Optische Schalter finden wieder den Weg in Tastaturen

ich111

Lötkolbengott/-göttin
Der taiwanenische Peripheriehersteller A4Tech bzw. dessen Marke Bloody bringt erstmals optische Schalter auf den Markt (vorerst) aber nur in den eigenen Produkten. Diese sollen das bei Tastaturen auftretende Problem des so genannten Chattering vermindern.
B640_1.gif B640_2.gif
Optischer Schalter____ Mechanischer Schalter

Optische Schalter kamenn erstmals 1962 in Tastaturen von unter anderem DataHand zum Einsatz, waren aber nicht sehr weit verbreitet und wurden dann auch vom Markt verdrängt. Die Form in der Bloody diese auf den Markt bringt ist allerdings neu: Bisher waren diese direkt auf den PCBs der Tastaturen verlötet und ungeschützt, jetzt werden diese in einem den bekannten Cherry MX sehr ähnlichen Gehäuse verbaut und sind mit Tastenkappen dieser kompatibel.

Der Hersteller wirbt mit sehr geringen Reaktionszeiten durch das kaum vorhanden Chattering, welches bei ungeigneter Implementierung Mehrfacheingaben mit sich führen kann, da bei mechnischen Schaltern die Metallkontakte durch das elastische Verhalten von Metallen voneinander abprallen und dann wieder zusammengedrückt werden. Bisher wurde dies dadurch umgangen, dass nach einer Eingabe diese Taste erst wieder nach einer vordefinierte Zeit erneute Eingaben möglich waren.
20141018024458_94622.jpg
Bloody verspricht nun Chattering von maximal 1ms, während dies bei mechanischen Tastaturen zwischen 18-30ms betragen soll.
Aktuell scheinen die optischen Schalter in einer linearen und einer taktilen Version nur im asiatischen Mark in den Modellen Bloody B640 und B641 zu finden zu sein.
http://www.bloody.tw/cn/ProductsKEY.php?pid=11
Der Schalter wurde bereits ausführlich begutachtet: https://www.flickr.com/photos/triplehaata/sets/72157647389243857/

Es ist schön, dass auch bei Tastaturen die Technik nicht still steht, A4Tech nimmt aber den Mund sehr voll, vor allem in bezug auf Chattering, mechanischen Tastaturen werden hier sehr hohe Werte unterstellt. Cherry empfiehlt z.B. Pausen zwischen Tastatureingaben von 5ms, Messungen zeigen allerdings, dass viele Cherry MX schalter oftmals bereits nach 2ms keinerlei Fehleingaben mehr produzieren. Die Werte die A4Tech also angibt wirken daher stark geschönt.
Weiterhin ist nicht bekannt wie gut das Gehäuse die Lichtschranke vor Staub schützt und wie es um die Qualität der verwendeten Komponenten steht. Ein unterdimensionierte Feder oder schlechte LED würde zu einer Veränderung des Tippgefühls oder im Fall der LED zu einem Ausfall des Schalters führen.
 
Zuletzt bearbeitet:
wenn man es RICHTIG macht, könnte sowas zum nahezu abnutzungsfreien und damit wartungsfreien schalter mit unbegrenzter lebensdauer führen.
dazu müsste naturlich staub- und abrieb-schutz aneinander reibender(gleitender) teile etc gut überlegt sein.
das KÖNNTE mechanische tasten dann starke konkurenz machen.

mfg
robert
 
Man kennt es aus der Industrie. Optische Schalter müssen immer vor Verschmutzung geschützt oder regelmässig kontrolliert und gereinigt werden. Eine Entsprechende Folie darüber um die Einheiten vor den üblich üblen Verschmutzungen bei Tastaturen zu schützen, wäre meines Erachtens Pflicht und nicht nur Kür.
 
wenn man es RICHTIG macht, könnte sowas zum nahezu abnutzungsfreien und damit wartungsfreien schalter mit unbegrenzter lebensdauer führen.
das ist technisch unmöglich & vor allem nicht im sinne der industrie. wäre ja wie die ewig brennende glühbirne;). wenn man keine obsoleszenz einplanen würde gäbe es viele firmen nicht mehr weil sie keinen absatz hätten. somit müssen ihre produkte nach einer gewissen zeit das zeitliche segnen was auch nicht anders möglich ist. überall findet verschleiss statt man kann ihn nur verlagern ( optische abtastung).

ich glaube das wird eher ein nischendasein fristen oder großkonzerne ala razer & co springen auf den zug auf & vermarkten die technologie als die neue gamerwunderwaffe für hyperskills:ugly:
 
Klingt interessant aber staubfrei ist eine Tastatur nur dann, wenn die Tasten eine Abdeckung haben. Ansonsten kann es sein das die Befehle nicht ankommen.
 
