[Politik] Guttenberg: Vom Kanzlerkandidaten zum Ex-Minister

Finder ihr es richtig, dass Guttenberg zurückgetreten ist?

  • Ja, war aber viel zu spät,...(siehe Kommentar)

    Stimmen: 32 29,1%
  • Ja

    Stimmen: 25 22,7%
  • Nein

    Stimmen: 50 45,5%
  • weiß nicht

    Stimmen: 3 2,7%

  • Umfrageteilnehmer
    110
@Woohoo

Zu dir will ich lieber garnicht ins Detail gehen. Sonst gibt mir Ruyven mal zu Recht eine Abmahnung.
Nur so viel: Solche Leute wie du, machen unser Land kaputt. Du solltest dich schämen, derlei Unterstellungen bezgl. dieser jungen Soldaten zu machen, die in Afghanistan auf brutale Weise ums Leben kamen.

Was zu Guttenberg da gesagt hatte, war völlig gerechtfertigt. Die Mehrheit der Bürger sind doch nur noch Huren der Presse, die am Sprachrohr der Medien saugen, alles gäbe es kein besseres Gefühl. Da wiegen Plagiatsvorwürfe schlimmer und werden öfters in der Öffentlichkeit angesprochen als dass man um diese jungen Soldaten trauert, oder um die anderen Menschen, die in den letzten Wochen ums Leben kamen.

Armes Deutschland. Kein Respekt vor dem Leben.
Albert Schweitzer würde sich im Grabe rumdrehen.

@AMDFAN

Du scheinst meinen Text falsch verstanden zu haben. Ich habe den Tod der Soldaten nie für gut empfunden oder ähnliches. Und was habe ich den Soldaten unterstellt?
Nur bedient sich K.T. v. G. derer. Er hat sich geschickt versucht rauszureden, wie immer von sich abzulenken und die meisten fallen darauf herein.

Vor allem hat er mit der Bild eng zusammengarbeitet, nur weiß man hier nicht ganz wer Hure und wer Zuhälter war.
 
Zuletzt bearbeitet:
@AMDFAN

Du scheinst meinen Text falsch verstanden zu haben. Ich habe den Tod der Soldaten nie für gut empfunden oder ähnliches. Und was habe ich den Soldaten unterstellt?
Nur bedient sich K.T. v. G. derer. Er hat sich geschickt versucht rauszureden, wie immer von sich abzulenken und die meisten fallen darauf herein.

Vor allem hat er mit der Bild eng zusammengarbeitet, nur weiß man hier nicht ganz wer Hure und wer Zuhälter war.

Er hat genau einmal erwähnt, dass das Thema doch bitte von seiner Person zurück zu den wirklich wichtigen Dingen wie eben die toten Soldaten und den Libyen Konflikt kommen sollte.

Das hat in erster Form nichts mit Opportunismus zu tun. Eher mit Realismus. Den Realismus, den die Opposition und einige Vertreter der CDU/CSU/FDP (die in der Tat opportunistisch sind) vollends verloren haben.
 
Es war sein Rücktritt wegen Betrug, da will ich nichts von toten Soldaten und Libyenkrise hören. Das sind andere sehr wichtige Themen stimmt. Hatte aber mit seinem Rücktritt nichts zu tun.
Diesen Themen kann man sich jetzt widmen.
 
Was ich irgendwie grade feststellen muss ist das der Sinn meines Ursprünglichen Threads missbraucht wurde.(Ursprüngliches Thema: "[Politik] Zu Gutenberg bei Kerner, Merkel mit Blitzbesuch, Setzt zu Gutenberg den Fuß ins Kanzleramt?"

..und mal eben in der Überschrift und Co. rumgemogelt wurde...Man hätte auch ein neues Thema daraus machen können...da ja die Diskussion scheibar irgendwann einmal in eine andere Richtung ging. An dieser Stelle werden von der Moderation gern mal Themen geschlossen oder gesplittet...

