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Volt-Modder(in)
Hat der alte Sockel 1366 noch eine Chance gegen Haswell?
Westmere-EP als Geheimtipp für Preis-Leistungs-Fans
Einleitung
In diesem Artikel untersuche ich, ob eine über zehn Jahre alte Plattform mit dem LGA 1366-Sockel noch mit modernen Systemen mithalten kann. Im Fokus steht der Intel Xeon X5650, ein Prozessor aus der Westmere-EP-Reihe, der ursprünglich für Server konzipiert wurde.
Kann dieser günstig erhältliche 6-Kerner mit Prozessoren wie dem Intel Core i7-4770K (Haswell) oder sogar dem i7-3930K (Sandy Bridge-E) konkurrieren? Wir vergleichen Leistung, Energieeffizienz, Overclocking-Potenzial und die Spieletauglichkeit.
Die Hardware im Detail – Was macht den Xeon X5650 besonders?
Der Intel Xeon X5650 wurde 2010 veröffentlicht und basiert auf der Westmere-EP-Architektur, einer optimierten Version von Nehalem. Er war eine der ersten CPUs, die im 32nm-Verfahren gefertigt wurden und gehört zur High-End-Serie für Workstations und Server.
Technische Daten:
- Architektur: Westmere-EP (Verbesserung von Nehalem)
- Kerne / Threads: 6 / 12
- Basistakt: 2,67 GHz (Turbo bis 3,06 GHz)
- Cache: 12 MB L3
- Speicherinterface: Triple-Channel DDR3
- TDP: 95W
- Fertigung: 32nm
- Besonderheiten: Keine integrierte Grafikeinheit, AES-NI-Unterstützung für schnellere Verschlüsselung
Da der Prozessor für Server entwickelt wurde, unterstützt er Funktionen wie AES-NI und Trusted Execution Technology, die für sicherheitskritische Anwendungen wichtig sind.
Ein Vorteil gegenüber vielen aktuellen CPUs: Der Xeon X5650 besitzt einen verlöteten Heatspreader, was für eine verbesserte Wärmeableitung sorgt und ihn zu einem idealen Kandidaten für Overclocking macht.
Testsysteme – Die Vergleichsbasis
System 1: Xeon X5650 auf LGA 1366
- Mainboard: ASUS P6X58D-E
- Arbeitsspeicher: 3x 4GB Kingston HyperX Blu DDR3-1333 (Triple-Channel)
- Kühler: EKL Brocken
- Grafikkarte: NVIDIA GTX 970
- SSD: Samsung 840 EVO 120GB
- Netzteil: BeQuiet! Dark Power Pro 10 650W
System 2: Intel Core i7-4770K auf LGA 1150
- Mainboard: ASUS Z87-Pro
- Arbeitsspeicher: 16GB DDR3-1600 (Dual-Channel)
- GPU: NVIDIA GTX 970
System 3: Intel Core i7-3930K auf LGA 2011
- Mainboard: ASUS Rampage IV Extreme
- Arbeitsspeicher: 16GB DDR3-1866 (Quad-Channel)
- GPU: NVIDIA GTX 970
Benchmarks – Was kann der alte Xeon noch leisten?
Um die Leistung des Xeon X5650 objektiv zu bewerten, wurden mehrere Benchmarks durchgeführt.
Cinebench R15 (Multicore-Rendering)
- Xeon X5650 (2,67 GHz, Stock): 535 Punkte
- Xeon X5650 (4,0 GHz, OC): 875 Punkte
- i7-4770K (3,5 GHz, Stock): 730 Punkte
- i7-3930K (3,2 GHz, Stock): 950 Punkte
TrueCrypt AES-Benchmark (Verschlüsselungsleistung)
- Xeon X5650 (2,67 GHz): 3,5 GB/s
- Xeon X5650 (4,0 GHz): 5,2 GB/s
- i7-4770K (3,5 GHz): 4,8 GB/s
- i7-3930K (3,2 GHz): 5,5 GB/s
Gaming-Performance – Ist der Xeon X5650 spieletauglich?
Getestete Spiele (1080p, hohe Details):
- The Witcher 3
- Battlefield 4
- GTA V
Ergebnisse:
- Xeon X5650 (2,67 GHz): 45-55 FPS
- Xeon X5650 (4,0 GHz): 75-90 FPS
- i7-4770K (3,5 GHz): 80-100 FPS
- i7-3930K (3,2 GHz): 85-105 FPS
Overclocking – Der wahre Trumpf des Xeon X5650
Warum ist der Xeon X5650 ein Overclocking-Geheimtipp?
Während moderne CPUs ab Sandy Bridge den BCLK auf 100 MHz festsetzen, kann man auf Sockel 1366 noch frei über BCLK übertakten.
- Standardtakt: 2,67 GHz (BCLK 133 MHz, Multi 20)
- Overclocking: 4,0 GHz (BCLK 200 MHz, Multi 20)
- VCore für 4,0 GHz: ~1,3V
- Temperaturen (EKL Brocken): ~63°C bei Volllast
Stromverbrauch & Temperaturen
- Idle-Verbrauch: 50W
- Last-Verbrauch (Stock, 2,67 GHz): 135W
- Last-Verbrauch (OC, 4,0 GHz): 190W
Fazit – Lohnt sich ein Xeon X5650 heute noch?
✔ Günstige CPU (~50-80€ gebraucht) mit hohem Overclocking-Potenzial
✔ Leistungsniveau eines i7-3930K bei 4 GHz
✔ Triple-Channel-Speicher sorgt für hohe Bandbreite
✔ Sehr gute Multicore-Performance
✖ Ohne Overclocking schwache Single-Core-Leistung
✖ Alte Plattform ohne native USB 3.0 & PCIe 3.0
✖ Hoher Stromverbrauch bei OC
Fazit: Mit Overclocking ist der Xeon X5650 auch heute noch konkurrenzfähig und eine Top-Wahl für Budget-Gamer und Enthusiasten!
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