Der Markt muss immer reguliert werden um den Verbraucher zu schützen. Dies wird auch in diesem Fall geschehen.
Dafür hat unser Staat Instrumente, die allerdings nicht besonders wirksam sind. Genau deshalb passiert ja leider so viel "Mist" wenn alles privatisiert wird.
1. Das Kartellamt, dass regulierend einwirken soll, um den Wettbewerb zu erhalten.
Bei den Energieerzeugern, der Mineralölindustrie, und selbst im Bereich Lebensmittel haben wir ständig kleinere oder größere Skandale, da die logischer Weise Profit orientierende Wirtschaft fast immer alles versucht, um den maximalen Gewinn zu erreichen. Auch hier in diesem Fall wird wieder nicht passieren.
Dazu kommt ein eingeschränkter Aktionsraum des Kartellamtes, weil die Politik dem Amt nicht zu viel Macht einräumen möchte.
2. Die Verbraucherschutzzentralen, die im einzelnen Fall den Kunden vor Repressalien zu aggressiver Unternehmer schützen soll.
Auch hier haben wir wieder einmal einen zahnlosen Tiger, der erst klagen muss um die Interessen der Bürger durchsetzen zu können.
3. Die Legislative selbst, die durch ihre Gesetzgebung in Kombination mit der Exekutive ihre Bürger schützen soll.
Gerade die Gesetzgeber haben leider zu oft bewiesen wie unfähig sie sein können. Da erwarte ich auch keine Reaktion auf die Pläne der Telekom.
4. Bleibt noch die Judikative, die für die Einhaltung der Gesetze sorgt.
Da die Telekom keine Gesetze verletzt, wird von hier auch keine Hilfe für die Verbraucher kommen.
Die Rechtssprechung hat oft bewiesen, dass sie effektiv und fair urteilen kann. Sie wäre der beste Schutz vor den Kräften des Marktes.
Das Problem hier ist leider aber, dass die Unternehmen oft Schlupflöcher finden, um die Rechtssprechung auszuhöhlen.
Darüber hinaus muss sich die Telekom dem Markt stellen und wenn sie das wirklich tut, mit dieser Entscheidung, dann wird der Markt sie zerschlagen...
Die Telekom hat sich schon selbst zum Teil zerschlagen, siehe T-Service Ausglieduenrgen usw. Die operativen Kosten sind viel zu hoch, eben weil es mal ein staatlicher Konzern war. Daher auch diese Verzweiflungstaten.
Da wird nichts zerschlagen, da die Kunden sich oft viel zu viel gefallen lassen. Immer mit dem Wissen, dass sie selbst oft zu viel Energie und Nerven investieren müssen, und dann doch oft verlieren. Und oft reagieren die Kunden wie eine träge Masse, die sich fast alles gefallen lässt. Dein Bsp. mit der Ausgliederung des Großteils der Serviceleistungen der Telekom hat auch eine andere Seite. Meine Schwester arbeitet in einem großen Callcenter indirekt für die Telekom. Sie verdient ca. 1/3 des Lohn einer direkt bei der Telekom beschäftigten Mitarbeiterin, nicht weit vom Hartz IV Satz entfernt. Dazu kommen sehr schlechte Arbeitsbedingungen (kleine zerstückelte Pausen mit Stechuhr, sie isst eigentlich nur noch zu Hause nach der Arbeit, keine Klimaanlage - im Sommer gibt es da täglich Kollegen mit Kreislaufkollaps, Arbeiten rund um die Uhr u.s.w.). Die "Verbesserung" hier bei der Telekom hat seinen Preis. Den bezahlt die Gesellschaft später mit, durch ergänzendes Hartz IV, oder im Gesundheitssystem, z.Bsp. nach einem Burnout.
Das verhindert der Kunde in dem er diese Dienste meidet.
Diese Dienste werden nicht gemieden, selbst wenn sie keinen Vorteil haben wie z.Bsp. permanenter Onlinezwang.
Es ist ein Märchen der BWL-er, dass sich der Markt selbst reguliert. Mal funktioniert das, und mal nicht. Ich möchte mich darauf nicht verlassen wollen.