Der Übergang in der Diskussion war fließend, beide Themenkomplexe beschäftig(t)en sich mit Zukunft, Wirken und Leben von KTGuttenberg (genaugenommen gibt der zweite Themenkomplex die abschließende Antwort auf die Ursprungsfrage: "So schnell garantiert nicht") und einige Grundfragen (z.B. "Hat er jemals etwas geleistet?") ziehen sich als roter Faden durch beide Teile. Ein Split war hier nicht nötig. Hätte man die aktuelle Diskussion ausgelagert, hätte man den alten Thread schließen müssen - so hat man alles zu Guttenberg in einem Thread gesammelt. Kann man auch anders machen, aber bislang hat es niemanden gestört.

Traurig an dieser Tatsache ist wie hartnäckig man solch ein Ziel doch durch die ganzen politischen Reihen verfolgen konnte. Sowas funktioniert bei den Herren scheinbar nicht was alles andere Angeht, wie z. B.:
Steuerreform, Harz4, Ende der Atomkraft, Gerechtigkeit, Abbau der Sozialungleichheit, Abzug aus Afganistan, Einführen geringerer Diäten, Anstreben erneuerbarer Energien und Auflösen der Lobbymacht der Stromkonzerne....

Afghanistan, Atom und EEG wurden von den entsprechenden Oppositionsgruppen sehr lange und ausführlich hochgehalten, HartzIV von Grünen und Linke bis heute (die SPD hat sich halt vermerkeln lassen :ka:) und für Steuern/Diäten/(soziale)Gerechtigkeit gabs schon länger keine Ansätze.
Was die Akte Guttenberg von diesen Themen unterscheidet, ist der Medienaspekt: Wenn man mit der BILD regiert und eine Salamitaktik fährt, bei der es jeden Tag was neues zu berichten gibt, dann braucht man sich über ein reichhaltiges Echo nicht zu wundern. Es wäre schön, wenn die Medien ihre Themenwahl nach der Bedeutung treffen würden (niedrig wäre ein betrügender, lügender Minister aber auch dann nicht) und andauernde Problematiken nicht unter den Tisch fallen lassen, nur weil die Regierung sie unterm Teppich hält und die Opposition längst alles gesagt hat - aber sie tun es nicht und z.B. im Falle gewisser Gesetzesvorlagen hat sich auch KTG das schon zu nuze gemacht.
Diesmal hat er sich stattdessen mit den Medien angelegt (Statements nur für bevozugte Journalisten,...) - ganz dumme Idee, wenn man durch die Medien erst zu dem gemacht wurde, was man ist.


Jetzt wurden angeblich insgesamt 80 Strafanzeigen gegen Herrn zu Guttenberg erhoben, alleine in Hof.

Wann kommt endlich das neue Gesetz zur Verhinderung eben genau solcher Steuergeldverschwendungen? Ist ja nun schon eine Weile im Gespräch. Derlei Spießbürger gehören einfach bestraft. Kann ja wohl nicht angehen, dass hier einigen so langweilig ist, dass sie alles und jedem anzeigen und Dauergast beim Verfassungsgericht sind.

Die letzte Gesetzesvorlage zur Aushebelung des Rechtstaates gab es iirc 1933. Aufgrund andauernder Nachwirkungen denke ich nicht, dass so schnell eine weitere kommt.

Da wiegen Plagiatsvorwürfe schlimmer und werden öfters in der Öffentlichkeit angesprochen als dass man um diese jungen Soldaten trauert, oder um die anderen Menschen, die in den letzten Wochen ums Leben kamen.

Ich weiß nicht, wie du trauerst - aber ich denke, die meisten Menschen machen das nicht in Form von Debatten oder großen Zeitungsartikeln, sondenr im inneren. Ein Minister, dem man nicht mehr vertrauen kann,... ist dagegen sehr wohl ein öffentliches Thema.
(abgesehen davon trauern in der Tat wenige Leute um Menschen, die ihnen nichts bedeutet haben. Das mag man humanistisch falsch halten, aber wenn einen Blick auf diesen Planeten wirft, dann ist ein überlebenswichtiger Schutzmechanismus. Es dürften in der gleichen Stunde einige 100 Menschen auf unnatürliche Weise gestorben sein, die dieses Risiko nicht freiwillig eingegangen sind und die keine Möglichkeit hatten, es zu beeinflussen)


Er hat genau einmal erwähnt, dass das Thema doch bitte von seiner Person zurück zu den wirklich wichtigen Dingen wie eben die toten Soldaten und den Libyen Konflikt kommen sollte.

