Mit "unbalanced" meine ich, dass man in NV nach 15-30% des Spiels (je nach Add-On-Nutzung) auf dem ganz normalen Hauptpfad derart overpowered ist, dass man einen Großteil der folgenden Gegner nur noch oneshotted oder zumindest ohne einen einzigen Kratzer niedermetzelt.
Das Problem teilt es sich im Grunde mit F3, wo das selbe Problem existierte, genauso besonders dann, wenn man die DLCs hatte.
In Fallout 2 und vor allem 1 hatte man wenigstens manchmal Geldsorgen und war deswegen mit schlechten Equipment unterwegs.
Echt?
Kann ich mich wirklich nicht daran erinnern. Gut, es mag sicherlich davon abhängen ob wir davon sprechen ob man es das erste mal durchspielt, man weiß noch nicht was, wann, wo kommt und zu holen gibt, aber danach?
Meine das einzige was man in F1 kaufen konnte, bevor man zu den Gun Runners kommt, wofür man einige Deckel benötigt ist die Combat Armor in The Hub, beim Händler in Downtown, plus vielleicht die Combat Rifle mit Munition, aber die Kohle dafür konnte man eigentlich problemlos in den 180 Tagen zusammenkratzen, die man Zeit hat um den Chip aus Necropolis zu holen und das dann immer noch smoth erledigen.
Wenn man wollte konnte man sogar noch bei den Water Merchants eine Wasserlieferung zur Vault schicken um mehr Zeit zu haben, die Deckel dafür hatte man sogar auch noch über, brauchte man aber eigentlich auch gar nicht.
Und ansonsten, Powerrüstung bekommst du sowieso nur bei der BoS und die absolut beste Waffe im Spiel, wenn man mal von dem Wynchester P94 Turboplasmagewehr absieht, war ja mit dem Alienblaster sowieso nur aus einem Zufallsencounter zu bekommen und somit keine Geldfrage, die nach Necropolis und Bonyard aber eigentlich sowieso nicht mehr im 1er existierte.
Und im Zweier, selbst wenn man mal die Glücksspielskillung wegläst, oder die Navarro Geschichte, gab es wirklich besseren Stuf zu kaufen doch sowieso auch das erste mal erst in Vault City (FNL / Dessert Eagle + Metalrüstung), da konnte man dann noch was knapp bei Kasse sein, aber spätestens wenn du in New Reno warst und dort den Auftrag für das Sierra Army Depot angenommen hast, einzige Bedingung die man dafür erfüllen musste war wegen der Reichweite ein Scharfschützengwehr zu haben und selbst das meine ich konnte man noch am Eingang vom Depot looten, bliebe nur die Munition dafür, um dort die Verteidigungstürme am Eingang gefahrlos ausschalten zu können, hat man dann im Army Depot soviel Loot raustragen können, das man danach eigentlich nie wieder Geldsorgen hatte, das ist grob über den Daumen gepeilt auch nach etwa 35-50% der Spielzeit, je nachdem was man halt vorher noch so erledigt hat und wann man halt da aufgeschlagen ist.
In NV liegt gutes Zeug an jeder Ecke rum und ich bin (mit GOTY/GRA) so gut ausgestattet, dass ich beim ersten Besuch in Novac aus Jux und Tollerei die angesammelten Caps auf Paciencia "verschwendet" habe.
Danach gab es im gesamten restlichen Spiel keinen einzigen Gegner mehr, der auf freier Fläche (oder auch in mehr als ein paar Meter langen Räumen) eine Herausforderung gewesen wäre. Die viel größere Herausforderung war es, überhaupt noch Waffen durchzuwechseln, um sie alle mal ausprobiert zu haben. Ich glaube, Mercy und ein Fat Man mit reichlich Ammo liegen immer noch im Schrank, weil ich nie dazu gekommen bin, sie zu nutzen. Und andere Waffen wie z.B. Ratslayer sind genauso ein early-Game-Breaker, wenn man nicht dran vorbeiläuft (ich habe sie just for fun im Endgame genutzt), von den Elijahs oder gar Christines ganz zu schweigen, wenn man Old World Blues früh anspielt. Umgekehrt kommt man massenhaft existierenden Kleinkram (z.B. Maria, Vance's, Sequoia, Silenced .22) erst zu sehen, wenn man ihn nicht mehr gebrauchen kann.
