rohstoffe, mit denen wir sparsam und verantwortungsvoll umgehen sollten.
 
Auch ist es eigentlich sehr schade um die wertvollen Rohstoffe, mit denen wir sparsam und verantwortungsvoll umgehen sollten.
Sehe ich ganz ähnlich. Hätte vermieden werden können in dem es nicht gefördert wird. Muss einem doch klar sein, dass die Ölverarbeitende Industrie ein Ziel sein wird. Daher völlig unverantwortlich für künftige Generationen dafür zu sorgen, dass diese Rohstoffe in Rauch aufgehen.
 
Salve,

ob wir uns jetzt alle ins Höschen machen sollten?! Er rechnet damit, er hät uns nach wie vor für schwach, weiss aber, dass es langsam ernst wird.

+++ 19:37 Putin droht mit Reaktion auf "Militarisierung Europas" +++
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Reaktionen auf die Aufrüstung der europäischen Staaten angekündigt. "Wir verfolgen die immer stärkere Militarisierung Europas aufmerksam", sagte er. "In Deutschland heißt es zum Beispiel, dass die deutsche Armee die stärkste in Europa werden soll. Also gut. Wir hören das, schauen, was damit gemeint ist", sagte Putin. "Ziemlich überzeugend" werde die russische Antwort auf etwaige militärische Drohungen sein. Wenn jemand sich militärisch mit Russland messen wolle, werde die Antwort rasch folgen. Putin warnte davor, Russland zu provozieren. Gleichzeitig bestand er darauf, die Nato nicht angreifen zu wollen.

 
Unterm Strich läuft es auf zwei Dinge hinaus: "der Westen" eskaliert und die Europäer sollten sich vor Russland fürchten.
Den ersten Teil der Aussage kann ich unterstreichen. Putin ist u.a. auf die Konfliktentstehung eingegangen.
Beim zweiten Teil verstehe ich seine Worte so, dass sich Russland nicht durch Aktivitäten der NATO oder EU einschüchtern lassen und direkt antworten wird. Gleichzeitig wurde unterstrichen, dass Russland kein Interesse an weiteren Eskalationen oder einen Konflikt mit der NATO hat oder plant.

 
Putin ist u.a. auf die Konfliktentstehung eingegangen.
Meinst du die Konflikte, die er selbst verursacht?
Beim zweiten Teil verstehe ich seine Worte so, dass sich Russland nicht durch Aktivitäten der NATO oder EU einschüchtern lassen und direkt antworten wird. Gleichzeitig wurde unterstrichen, dass Russland kein Interesse an weiteren Eskalationen oder einen Konflikt mit der NATO hat oder plant.
Die Nato schüchtert also ein? Wo denn?
Welche Drohnen fliegen denn durch Nato Luftraum?
 
Musst Du nicht und so ist es auch nicht gemeint. Ich habe 1990 mit der Schule begonnen und bin da also etwas raus, dennoch hat sich auch meine Meinung in den letzten Jahren etwas gewandelt. Aber die DDR Schule steckt in den Köpfen und viele setzen sich mit dieser Geschichte m.E. zu wenig auseinander. Ich musste das auch erst lernen weil der Osten eben auch Teil meiner Geschichte ist. Mir schmerzt es aber, dass ich mich mit "dem Osten" heute nicht mehr identifizieren kann und will. Meine Geschichte wurde mir von den Rassisten dieser Welt genommen und "die Ossis" spielen deren Spiel mit.

Ich kenne die Schulbildung der DDR auch nur aus zweiter Hand, aber soweit ich gehört habe, wurden da nirgendwo von kapitalistischen Oligarchen und mafiösen Strukturen unterstützte Diktatoren als ultimativ glaubwürdige Wahrheitsquelle vermittelt. Insbesondere nicht, wenn sie unter Ausbeutung ihrer Bevölkerung imperialistische Angriffskriege führen. Meinem Wissen nach stellt DDR-Bildung sogar in so ziemlich jedem einzelnen nur denkbaren Aspekt auf das absolute Gegenteil ab würde Putins Politik von vorn bis hinten ablehnen.

