Review:
Thermalright Silver Arrow
Thermalright Silver Arrow
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort
2. Technische Daten
3. Erster Eindruck4. Einbau
5. Leistung6. Fazit
1. Vorwort
Im Folgenden möchte ich den CPU-Kühler Silver Arrow von Thermalright testen, der mir im Rahmen der "Test the Best"-Aktion zur Verfügung gestellt wurde. An dieser Stelle möchte ich mich bei PC-Cooling, Thermalright und PC Games Hardware für Ihr entgegengebrachtes Vertrauen und die Bereitstellung des Kühlers bedanken.
2. Technische Daten
Maße (LxBxH): 147x123x160 mm
Gewicht: 825g + 157g je Lüfter
Heatpipes: 4x8mm
Sockel (Intel): LGA 775/1366/1156/1155
Sockel (AMD): AM2/AM2+/AM3
Lüfterdrehzahl: 500-1.300 RPM
Preis: ca. 65€ (Preisvergleich)
3. Erster Eindruck
3.1 Lieferumfang
Der Silver Arrow wird in einem schlichten braunen Pappkarton geliefert, der an der Oberseite von einem schwarzen Thermalright- und an den Seiten von einem Silver Arrow-Logo verziert ist. Der Kühler selbst ist in Plastikfolie und in mehreren Schaumstofflagen verpackt und somit gut vor Transportschäden geschützt.
Der umfangreiche Lieferumfang besteht neben dem Kühler aus zwei PWM-Lüftern, Wärmeleitpaste (2g Thermalright Chill Factor 3), zwei Anleitungen (AMD/Intel), vier Halteklammern für die Lüfter, acht selbstklebende Antivibrationsunterlagen einem Schraubenschlüssel und alles andere, das für die Montage auf einem aktuellen AMD/Intel Sockel notwendig ist.
3.2 Der Kühler im Detail
Der im "Twin-Tower"-Design gefertigte Kühler verfügt über vier vernickelte 8mm Heatpipes. Der aus massivem Kupfer gefertigte und mit den Heatpipes verlötete Kühlerboden ist ebenfalls vernickelt. Der Kühler besitzt je "Tower" 55 Kühllamellen aus Aluminium. Die "Zacken" der Kühllamellen sind abgewinkelt und bewirken einen trapezförmigen Verlauf der Luft durch den Kühler. Dieses spezielle Design soll auch bei geringem Luftdurchsatz eine hohe Kühlleistung ermöglichen.
Die Verarbeitung des riesigen Kühlers ist ausgesprochen gut. Die Spalten zwischen den Kühllamellen sind gleichmäßig und alle Kanten sind entgratet.
3.3 Lüfter
Die beiden mitgelieferten "Thermalright TY 140"-Lüfter besitzen die Maße 160 x 140 x 26,5 mm und habden die Bohrungen eines 120mm Lüfters. Sie werden mit 12V betrieben und nehmen einen Strom von 0.2A auf. Die Lüfter laufen zwischen 900-1.300 U/min bei ca. 17-21dB(A). Das etwa 25cm lange gesleevte Kabel verfügt über einen 4-poligen PWM-Stecker.
Problematisch wird ein Einbau beider Lüfter, wenn sich auf dem Mainboard nur ein PWM-Anschluss befindet. Abhilfe schafft hier ein PWM-Y-Kabel, das sich jedoch leider nicht im Lieferumfang befindet. Nur Besteller bei PC-Cooling.de erhalten zusätzlich ein solches Kabel um beide Lüfter auch an einer Buchse azuschließen.
4. Einbau
Den Silver Arrow habe ich mit folgendem System getestet:
- Gigabyte EP35-DS3 Rev. 2.1
- Intel Core 2 Duo E8400
- Asus Radeon HD5870
- 2x2 GiByte Corsair Dominator DDR2-800 CL4
- BeQuiet! Dark Power Pro 650W
- CM Storm Sniper
Für die Montage habe ich das Mainboard ausgebaut und den vorher verbauten Scythe Mugen 2 und den Arbeitsspeicher entfernt. Beim Einbau des Kühlers habe ich mich nach der bebilderten Anleitung gerichtet.