Da Libyen keine Beachtung findet, kann man nun wirklich nicht behaupten. Und die zwei Soldaten - siehe oben. Tragisch für die Angehörigen, aber was für ein Thema erwächst daraus? Was soll man da wichtiges diskutieren? Das Soldaten Soldaten sind?
 
AW: [Politik] Zu Gutenberg bei Kerner, Merkel mit Blitzbesuch, Setzt zu Gutenberg den Fuß ins Kanzleramt?

Für mich ist das Thema Guttenberg ein folgendes:

"Totalversagen der Menschlichkeit auf Politischer Ebene"

Herzlichen Glückwunsch an alle Politischen Kabarettisten...Herr Gutenberg wurde nun erfolgreich aus dem Amt geeckelt. Man hat ihn ja schon seit Amtsantritt gegängelt, mit diversten Vorwürfen malträtiert.

Traurig an dieser Tatsache ist wie hartnäckig man solch ein Ziel doch durch die ganzen politischen Reihen verfolgen konnte. Sowas funktioniert bei den Herren scheinbar nicht was alles andere Angeht, wie z. B.:
Steuerreform, Harz4, Ende der Atomkraft, Gerechtigkeit, Abbau der Sozialungleichheit, Abzug aus Afganistan, Einführen geringerer Diäten, Anstreben erneuerbarer Energien und Auflösen der Lobbymacht der Stromkonzerne....

Die meisten der von Dir aufgezählten Punkte gehen mir auch gewaltig gegen den Strich. Geringere Diäten würde ich aber ausnehmen; sie sollten schon gut bezahlt werden; stören würden mich da eher die ganzen zusätzlichen Aufsichtsratsposten von einigen der Herren.
Dann würde ich noch den ganzen Lobbyismus allgemein, nicht nur den der Stromkonzerne anprangern. Abbau von Bürgerrechten/Überwachung wäre für mich ein weiteres wichtiges Thema... usw. usf.

Allerdings: Das ändert für micht absolut nichts daran, dass zu Guttenbergs Rücktritt erorderlich war.
Und: Wo hat er denn konkret anders gehandelt?

das meinte ich nicht, ich sehe nur den weitestgehenden Zusammenhang...seit Amtsantritt konnte der Mann nicht vernünftig arbeiten. Alle Entscheidungen wurden mit besonderer Kritik bestimmt, ok ist nun mal so..nur fällt es bei Ihm besonders auf...was da auf seinem Rücken ausgetragen wurde ist für mich als Bürger nicht nachvollziehbar..Alle hatten wohl bis auf Angie angst vor dem jungen Politiker auf dem Bayrischen Land..und dafür musste der Streber halt verprügelt werden..wie wiederwertig und niedrig ist sowas? In den Schulen gibt es auch immer einen den sie gegängelt haben...auf Politischer Ebene halt er...ecklig sowas ich verabscheue alle Menschen die so etwas machen...:kotz:

danke..

Gleich bei seinem Amtsantritt hat er sich selbst gleich mal aus dem Fenster gelehnt und (voreilig) Stellung zum Luftangriff in Afghanistan bezogen. Und ohne groß zu recherchieren zügig Leute aus dem Stab entlassen. Wie er das ja vor kurzem in Bezug auf die Gorch Fock gehandhabt hatte. An einem Tag spricht er davon, dass gründlich untersucht werden muß - am nächsten hat er den Kapitän schon abgesetzt. Der Druck (besonders der Bildenden) Medien war da aber bestimmt nicht ausschlaggebend. :devil:

Wenn ich Deine Beschreibung des armen kleinen Theodor lese, der von den bösen Leuten gehänselt und abserviert wurde,
was sich anscheinend mit der Meinung vieler deckt, kommt es mir vor wie bei (Möchtegern-) Popstars, für die die Fans eintreten ohne Wenn und Aber und bei Kritik, sei sie auch noch so berechtigt, blind verteidigt wird.. :ka:
 
Er hat genau einmal erwähnt, dass das Thema doch bitte von seiner Person zurück zu den wirklich wichtigen Dingen wie eben die toten Soldaten und den Libyen Konflikt kommen sollte.

