Plexiglasbiegen im Eigenbau - Rechenfrage

ILastSamuraiI

Freizeitschrauber(in)
Ich plane momentan gerade mein Casecon und hab (auch hier im Forum!) schon einige Probleme lösen können. Inzwischen bin ich fast soweit mit dem Bau anzufangen.
Ein Problem spuckt mir aber noch im Kopf herum. Wer mein Tagebuch aus meiner Signatur gelesen hat weiß, das ich schon Plexiglas gebogen habe. Aber nur mit einem Heißluftfön. Das ist nicht perfekt und geht auf größeren Breiten wahrscheinlich auch nicht so gut. Da das Case aber gebogene Plexiglasteile benötigt habe ich ein bisschen im Internet gesucht und bin auf das hier gestoßen.

Am liebsten würde ich auch so eine Vorrichtung bauen und nutzen. Aber dabei stellen sich mir 2 Fragen:

-Warum wird der Draht nur zwischen den beiden Schrauben warm? Ich will ja nicht alles drum herum mit abfackeln^^
-Wie ist das allgemein mit den Werten? Es muss ja alles auf ca. 160° erwärmt werden um zu biegen. Weniger ist schlecht, mehr macht das Plexiglas kaputt. Was muss ich da für einen Draht bzw. für eine Quelle nehmen?

Der Draht soll 1m lang werden. Das Profil damit natürlich auch. Breite wären ca. 5cm. Als Netzteil hätte ich noch ein 4,9V 450mA Netzteil übrig. Kp ob das reicht. Ich hab bei meinen Recherchen nirgendwo ein Formel gefunden, mit der man die Temperatur berechnen könnte. Dabei sollte das doch eigentlich gehen?!
 
Danke dir bin auf eine super mega geile ide gekommen wie ich bei mir die Plexiglas einbaue ;D

also ich zahle besser fur die sachen...
Oder bestele so ein Plexiglas
 
Du solltest nen Untergrund haben der nicht so schnell brennt. Wir haben das in der schule auch. Gebogen wird auf einem Handwerkstisch aus Holz jedoch kommt unter den Draht noch eine Metallplatte wie die man auch beim Löten verwendet. Der Draht benötigt ca. 10 V
 
@G1K777 Ich hab jetzt nicht ganz verstanden, was du sagen willst, freut mich aber wenn ich helfen konnte^^.
@jeX96 Ich werde ein Metallprofil unterlegen. Aber bei dem Netzteil brauche ich dann wohl noch ein neues ;)
 
Der Draht wird zwischen den beiden Klemmen warm (also da, wo der Strom durch fließt).
Wie du im Detailfoto von Schritt 1 sehen kannst, glüht er auch zwischen der Klemme und der Schraube. Du solltest also auch auf jeden Fall Klemmen ohne Kunststoffisolierung nehmen, sonst fängts schnell an zu stinken ;)

Die Temperaturberechnung wird recht schwer, da hier einiges an Thermodynamik mit rein spielt (Thermischer Übergangswiderstand vom Draht zur Luft, Abstand zwischen Draht und Plexiglas, Wärmekapazität der Aluleiste, Wärmeableitung über die Aluleiste an die Umgebung, Konvektion der Luft).

Hier gibts ein Datenblatt, in dem die benötigte Stromstärke für verschiedene Drahttemperaturen und Drähte angegeben wird (hoffentlich funktioniert der Link). Um das Plexiglas auf 160°C zu bekommen sollte der Draht dann schon irgendwas zwischen 200 und 300 °C erreichen.

Über den Widerstandswert deines Drahts und den Strom kannst du dir dann die Spannung ausrechnen, die dein Netzteil mindestens bei diesem Strom liefern können muss:

Spannung [in Volt] = Strom [in Ampère] * Widerstand [in Ohm pro Meter] * Drahtlänge [in Meter]

Ziemlich sicher ist aber, dass dir 4.5V und 450mA auf einem Meter nicht reichen werden ;)
Der Draht darf ja schließlich auch nicht zu dünn sein, sonst reißt er zu leicht.

Ein Regelbares Labornetzteil ist in dem Fall natürlich die beste Wahl, da du dann mit den Werten spielen kannst, bis du die für dich optimale Temperatur hinbekommst.
Ein bisschen kannst du auch an der Temeratur spielen, wenn du die Klemmen auf dem Draht verschiebbar machst: Je kleiner der Abstand zwischen den Klemmen, desto höher natürlich der Strom und auch die Temperatur.
 
