AW: [Review] Teufel Concept E 100 Control – 5.1-Einsteigeranlage aus dem Hause Teufel – teuflisch gut?
Was manche für Soundsysteme nutzen, ist ein Schlag ins Gesicht der Toningenieure, die teilweise jahrelang am perfekten Sound basteln. Ihr könnte euch wahrscheinlich garnicht vorstellen, wieviel Aufwand manche Entwickler für die Vertonung betreiben und noch weniger, wie wenig dieses Aufwands auf dem durchschnittlichen PC System zutage tritt.
Da sage ich nur: Na und?
Was soll das aussagen? Schön, wenn so ein Jung sich ordentlich Arbeit macht und sie ernst nimmt. Aber daraus kann man absolut nichts für den Endverbraucher ableiten. Soll ich mich nun verpflichtet fühlen, viel Geld in eine Soundanlage zu investieren? Wieviel denn? Frage ich Herrn X, wird der meine Yamahas schon als ausreichend bezeichnen, Herr Y hingegen wird selbst Deine Anlage als Beleidigung ansehen.
Man könnte auch argumentieren, der Toningenieur arbeite am Markt vorbei. Wenn 99% der Endverbraucher nicht das volle Potenzial der Musik erleben können, würde ich weniger diese 99% "Pöbel" beschuldigen. Und wenn auf einer hochwertigen Anlage die Musik nicht so dolle klingt, weil sie nicht sehr gut abgemischt ist, muss man den Toningenieur auch nicht unbedingt anmachen. Der hat dann wohl eher ökonomisch gearbeitet. "So genau wie nötig, so ungenau wie möglich." Weit verbreitete Regel. Aus gutem Grund.
Solche Aussagen sind einfach etwas versnobt. Und da stelle ich die Frage: Was für einen Bildschirm nutzt Du? Einen, der der Arbeit der Filmemacher/Fotokünstler usw. volle Rechnung trägt? Wieviel Geld hast Du für den ausgegeben? Wie hättest Du reagiert, wenn sich einer empört, dass Du großartige Kinofilme damals nur auf einem kleinen Röhrenfernseher geschaut hast? In solchen Filmen steckt ja riesig viel Arbeit drin!
Es wäre wohl schön, wenn auch die audiophile Fraktion einfach mal akzeptieren könnte, dass neben dem Klang des Lausprechers andere Faktoren entscheidend sind, wie Preis(!!!), Ausmaße, Aussehen (gerne herablassend in die Kategorie Women Acceptance Factor geschoben) oder einfach die Tatsache, dass es auch andere, wichtige(re) Dinge gibt, die Geld kosten. Und dass man selber auch nicht in allen Lebensbereichen so toll wie im Soundbereich ist.
Dementsprechend finde ich das Review hier auch in Ordnung. Pravasi hat es in seinem ersten Beitrag meines Erachtens gut ausgedrückt. Ein Vergleich mit gleich teuren Anlagen wäre angebracht gewesen. So ist es halt eine subjektive Einschätzung. Wie im Grunde jede es ist.
Edit:
@lunar19:
Deine Aussage zu Ottonormal-Verbraucher kann ich wohl auch nicht so ganz unterstützen. Denn wie unterscheidest Du die beiden Personengruppen? Wenn Du sagst, Ottonormal-Verbraucher ist jemand, der neben dem Klang andere Faktoren stark gewichtet, wäre das eine angebrachte Einteilung. Dann allerdings müsste man auch noch diese Faktoren nennen und sie bewerten (habe gearde nicht in Erinnerung, inwiefern Du das in Deinem Bereicht gemacht hast). Betrachtet man aber nur den Klang der Anlage, sehe ich keinen Grund zu einer Einteilung. Wieso sollte ich jemandem sagen "Die Anlage klingt gut für ihr Geld", dem anderen aber "Nee, die bietet zu wenig Klang für das Geld"?