Bevor der eigentliche Einbau beginnen kann, muss der Kühler vorbereitet werden, indem man die Halteklammern für die Lüfter einhängt und die Antivibrationsunterlagen dort anklebt, wo die Lüfter montiert werden sollen. Anschließend wird bei der Montage auf einem Intel-System die Backplate auf den entsprechenden Sockel eingestellt und in die Bohrungen des Mainboards gesetzt, sodass von oben eine Art Rahmen ("Anchoring Bracket Mount") montiert werden kann.
Nun wird der Kühler auf die CPU gesetzt und durch die "Mounting Plate" mit dem Rahmen verschraubt. Durch die große Schraube dieses Verbindungsstücks ist es möglich, den Anpressdruck des Kühlers in einem Bereich zwischen ca. 18 bis 30kg zu variieren (lt. Herstellerangabe). Ich habe mich dabei für den größten Anpressdruck entschieden und die Schraube bis zum Anschlag festgezogen.
Ist der Kühler fest mit dem Mainboard verbunden müssen die Lüfter mit den bereits eingehakten Halteklammern befestigt und mit einer bzw. zwei PWM-Buchsen des Mainboards verbunden werden. Dem Anwender ist es möglich bis zu drei 140mm Lüfter jeweils an beiden Seiten und/oder zwischen den beiden Towern auf den Kühler anzubringen.
Insgesamt war der Einbau des Silver Arrow weitgehend einfach. Die Anleitung ist zwar nur in Englisch verfügbar aber dank vieler Bilder dennoch gut verständlich. Aufgrund der vergleichsweise aufwendigen Befestigung dauert die Montage etwas länger als bei anderen Kühlern, dürfte aber trotzdem in weniger als 10 Minuten schaffbar sein.
An diesen Stelle möchte ich auf Inkompatibilitäten hinweisen, die durch die enormen Ausmaße des Kühlers entstehen können. Da die Kühllamellen vergleichsweise nah am Mainboard beginnen bleibt nur wenig Platz für den Arbeitsspeicher. Es sollten daher darauf geachtet werden in Verbindung mit dem Silver Arrow nur Arbeitsspeicher ohne bzw. mit sehr niedrigem Heatspreader zu verwenden. Der Kühler ist aber auch mit einigen Mainboards nicht kompatibel, da teils PCI-X-Steckplätze blockiert werden oder Kollisionen mit anderen Kühlkörpern oder Bauteilen auftreten. Eine Kompatibilitätsliste findet sich auf der Herstellerseite. Auch das Gehäuse sollte eine ausreichende Breite haben, um den Kühler aufnehmen zu können.
Bei mir kam es zu folgenden Problemen beim Einbau:
Die DHX-Heatspreader meines Arbeitsspeichers waren zu hoch und passten nicht unter den Silver Arrow.
Baue ich den Kühler so ein, dass die warme Luft nach hinten gepustet wird, dann verhindert der hintere Gehäuselüfter eine Platzierung des Lüfters am hinteren Tower. Daher bleibt nur die Mitte und die Vorderseite als möglicher Lüfterplatz. Letzterer würde jedoch drei der vier RAM-Steckplätze blockieren.
Alternativ ließe sich der Kühler auch um 90° verdreht einbauen, so dass die Luft nach oben gepustet wird. Jedoch würde dies zwei Arbeitsspeicher-Steckplätze blockieren und keinen Dual-Channel-Betrieb ermöglichen.
Letztendlich habe ich mich für die erste Variante (Luft wird nach hinten gepustet) entschieden und im normalen Betrieb nur den mittleren Lüfter eingebaut, da auch ein einzelner Lüfter eine ausreichende Kühllung gewährleistet und ich so den Arbeitsspeicher im Dual-Channel-Modus betreiben kann.
