Ich finde ähnlich
@INU.ID die Aufteilung auch etwas seltsam, 8 richtige Kerne und 16 kleine Kerne führen zu einem gewissen Ungleichgewicht. Ich denke hier geht es vor allem darum im MC eine sehr sehr hohe Effizienz zu erhalten, sowie um die Größe und Komplexität des Chips gering zu halten. Die 16 kleinen Kerne werden wesentlich weniger DIE Fläche benötigen, so dass der Ausschuss geringer wird.
@gerX7a : Du bist dort ja sehr viel tiefer in der Materie, aber ich bin der Auffassung, dass Intel auch bei AL und RL immer noch ein monolithisches Design fährt, oder? Die Chips sind meines Erachtens nach nicht aus zwei oder mehr einzelnen Chips zusammengefügt.
Jetzt liegt Intel wohl wieder endlich im Fahrplan und können die CPUs ziemlich nah an der ursprünglichen (bzw. schon aktualisierten) Planung auf den Markt werfen. Aber die Daten rund um RL klingen jetzt erstmal nicht sonderlich atemberaubend. Man wird zwar nochmals die MC Leistung dramatisch steigern können, durch die zusätzlichen 8 little Kerne, aber die BIGs werden wohl nicht so der Knaller. Geringe Taktsteigerungen von nur rund 4% und "etwas mehr" IPC zu AL werden nicht ausreichen um die Steigerungen von Zen 4 im SC zu covern. Dort reden wir von vermutlich 30% IPC und 40% Gesamtgewinn gg. Zen3. Damit wird AMD ziemlich sicher die SC Krone holen.
Imm MC wird man sehen müssen, ob es bei 16 Kernen bleibt, oder ob man mit 24 Kernen kontern möchte/muss. Wenn ich mal grob hochrechne, erreichen 8 RL BIGs, ca. 130% von 8 Zen 3 Kernen, die Littles, werden wohl zusätzlich 160% von 8 Zen3 ausmachen. Wenn Zen 4 nun 40% drauflegt, wird dies dennoch nicht ganz reichen, dann reden wir hier immer noch von 10% Mehrleistung eines 24 kernigen RL (zumindest wenn ich mich nicht verrechnet habe). Tendenz ist allerdings eher steigend, da ich hier jetzt keine Taktsteigerungen und IPC Steigerungen bei den Littles eingerechnet habe, ein paar Prozent werden da sicherlich auch bei rumkommen. Dennoch denke ich, dass sich das Spielchen hier drehen könnte und überaschenderweise AMD mit höherer SC Leistung da steht, während Intel plötzlich im MC vorne liegt.
Intel spricht erst ab Meteor Lake (2023) von einem Compute-Tile. nach bisherigem Kennnisstand wird es sich bei Alder Lake mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit und bei Raptor Lake zumindest noch mit hoher Wahrscheinlichkeit um monolithische Designs bzgl. der Cores handeln (bei ADL bzgl. des ganzen Chips). Bei Raptor Lake wäre zumindest denkbar, dass man das Cache-Design mittels EMIB erweitert um mehr Fertigungsflexibilität zu haben, so einen erweiterten L3$ oder eine zusätzliche Stufe als L4$, Stichwort "
Game-Cache". *) Bezüglich der Cores wird aber auch das Compute Tile von Meteor Lake aller Wahrscheinlichkeit nach eine feste Kombination and Performance und Efficiency Cores auf einem Chip bündeln, vielleicht eine 2+4-Kombination oder ggf. eine 4+8-Kombination? Es könnte aber sein, dass eine Ethusiast-CPU dann aus zwei bis vier Compute Tiles bestehen wird.
*) Undenkbar wäre aber auch hier nicht die Verwendung von Foveros oder aber gar, dass man den Chip komplett monolithisch fertigt. Da wird man bzgl. Raptor Lake auch erst mal abwarten müssen. Es gab mal eine Slide mit einem "
improved CPU cache for gaming" drauf. Was das aber nun genau bedeutet, ist bisher noch unklar. Vielleicht betrifft das nicht einmal unmittelbar die Größe sondern eher die Funktionalität?