Das ist ein Punkt, den viele Leute mit ausschließlich Westbezug meiner Erfahrung nach nicht kapieren, weil sie einfach "azulehnendes Regime" und "abzulehnendes Regime" gleichsetzen: Nein, die DDR hat ihren Bürgern keine übelsten Werte anerzogen. Ganz im Gegenteil, wenn man nicht gerade "Beute deinen Nachbarn aus" als höchsten Wert schätzt, dann war der DDR-Wertekanon entweder identisch zum westlichen oder sogar humanistischer. Was manipuliert wurde, war das Bild der Realität, an dass diese Maßstäbe angelegt wurden. Im Gegensatz zu den Nazis hat sich die DDR-Führung sich also nie hingestellt und gesagt "Das ist Mord und Totschlag, Mord und Totschlag sind geil!", sondern sie hat sich behauptet "Es gibt keine Unterdrückung, nur Friede Freue Eierkuchen und Eierkuchen sind geil" obwohl es jede Menge Unterdrückung gab.

Afaik haben die Bildungseinrichtungen dementsprechend zwar treue zu SED, Regime und natürlich auch Sowjetunion vermittelt, weil die allgemein als gut in den Himmel gelobt wurden. Aber: Dieses Lob wurde aus guten Werten abgeleitet, in dem man diese auf falsche Schilderungen angewandt hat. Diese Lügen "DDR = Demokratie", "Warschauer Pakt = Freiheit", "Sowjetunion = allwissender großer Bruder" und "real existierender Sozialismus = Quelle von Wohlstand für alle" haben sich aber im Laufe der Geschichte von selbst erledigt. Es bleibt dass parallel eingebläute "Demokratie = gut", "Freiheit = gut", "Wissen = gut", "Wohlstand für alle = gut" und jeder, der das wirklich verinnerlicht hat, sollte knallhart gegen Putin stehen.

Eigentlich wäre sogar die West-Propaganda bedenklicher, denn in der wurde eben nicht mit maximaler Begriffspenibilität in jedem Satz dreimal ein Lob auf die glorreiche sozialistische, soziale "Union sozialistischer Sowjetrepubliken" abgefeiert, sondern da wurde auch schon mal Misstrauen gegenüber "dem Russen" geschürt, der auch "in Odessa" und "auf der Krim" gesehen wurde, und von da aus Massaker wie vor 45 starten will. Also Vorurteile, die ziemlich kompatibel sind zu "In der Ukraine sitzen Nazis, gegen die man sich wehren muss." (Möglicherweise baut Putin an der Stelle sogar auf Darstellungen auf, die nach 1990 nach Russland hereinschwappten, als sich das hinterlassene Deutungs-Vakuum mit allem füllte, was unkontrolliert in der Welt herumschwirrte.)

tl;dr: DDR-Bildung kann keine Affinität zu Putin erklären, im Gegenteil.

Was man aber im Hinterkopf behalten sollte, sind die Entwicklungen nach 1990 nicht nur in der DDR, sondern in ganz Osteuropa: Wir haben 35 Jahre nach der Wende und ein politisches Bewusstsein bildest sich bei vielen erst ab einem Alter von 15, eher aber ab 20-25 aus (leider muss man sagen). Also alle bis zu einem Alter von 50-60 oder die absolute Mehrheit ist geprägt von Erfahrungen, die nach dem Zusammenbruch des Ostblocks kamen. Und was waren das für Erfahrungen? Kontrollverlust, Übernahme aller Schlüsselpositionen durch Westler, Zusammenbruch der heimischen Wirtschaft und Verarmung (sehr starke im Vergleich zum sprunghaft ansteigenden Bezugsrahmen) bei gleichzeitiger Verbreitung minderwertiger (da billigster) Importware, eine teils deutliche Zunahme von Betrug und vor allem eine deutliche Zunahme von Komplexität. In Deutschland schon ab 1990, weiter östlich eher ab Jahrtausendwende folgten dann sprunghaft mehr Kontakte mit Migranten, die es zuvor kaum gab, sowie im weiteren Verlauf soziale Konzepte wie Gleichstellung, LGBT, Minderheitenschutz und ähnlichem. Die wurden zwar ehrlich gesagt auch im Westen vorher nicht gelebt (und Frauenrechten und Politik war die DDR sogar massiv führend), aber die Ideengeber saßen zwangsläufig im Westen, weil es im Osten nach wirtschaftlichem Zusammenbruch und politischer Bereinigung keine intellektuelle Elite mehr gab, und dass die Probleme überhaupt existierten, war zuvor auch totgeschwiegen worden. Und während dieser ganzen Zeit hat man die Schilderungen der Eltern und Großeltern gehört, die bei erfolgreicher Indoktrinierung aus einer zufriedenen Jugend unter Anti-US-Herrschaft berichteten und bei nicht-erfolgreicher Indoktrinierung (in den nicht mehr ganz so neuen Ländern der Regelfall) vom Zusammenhaltsgefühl und gegenseitiger Unterstützung in einer nicht-westlichen, homogenen Gesellschaft.

