Nicht nach Schema F

tokenrider

Freizeitschrauber(in)
Aber gerade das macht doch Linux aus, das es so individuell sein kann, das es nicht nach Schema F ist, sondern das es von der Community so entwickelt werden kann wie sie es möchte.

Das ist Unsinn.

Alle Linux-Releases sind maximal verbastelt. Eine beliebige Mischung beliebiger 3rd-Party-Komponenten.

Damit lässt sich über die Jahre nicht das Maß an Reife, Stabilität und Bugfreiheit erreichen, als wenn man alle für ein Unix-System maßgeblichen Komponenten als eine Einheit pflegt.

Schau Dir mal an, wie FreeBSD gepflegt wird. Das ist ein vollumfängliches Unix mit einem langen Entwicklungsstammbaum (Berkeley System Distribution) und hohem Reifegrad.

Diese Form der Standardisierung erleichtert allen Beteiligten, Entwicklern, Endkunden und Administratoren, den Betrieb eines solchen Systems.

Diese Systeme können entsprechend parametrisiert und konfiguriert werden, um viele unterschiedliche Aufgaben leisten zu können.

Das, was Du an Vielfalt bezeichnest ist normalerweise nichts anderes, als 3rd party Applikationen über einen package Manager zu installieren oder halt das System oder die GUI nach Deinen Vorstellungen anzupassen.

Auch solche Anpassungen, welcher Window Manager verwendet wird oder auch dessen Look&Feel liesse sich über ein Paket installieren. Oder man macht es selbst.

Nichts davon ist ein Grund dafür, für jeden Kiki eine neue Linux Distribution ins Leben zu rufen.

Man weiß schon gar nicht mehr, welche Distribution man überhaupt installieren soll, weil jede ist irgendwie anders kacke. Mal funktioniert dies oder jenes nicht so gut und es ist auch nicht gerade von Vorteil, wenn Startup Scripts, Shell environments und das ganze System Management sich komplett unterscheiden.

Und wegen dieser Diversität tun sich auch Firmen schwer, Ihre Produkte für Linux anzubieten.
Denn Du supportest zu einem großen Teil das System des Kunden mit, wenn mal was nicht funktioniert.
Und wenn jedes System anders aussieht, dann ist das ein Albtraum für Support und Entwicklung.

Letzten Endes richtet sich diese Diversität gegen Deine ureigenen Interessen als Kunde, die gewünschte Hardware und Software auch für Linux verfügbar zu haben.

Standardisierung ist das A und O für Betriebssysteme.

Das verstehen aber die Leute im Linux-Bereich leider nicht und labern irgendeinen Scheiß von falsch verstandener Freiheit und Individualität. Toll, wenn man vorhat, viel Zeit damit zu verbringen, welche Linux Distribution die wenigsten Macken für die eigenen Anforderungen hat. Je mehr Anforderungen Du an ein Linux hast, desto schwieriger wird es, eine passende Linux Distribution zu finden.

Und dann geht auch noch der ganze Scheiß los, dass mal ein Installer nicht funktioniert etc.

Anstatt solche Dinge mal vernünftig in einer Release richtig zu fixen, wuseln alle Distribution Maker lieber alleine für sich rum, jeder mischt sich alles Mögliche nach Belieben zusammen und dann muss man sich nicht wundern, warum mal das eine oder andere nicht funktioniert und die Administration teils auch sehr unterschiedlich ist.

Das beschissenste Linux, das ich mal je sah war eins, bei dem das ls Kommando per default mit einer grafischen arbeitenden Version ersetzt wurde. Mann, mit so einer maximalverbastelten Version, jenseits aller bekannten Standards, möchte ich nun wirklich keine Zeit mehr verschwenden.

Da wird "Basteln an Linux" zum Selbstzweck. Aber das bringt niemanden wirklich weiter.
 
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