AW: Now reading? Die Bücherecke
@tigersuit
Sturgeon ist immer gut. Aber extrem humanistisch. Seine Stärke liegt in der Beschreibung von Figuren, die "anders" sind, wobei diese aber nicht unbedingt die "Guten" sein müssen.

Eine seiner Lieblingsmetaphern ist die mit dem grünen Affen (findet sich öfter in seinen Stories): Such dir eine Affenherde, schnapp dir ein Exemplar, färbe sein Fell grün ein und lasse ihn dann wieder zu seiner Herde zurück - seine ehemaligen Genossen werden ihn in Stücke reißen.

Aber es gibt verdammt viele gute Klassiker aus der Zeit - von Autoren, die nicht so Hard-Science-mäßig drauf sind -, aber trotzdem in der ewigen SF-Top-100 stehen.
In Sachen "Zeitgeist" kann ich vor dem Hintergrund des Vietnam-Krieges übrigens sehr "Der ewige Krieg" von Joe Haldeman empfehlen.
Eines meiner Lieblingsbücher. Ich bevorzuge aber die alte Ausgabe, schon wegen des Zeitgeistes. Die fängt in den 1990ern an - 1970 konnte (oder wollte) sich sich die SF-Szene wohl nicht vorstellen, dass es mit der Raumfahrt im großen Maßstab so rapide bergab geht.

Die revidierte Ausgabe ist um 200 Jahre in die Zukunft verschoben - da klappt der Bezug auf den Vietnamkrieg nicht mehr so gut und Kleinigkeiten wie die Erwähnung von Mandellas Hippie-Eltern passen dann auch nicht mehr richtig.
Ich weiß nicht, ob das eine speziell deutsche Unsitte ist, aber sogar die Neuausgabe des klassischen Star-Trek ist damit verseucht - der böse Khan ist mit seinen genetisch aufgerüsteteten Kumpels auch nicht mehr in den 90ern gestartet.
Die Fortsetzung "Am Ende des Krieges" ist auch ganz nett - ist aber eher was in der Art "20 Jahre später ..." und erzählt, was aus den Hauptfiguren im Speziellen und der Mensch- und Taurierheit im Allgemeinen geworden ist.