"Payer pour gagner": Frankreich streicht Begriffe wie Pay2Win, DLC und Streamer

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In Frankreich soll es künftig keine Begriffe mehr wie DLC und Streamer geben. Das Äquivalent zum deutschen Bundesgesetzblatt hat 40 englische Begriffe aus der IT-/Gamer-Welt gelistet, die ins Französische gewandelt werden.

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Französisch ist ja auch keine Sprache, sondern eine Zungenkrankheit. :ugly:

Aber mal im Ernst: Ich habe selbst arge Vorbehalte gegenüber allzu aufdringlichem „Denglisch“, wo es zu 80 % der Anglizismen ein deutsches Äquivalent gäbe, und stelle fest, dass die ganzen Hipster, aus deren Sicht Deutsch „was für Boomer“ ist und die daher, wo sie können, aufs Englische schwören, meist weder die eine, noch die andere Sprache richtig können, man wurstelt sich einfach irgendwie durch.
Aber Anglizismen zu verbannen, noch dazu, während dieselben Leute sich mit Händen und Füßen, noch energischer als bei uns, gegen den ach so „autoritären“ „Gendersprech“ wehren (man lasse sich diesen Widerspruch mal auf der Zunge zergehen), erweckt schon irgendwie den Eindruck von argen Minderwertigkeitskomplexen.
 
Die meisten englischen Begriffe sind ja entweder faktische Beschreibungen (downloadable Content), oder euphemistische Metaphern (Season Pass). Da ist eine Abbildung in der jeweiligen Landessprache nicht so kompliziert.

Die Marketing Hype-Machine wird durch solche Abläufe jedoch eher de-globalisiert und muss regional stärker nacharbeiten, als sich nur auf ein zwei Youtube Trailer und Streamer zu verlassen. Auch klingen die meisten Begriffe auf English aufregender und exotischer. So eine deutsche Übersetzung kann doch eher ernüchternd wirken, wenn sie die Dinge unter einem Namen nennt der doch recht klar die stattfindende Abzocke enttarnt.

Random Loot Box -> Zufallsgegenstandsschachtel
DLC -> Nachkaufinhalt
Season Pass -> Jahreszeitenticket

Da kann man sich die weglaufenden Kunden schon vorstellen, wenn man die deutschen Namen einmal vorliest.
 
Random Loot Box -> Zufallsgegenstandsschachtel
DLC -> Nachkaufinhalt
Season Pass -> Jahreszeitenticket
Möööp, "Ticket" ist kein deutsches Wort. ;)
Einige der anderen wahrscheinlich auch nicht, aber ich will das jetzt nicht nachsehen.
Das regt mich immer auf bei Leuten, die die Muttersprache "rein" halten wollen. Ein wirklich großer Teil des deutschen Vokabulars ist aus anderen Sprachen entnommen, aber sobald das mehr als 50 Jahre her ist, interessiert es anscheinend nicht mehr.
 
Random Loot Box -> Zufallsgegenstandsschachtel
DLC -> Nachkaufinhalt
Season Pass -> Jahreszeitenticket

Da kann man sich die weglaufenden Kunden schon vorstellen, wenn man die deutschen Namen einmal vorliest.
Season Pass -> Saisonpass... Wir haben bereits so ein Wort...
DLC = Downloadcontent -> Downloadinhalt -> "Kaufbarer/Herunterladbarer" Zusatzinhalt
Random Loot Box -> Überraschungsei -> Zufällige Inhalts/Gegenstands-kiste

Mal ehrlich, beinahe jedes mal wenn ich Franzosen Online in Spielen treffe, weigern sie sich English zu sprechen.
Für mich sind Franzosen und Spanier die "giftigsten" Spieler im Netz. Zumindest gegen Spieler anderer Länder. Das war schon vor 10 Jahren so.
 
Sehr gut. So hören sich die Franzosen, im gegensatz zu uns, wenigstens nicht wie Tryhard Wannabes an. Da redet man nicht von "Gender Studies", "Work-Life-Balance", "social Freezing" oder "blackfacing". Obwohl. Auch bei den Franzosen setzen sich solche Dinge durch wie "un after work". Aber allgemein ist es angenehm einem Franzosen französisch sprechen zu hören, während man sich in den Mund kotzen will wenn meine Generation Y bis X öffentlich redet. Damit meine ich auch im gehobenen Kontext. Thinking out of the Box, statt "denken wir mal weiter", um besonders edgy zu werden. In einem Büro ist es noch schlimmer. Da geht ohne "Workflow" ja gar nichts.