Das hat in erster Form nichts mit Opportunismus zu tun. Eher mit Realismus. Den Realismus, den die Opposition und einige Vertreter der CDU/CSU/FDP (die in der Tat opportunistisch sind) vollends verloren haben.

Bei seinem Abtritt. Und genau das fand ich so absolut perfide von ihm. Er hat die Soldaten instrumentalisiert!!
Auf die Art "Ich hätte ja weiter gemacht - aber statt meine armen Soldaten, welche in Afghanistan verrecken zu thematisieren, wird über meinen kleinen Fauxpax hergezogen" Welch ein edler Märtyrer PFUI!!

Wie auch seine ganze Rede darauf angelegt war, sich als Opfer darzustellen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bei seinem Abtritt. Und genau das fand ich so absolut perfide von ihm. Er hat die Soldaten instrumentalisiert!!
Auf die Art "Ich hätte ja weiter gemacht - aber statt über meine armen Soldaten, welche in Afghanistan verrecken, wird über meinen kleinen Fauxpax hergezogen" Welch ein edler Märtyrer PFUI!!

Wie auch seine ganze Rede darauf angelegt war, sich als Opfer darzustellen.

/Sign

Zitat aus seiner Rede:
Nachdem dieser Tage viel über Anstand diskutiert wurde, war es für mich gerade eine Frage des Anstandes zunächst die drei gefallenen Soldaten mit Würde zu Grabe zu tragen und nicht erneut ihr Gedenken durch Debatten über meine Person überlagern zu lassen. Es war auch ein Gebot der Verantwortung gegenüber diesen, ja gegenüber allen Soldaten.
So ein A********! Als ob es die Familien scheren würde, ob der Verteidigungsminister am Sarg steht. Und dann versteckt er sich auch noch hinter ihnen. :kotz:
 
So siehts aus, der einzige der sich beschämend gegenüber den Soldater verhalten war er selbst.. Würde es ihm menschlich auch nur annähernd so nahe gehen wie er es versucht darzustellen hätte er auf den Vergleich verzichtet und mal Eier bewiesen..

Immer wieder aufs neue erschreckend, wie blind sich manche Leute stellen können.. Wer sich wirklich ernsthaft objektiv mit dem Thema beschäftigt muss blind sein, wenn er nach wie vor versucht für ihn zu argumentieren. Aber es ist wohl wirklich so:
Gepanschte Weine schmecken nicht trotz, sondern wegen des Betruges gut. Die Täuschung ist der Kern ihrer Beliebtheit.
Die Jäger sind btw noch immer mit offenen Augen dabei ;)
"Ich war immer bereit zu kämpfen, doch die Grenzen meiner Kräfte waren erreicht".
(Star Trek II- Der Zorn des Khan.) Er kann's nicht lassen.
 
Zitat aus seiner Rede:
So ein A********! Als ob es die Familien scheren würde, ob der Verteidigungsminister am Sarg steht. Und dann versteckt er sich auch noch hinter ihnen. :kotz:

Tja, der politischen Lichtgestalt wurde der Stecker gezogen und er kann nicht verstehen, wieso. :ugly:
Dabei hat er sich ja nichts zu Schulden kommen lassen, nur kann er den Ghostwriter nicht öffentlich beschuldigen eine miese Arbeit geschrieben zu haben (obwohl Buyreuth ja offensichtlich geschmiert war).
Daher schiebt er das immer noch von sich, will andere verantwortlich machen, versteckt sich hinter anderen Dingen.
Hoffentlich kommt der nie wieder.
 
