Noch so ein Rechner, der nicht startet

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Schraubenverwechsler(in)
Liebes Forum,

hallo und schonmal vielen Dank für unzählige Informationen, die ich in der Vergangenheit als Gast von euch empfangen habe.

Ich habe mir vor drei Jahren einen Rechner zusammengebaut, der nun letzte Woche die Grätsche gemacht hat. Nach einigem Rumprobieren sieht es folgendermaßen aus:

Wenn man den Powerbutton drückt oder die dazugehörigen Pins überbrückt, passiert NICHTS, solange der ATX 12V Anschluss am Motherboard mit dem Netzteil verbunden ist. Zieht man den raus und lässt nur den Hauptstecker des Netzteils am Mainboard, gehen die Lüfter an. Ich habe das Ding jetzt grade in der Zimmermitte offen liegen, weswegen ich noch nicht probiert habe, was passiert, wenn man ihn ohne den ATX 12V Anschluss hochfährt. Ich gehe nun aber davon aus, dass wohl der Prozessor kaputt ist? Das Netzteil war meine erste Idee, lässt sich aber über Kurzschließen am Mainboardstecker anmachen und wie gesagt läuft auch, solange der ATX 12V nicht drin ist.

Bevor ich mir nun eigenmächtig einen neuen Prozessor kaufe: Kann es auch am Netzteil liegen? Gibt es eine Möglichkeit, den Defekt sicher zu lokalisieren? Sonst Anregungen?

Ich hoffe, ich habe nicht zu viele Laienfehler bei der Beschreibung gemacht; welchen Prozessor/Grafikkarte ich verbaut habe weiß ich momentan leider nicht mehr, finde die Rechnung nicht und die Spezifikationen sind - Hurra - auf dem kaputten Rechner gespeichert.

EDIT: Kein komischer Geruch, kein Funkenschlag, keine Übertaktung. Gehäuse war zum Zeitpunkt der letzten Funktion aber sehr warm. Gelegentlich blinkt bei Betätigung des Powerschalters für eine Millisekunde die Betriebslampe auf. Zeitweise leuchteten auch die Lampen an der angeschlossenen Tastatur.

Vielen Dank schonmal,
-F
 
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Liste doch mal alle bekannten Komponenten auf. Die Graka brauchst du nur "anzugucken" (meistens hinten über dem PCB/Backplate steht alles was du wissen musst ;))
Wenn du noch WLP rumliegen hast, Kühler abschrauben und die Gravur auf der CPU lesen. Abseits davon, meinst du den ESP Stecker (4(+4)Pin)?

Hast du andere Komponenten da, zum Quertesten?
 
Danke für die Antwort! Das einzige, was ich auf der Grafikkarte finden konnte, war aber "FC Gigabyte GV-R927XOC-2GD", damit kann ich leider nichts anfangen. Der integrierte Lüfter ist von Windforce/Gigabyte. Der Rest der bekannten Komponenten steht jedenfalls in der Sig, die ich bei weiteren Erkenntnissen updaten werde.

Habe leider grade keine WLP da, werde die aber im Laufe des Tages oder morgen besorgen. (Edit: Man darf das hier wahrscheinlich keinem verraten, aber ich habe auch ohne WLP den Kühler schon abgeschraubt um genau das zu versuchen, konnte aber nichts erkennen und hab ihn deswegen schnell wieder raufgesetzt ^^")

Der Stecker hat 8pin, 2x4, und scheint ein EPS zu sein, genau.

Andere Komponenten grade nicht da. Auf welche käme es da in erster Linie an? Insbesondere Netzteil konnte ich bislang im Freundeskreis keins auftreiben. Der Hersteller hat schon auf Anfrage grundsätzlich Garantie bestätigt, müsste es halt auf eigene Kosten einschicken.
 
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Also eine R9 270X 2GB von Gigabyte ;)
Nur ein 50W NT? Da fehlt ne 0 oder? Das Seasonic ist nicht schlecht, ein möglicher Defekt ist aber nicht auszuschließen

Hast du n´ PC-Fachgeschäft in der Nähe, oder wohnst in der nähe von jmd aus dieser Liste?
 
Ja, da fehlt eine 2 xD 520W

Ich kuck mal, da gibts schon Leute in Berlin. Zur Not send ich das NT einfach mal ein, schlimmstenfalls wird ja nur Versand fällig.
 
