AW: "News of the World" Skandal -- was dürfen Zeitungen/Medien, wo ist die Grenze?
Was darf eine Zeitung oder die Medien noch, wo soll/muss man die Grenze ziehen?
Haben alle Menschen ein Anrecht auf alle Informationen, egal welche das sind?
Inzwischen gibt es im Fernsehen viele gestellte Doku Soaps und immer die gleichen Casting Shows. Wo wird der Trend hingehen?
Wie "unabhängig" sind die Nachrichtenmagazine oder News Sendungen allgemein noch? Teilweise wird sehr einseitig berichtet, egal ob öffentlich rechtlich oder privat.
Brauchen wir eine unabhängige Behörde, die sich der Problematik annimmt?
Imho brauchen wir dringend eine Reform der öffentlich rechtlichen als Maßstab. Solche und ähnliche Beispiele zeigen, dass das Grundbedürfniss Information (in einer Demokratie Bestandteil des Gesamtkonzeptes!) nicht durch Unterhaltungs-/Boulevardmedien gedeckt werden kann. Im Gegenteil, denen muss man noch entgengenarbeiten. Da sich eine klare Trennung bei den privaten Medien nicht umsetzen lässt (es ist nunmal ein kontinuirliches Spektrum) und allgemeine staatliche Zensur grundsätzlich abzulehnen ist, hilft nur ein öffentliches Gegenangebot erster Qualität.
Dieses sollte sich dann auch auf Information konzentrieren (d.h. z.B. im Falle von Fernsehsendern kein Geld für Mutantenstadl, Wetten Das oder Fußball verschwenden dürfen) und in höchster Qualität abliefern. Wie man letztere objektiv sicherstellt, wäre noch ein problematisches Thema, aber bislang gibt es weltweit afaik nicht eine Organisation, die wenigstens die technisch-finanziellen Mittel hat, um sowas zu erreichen. (Man gucke sich z.B. mal an, welche Bereiche ein ARD-Korrespondent abdecken soll. Da wird der gleiche Typ für Meldungen von Marokko bis Afghanistan vor die Kamera gezerrt)
Umgekehrt muss es deutlich empfindlichere Strafen für Leute geben, die Informationen aus Bereichen (oder auch auf Wegen) beziehen, die definitiv nicht angebracht sind. Dazu gehört z.B. eindeutig das Eindringen in die Privatsphäre von Personen (ausgenommen ggf. bei begründetem Verdacht auf Gesetzesverstöße -> investigativer Journalismus bei Firmengrößen und Politikern), insbesondere aber die Veröffentlichung von Details aus diesem.
Wenn man sich anguckt, was sich die BILD quasi im Wochentakt rausnehmen kann, ohne daran Pleite zu gehen, dann fehlt es da offensichtlich an Regelungen, um geltende Gesetze durchzusetzen. (gilt aber nicht nur für Boulevardblätter. Auch online mutiert es seit Jahren zum Sport, privates zu verbreiten)
Ehrlich gesagt habe ich langsam die Schnauze voll. Nur noch Krieg, Konflikte, Krisen, Skandale in den Medien. Gibts denn nichts schönes mehr zu berichten?
Willkommen in der wirklichen Welt. Die war schon unfair, bevor der Mensch angefangen hat, sie zu zerstören und eine Gesellschaftsform zur besten erklärt hat, die ausdrücklich den Konkurrenzkampf und gegenseitige Unterdrückung zur Maxime macht.
Sorry, aber das entbindet doch nicht die Reporter von ihrer Verantwortung! Irgendwo muss doch einfach Schluß sein und wenn die Öffentlichkeit meint sie müsse mehr sehen, dann muss der Reporter sich halt weigern ...
Es fällt Leuten i.d.R. schwer ihren Job und ihre Zukunft aufzugeben. Und gerade im niveaulosen Teil des journalistischen Bereichs kann nun wirklich jeder jeden ersetzen - ganz abgesehen davon, dass in den letzten Jahren reihenweise Zeitungen Pleite gehen und Redaktionen zusammengelegt werden (d.h. eine Redaktion gefeuert, die andere macht halt zwei Blätter).