Die Jäger sind btw noch immer mit offenen Augen dabei ;)

Da bedient er sich auch noch bei den Trekkies (aber immerhin mal eine gute Referenz :-D )

Unglaublich, irgendwie wird er mir fehlen :lol:

wobei er wohl wiederkommt - es soll ja jetzt auch eine Facebook-Gruppe geben, die sich
dafür stark macht. - mit zigtausenden die sich anschlossen, laut Medien - Stichwort "Popstars",
wie vorhin erwähnt :klatsch:
 
Naja er hat ja auch nicht davon geredet, das er sich aus der Partei verabschiedet, da geht noch was. :D
 
Aber er hat schon mal alle Ämter nieder gelegt und ist jetzt nur noch Baron. :D

Erschreckend finde ich, dass 50% aller User, die abgestimmt haben, auf Seite der zu Guttenberg Liebhaber sind. :ugly:
 
Dat smarteste zur Nachbetrachtung der Causa Guttenberg stammt bislang von... *trommelwirbel* @haekelschwein:

auf Netzpolitik.org
"Es bringt nichts, sich über unpolitische Menschen mit einfacherer Bildung lustig zu machen.

Was sollen die daraufhin tun, plötzlich klug werden? Wie soll das gehen?

Stattdessen muss man sie da abholen und annehmen, wo sie sich emotional und intellektuell befinden. Das ist nicht die abstrakte Welt dröger Politik mit ihren ellenlangen Diskussionen und meterhohen Papierstapeln, sondern es ist die Welt des Events, der Tat, der bewegenden Bilder.

Wer nur Boulevardmedien konsumiert, aber kaum seriöse Zeitungen oder Bücher liest, für den ist alles unterhalb von Superstars, Sensationen und Riesenwirbeln jenseits der Wahrnehmungsschwelle, für den gibt es nur total toll oder total *******.

Guttenberg war seit langem der erste Politiker, der es über die Wahrnehmungsschwelle dieser Bevölkerungsgruppe geschafft hat, alle übrigen verschwimmen in ihren Augen in derselben grauen Masse.

Dass er Politiker war, erschien aber nur als Anlass, über ihn zu berichten, nicht jedoch als Inhalt der Boulevardberichte. Deren Konsumenten interessieren sich auch nicht für Politik, sondern für schillernde Prominente.

Guttenbergs Beliebtheit bei dieser Schicht leidet deshalb auch nicht unter seinen Fehlern als Politiker, weil seine Fans gar nicht genau sagen könnten, worin dessen Politik eigentlich besteht, sondern sie sind sich lediglich sicher, dass ein Mensch, der ihnen derart sympathisch ist, auch auf diesem obskuren Feld namens Politik etwas Großes leistet.

Alle Gegenargumente, die Guttenbergs politische Versäumnisse aufzählen, verfangen deshalb nicht. Genauso wenig wie man einer verliebten Teenagerin den nichtsnutzigen Freund ausreden könnte, denn sie liebt ihn ja nicht wegen seines beruflichen Erfolgs. Im Gegenteil verstärkt man in beiden Fällen nur die Anziehung, weil man Trotz erzeugt und ein Bedürfnis, das Objekt seiner Liebe zu verteidigen.

Ein Großteil der Guttenberger scheint mir aus den Gruppen der Nichtwähler und der politisch Uninteressierten zu kommen und sich jetzt erstmals in eine politische Diskussion einzuschalten. Das erklärt auch, warum in vielen Foren so viele Neumitglieder ohne vorherige Beiträge sich für Guttenberg einsetzen. Das ist wohl kein Astroturfing, sondern die haben sich vorher eben nie für Politik interessiert, und jetzt interessieren sie sich zumindest für einen Politiker, allerdings auch nicht wegen dessen Politik, sondern wegen seiner Starqualitäten.

Dadurch unterscheiden sich diese Guttenberger auch von CSUlern. Die CSUler unterstützen Guttenberg, um ihre Politik nicht zu beschädigen. Die Guttenberger unterstützen Guttenbergs (unbekannte) Politik, um Guttenberg nicht zu beschädigen.

