Warum? Gerade du als Experte weißt wie schnell CE weg sind und es immer eine gewisse Lotterie war und ist. Auch das man heute wegen Social Media schneller am Ball sein muss ist nichts neues mehr. Früher war es halt so, du hast dein Händler des Vertrauens besucht oder angerufen und bestellt. Heute geht es im Netz leider Ratzfatz. Das hat aber auch nichts mit Sony zutun.
Man kann CEs auch - wie von
@Kupferrrohr schon erwähnt - ankündigen und nicht einfach ninja-droppen. So könnten sich Fans der IP zumindest darauf einstellen, dass das Produkt an den Markt geht und es keine komplette Lotterie ist. Dazu kommt, dass gerade Sony den Verkauf auch anders gestalten könnte. So sehr wie auf Nintendo derzeit - zu Recht! - wegen der Preispolitik herumgeritten wird, so vorbildlich ist jedoch die Art und Weise der Switch-Vorbestellungen über den Nintendo-Store, denn hier geht die erste Charge an Konsolen wirklich an Spieler. Dass eine CE aber einfach nur so ninja-gedroppt wird, habe ich bislang noch nicht erlebt bzw. ist es mir nicht mehr in näherer Erinnerung.
Guter Punkt! Mir wurde auch im Detox Monat nochmal deutlich bewusst, wie viel (negative) Emotionalität wir alle hier in unser Hobby manchmal einbringen und es uns so auch ein stückweit selber verderben.
Es ist halt unser Hobby und für viele von uns das Hauptmittel für Eskapismus. Natürlich ist das Thema dann emotional aufgeladen. Dass dabei in einem Diskussionsforum eher über Sachverhalte diskutiert wird, die negativer Natur sind, ist normal, denn über positive Sachen beschwert man sich idR nicht.
Ganz ehrlich hat in den 90/00 Jahren jemals von euch im Pausenhof, bei der Arbeit, bei Freunden usw. sich jemand ständig über Publisher aufgeregt oder so getan als wäre man viel schlauer und besser? Ich kann mich daran nicht erinnern.
Nein, aber das waren auch ganz andere Zeiten. Damals gab's noch keine gierigen Mikrotransaktionen, keine fragwürdigen Geschäftsmodelle, keinen Bullsh*t. Klar gab's auch schlechte Spiele, aber gerade das, was man damals als "Gaming-Mainstream" bezeichnen könnte, hat vom Datenträger aus funktioniert und war komplett. Die Qualität der "Mainstream"-Spiele war idR auch deutlich höher als heute. Die Entwickler mussten ihre Spiele eben noch für die tatsächliche Zielgruppe machen.
Oder wie z.B. @Khaos-Thanathan alles kauft und sich dann trotzdem beschwert.
Wie man's macht, macht man's verkehrt. Kauft und spielt man etwas nicht, darf man sich kein Urteil darüber bilden. Kauft man sich dann etwas und bildet sich ein (negatives) Urteil darüber, ist's auch verkehrt. Just can't win, I guess?
Es geht mir vielmehr um diese fast schon ideologisierte Schwarz/Weiß Sichtweise, dass zbsp alles von Ubisoft schlecht ist, dass alles mit woke Inhalten schlecht ist, dass alles was Sony macht schlecht ist, dass alles was - you name it - schlecht ist.
Bzgl. des schwarz/weiß Blickes gebe ich dir durchaus (wenn auch in Grenzen) Recht, die Beispiele aber...
Sony hat in dieser Konsolengeneration m.E. bislang nichts geliefert und sich hauptsächlich auf der eigenen Marktstellung (und dem Scheitern von MS) sowie 3rd party Spielen ausgeruht. Ich denke durchaus, dass man Sony dafür auch kritisieren darf. Dass nichts kommt, hat sich Sony wegen der "Live Service Initiative" selbst zuzuschreiben. Dafür gibt's zumindest von mir kein Mitleid. Was Sony in dieser Generation - zumindest für mich - so halbwegs gerettet hat, waren die 2nd party Deals - das sind auf den Lebenzyklus der Konsole gerechnet allerdings auch weniger als ein Spiel pro Jahr bei mir.
Ubisoft ist das wohl größte Negativbeispiel von Modern Gaming. PoP: Lost Crown war zwar gut, ist aber in einem sehr kompetitiven Markt bei einem zu hohen Preis untergegangen. Das tut mir für die Entwickler Leid, aber Ubisoft als Publisher hat den Misserfolg zu verantworten. Ansonsten kam in den letzten fast 10 Jahren doch kein wirklich herausragendes Spiel von Ubisoft. Das letzte gute AC war - zumindest m.E. - Origins in Ägypten (wobei hier ggf. auch das Setting gerettet hat). Ansonsten ist Ubisoft das Sinnbild von Mittelmaß geworden und hat seine eigene Formel so perfektioniert, dass quasi jedes Spiel (kern-) identisch ist.