Und ha ha, die Typen die jetzt kommen mit "Sollen wir das alles übersetzen" und dann alles direkt übersetzen, weils ja ach so lustig ist.
Da fragt man sich halt welches Sprachgefühl fehlt. Deutsch, Englisch, oder beides? Die trugen früher sicher auch lustige Mottoshirts aus dem EMP mit "I think i spider" und gröhlen über Otto Waalkes.
 
Ganz ehrlich, meiner Meinung kommt es auch sehr auf den Kontext an.

Wenn sich Techniker oder Technik-Affine übliche englische Begriffe benutzen, habe ich damit kein Problem.
Ganz im Gegenteil, es beugt sogar Missverständnissen vor.

Wenn man aber manchen heutzutage im Alltag so zuhört, bekomme selbst ich Kopfschmerzen.
Ein wilder Mischmasch aus schlechtem Assi-Deutsch, Englisch und Denglisch... :klatsch:

Danke, da bekomme ich sofort das Bedürfnis mir von "Frau Studienrätin", in perfektem Hochdeutsch,
nen Duden vorsingen zu lassen... :gruebel:
 
Ich kann allen hier nur zustimmen. Vor allem eine differenzierte Sicht ist beim Thema "Sprache" von Bedeutung.

Im Studium haben wir viel über Sprache gesprochen und es war echt sehr interessant und aufklärend. Das Wichtigste, wie schon vorher hier erwähnt: Sprache unterliegt einem Wandel, schon immer! Du muss natürlich nicht jedem gefallen, aber den Großteil dieser Wörter kennen wir auch gar nicht. Im Englischen gibt es viele französische Wörter, im Deutschen auch. Das hatte in Vergangenheit immer etwas mit Kriegen zu tun. Heute ist das anders, die Möglichkeit zu Reisen und nun auch noch die Globalisierung veränderten und verändern Sprachen enorm. Das ist nun mal so.

Ich finde die selbsternannten Sprachwächter eines Landes immer wieder süß und lächerlich. Es geht dabei um nationale Identität, die ja auch nur ein Konstrukt ist, um Leute dazuzubringen in den Krieg zu ziehen. Die USA ist ein schönes aktuelles Beispiel dafür und Russland natürlich auch. Egal, ob New York City, Oklahoma oder South Dakota, alle meckern übelst über "Washington", übelst. Wenn es aber um Krieg geht, dann stehen sie alle mit ihrer bekloppten Fahne da. Lachhaft.

Kurze Anekdote: Mein Vater hat immer großen Wert auf den Genitiv gelegt. Beim Abendbrot immer wieder genervt. "Ja, ja, wegen DES Wetters. Ich weiß...". Er kam dann mit Schiller und Goethe, KOTZ. Dann habe ich im Studium gelernt, dass man früher "DES Wetters wegen" gesagt hat. Und nun haben wir den Genitiv eigentlich komplett abgeschafft. Mir wurde auf Nachfrage gesagt, wenn die großen öffentlichen Medien den Genitiv nicht mehr konsequent nutzen, dann ist er auch am sterben. Ulrich Wickert, Tagesthemen, hat um 2006 oder so genau das in den Tagesthemen gemacht. C'est la vie, wie der Däne sagt.

@Topic
Ich finde die Idee total bescheuert, sprachlich gesehen aber wieder lustig und interessant. Ein klares Jein von mir.
 