Statt Häme über die Guttenberger auszuschütten, sollten sich Bildungsbürger und etablierte Parteien überlegen, wie sie die Alltagspolitik verständlicher, aber auch mal spannender und begeisternder verkaufen könnten, damit nicht nur Buchstabenfresser sich dafür interessieren, sondern auch Menschen mit weniger Abstraktionsvermögen. Warum kann eine Regierungserklärung nicht so mitreißend sein wie eine Apple-Keynote? Man kann doch politische Themen auch mal mit Schwung und Begeisterung verkaufen. Die Boulevardmedien wiederum sollten sich fragen lassen, ob Personalisierung und ständiges emotionales Dauerfeuer der einzige Weg sein muss, die Zielgruppe anzusprechen, oder ob man nicht mal ein paar Gänge zurückschalten kann; wer ständig Überwürztes isst, verliert das Gespür für die feineren Geschmacksnuancen.

Nehmen wir also die Trauer der Guttenberger ernst, sie haben wirklich etwas verloren. Und das Verlorene sollte man ihnen auch zurückgeben, aber nicht in der Person Guttenbergs, sondern indem man ein wenig vom Auftreten und vom Verkäufertalent Guttenbergs in die für viele allzu graue Politikwelt übernimmt. Man kann von Guttenberg durchaus lernen, wie man Begeisterung erzeugt, wie man Tatkraft ausstrahlt, wie man Menschen für sich gewinnt. Das sind Dinge, die auch ehrliche Politiker durchaus plagiieren dürfen, und dabei muss die politische Substanz keineswegs auf der Strecke bleiben.
"
 
Also an sich ein sehr schönes Resümé, aber an der Stelle hier musste ich an meine heutige Mittagspause denken:
Man kann doch politische Themen auch mal mit Schwung und Begeisterung verkaufen.

Bei uns in Sachsen-Anhalt stehen ja nun auch die Landtagswahlen an (jaja nicht nur Hamburg und BW sind dran ;)) und da stand da heute ein SPD-Marktschreier (In Lautstärke, Ausdruck sowie inhaltlichem Tiefgang hinkt der Vergleich leider so gar nicht) aufm Platz dem ich bei meiner Nahrungssuche unweigerlich zuhören musste. Der verstand es durchaus seine Sache mit "Schwung und Begeisterung" zu verkaufen, aber auf eine Art und Weise die mir nur Angst machte, da wurden Phrasen gedroschen und Dinge angemahnt die bei erstaunlich vielen wieder ein Nicken bewirkten, da wurde über "die da oben" gehetzt, wie sie die Steuergelder verbraten, die Hartz IV Reform boykottieren und sich überhaupt nicht um den kleinen Mann scheren und haste nich, kannste nich.. Aber was er mit seiner Partei ändern wollte kam irgendwie nicht rüber, ein Programm was man für welche Bevölkerungsgruppe tun wolle blieb er uns irgendwie auch schuldig.. Aber dafür hatte seine Rede "Schwung und Begeisterung" die traf sicher auch den Nerv von vielen aber eben auch nur auf der Ebene, die die Abscheu vor den anderen darstellen sollte.. Hätte er ernshaft probiert Vorschläge zumachen was seine Partei besser machen wolle, wäre entweder recht schnell Schluss gewesen oder aber er hätte sich in Details verloren, die am Ende keine Chance lassen etwas mit so inbrünstigen Enthusiasmus vorzutragen. Da ists einfacher Probleme zu nennen und sich darüber auszulassen was falsch gemacht wird, so gewinnt man Gehör, so erreicht man die oben genannte Bevölkerungsschicht.. Viel mehr traue ich ihr aber irgendwie nicht zu.. dafür konnte man auf zu vielen Stirnen ein "er hat doch aber recht" lesen..
 
Dat smarteste zur Nachbetrachtung der Causa Guttenberg stammt bislang von... *trommelwirbel* @haekelschwein:

Jep, schon ein guter Beitrag von haekelschwein.
Zugute halten muß man den Politikern allerdings, dass
so einige Sachverhalte schwierig zu vermitteln
sind. Nicht nur in ein paar Sätzen, wie ihnen oft von den
Medien abverlangt wird.

Leider verfängt ja z. B. bei den Rechten oft die Masche (scheinbar)
einfache Lösungen zu bieten.
 
Dank Guttenbergs Rücktritt haben wir jetzt einen interessanten Innenminister.
Der sich sofort viele Feinde gemacht hat und direkt seine Standhaftigkeit unter Beweis stellen muss.
 
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