Also wenn das Netzteil ohne den EPS-Stecker anspringt, könnte ein Kurzschluss bei den Spannungswandlern auf dem Board oder sehr selten in der CPU vorliegen.

Wenn du den Power-Button drückst mit EPS eingesteckt, geht er ja wieder aus. Kannst du das Experiment gleich danach wiederholen, oder musst du vorher eine kleine Weile den netzstecker ziehen, bzw. den Hauptschalter umlegen?

Letzteres dürfte auf eine angesprochene Schutzschaltung im Netzteil und damit auf einen Defekt hinter dem EPS-Stecker hindeuten, wie z.B. die Spannungswandler.
 
Wenn der EPS drin ist, passiert gar nichts, also geht es strenggenommen auch nicht wieder aus. Was ich jetzt aber ganz interessant fand, war folgender Test:
1. EPS drin - Power: passiert nichts
2. Hauptschalter am NT aus - EPS raus - Hauptschalter wieder an: Prozessor- und NT-Lüfter sofort wieder an, ohne dass ich Power gedrückt habe.

Heißt das was?
 
Also, in der Zwischenzeit habe ich aufgrund von Garantie ein neues Netzteil von Seasonic bekommen. Kurz an dieser Stelle mal ein bisschen Werbung - das ging wie geschmiert! Die haben an jeder Stelle innerhalb von wenigen Stunden reagiert.

Leider ist nach Neueinbau genau das gleiche Problem vorhanden. Der Rechner läuft nicht (kein Mucks beim Anschalten), solange der 12V EPS Stecker an der CPU ist. Ich gehe deswegen jetzt mal davon aus, dass die das eingeschickte Netzteil nicht getestet und mir einfach ein neues zugeschickt haben. Nicht ganz ausgeschlossen ist auch noch, dass auch das neue Netzteil an genau der gleichen Stelle kaputt ist, aber naja...

Weiß noch jemand, woran das liegen kann bzw. wie ich das rausfinden kann?

Danke jedenfalls
-F
 
Ich möchte ja ungern unken, aber ich fürchte nun dass es die CPU dahingerafft hat. Wenn der EPS-Stecker angeschlossen ist, scheint eine Schutzschaltung zu greifen, die dann keinen Strom durchfließen lässt.

Was du machen kannst um alle Eventualitäten abzuklären wäre:
a) Ein Netzteil von einem Freund ausleihen, bzw. dein Netzteil bei einem Freund testen, sofern das möglich ist.

b) ein Tischaufbau auf einer Pappe oder anderem nicht leitenden Material (keine Folie von einem Mainboard, die ist leitend) und dann mit minimaler Bestückung um den Rechner starten zu können. Also Board, CPU, da du die CPU nicht kennst, es aber eine AMD-CPU ist, noch die Graka, einen RAM-Riegel und KEIN Laufwerk. Im Handbuch vom Mainboard dann mal gucken wo der Powerschalter angeschlossen wird und dort überbrücken und hoffen dass er startet.

c) Die PCGH-Bastler - Vor-Ort-Hilfe bei Montage und Problemen

Das ist eine Liste von Usern aus diesem Forum, die einem beim Zusammenbau von Rechnern helfen. Manche davon helfen auch beim Troubleshooting. Hier kannst du anfragen ob die mit etwas Equipment vorbei kommen und dir beim Testen helfen.

Viel mehr Möglichkeiten gibts nicht denke ich.

Obwohl, kleiner Strohhalm, den du vorweg noch greifen kannst, wäre ein CMOS-Reset (oder BIOS-Reset genannt, entweder Jumpereinstellung laut Anleitung, oder einfach Netzteil Stromlos machen, paar Mal die Powertaste drücken, dann die BIOS-Batterie paar Minuten entfernen und dann wieder einsetzen, Strom dran und hoffen dass er startet). :-)
 
Also, die Kiste läuft wieder: Es war tatsächlich der Prozessor.

Habe im Wege der Garantie einen neuen bekommen (sogar einen 8350 statt dem 8320 den ich offenbar vorher hatte) und jetzt hat mein Baby gestartet.