Ja gut, das war aber in F3 nicht gerade besser. Mit dem Operation Anchorage DLC konntest du quasi direkt nach Spielstart, nach verlassen der Vault, schon den Powerrüstungstraining Perk holen, welchen du zuvor erst im Verlauf der Hauptstory in der BoS Basis bekommen hast (nicht das es bis dahin deutlich mehr Spielzeit erfordert hätte (irgendwas zwischen gefühlten 6 bis 10 Stunden Spielzeit , wenn man nur straight der Hauptstory bis zu dem Punkt folgt) und für die erste Powerrüstung brauchtest danach dann nur etwas in der Gegend rumlaufen und warten bis eine Patroulie der Ausgestoßenen / BoS angegriffen wurde, die durch das Ödland patroulieren, da ging immer irgendwer drauf und wenn nicht hat man halt mit einer Hand voll Minen nachgeholfen (die man ja praktischerweise, in einer Quest für Pety, auch gleich zu Anfang in großer Zahl, aus der einen Siedlung mit dem Verrückten Einsiedler, aufsammeln konnte), schwups hattest deine Powerrüstung.
Und Waffen?
Die waren doch in F3 sowieso alle abseits 10mm Pistole, für das Kleinvieh, und Großen Waffen uninteressant, da nicht genug wumms, um die dicken Gegner schnell ins Jenseits zu befördern, also entsprechend Raketenwerfer, Minigun, Lasergatling und Fatman waren da doch eigentlich später, vielleicht noch neben dem Teslawerfer aus dem einen DLC und dem Gausgewehr aus dem Anchorage DLC die Waffen die du mit max Level hauptsächlich noch benutzt hast.
Und alles das gab es doch auch in Windeseile bei Ausgestoßenen / BoS zu holen, oder in D.C. bei Supermutanten und nach dem Wasseraufbereiter und damit dem Spawn der Enclaveposten auf der Weltkarte dann quasi, nebst Munition, faktisch auch an jeder Ecke.
Zudem, ist auch nicht so das es neben oben aufgezählten Waffen jetzt in F3 auch wesentlich mehr gegeben hätte. Die Waffenvielfalt war, besonders ohne die DLCs, in F3 wirklich maximal mager und einzigartige Waffen waren i.d.R. ja auch einfach nur die Standardwaffen etwas "gepimpt" und hat es bei Bethesda nicht mal dafür gereicht ihnen meistens eine eigene Optik zu spendieren.
Auch das Gegenspiel der Waffen, nämlich die Feinde, sind weitaus schlechter als in Fallout 3 verteilt. Wer links und rechts der Straßen guckt, rennt schon in den ersten Spielstunden in hochrangige Supermutanten oder Ghoulhorden. Auf der Straße bleiben ist allerdings auch keine Lösung, da würde man schon auf dem Weg zum Mojave Outpost von den Jackals abgeschlachtet werden.
Also ich hatte auf den Straßen in F:NV eigentlich nach meiner Erinnerung nicht diese Probleme, außer du bist am Anfang eben nicht über den Mojave Outpost, also von Osten einmal um die Klippen rum, über das Poseidon Powerplaint und den von der NCR als Basis genutzten Airport von Vegas, ect. nach New Vegas gegangen, sondern meintest nach dem Start den direkten Weg nach Westen, am Steinbruch vorbei, einschlagen zu müssen, was dann sehr schnell tötlich enden konnte, da man da faktisch Todeskrallen direkt in die Arme lief, aber davor hat das Spiel dich ja auch eindringlich gewarnt, da langzugehen.
Könnte mich auch nicht erinnern das die Jackale über die Route im Osten ein großes Probelm gewesen wären...
Ansonsten hatte dieses System in F:NV halt mehr mit dem aus Gothic gemein, Straße ziemlich sicher, links und rechts, du weißt schon was du da auch tust Frischfleisch?
Kann man mögen oder nicht, ist denke ich am Ende auch irgendwo eine Geschmacksfrage.
Aber ich kann für mich auch nicht behaupten das Bethesda in F3 da ein deutlich besseres System hatten. Da war es zwar am Anfang deutlich weniger wahrscheinlich, das man abseits der Wege in seinen sicheren Tot laufen kann, da die meisten stärkeren Gegner an das Spielerlevel gekoppelt waren und bis zu einem gewissen Punkt dann auch mitlevelten (mit einigen wenigen Ausnahmen bei gewissen bestimmten Locations, wo immer bestimmte starke Gegner waren), besser und glaubwürdiger ist das halt auch nicht.
Heißt am Ende, da waren mit Level 5 dann halt überall nur Rad-Kakerlaken, schwache Raider, Ghoule und Mister Handys als Gegner, aber dafür hattest bei dem System dann am Ende mit Level 35 auch eigentlich fast überall auch nur noch Todeskrallen, leuchtende Ghoule, Supermutanten Warlords und die dicken Militärroboter, sowie Soldaten der Enclave in Powerrüstungen rumrennen.