tl;dr: Ab 1990 ging es im Osten gefühlt stetig bergab, Achtung für die Menschen dort gab es quasi gar nicht, und so ziemlich alles neue (also auch alles negative) kam "aus dem Westen" (oder wegen diesem), von Ideen über Wirtschaft bis Menschen.

Putin und seine deutschen Handlager stehen dagegen für "früher" ("als alles besser war") und sie bieten einfache ""Lösungen"" für besagte, komplexe (neue, West-)Probleme. Deswegen sind sie, aller Menschfeindlichkeit zum Trotz so beliebt. Vielleicht z.T. sogar wegen letzterer, schließlich wird die auf ""Schuldige"" projeziert.

Eine Verbindung zum Kalten Krieg sehe ich nur an dreieinhalb Punkten:
1. Sowas wie Putins Regime konnte nur nach einem Zusammenbruch entstehen. Da gab es fraglichen Zeitraum keinen anderen. (Später aber in Jugoslawien, der Türkei und bis zur Entmachtung Schäubles auch in Griechenland durchaus ähnliche Ansätze, mit ähnlichen Folgen.)
2. Ostbürgern wurde nie eingetrichtert, dass die USA ein selbstloser, helfender Freund sind, sondern wenn dann (nach 1990 anhaltend/bestätigt) dass man ihnen misstrauisch gegenüber sein sollte und im Zweifelsfall davon ausgehen muss, dass sie eigene Interessen erfolgen. Was ehrlich gesagt auch stimmt, nicht erst seit Trump, auch wenn es in Bezug auf Russland nicht die Interessen sind, die Putin unterstellt.
3. Ostbürger haben schmerzhaft gelernt, dass man seinem Staat, den dominierenden Medien und Politikern ebenfalls misstrauen sollte. Erst als sie von der SED belogen wurden und dann noch einmal, als jemand blühende Landschaften verprochen hat. Dieses Misstrauen gegenüber einer "vermeintlichen" öffentlichen Mehrheit und die Offenheit gegenüber einer im Untergrund verbreiteten "Wahrheit" richtet sich heute gegen die Realität, denn leider ist man auch im Osten (genauso wie im Westen) großflächig unfähig zu mehr als Schwarz-Weiß-Denken. Wenn die Evidenz also sagt, dass die öffentliche Darstellung ("wir schaffen das", "Aufbau Ost", "Solidarität", "jeder kann Erfolg haben") nicht zur erlebten Realität passt ("mir gehts nicht zu geht wie den Vorbildern im Fernsehen, meinen Kumpeln auch nicht besser und das scheint allen scheißegal zu sein"), dann wird diese und jeder, der auch nur Teile davon vertritt, pauschal als falsch abgelehnt und umgekehrt jedem pauschal geglaubt, der etwas anderes behauptet. Auch wenn dieser andere im Schnitt noch mehr lügt.


Genau das haben die USA mit Lend Lease im WWII gemacht. Hast du schon mal außerhalb von Hitler und Nazi Apologeten gehört, dass das als Provokation bezeichnet wird?

Die militärische Unterstützung (und das sind Waffenlieferungen, auch wenn man seine Truppen nicht gleich mitliefert) eines Feindes ist nicht nur provozierend, sondern sogar ein glasklarer feindlicher Akt. Dementsprechend wahrscheinlich sind auch negative Reaktionen darauf.

