Ich vermute, dass die PS4/Pro und X1/X von vielen Entwicklern noch solange unterstützt werden bis Sony und Microsoft es entgültig untersagen neue Software dafür zu veröffentlichen.
Das Niveau der Spiele für diese Konsolen Generation ist einfach schon so hoch, dass es für viele Spielekonzepte einfach ausreichend ist, sofern man mit Ladezeiten leben kann. Warum sollte man also sein Spiel exklusiv für PS5/Series Konsolen entwickeln, wenn es auch gut für die Vorgänger umsetzbar ist? Dank Abwärtskompatibilität+ kann man sich sogar den Aufwand für native Versionen sparen und nur ein paar höhere Einstellungen hinterlegen.
Wir sind einfach bei einem Punkt der Spieleentwicklung angekommen, wo immer öfter die Frage gestellt werden muss, ob der Mehraufwand für mehr Realismus überhaupt noch (wirtschaftlich) sinnvoll ist.Insbesondere, wenn die nicht so aufwendigen Handy "Spiele" und comicartige Spiele wie Forrnite/Overwatch, oder auch Counterstrike, die eh auf jedem "Toaster" laufen so erfolgreich sind.
Kommt halt drauf auf, was man möchte. Ich finde, dass sich Spiele seit den letzten 10 Jahren gleich anfühlen. Optisch brauche ich gar nicht so große Sprünge, wenn ich mir die letzten Spiele der alten Generation ansehe. Ghost of Tsushima, TLOU Part II, RDR2 sind allesamt Spiele, die auch heute noch top aussehen. Mich stört es mehr, dass sich auf alten Erfolgsformeln ausgeruht wird. Wir hatten 2008 ein GTA IV auf der PS360, welches, von Auflösung und Framerate mal abgesehen, ein so breites Spektrum an Interaktivität mit der Spielwelt bietet, an das Spiele selbst heute nicht herankommen. 2007 gab es mit Assassins Creed eine Spiel, welches mit neuen Ideen und spannendem Gameplay geglänzt hat. Gears of War hat 2006 die Ära der 3rd Person Deckungsshooter eingeleitet und mit Uncharted von 2007 und Tomb Raider von 2013 haben seither ein aktuelles 3rd Person Abenteuer Genre. Killzone 2 war 2009 ein inszenatorisches Highlight. Das langsame Gameplay, die schweren Waffen, das Trefferfeedback der Gegner, die Mündungsfeuer als dynamische Lichtquelle, ich saß mit offenem Mund davor. Natürlich darf auch ein CoD 4 Modern Warfare und Battlefield Bad Company 2 nicht fehlen, Titel, die der Reihe einfach einen neuen Maßstab verliehen haben. God of war, Far Cry 2, Shadow of the Colossus, Dark Souls ... ich könnte wahrscheinlich noch dutzende Spiele aufzählen, die die Grundlage unserer aktuellen Spiele sind.
Das auf 2006 folgende Jahrzehnt strotzte einfach nur so vor neuen Ideen, großen, neuen IPs und (Konsolen-) Spielen, die sich neu und innovativ anfühlten.
Gefühlt sind die allermeisten der heutigen Blockbuster-Spiele bloß ein hübscher Abklatsch der aufgezählten Games. Selten haut es mich heutzutage aus den Socken, weil ein Spiel mit etwas Neuem auffährt. Ich würde mir vor allem einen großen Schritt in Richtung fortschrittlicherer und glaubwürdigerer K.I. und Physiksimulationen wünschen - da muss noch mehr gehen. Wie gesagt, rein optisch sind wir an einem Punkt, der genügt - natürlich gibt es Luft nach oben - aber das Gameplay hängt noch zu oft 15 Jahre hinterher. Wir haben uns leider mittlerweile dran gewöhnt, nur noch aufgewärmte Kost serviert zu bekommen nach dem Xten Far Cry, dem Xten AC, 10 Jahren GTA5, 500 Remasterd-Versions von Spielen aus "der guten alten Zeit", als eben diese Spiele noch innovativ waren; nicht umsonst verkaufen sich die Remastered / Remakes so gut.