Pravasi schrieb:
Schwarz-Weissdenken.
Ich weiss natürlich was "Recht" ist im Sinne der Gesetztgebung.
Hab ich da irgendwo Zweifel dran aufkommen lassen?
Allerdings nehme ich auch für mich in Anspruch zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit unterscheiden zu dürfen.
Gesetzt sind ein notwendiges Konstrukt.
Aber auch wenn sie nach bestem Wissen und Gewissen gemacht werden,lässt sich nicht verhindern,dass einiges durch deren Maschen fällt. Das ist so bestimmt nicht gewollt,muss aber hingenommen werden um Handlungsfähigkeit zu gewährleisten.
Das eine Kassiererin wegen Unterschlagung eines 30 Cent Pfandbons fristlos gekündigt wird ist Recht.
Das ein Manager der (unser aller)Steuern hinterzieht in Millionenhöhe mit einer fetten Pension(unser Geld) verabschiedet wird ist auch Recht.
Das Volk ist damit durchaus nicht einverstanden,weil so etwas ganz klar die Diskrepanz zwischen Recht und Gerechtigkeit,bzw.den moralischen Werten wiederspiegelt.
Man muss soetwas aber halt hinnehmen um die allgemeine Funktionalität unseres Systems aufrecht zu erhalten. Da wird eben eine gewisse Kompromisfähigkeit vorrausgesetzt.
Es kann natürlich nicht für jeden individuellen Fall ein eigenes Gesetzt gemacht werden,also wird wohl oder übel pauschlisiert.
Beispiele hierfür lassen sich in allen Bereichen der Rechtsprechung finden.
Auf Raubkopierer bezogen heisst das,dass wenn ich ein Spiel kopiere anstatt zu kaufen einen Schaden anrichte. Ich bringe jemanden um sein Geld.
Wenn ich jedoch ein Spiel,welches ich eh nicht gekauft hätte mir kopiere,dann entsteht tatsächlich kein Schaden.
Nur-wie soll man so etwas im Zweifelsfall auseinanderhalten? Das wird wohl nicht gehen. Also muss man pauschalisieren. Entweder oder sozusagen. Das ist Pragmatismus. Ohne geht es nicht.
Aber mit Moral hat das genauso wenig zu tun wie mit "Gerechtigkeit".
Du hast es jetzt ja fast verstanden mit dem Schaden der angerichtet wird - denk weiter darueber nach !!!
Bestraft gehört, der der weiß dass er ein Gesetz bricht und Verbotenes anstellt. Daher wirst Du hier in Deutschland auch für das "Fahren-über-eine-rote-Ampel" betraft. In Italien dagegen ist eine rote Ampel ja nur ein Vorschlag.
Ausrede: "wird dabei jemand geschaedigt" Klar, das Gesetz. Das Recht auf kalkulierbares Verhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers. Leider kommen durch solche " ich-nehm-hier-mal-eine-persönliche-Freiheit-und-Rechtsauffassung-in-Anspruch " auch immer wieder mal Menschen zu Schaden.
Wenn dann dabei mal was passiert gibt's in schöner Regelmaessigkeit auch immer wieder jede Menge kluger Ausreden.
Ich wüsste gerne wie Du einem Richter plausibel erklärst, dass Du dieses Spiel ja nur runtergeladen hast, weil es da war, es Dich aber gar nicht interressiert hat und Du es eh nicht gekauft hättest (fassungsloses Kopfschütteln !)
Eine Argumentation dass dieses Recht in Deinen Augen nicht gerecht seih wird da sicherlich kaum Bestand haben. Gesetze sind pragmatischerweise pauschalisiert, denn sie müssen allgemeingueltig sein !
Ich glaube nicht dass Du Dich aus diesem Rechtsrahmen ausnehmen kannst, dafür müsstest Du schon weiter wegziehen. Wie wir hier lesen konnten wohl bis in die Schweiz. Allerdings weiss ich auch nicht, ob man dort in solchen Rechtsauslegungsdingen kompromissfaehiger ist als hier in "good-old-Germany"
Ich persönlich glaube nicht , dass unsereins heutzutage einen rechtsfreien Spielraum erkennen kann. Oder bist du in rechtlichen Dingen so bewandert ? Was gehoert zum schuldhaften Handeln ? Gefühltes Recht und Rechtsprechung sind zwei paar Schuh - da muss ich Dir zustimmen.
Verteidige für Dich ruhig weiterhin das Raubkopieren , aber rechtlich sieht's einfach n' bisschen anders aus, als Du's vielleicht wahr haben willst.