"News of the World" Skandal -- was dürfen Zeitungen/Medien, wo ist die Grenze?

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Es ist ein zweischneidiges Schwert, zuerst die Verlage die das grosse Geld wittern und auf der anderen Seite die Leser wo eine Masse auf solche Sensationen gieren.
 
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Weil eben die Leser immer mehr wissen wollen und sich mit dem "alltäglichem" Klatsch nicht mehr zufrieden geben.

Sorry, aber das entbindet doch nicht die Reporter von ihrer Verantwortung! Irgendwo muss doch einfach Schluß sein und wenn die Öffentlichkeit meint sie müsse mehr sehen, dann muss der Reporter sich halt weigern ...
 
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Sorry, aber das entbindet doch nicht die Reporter von ihrer Verantwortung! Irgendwo muss doch einfach Schluß sein und wenn die Öffentlichkeit meint sie müsse mehr sehen, dann muss der Reporter sich halt weigern ...

Natürlich nicht, aber wenn du als Reporter siehst, oder halt als Chefredakteur, dass deine Auflage sinkt, kommt vielleicht mal der Spruch von oben, dass die Report "mehr Engagement" zeigen müssen, wenn sie die Zeitung "voranbringen" wollen.
Was praktisch wie ein Befehl klingt: "Besorg Infos, egal wie, sonst seit ihr draußen".

Deswegen sagte ich ja, dass auch die Boulevard Journalisten unter einem gewissen "Erwartungsdruck" standen, denn die neue "Enthüllung" musste spektakulärer sein als alles davor.
 
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Das ist definitiv kriminell, diese Verflechtung in die Politik ist auch Besorgniserregend. Aber wer glaubt das sei nur bei den Briten so, täuscht sich. Aktuell könnt ihr das bei der Rüge der UN zu unserm Sozialstaat beobachten. Die Medien versuchen so gut wie es geht, bis auf ein paar Ausnahmen, die Glaubwürdigkeit der UN zu mindern. Da stecken auch Intressen dahinter.
 
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Aber wenn den Politiker keiner auf die Finger klopft wer denn sonst und was die ohne Kontrolle veranstalten würden aber haallo.:daumen:
 
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Ich frage mich aber, wie unabhängig so eine Kommission sein soll, wie sie Cameron jetzt vorschlägt. Denn letztendlich sitzen da auch nur Politiker drin.
Ist wie mit Untersuchungsausschüssen, das ist auch so eine Sache...
 
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Ich finde sowas nicht gut. Gut das morgen die letzte Ausgabe der Zeitung erscheint. Eine von diesen ueberfluessigen Boulevard Zeitungen weniger.:)
 
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Was darf eine Zeitung oder die Medien noch, wo soll/muss man die Grenze ziehen?
Haben alle Menschen ein Anrecht auf alle Informationen, egal welche das sind?
Inzwischen gibt es im Fernsehen viele gestellte Doku Soaps und immer die gleichen Casting Shows. Wo wird der Trend hingehen?
Wie "unabhängig" sind die Nachrichtenmagazine oder News Sendungen allgemein noch? Teilweise wird sehr einseitig berichtet, egal ob öffentlich rechtlich oder privat.
Brauchen wir eine unabhängige Behörde, die sich der Problematik annimmt?

Imho brauchen wir dringend eine Reform der öffentlich rechtlichen als Maßstab. Solche und ähnliche Beispiele zeigen, dass das Grundbedürfniss Information (in einer Demokratie Bestandteil des Gesamtkonzeptes!) nicht durch Unterhaltungs-/Boulevardmedien gedeckt werden kann. Im Gegenteil, denen muss man noch entgengenarbeiten. Da sich eine klare Trennung bei den privaten Medien nicht umsetzen lässt (es ist nunmal ein kontinuirliches Spektrum) und allgemeine staatliche Zensur grundsätzlich abzulehnen ist, hilft nur ein öffentliches Gegenangebot erster Qualität.
Dieses sollte sich dann auch auf Information konzentrieren (d.h. z.B. im Falle von Fernsehsendern kein Geld für Mutantenstadl, Wetten Das oder Fußball verschwenden dürfen) und in höchster Qualität abliefern. Wie man letztere objektiv sicherstellt, wäre noch ein problematisches Thema, aber bislang gibt es weltweit afaik nicht eine Organisation, die wenigstens die technisch-finanziellen Mittel hat, um sowas zu erreichen. (Man gucke sich z.B. mal an, welche Bereiche ein ARD-Korrespondent abdecken soll. Da wird der gleiche Typ für Meldungen von Marokko bis Afghanistan vor die Kamera gezerrt)

Umgekehrt muss es deutlich empfindlichere Strafen für Leute geben, die Informationen aus Bereichen (oder auch auf Wegen) beziehen, die definitiv nicht angebracht sind. Dazu gehört z.B. eindeutig das Eindringen in die Privatsphäre von Personen (ausgenommen ggf. bei begründetem Verdacht auf Gesetzesverstöße -> investigativer Journalismus bei Firmengrößen und Politikern), insbesondere aber die Veröffentlichung von Details aus diesem.
Wenn man sich anguckt, was sich die BILD quasi im Wochentakt rausnehmen kann, ohne daran Pleite zu gehen, dann fehlt es da offensichtlich an Regelungen, um geltende Gesetze durchzusetzen. (gilt aber nicht nur für Boulevardblätter. Auch online mutiert es seit Jahren zum Sport, privates zu verbreiten)


Ehrlich gesagt habe ich langsam die Schnauze voll. Nur noch Krieg, Konflikte, Krisen, Skandale in den Medien. Gibts denn nichts schönes mehr zu berichten?