Kennst du die alten Badezimmer-Heizstrahler? Damit kannst du locker eine Platte bis 1 Meter biegen.

Wenn sie nicht zu dick ist geht's aber auch mit ner Heißluftpistole: Oberhalb und unterhalb der Biegekante beidseitig Holzleisten mit Einhandklemmen oder Zwingen befestigen.
Den Zwischenraum jetzt gleichmäßig (am besten beidseitig) erwärmen.

Guck mal hier, da gibt's Tipps zur Plexiverarbeitung (ganz unten auch biegen)
 
Na da sehe ich wieder, das es immer eine gute Idee ist nochmal im Forum nachzufragen ;) Auf die Idee mit dem Heizstrahler war ich noch gar nicht gekommen. Meint ihr der hier wäre ausreichend?

Was das Biegen an sich angeht, da habe ich schon Erfahrung (siehe Signatur); trotzdem Danke für den Link. Allerdings habe ich bisher nur ca 20cm Breite Streifen mit einer Heißluftpistole gebogen. Für 70cm + reicht das nicht ganz ums gleichmäßig zu erwärmen. Aber wenn der Strahler genug Hitze produziert sollte das für die Breite reichen, wenn ich ihn ein vielleicht einem halben Meter Entfernung aufhänge. Da muss ich dann nur den Rest irgendwie gut abschirmen und vorher noch einmal testen.
 
Hey,

nur so theoretisch, wäre es nicht auch möglich ein normales Metallrohr zu nehmen und die Heißluftpistole dann so zu befestigen, dass sie durch das Rohr pustet?

Dann am besten mit nem Thermometer die Temperatur kontrollieren und dann um das rohr biegen.
 
Hab ich auch schon überlegt gehabt. Aber ersten befürchte ich, das das Rohr sehr ungleichmäßig heiß wird, und eventuell gar nicht warm genug. Müsste ich mir eventuell ein möglichst dünnes mit gut wärmeleitendem Material suchen.
Das größere Problem ist aber, das es nicht so einfach ist, dann den Winkel genau zu bestimmen. Irgendwie müsste ich dann ein Form um das Rohr rum bauen. Ist aber auch in meinen Überlegungen enthalten^^.
 
Ich habe das so gemacht:

Zwei Heißluftgebläse von beiden Seiten in ein Kupferrohr reinblasen lassen und dann nach unten weg mehrere Löcher gemacht (sehr weit in der Mitte) wo die Luft wieder raus geht! Funktionier sehr gut wird auch gleichmässig warm!

Das Kupferrohr ist bei mir so dich das ich die Heißluftgebläse locker einstecken kann!

Könnte man dann in feuerfeste Steine Löcher machen und das Kupferrohr durchstecken daran dann ein Blatt Papier and einen Stein machen(darf nicht das Kupferrohr berühren) wo die Winkel drauf gezeichnet sind!
 
Also ich benutze auch einen Wickeltischheizstrahler zum biegen. :D

Der Vorteil ist, dass das Plexiglas eigentlich hauptsächlich durch die Infrarotstrahlung erhitz wird und nicht durch Wärmekonvektion, also die heiße Luft. So denke ich ist es auch beim heiß draht.
Der Vorteil ist, dass du Teile die nicht gebogen werden sollen einfach durch einen reflektierenden Überzug schützen kannst, z.B. Alufolie.
Außerdem haben die Strahler je nach Ausführung eine länge von 50cm bis zu einem Meter, was eine gleichmäßige Erwärmung gut ermöglichen sollte.
 
Danke für die vielen Tipps, aber ich glaube ich werde das dann erstmal mit dem Strahler testen. Das ist noch am wenigstens Aufwand. Spricht irgendwas gegen den, den ich verlinkt habe? Ne Menge Watt hat der jedenfalls... sollte zum Aufheizen reichen oder?

@icecold: Wie lange erhitzt du das dann immer (ca)?
 
Also ich habe bisher immer mit 3mm dicken Plexiglas gebogen und die Streifen waren recht dünn (<10mm Breite).
Das erhitzten war dabei immer etwa eine Minute, wobei ich da nicht umbedingt auf die Uhr geschaut habe. Ist also nur geschätzt.
Aber allzu lange, also >5min sollte es auch bei dickeren Platten nicht sein.
Vorallem solltest du dir dann überlegen, wie du die Platten gleichmäßig warm bekommst (also oben und unten).
 
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