Wo kommt in dem Zusammenhang eigentlich der Begriff chattering her? Das ist stink normales bouncing was man mit debouncing behebt. Und letzteres macht man in der Regel nicht indem man das Übernehmen des ersten Klicks verzögert sondern indem man danach für eine bestimmte Zeit keinen Klick auf der Taste annimmt. Sprich man kann eine Cherry Taste nach der Betätigung 5ms nicht wieder betätigen, der erste Tastendruck geht aber sofort durch.
 
Sehr interessant prinzipiell.
Aber A4tech... naja, ist vorsichtig formuliert nicht gerade für hohe Qualität berühmt.
 
Wo kommt in dem Zusammenhang eigentlich der Begriff chattering her? Das ist stink normales bouncing was man mit debouncing behebt. Und letzteres macht man in der Regel nicht indem man das Übernehmen des ersten Klicks verzögert sondern indem man danach für eine bestimmte Zeit keinen Klick auf der Taste annimmt. Sprich man kann eine Cherry Taste nach der Betätigung 5ms nicht wieder betätigen, der erste Tastendruck geht aber sofort durch.
Chattering ist ja mit Bouncing verbunden. Das Debouncing habe ich richtigestellt.
 
Ich verstehe nicht warum man es sich so kompliziert macht.
Wenn man einfach Reed-Schalter verwenden würde, hätte man sämtliche Probleme auf einen Schlag gelöst.
Staub spielt keine Rolle und die Kontakte können nicht korrodieren.
Selbst wenn der Magnet irgendwann einmal so schwach wird, dass der Kontakt nicht mehr schließt, hat man eine Nutzungszeit von 100+ Jahren.
Das einzige, das sich dann noch abnutzen kann, ist die Tastenhub-Mechanik und diese kann man sehr stabil ausführen, sodass ein Verschleiß quasi nicht auftritt.

Ich habe jetzt natürlich den Aspekt des Chatterings außer Acht gelassen, allerdings würde ich mir ziemlich schwer tun, eine Taste im 1ms Takt zu betätigen, schon bei meiner Tastatur, welche braune Cherrys einsetzt, kann ich die Tasten nicht so schnell betätigen das ein Chattering-Effekt auftreten würde, von daher...
 
Als ob man mit einer anderen Tastatur, egal wie sie funktioniert, besser zocken könnte. :lol:

Bei mir ist noch nie eine Tastatur kaputt gegangen durch Benutzung und wird es so wie es aussieht auch nie. Ich habe 3 Logitech G15 hier liegen, eine davon habe ich seid 8 Jahren jeden Tag in Benutzung. Die war auch schon 3-4 mal zerlegt weil ich Teile davon Lackieren wollte. Dann habe ich noch eine G15 die Bier gesoffen hat, einfach zerlegen, reinigen und schon hatte sich das.

Die dritte erwarb ich bei ebay für 10€! Ein USB Port war hin, zum glück hatte ich Ersatzteile da und das war kein Problem.

Ich glaube kaum, dass ich in meinem Leben jemals eine andere Tastatur mehr benutzen werde als die G15. Sie hält einfach ewig. Ich kenne auch noch genug andere, die seid 20 Jahren eine PS/2 Tastatur haben mit der nie was war.

Diesen ganzen Hype um irgendwelche ach so tollen Tastaturen kann ich einfach nicht verstehen. Wenn bei mir einmal alle meine G15 verstorben sein sollte (was ich nicht glaube) werde ich mir für 10€ eine Tastatur holen. Es macht eh keinen Unterschied was man da liegen hat.
 
Meine Finger sagen was anderes :D
Du kannst auch mit nem alten rostigen Käfer fahren - oder mit einem neuen Mercedes. Mit beiden kommst du an.
 
Ich verstehe nicht warum man es sich so kompliziert macht.
Wenn man einfach Reed-Schalter verwenden würde, hätte man sämtliche Probleme auf einen Schlag gelöst.
Staub spielt keine Rolle und die Kontakte können nicht korrodieren.
Selbst wenn der Magnet irgendwann einmal so schwach wird, dass der Kontakt nicht mehr schließt, hat man eine Nutzungszeit von 100+ Jahren.
Das einzige, das sich dann noch abnutzen kann, ist die Tastenhub-Mechanik und diese kann man sehr stabil ausführen, sodass ein Verschleiß quasi nicht auftritt.

Ich habe jetzt natürlich den Aspekt des Chatterings außer Acht gelassen, allerdings würde ich mir ziemlich schwer tun, eine Taste im 1ms Takt zu betätigen, schon bei meiner Tastatur, welche braune Cherrys einsetzt, kann ich die Tasten nicht so schnell betätigen das ein Chattering-Effekt auftreten würde, von daher...

Die kapazitiven Topre-Schalter wären noch eine kontaktlose Variante, aber sehr teuer.
 
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