Darüber hinaus, leistungstechnisch wird man das einfach mal abwarten müssen, ein 8+16-Kerner wird im Mainstream ebenso eine Nische sein wie jetzt schon AMDs 16-Kerner. Dass ist eher für (Semi)Professionals interessant oder das Buhlen um die Gunst der Enthusiast-Gamer. Zumal an grundsätzlichen Mechaniken können PC-Games eh nichts aufwertend schrauben, sondern nur primär mit ein paar kleineren Verbesserungen aufwarten (vielleicht eine dezent bessere Physik und Wegfindung oder schlicht mehr Partikel oder mehr Crowd auf den Straßen). Viel mehr geht grundsätzlich nicht, weil Game-Developer ansonsten die Konsolen überfordern würden und keiner wird einen Port, der sich auf dem PC komplett anders spielt rausbringen und damit sein Konsolen-Produkt deklassieren. (Damit bleiben weitestgehend nur PC-only-Titel für die hochkernigen Modelle.)
Ergänzend zu den Efficient x86 Cores (vormals Gracemont). Die scheinen tatsächlich ein vergleichsweise großer Wurf und mit hauptverantwortlich dafür zu sein, dass sich ADL 8+8 wohl eher mit AMDs 16- als 12-Kerner messen muss.
Intel spricht hier im direkten Vergleich zu Skylake von +40 % mehr Performance bei Iso-Power oder aber im besten Fall von gleicher Performance, dafür aber bei 40 % Power Savings. Im MT sehen die Bestwerte gar noch besser aus. 4 kleine Kerne gegen zwei Skylakes+HT sollen + 80 % mehr Performance aufweisen bei immer noch leicht geringerem Verbrauch. Das sollte man natürlich mit einer gewissen Portion Skepsis mitnehmen, reicht aber immer noch aus, um zu verstehen, dass das eine architektonisch durchaus deutlich größere Entwicklung darstellt.
Zudem scheinen sie das Scheuling mit dem Thread Director als zusätzlicher HW-Einheit, die dem OS-Scheduler erweiterte Informationen bereitstellt, durchaus eine Lösung gefunden zu haben, die bereits eine SW-agnostische Lösung recht vielversprechend aussehen lässt, sodass das optional zusätzliche "Markieren" von Threads in neuerer Software eher noch das Sahehäubchen oben drauf zu sein scheint. Der Thread Director scheint dermaßen granular arbeiten zu können, dass man selbst HighPerf-Threads kurzfristig sinnvoll auf die kleinen Kerne umlegen kann, wenn diese gerade auf Daten warten. Ich denke man darf hier durchaus gespannt sein, was erste echte Benchmarks zu Tage fördern werden.
Ergänzend: Alder Lake tritt auch nicht gegen Zen4 an, diese Aufgabe obliegt Raptor Lake. Die Karten dürften hier aber möglicherweise für AMD gut stehen, dass Raptor Lake nur dranbleiben kann und nicht mehr, jedenfalls wäre ich überrascht, wenn AMD zu wenig Vorteil aus dem 5nm-Prozess ziehen würde. *)
Darüber hinaus ist das aber auch wieder das Sandwich-Problem, denn darauf folgt dann in 2023 schon wieder Meteor Lake ...
*) Die Frage ist aber auch noch, ob die weiteren CPU-Zugewinne im Enthusiast-Segment noch so nennenswert relevant sein werden, denn wenn man sich derart weit von den Konsolen entfernt .... Ich würde eher vermuten, dass die Architekturen aus 2HJ22 einen weitaus größeren oder relevanteren Effekt im Mainstream entfalten werden. Oder aber es scheitert hier wieder einmal daran, dass man den CPUs höhere Taktraten vorenthält?
Darüber hiaus, wenn Intel sich mit der HEDT-Plattform noch Zeit lassen will, wäre ein 24-Kern-Raptor Lake ein naheliegender Kompromiss. Zudem erklärte MLiD schon, dass er weiß, dass AMD einen 24-Kern-Zen4 (3 CCDs) für einen Ryzen im Labor hat (was ein normales Vorgehen ist; Prototypentwicklung). Ob die so etwas dann auch tatsächlich in den Markt bringen werden, wird abzuwarten bleiben, aber sie scheinen sich die Option zumindest offen zu halten, jedoch dürfte das abermals eher für (Semi)Professionals relevant sein und weniger für Gamer.