Das auf jeden Fall. Spiele sind nicht mehr so "spezialisiert" wie früher. Durch riesigen Budgets sind die Studios gezwungen für ein möglichst breit gefächertes Publikum zu machen. Dabei bleiben die alten Hasen dann auf der Strecke.
Zusätzlich bekommt die letzten Jahre das Gefühl dass die Studios es dabei vllt ein wenig übertrieben haben und die Spiele jetzt nicht allen sondern am Ende keinem gefallen. Ich hoffe also dass die Budgets wieder einen Gang zurückgefahren werden und man sich auch bei den Triple AAA Publishern wieder mehr trauen kann.
AAA ist m.E. einfach viel zu groß geworden und muss sich gesundschrumpfen. Es gibt mittlerweile viel zu große Entwicklungsteams, die allein aufgrund ihrer Größe in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt werden, und AAA-Entwickler neigen auch viel zu stark zu Overscoping. Hierbei zu versuchen, das Zielpublikum auszuweiten, ist zwar verständlich; man muss jedoch schon beachten, dass man sich nicht zu stark vom eigentlichen Zielpublikum entfernt und damit am Ende gar kein Zielpublikum mehr hat. Das ist ja nicht nur im Gaming so, sondern bspw. auch in Film und Fernsehen.
Genau aber du hast ja die Wahl und dies hatten wir früher auch schon! Wenn du heute keine Päckchen kaufen magst z.B. FC oder Coins und wie sie nicht heißen, musst du es nicht. Ich habe bei FIFA/FC nie so etwas gekauft, weil's mich nicht interessiert oder bei AC Coins usw.
Die Sache ist doch aber, dass zugunsten von Mikrotransaktionen der Rest des Spiels schlechter gemacht werden muss, damit die Spieler die Mikrotransaktionen kaufen. Ein Spiel ohne Mikrotransaktionen hat einfach höhere Chancen, das bessere Spiel zu sein, weil der Entwickler den Spieler nicht so stark gimpen muss, um ihn dazu zu treiben, in Mikrotransaktionen zu investieren.
Das wird eh immer wieder probiert auch von großen Publishern, wurde hier auch schon ausgiebig diskutiert, die AA IPs von Sony wie Gravity Rush haben sich schlichtweg nicht verkauft, auch Publisher wie Ubisoft probieren es immer wie zuletzte mit Prince of Persia, das Spiel war ein kompletter Flop. Und AA war ja das gesamte Geschäftsmodell von Embracer auch, die sind mit dieser Strategie komplett gescheitert, die Rückkehr von AA Games wird zwar immer gefordert, aber kaufen tut sie dann einfach niemand.
Gravity Rush war zunächst einmal ein PSP-Spiel und hat daher erst einmal nicht den stationären Konsolenmarkt angesprochen. Erst der zweite Teil war console-only. Direkt danach hat man die IP aber eingestellt. Das Problem von Sony ist einfach, dass man nicht ausreichend in IPs investiert hat, um diese zu etablieren. Gravity Rush ist ein sehr gutes Beispiel für sehr gute Spiele, in die von Sony nicht ausreichend investiert wurden. Es ist halt sehr selten, direkt einen Massenerfolg zu haben.
PoP: Lost Crown ist gefloppt, weil das Spiel in einem sehr kompetitiven Markt bestehen musste und dafür initial einfach zu teuer war. Dazu kommt noch der - verdienterweise - sehr schlechte Ruf von Ubisoft. Dass das Spiel gefloppt ist, liegt also hauptsächlich an Ubisoft selbst und nicht an der Qualität des Spiels.
Embracer ist gescheitert, weil es keine Spiele geliefert und sich dann finanziell übernommen hat. Hätte man zunächst erst einmal versucht, kleine Brötchen zu backen und Spiele für die IPs herauszubringen, die man schon erworben hatte, wäre Embracer wohl deutlich erfolgreicher gewesen.
Letztendlich ist "AA great again". Man sehe sich dafür nur Spiele wie KCD2 oder BG3 an. Das Problem ist halt, dass sich AAA-Studios viel zu weit vom Zielpublikum entfernt haben und daher nicht mehr begreifen, was der Spieler überhaupt will.