Im Wege der haltlosen Spekulation stelle ich nochmal die Vermutung an, dass zu hohe Gehäuse-Innentemperatur den Defekt begünstigt haben könnte. Mir war schon vorher aufgefallen, dass das Gehäuse in der Nähe des Prozessors von außen doch recht heiß wurde. Es stellte sich im Zuge der Reparaturarbeiten jetzt heraus, dass ich den Lufteinlass unterhalb des Netzteils am Boden des Gehäuses komplett vergessen und deswegen in fast drei Jahren nicht gereinigt hatte. Der war entsprechend übel zugestaubt. Ich gelobe jedenfalls, in Zukunft keine Lufteinlässe mehr zu vernachlässigen. Eventuell bau ich auch einen zusätzlichen Lüfter ein, mal sehen wie die Wärmeentwicklung sich jetzt gestaltet.

Vielen Dank für die freundliche Hilfe vom Forum!

-F
 
Hahaa, Kommando zurück. Rechner fährt nach ca. 2h Betrieb wieder runter, verschmorter Geruch, am Mainboard Schmorspuren. Nichts geht mehr.

Ich kann die Stelle, an der die Schmorspuren sind, anhand des ASRock-Manuals leider nicht identifizieren, deswegen erlaube ich mir an dieser Stelle mal einen Bilderpost.

Hab ich irgendwas unbemerkterweise falsch gemacht? War vielleicht doch von Anfang an das Mainboard das Problem?

Edit: die verschmorte Stelle liegt zwischen den rückwärtigen Anschlüssen und dem Prozessorsockel.
 

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Cameopower;8385710[... schrieb:
(keine Folie von einem Mainboard, die ist leitend)[...]
Das ist aber Quatsch.
Es sind immer ESD Folien. IMMER.
In diversen Anleitungen zum Zusammenbau wird als alternative, oder wenn man sich unsicher ist, auch extra genannt "Falls keine passende Unterlage vorhanden ist, kann man auch die Folie benutzen in der das Mainboard eingepackt war."

Wär ja auch ziemlich Sinnfrei, würde der Hersteller seine Halbleiterprodukte in leitende Folie einpacken. ^^

Edit: ESD Folie Mainboard - Google-Suche Hier auch noch reichlich Suchergebnisse zu ESD Folien.
Sogut wie alle IT-Bauteile werden in ESD Folie verpackt.
Ich selbst habe externe Bauteile die ein geschlossenes Plastikgehäuse haben, und kamen sogar in ESD Folie.^^
 
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Spawas abgeraucht. Wenn der Rest überlebt hat (was du erst durch ein neues Board rausfinden kannst), brauchst du "nur" ein neues Board.
Oder dieses.

Danke. Du meinst, eins dieser zwei soll ich nehmen? Gibts nen Grund dafür dass Spannungswandler so zerschmelzen? Zu wenig WLP auf der CPU vielleicht? Wenn das irgendwas damit zu tun haben kann...

Dachte irgendwie dass ASRock nicht sofort nach Gewährleistungsende die Biege macht
 
Nein, die CPU selbst :D. Das Problem ist aber nicht die CPU ansich, sondern die grottigen "Es muss gespart werden, koste was es wolle" 970er Mainboards. Sogut wie alle 970er Boards haben nicht genügend Spawas, um den Betrieb einer 8k CPU zu garantieren (Wenn damit nur Officekram erledigt allerdings schon)
 
So, neues Mainboard gekauft (MSI 970 Gaming, lasst mich, ich lebe zur Zeit nach Budget), welches auch kompatibel ist mit dem zwecks Garantie zurückgesendeten neuen Modell. Aber ist der Spaß vorbei? Nein!

Der Rechner startet, allerdings drehen sich die Lüfter der GraKa nicht. Angeschlossener Monitor hat kein Bild. Wenn der Strom abgeschaltet wird, rucken die GraKa-Lüfter kurz an. Gleiches Bild in beiden Graka-Steckplätzen.

Hat jetzt eine Überspannung meine Karte gekillt? Come on.
 
Naja, das 990er wäre nicht merklich teurer gewesen, aber es ist dein Geld.
Die einzigen Möglichkeiten ein Defekt der Graka zu verifizieren, wäre entweder ne neue GPU oder ein anderer Rechner
 
Ja, hatte auch damit zu tun, was ich jetzt grade vom lokalen Laden kaufen konnte. Dachte irgendwie neues Mainboard würde das schon richten. Haha.

Naja ich probier mal und sage Bescheid
 
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