5. Leistung
Auch die Kühlleistung teste ich mit dem bereits genannten System. Antreten muss der Silver Arrow gegen meinen Scythe Mugen 2 mit seinem Standardlüfter (Slip Stream 120 PWM, 200-1.300RPM). Als Wärmeleitpaste kommt zwecks Vergleichbarkeit bei beiden Kühlern die gleiche Wärmeleitpaste Innovation Cooling Diamond 24 Carat zum Einsatz. Die Temperatur ist dabei normiert auf 20°C Umgebungstemperatur angegeben. Ausgelesen habe ich sowohl die Temperatur der CPU (Durchschnitt von Core0 und Core1) als auch die Lüfterdrehzahl mit AIDA64 nach 30 Minuten Leerlauf bzw. Volllast. Volllast der CPU wurde dabei mit Prime95 simuliert (In-place large FFTs).
Um das ganze Potential des Silver Arrows auszuschöpfen aber um auch zu sehen wie viel der Kühler durch einen zweiten Lüfter profitiert habe ich die Temperatur sowohl mit einem als auch mit zwei montierten Lüftern gemessen.
5.1 Temperaturen
Die Temperaturen mit dem Silver Arrow haben sich im Vergleich zum Mugen 2 durchgehend verbessert. Im Leerlauf ist der Silver Arrow (zwei Lüfter) zwei Grad kühler als der Mugen 2 (34 vs. 36°C). Unter Last vergrößert sich der Vorsprung des Silver Arrows auf vier Grad (42 vs. 46°C). Die CPU ist mit dem Silver Arrow und einem Lüfter immer noch 1,5°C im Idle (34,5 vs. 36°C) bzw. 2°C unter Last (44 vs. 46°C) kühler.
Zwar fällt der Temperaturunterschied zwischen dem Silver Arrow und dem Mugen 2 auf den ersten Blick recht gering aus, jedoch sollte man dabei bedenken, dass sich die Leistung des Mugen 2 bereits auf einem recht hohen Niveau bewegt und es daher nicht einfach ist eine weitaus bessere Kühlleistung zu erzielen. Auch die recht geringe Leistungsaufnahme und somit geringe Abwärme des E8400 verlangt beiden Kühlern eher wenig ab und macht es dem Silver Arrow nicht leichter an Abstand zu gewinnen.
Insgesamt kann mich die Kühlleistung des Silver Arrow überzeugen. Sowohl im Idle als auch unter Last kühlt der Silver Arrow die CPU zwei bis vier Grad besser als der Mugen 2. Für ihn spricht auch, dass er die CPU mit nur einem Lüfter besser kühlt als der Mugen 2.
5.2 Lautstärke
Die Lautstärke der dem Silver Arrow beiliegenden "Thermalright TY 140"-Lüfter ist sehr ähnlich der des "Slip Stream"-Lüfters. Beide Lüfter sind ab etwa 1.000 U/min aus dem System heraus zu hören. Die automatische Lüftersteuerung des Mainboards regelt die Drehzahl beider Lüfter jedoch weder im Leerlauf noch unter Last über diesen Wert, weshalb die Lüfter im Betrieb sehr leise sind und von den Geräuschen der Gehäuse-/Grafikkartenlüfter überlagert werden.
6. Fazit
Insgesamt kann der Thermalright Silver Arrow durch eine hervorragende Verarbeitung und eine sehr gute Kühlleistung überzeugen. Dabei bleibt er nicht zuletzt durch die beiden mitgelieferten langsam drehenden Lüfter angenehm Leise. Einzig die Größe und die damit verbundenen Inkompatiblitäten mit einigen Mainboards, Arbeitsspeichern und Gehäusen sowie der hohe Preis könnte gegen den Silver Arrow sprechen.
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