Gegen ein paar Anglizismen hat ja keiner was. Nervig ist es halt dann wenn es überhand nimmt und diese Wörter nur benutzt werden um irgendwie "cool" zu wirken. In der Arbeitswelt kommt mir schon oft das kotzen wenn Wörter, für die es schon seit Jahrzehnten etablierte Deutsche Wörter gibt, ohne Not durch ein Englisches ersetzt wird.
"Sales Manager" statt Verkäufer bspw. Damit macht man sich doch nur lächerlich. Insofern finde ich das gar nicht schlecht was die Franzosen da versuchen und wenn es klappt, schön, wenn nicht dann nicht. Das bessere wird sich durchsetzen.
Das regt mich immer auf bei Leuten, die die Muttersprache "rein" halten wollen. Ein wirklich großer Teil des deutschen Vokabulars ist aus anderen Sprachen entnommen, aber sobald das mehr als 50 Jahre her ist, interessiert es anscheinend nicht mehr.
Was vor 50 Jahren passiert ist lässt sich nicht mehr ändern. Ich werde aber immer dagegen sprechen wo ich der Meinung bin dass mit Anglizismen völlig übertrieben wird. Man muss es ja nicht Gewalt kaputtmachen.
Und ha ha, die Typen die jetzt kommen mit "Sollen wir das alles übersetzen" und dann alles direkt übersetzen, weils ja ach so lustig ist.
Da fragt man sich halt welches Sprachgefühl fehlt. Deutsch, Englisch, oder beides? Die trugen früher sicher auch lustige Mottoshirts aus dem EMP mit "I think i spider" und gröhlen über Otto Waalkes.
Ich kenn auch einige Amerikaner und die finden es ziemlich seltsam dass wir hier so viele Englische Wörter verwenden. Manche von den Wörtern klingen in deren Ohren lächerlich oder fehl am Platz. Ich sag nur mal "Handy" statt Cellphone.
 
Zuletzt bearbeitet:
So gern ich mich mit Euch in sortenreinen urgermanischen Grunzlauten unterhalten möchte, so sehr ist mir und Euch allen hoffentlich klar dass jede Sprache zu jedem Zeitpunkt immer eine Art Hybrid ihrer kollektiven Vorgänger war und ist. Mir ist auch klar, dass Ablehnung aktueller Lehnwörter aus anderen Sprachen schon immer ein nationalistisches Element war um eine wir gegen die Stimmung zu erzeugen. So wurde einst aus dem Portmonnaie der Geldbeutel und später dann wieder das Portmonee als deutsche weltoffene Variante. Immerhin waren alle schon Bürger als das Trottoir dem Bürgersteig weichen musste.

Das beste ist ja, dass uns niemand zu irgendetwas zwingt. Wir können also benutzen was wir wollen und in 20 Jahren sehen wir dann schon wo wir rauskommen.
 
Le francais est magnifique!

Bin mal gespannt wie weit die damit kommen, die Bevölkerung muss das ja auch annehmen. Prinzipiell finde ich es aber nicht schlecht, dass man nicht alles einfach stumpf aus dem Englischen übernimmt. Denn auch wenn es heute bequem sein mag, macht man sich damit die Sprache langfristig kaputt. Gerade Französisch ist z.B. sehr konsistent was die Aussprache angeht, aber natürlich nur, wenn es sich auch wirklich um französische Wörter handelt. Wenn in 50 Jahren die Hälfte der Wörter aus dem Englischen übernommen wurde steht man vor einem Trümmerhaufen, in dem für jedes Wort verschiedene Regeln gelten.
 
Was uns Deutschen an Nationalstolz zu wenig haben, haben die Franzosen zuviel. In der Bevölkerung wird es gut ankommen. Versuch mal in Paris mit einem Franzosen englisch zu sprechen. Sie weigern sich bzw. können gar nichts. Polizei besitzt rudimentäre englisch Kenntnisse? Pustekuchen. Autobahn ist als deutsches Wort auch dort geläufig, mehr nicht. Für Franzosen gibt es nur eine Sprache und ein Angriff darauf gilt als Angriff auf die Nation.
 
Was uns Deutschen an Nationalstolz zu wenig haben, haben die Franzosen zuviel. In der Bevölkerung wird es gut ankommen. Versuch mal in Paris mit einem Franzosen englisch zu sprechen. Sie weigern sich bzw. können gar nichts. Polizei besitzt rudimentäre englisch Kenntnisse? Pustekuchen. Autobahn ist als deutsches Wort auch dort geläufig, mehr nicht. Für Franzosen gibt es nur eine Sprache und ein Angriff darauf gilt als Angriff auf die Nation.


Obwohl ich finde das die englismen überhand nehmen. Die Jugend kennt nur noch gossen sprache oder anglismen.
 