Was man davon halt getrennt betrachten muss, ist die moralische Bewertung und die initiale Ursache: Im Gegensatz zu z.B. Waffenlieferungen im Nahostkonflikt stehen die in die Ukraine nicht am Ende einer langen Kette gegenseitiger Verwürfnisse. Sondern sie sind eine ziemlich klare Reaktion auf den Bruch von internationalen Regeln, die auch von Deutschland getragen werden und in deutschem Interesse sind durch einen Staat, dessen Führer Deutschland, die EU und die NATO zuvor explizieht als "Feind" bezeichnet hat.

Entsprechend gerechtfertigt und wenig überraschend ist es also, wenn Deutschland Hanlungen vornimmt, die feindselig gegenüber Putin sind. Aber eine Provokation, nur eben eine geradezu herausgeforderte, sind die dann trotzdem. (Die andere Wange hingehalten haben wir lange genug unter Merkel.) Das zu leugnen untergräbt nur die eigene Glaubwürdigkeit. (Was, siehe obige WoT, dazu führt, dass einem Leute nicht mehr zuhören und stattdessen in die geschlossene Putin-Bubble mit klarem gut-böse-Muster abrutschen.)

Sollte man übrigens auch bei "regelbasierte Ordnung" beachten: Völkerrechtliche Regeln explizit für Drohnen gibt es z.B. nicht. Man könnte zwar aus allgemeinen Regeln zur Kriegsführung ableiten, dass man mit solchen nicht ohne explizite Zustimmung in fremden Luftraum eindringen sollte und schon gar nicht sollte man sie nutzen, um da Menschen zu töten. Aber schon lange bevor Vladimir P. und später unser "uneingeschränkt unterstützter" "Freund" Benjamin N. genau das gemacht haben, hat es ein gewisser Barack O. zum Alltag werden lassen und später den Friedensnobelpreis erhalten. Solche kleinen Verfehlungen öffnen die moralischen Türen für große Kriegsverbrechen. Der absolute Löwenanteil der Verbrechen, die Russland in den letzten Jahren begangen hat, sind eine quantitative Übersteigerung und Systematisierung von etwas, dass schon lange vorher andere, regelmäßig als "gut" dargestellte Akteure qualitativ ähnlich gemacht haben. Zumindest versehentlich, oft aber auch absichtlich, nur halt in Einzelfällen. Dafür wurden sie aber nicht in proportional kleinerem Maße verurteilt und bestraft, sondern überhaupt nicht. So als gäbe es keine Regel dagegen, was die Türen für Putins "aber die anderen" und "wir haben auf was anderes gezielt"/"heimlich militärisch genutzt", etc. und weitere (unangemessene) Relativierungen geöffnet hat.

Übrigens andauernd: Während wir Ungarn dafür verteufeln, dass es weiter Geschäfte mit Russland macht, ist das bei Erdogan irgendwie akzeptabel und Modi verdient sogar Geschenke von uns, trotz gleichem Verhalten; vor Xi wird der Kniefall geprobt. Ein Xi übrigens, der die Uiguren nach allen vorliegenden Informationen schlecher behandelt, als Putin die Ostukrainer. (Genau weiß man es nicht, weil bei unseren "wichtigen Partner" und "guten Freund" in China ja auch die Medien noch stärker zensiert und die Meinungsfreiheit noch stärker unterdrückt wird, als in Russland.)
 
Sag, was denkst du,
wie nahe Putin in seiner Rede an der Wahrheit ist? Gern auch auf einer Skala von Null bis Zehn.
Insbesondere seine Aussagen zu Clinton, den Dialog mit Nachbarn bzw. gleichgesinnten Partnern, Feindbildern und der Demokratie oder der Zunahme rassistischer Randgruppen in Europa?
Lass uns doch bitte erstmal eine noch offene Fragestellung fixen:

... die Europäer sollten sich vor Russland fürchten ...
Auf Basis welcherTextpassagen aus Putins Rede bist du für dich zu dieser Erkenntnis gekommen?
 
Lass uns doch bitte erstmal eine noch offene Fragestellung fixen:


Auf Basis welcherTextpassagen aus Putins Rede bist du für dich zu dieser Erkenntnis gekommen?
Klaro.

Ich denke, niemand zweifelt daran, dass Russlands Gegenmaßnahmen nicht lange auf sich warten lassen werden. Die Antwort auf diese Bedrohungen wird, gelinde gesagt, sehr überzeugend sein. - hat der Putin gesagt

Du bist.
 
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