Willkommen in der wirklichen Welt. Die war schon unfair, bevor der Mensch angefangen hat, sie zu zerstören und eine Gesellschaftsform zur besten erklärt hat, die ausdrücklich den Konkurrenzkampf und gegenseitige Unterdrückung zur Maxime macht.


Sorry, aber das entbindet doch nicht die Reporter von ihrer Verantwortung! Irgendwo muss doch einfach Schluß sein und wenn die Öffentlichkeit meint sie müsse mehr sehen, dann muss der Reporter sich halt weigern ...

Es fällt Leuten i.d.R. schwer ihren Job und ihre Zukunft aufzugeben. Und gerade im niveaulosen Teil des journalistischen Bereichs kann nun wirklich jeder jeden ersetzen - ganz abgesehen davon, dass in den letzten Jahren reihenweise Zeitungen Pleite gehen und Redaktionen zusammengelegt werden (d.h. eine Redaktion gefeuert, die andere macht halt zwei Blätter).
 
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Dieses sollte sich dann auch auf Information konzentrieren (d.h. z.B. im Falle von Fernsehsendern kein Geld für Mutantenstadl, Wetten Das oder Fußball verschwenden dürfen) und in höchster Qualität abliefern. Wie man letztere objektiv sicherstellt, wäre noch ein problematisches Thema, aber bislang gibt es weltweit afaik nicht eine Organisation, die wenigstens die technisch-finanziellen Mittel hat, um sowas zu erreichen. (Man gucke sich z.B. mal an, welche Bereiche ein ARD-Korrespondent abdecken soll. Da wird der gleiche Typ für Meldungen von Marokko bis Afghanistan vor die Kamera gezerrt)

Dafür gibts ja Spartenkanäle der öffentlich rechtlichen, wie eben Phönix oder den Kulturkanal oder den Infokanal oder sonst was.
Die öffentlich rechtlichen haben zwar eine Menge Geld, aber letztenlich wird auch da auf die Quten geguckt und solange die da sind, ändert sich nichts. Fußball bringt eine Menge Quote (sieht man sogar bei den Frauen), wieso also darauf verzichten? Damit kann man eine Menge Werbeeinnahmen generieren.
Ich persönlich bin ja für das Abschaffen von ARD und ZDF und einer neuen Auslegung der öffentlich rechtlichen Sache. Die BBC sendet auch gute, informative Sendungen, Fernsehserien, Krimis und Sport und kommt mit deutlich weniger Geld aus als ARD und ZDF.
Muss ich eine königliche Hochzeit auf beiden öffentlichen Kanälen sehen? :what:
 
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Phönix und Kulturkanal haben afaik kein einziges eigenes Format (sieht man von einer gelegentlichen Bundestagssitzung ab), die Produktion liegt in Händen der klassischen Sender. Und das Quotendenken ist eben gerade das Problem:
Wie der Vergleich zwischen BILD und seriösen Zeitungen zeigt, bringen seriöse Nachrichten keine Quote - genau die sollen die öffentlich rechtlichen aber liefern.
Unterhaltung dagegen können die privaten Medien wesentlich besser und günstiger abdecken. Denn da die ÖR nur sehr wenige Werbeplätze haben, drüften sie selbst bei den Einschaltquoten eines Deutschlandspiels noch mehr Ausgaben als zusätzliche Einnahmen haben.
Imho gehört das Angebot auf ~2, maximal drei Sender zusammengestrichen. Einer sendet aktuelles, d.h. stündlich Nachrichten, dazwischen 30-45 minütige Reportagen zu aktuellen Themen, ggf. investigative Formate, am (Vor)abend sind ein paar Sendeplätze für regionale Magazine reserviert, die dann in jedem Bundesland anders besetzt werden. Vielleicht kann man unter der Woche zur Primetime noch was Brennpunkt-ähnliches zu aktuell wichtigen Themen einschieben, am Wochenende alternativ eine Wochenzusammenfassung für all diejenigen, die nur einmal die Woche Nachrichten gucken wollen. Der andere Sender widmet sich Kultur&Weiterbildung, d.h. hier laufen die klassischen Dokus, die Wissen vermitteln, über das ein mündiger Bürger verfügen sollte, dass aber zu lang für ein Nachrichtenformat ist.
Entfallen tun sämtliche Unterhaltungssendungen, Spielfilme, Serien, Shows und vollständige Sportübertragungen. Die gucke ich zwar z.T. auch ganz gerne, aber das ist einfach nichts, wo sich eine faire Grundversorgung planen lässt und Leute für Dinge abzukassieren, die sie weder brauchen noch wollen, muss nicht sein. Stattdessen wird ~1/3 des so eingesparten Budgets in eine Aufwertung des Nachrichtenangebotes investiert (das dann auch ~als Nachrichtenagentur von anderen Medien genutzt werden darf - nicht dass die Privaten wieder rummeckern, dass die ÖR auf "Staats"kosten bessere Nachrichten bringen, als das arme, arme RTL II...). Den ganzen Rest kann man meinetwegen gerne weiter produzieren, dann aber bitte werbefinanziert oder pay-TV, genau wie andere Unterhaltungsangebote auch.

