Plexiglas Bohren, Gewindeschneiden

Je nach Länge des Bohrers kann man den ohne Probleme mehr als 5 mal neu anschleifen.
Man muss es nur drauf haben. Ist garnicht so einfach alle Winkel und Freiflächen so hinzubekommen wie es sein sollte :hail:
 
ich les mal nicht alles, da ich faul bin, sondern geb generell mein satement, wie ich das mache.
also ich hab erst mit einer normalen bohrmaschine gearbeitet und nutze nun eine super tischbohrmaschine für satte 25€ ^^

Für G1/4 hab ich einen 11,8 Kernlochbohrer von gw-werkzeuge.de. Gewindeschneiden mach ich M3, M4 mit standart schneidern ausm baumarkt. Für G1/4 hab ich ebenfalls von GW ein Set aus vorschneider und fertigschneider. Vorschneiden empfehle ich, da du den besser auf 90° positionieren kannst. Wenn du direkt fertig schneidest und nur leicht verziehst, wird es schnell undicht.

Beim bohren ist vorsicht geboten, da solltest du auf jeden fall erstmal üben. Das werkstück am besten festspannen, die Bohrer sollten nicht stumpf sein. HSS eignen sich recht gut, die können gut scharben. Für M3, M4 bohre ich mit dem Dremel einfach mit ~2.5 bzw 3,5er bohrer vor und schneide dann direkt, die sind nicht so schwer. ein 11,8 loch ist dann schon schwerer.

Also erstmal nicht zu schnell bohren. Dann am besten mehrfach ansetzen, denn 1. wird der bohrer warm und man kann dann das bohrloch "ausleeren". Kühlen tu ich nicht, dass ist nicht nötig.
Bei einem durchbruch wird es dann kritisch. Sobald du beim bohren den durchbruch bekommst, den du ja auch beim treffen von 2 bohrlöchern bekommst, musst du aufpassen, dass dir das bohrlich nicht ausbricht. Wenn du direkt durch bohrst, dann passiert es bei langsamer geschwindigkeit sehr schnell, dass sich der bohrer beim durchbruch verkeilt. Wenn du das werkstück dann mit den fingern fest hällst, gibts blutige finger. Falls der boher es packt, kann es passieren, dass er dir schnell den ausgang des bohrloches ausreißt.
Bei mir hat sich da als praktisch erwiesen, dass ich schneller drehe, aber langsamer in die tiefe schneide. Dadurch wird das plexi etwas weich und der bohrer schafft den übergang leichter. Beim bohren von hand kann man auch auf rückwärtslauf stellen und den rest raus schmelzen. Klappt im grunde auch ;)

In der Mitte eines Würfels ist die Gefahr des ausbrechens aber wirklich vergleichbar gering.

Baust du sowas?

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Sowas ähnliches (sowas könnte ich auch einfach kaufen ;) - meins ist aber 10cm breit, 11cm lang und hat nicht einen G1/4" Ausgang, sondern 2 Seiten mit je 4 3mm Wasserkanälen und 8 Befestigungsgewinden :crazy: (Bilder gibts, wenns fertig ist - können nur noch Monate dauern, nachdem es nur wenige Jahre für Planung und Materialbeschaffung waren :ugly: )
Deine Praxiserfahrungen geben mir jedenfalls ne gute Orientierung :daumen:
 
mit dem kaufen wars leider nicht getan, deshalb hab ich das teil gebaut.
Das Teil hat die Maße 29x29x24mm. Sowas gibts leider nicht zu kaufen, denn die winkelstücke zum kaufen sind größer. Brauchte aber was kleines für den AGB2 ^^

welche tiefe hat dein bauteil denn?

du solltest dich aber umgucken, ob du nicht vllt doch spannvorrichtungen für bauteil und bohrmaschine bekommen kannst. bei 11cm machst du auch tiefere bohrungen und es wäre bescheiden, wenn du dir das bauteil versaust, nur weil die bohrung nicht exakt 90° ist.
 
Bauteil hat besagte 10x11cm, dritte Achse sind 2cm - ich würde von Dicke, nicht Tiefe sprechen.
Alle Bohrungen verlaufen in der Fläche, es sei denn, ich mach eben doch noch Halterungen, die würden quer durchgehen.

Für meine Bohrmaschiene hab ich, wie gesagt, nen stabilen Ständer und dessen Fuß hat auch zwei Schlitze, wo ich mit nen Maschienenschraubstock befestigen und das Bauteil gut einspannen kann.
Für Notfälle steht auch noch ein breites Angebot an Unterleg-Hölzern, Winkeln und Schraubklemmen zur Verfügung.
Also "gerade" klappt, "fixieren" klappt auch (verlangsamt nur die Arbeitsgeschwindigkeit :( ) - nur "langsam" klappt nicht, weil die Bohrmaschiene halt nur ne Bohrmaschiene bleibt und da ist es mit Untersetzung nicht weit her.

In Metall ist der Aufbau auch schon erfolgreich getestet - G1/4" in die Anschlussrohre eines Bastelradiators. Bei gerade mal 14mm Außendurchmesser, einer Dichtungsnut auf der Stirnseite (d.h. der Bohrer beginnt seine Arbeit auf einem Grat :( ) und Unebenheiten auf der gegenüberliegenden Seite (gar nicht so einfach, was rechtwinklig einzuspannen, was keine rechtwinklige Auflagefläche hat) imho sogar ein echter Härtetest, aber erfolgreich. (Anschlüsse von Hand eingedreht, nach vier Stunden mit rund 4 bar keinerlei Feuchtigkeit ausgetreten :daumen: )

Riskant sind also "nur" die besonderen Materialeigenschaften von Plexiglas.
 
mach dir um die eigenschaften von plexi nicht zu viel sorgen.
erstmal ist deine vorrichtung durchaus auf dem niveau einer tischbohrmaschine (aber das weisst du sicher).
dann solltest du 5-6 testbohrungen machen (auch kurze) um einfach mal selbst zu sehen, wie das klappt und bei welcher geschwindigkeit du gut arbeiten kannst.
so lange du nur gerade bohrst, in masives plexi, passiert eigentlich wenig. Da solltest du nur aufpassen, dass der bohrer nicht zu heiß wird. ich kühle, wie gesagt, nicht speziell, sondern lasse ihn zwischendurch abkühlen. kühlmittel geht aber sicher auch.
Interessant wird dann echt erst der Durchbruch. Der ist aber nur dann richtig schwer, wenn er in einer glatten fläche endet. wenn du in eine andere borung bohrst, hast du den vorteil, dass die Durchbruchstelle schon angerundet ist. Bei mir war dann der fall eines verkeilens des bohrers viel geringer. Wie gesagt dann kurz vor dem Durchbruch die geschwindigkeit verringern und bei gleicher drehzahl weiter bohren.
 
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