Gegen ein paar Anglizismen hat ja keiner was. Nervig ist es halt dann wenn es überhand nimmt und diese Wörter nur benutzt werden um irgendwie "cool" zu wirken. In der Arbeitswelt kommt mir schon oft das kotzen wenn Wörter, für die es schon seit Jahrzehnten etablierte Deutsche Wörter gibt, ohne Not durch ein Englisches ersetzt wird.
"Sales Manager" statt Verkäufer bspw. Damit macht man sich doch nur lächerlich. Insofern finde ich das gar nicht schlecht was die Franzosen da versuchen und wenn es klappt, schön, wenn nicht dann nicht. Das bessere wird sich durchsetzen.

Was vor 50 Jahren passiert ist lässt sich nicht mehr ändern. Ich werde aber immer dagegen sprechen wo ich der Meinung bin dass mit Anglizismen völlig übertrieben wird. Man muss es ja nicht Gewalt kaputtmachen.

Ich kenn auch einige Amerikaner und die finden es ziemlich seltsam dass wir hier so viele Englische Wörter verwenden. Manche von den Wörtern klingen in deren Ohren lächerlich oder fehl am Platz. Ich sag nur mal "Handy" statt Cellphone.

Sehe ich eigendlich genauso.
Viele eng. Wörter wurde in meiner Generation (?) genutzt weil die kürzer als die deutschen Pendant sind. :P
Ein Sorry geht eben schneller als ein Ich bitte um Entschuldigung.
Finde daher eine Location schon irgendwie blöd wenn man auch Ort sagen kann.

Meines Wissen nach ist Handy ein deutsches Wort und soll von Hand / handlich kommen.
Ein Handy steht für mich für die ersten Mobiltelefone die mehr konnten als nur telefonieren;
die Vorläufer der Smartphones.
Habe hier allerdings keine Ahnung ob es da eine genaue / andere Abgrenzung gibt.
 
In Frankreich bemüht man sich eben noch die Sprache zu erhalten, die haben panische Angst davor, dass ihre Sprache ausstirbt.

Ein Kumpel von mit hat zwei Jahre an einer Französischen Eliteuni studiert (wenn ich mich recht erinnere, dann war es die zweitbeste, mit Gebühren von 35.000€, weiß nur nicht ob pro Jahr oder Semester). Das war so ein Deutsch-Französisches Kombistudium (3 Jahre in Deutschland, zwei in Frankreich). Die Gebühren für den französischen Teil hat der französische Staat übernommen. Ziel des ganzen war/ist es, dass möglichst viele relativ/einigermaßen wichtige Leute in der Welt Französisch sprechen sollen.

Die lassen sich das echt etwas kosten.


Staffelwertmarke

Es hat nichts mit der Jahreszeit zu tun (wenn ich das richtig interpretiere), sondern ist an die Fernsehserien angelehnt.
 
In Frankreich bemüht man sich eben noch die Sprache zu erhalten, die haben panische Angst davor, dass ihre Sprache ausstirbt.
Wenn es nur das wäre wärs auch völlig legitim.

Das Problem ist, dass manch meinen Erfahrungen bei vielen Franzosen noch das arrogante "meine Sprache ist viel toller/schöner/besser als die anderen" dabei ist. Beispielsweise was ich öfter erlebe wenn man mit einer französischen Firma nen Deal macht und man zu ihnen fährt wird dort französisch gesprochen (und wir haben das zu können), wenn deren Vertreter aber nach Deutschland kommen weigern sie sich deutsch zu reden (selbst wenn sies können!!).

Das ist dann ziemlich bescheiden wenn man wie ich nur 3 Brocken Französisch aus Schulzeiten kann und mit nem französischen Kunden etwas regeln soll. Frankreich ist das EINZIGE Land, bei dem ich vorher klären muss dass mein Geschäftspartner bitte Deutsch oder Englisch spricht weil ich kein französisch kann. Bei ALLEN anderen Kunden aus aller Welt redet man selbstverständlich Englisch. Auch wenn die Franzosen das nict wahrhaben wollen - die gesamte (Business-)Welt spricht englisch. Nur das kleine gallische Dorf weigert sich noch.
 
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