/meine Meinung.
 
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Du brauchst aber einen öffentlich rechtlichen Kanal, der die Leute über 50 abdeckt, denn die gehören nicht mehr zur Werbe relevanten Gruppe, sind also für die privaten Sender uninteressant. Mich stört der Musikantensaatl oder die üblichen Volksmusiksendungen, aber ohne die meckern 25% der Bevölkerung, das kann nicht im Interesse des Staates sein.

Das Problem meiner Meinung nach ist eh, dass die Politik viel zu sehr in den Sendern involviert sind. Da werden Posten vergeben, Vetternwirtschaft betrieben und Chefredakteure oder sonst was rausgeworfen. Hier wünsche ich mir mehr Transparenz. Ich hab auch nichts dagegen, dass Sportveranstaltungen übertragen werden, denn gerade die quotenschwachen Veranstaltungen leiden unter einer nicht Präsenz im Fernsehen und damit dem Ausbleiben von Sponsoren und Nachwuchs.
Ich muss nicht jedes Freundschaftsspiel der Fußball Nationalmannschaft sehen und keine Live Übertragung von gedopten Radfahrern oder wie Leute in ihren Autos im Kreis fahren. Nur leider bringen genau diese Dinge eben Quote.

Guck dir doch die billig Formate der Privaten an. Die laufen, die werden geguckt, obwohl das eigentlich "Unterschichtenfernsehen" ist. Und die öffentlichen scheinen dagegen zu setzen, auch mit billig Formaten, siehe Nachmittagsprogramm.
 
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Die "werberelevante Zielgruppe 18-49" wurde in Deutschland bekanntermaßen von RTL erfunden und hat mir der realen Kaufkraftverteilung, insbesondere in einer älter werdenden Gesellschaft, wenig zu tun.
 
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Sie wurde von den Instituten erfunden, die das Kaufverhalten der Menschen untersucht haben.
Demnach wurde bekannt, dass man Menschen, die älter als 50 Jahre sind, nur noch sehr schwer beeinflussen kann, was das Kaufverhalten angeht. Ein Rentner kauft immer das gleiche, er interessiert sich nicht für Werbung und kauft keine Produkte, die stark beworben werden, ein 30 jähriger macht das.

Es gibt aber schon ein Umbruch, keine Sorge. in den öffentlich rechtlichen wird am Frühabend, also ab 17 Uhr häufig für Dinge geworben, die eher ältere Leute interessieren dürfte. Das kann aber auch daran liegen, dass die Zielgruppe der öffentlich rechtlichen nun mal eine andere ist als die der Privaten.


Es ändert aber nichts daran, dass vor allem Jugendliche sehr stark beeinflussbar sind und inzwischen geht der Trend ja auch zu Kindern hin, denn die haben eine Kaufkraft generiert, die man so nicht für möglich gehalten hat, denn die Kinder können ihre Eltern beeinflussen.
 
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Update:

1. Sir Paul Stephenson, der ranghöchste Polizist der Metropolitan Police und sein Stellvertreter John Yates haben angekündigt ihre Ämter niederzulegen.

John Yates resigns from Met police over phone-hacking scandal
Metropolitan police commissioner Sir Paul Stephenson: resignation statement

2. Der Whistleblower und Ex-NotW-Journalist Sean Hoare wurde tot in seiner Wohnung/Haus gefunden. Hoare war wegen Alkohol und Drogenmissbrauch in Behandlung.

News of the World phone-hacking whistleblower found dead
 
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Tja, es gibt keine Beweise für einen nicht natürlichen Tod.

Auch dass die ehemalige Chefredakteurin verhaftet wurde, an einem Sonntag, einen Tag bevor sie vor dem Untersuchungsausschuss aussagen sollte (um zu erklären, ob sie Unterstützung von der Polizei hatte), ist schon recht verdächtigt, aber eben auch nicht schlüssig, es gibt halt keine Beweise. Jedenfalls, da sie nun verhaftet wurde, spricht sie nicht über laufende Ermittlungen und die Polizei eben auch nicht.
 
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