Aber klar, es ist halt auch etwas ganz grundsätzlich anderes als in F1 und F2, bedingt dadurch das man in F3/4 und F:NV halt keine "Hubs" mit Weltkarte, die das verbunden hat, zum reisen hatte, wo man dann halt die Hubs auch deutlich exakter an ein angepeiltes Spielerlevel anpassen kann, ab welchen der Spieler dort, wenn er nicht von der von den Entwicklern vorbestimmten Route ausschert, ankommt.
Allerdings konnte man auch in F1 und F2 als Spieler, in Zufallsencountern auf der Weltkarte, ins Gras beißen, weil man für einem am Anfang unbesiegbare Gegner getroffen hat, wenn man auf da meinte etwas zu sehr beim reisen, zwischen den Locations / Hubs, links und rechts abbiegen zu müssen.
Bzw. in F1 konntest im Grunde sogar ohne das sterben, wenn du am Anfang schlicht Pech hattest und erstmal nach verlassen von Vault 13 von einer Gruppe Rad-Scorpions angehalten wurdest, konnte das da auch schon ein Todesurteil sein, eben auch ohne eigentlich irgendwas verkehrt gemacht zu haben.
Sobald nach 10-20% des Spiels auf einem Niveau ist, dass einem sowas egal ist, hat der Titel aber bis zu den Legendary und Irradiated Deathclaws eigentlich nur noch einen ernst zu nehmenden Gegnertyp: Cäsars mitlevelende, aus dem nichts spawnende Assassinen. Die machen einem dann (auf Hardcore) sowohl die Begleiter madig (weil die ständig verrecken) als auch (zusammen mit ihren Ranger-Gegenstücken) das ach-so-tolle Moralsystem nutzlos , weil man schon bei leichter Assoziation mit einer Fraktion gezwungen wird, immer wieder die Killerkommanods der Gegenseite zu töten.
Ja gut stimmt, die Assassinen konnten etwas nerven, wobei ich meine das die eigentlich erst gekommen sind wenn man schon stärkere Bande zu einer Fraktion hatte, oder aber es war erst ab einem gewissen Punkt in der Story, der als Trigger dafür diente, nicht mehr ganz sicher...
Aber wie das nun auch diesbezüglich war, wenn ich mich noch richtig erinnere, fand ich die selbst dann noch lange nicht so nervig wie dieses Karma System in F3, mit gutes Karma, Red Talon Söldner haben dich bei nahezu jeder verdammten Schnellreise angegriffen, schlechtes Karma, Kopfgeldjäger haben dich bei nahezu jeder verdammten Schnellreise angegriffen, nur bei neutralen Karma hatte man als Spieler Ruhe, das war ein mindestns genauso bescheuertes System.
Der zweite riesige Balancing-Fehler, den NV allerdings mit 3 gemeinsam hat, sind die viel zu raschen Levelanstiege. Wer wirklich was vom Content haben will, stößt auch ohne Farming nach 50% des Spiels ans Level Cap. Und wer das aufhebt, um die ganzen Perks ohne multiple Durchläufe auszuprobieren, wird nur noch mehr OP. Das bei 100 gedeckelte Skillsystem macht einem dabei so oder so zu einem Meister jeder Disziplin, was die teilweise verschiedenen Lösungswege fast irrelevant werden lässt – mit der bevorzugten Waffenart draufhalten ist fast immer die bequemste Lösung.
Gut, dafür konnte aber Obsidian meiner Meinung nach auch nicht wirklich etwas. Das ist halt eine "Altlast", die man mehr oder weniger gezwungermaßen von dem nur 2 Jahre zuvor veröffentlichten F3 geerbt hat und wo schlicht dann nicht die Entwicklungszeit für da war, das System von Grund auf neu zu gestalten.
Man muss halt auch dabei bedenken, für Obsidian war die Gamebryo Engine und die dazugehörigen Werkzeuge, etwas neues, mit dem sie zuvor nicht gearbeitet hatten.
Einzige wäre halt wirklich gewesen, man hätte evt. die erhaltenen Exp. noch was absenken können, umso den Progress etwas zu verlangsamen, aber selbst das hätte mit den DLCs wohl dann wieder nicht verhindert das man dann schnell am Cap angekommen wäre.
Wie gesagt: Ich finde die Story und die Charaktere von NV auch etwas besser als 3. Bei der Map hält sich der Enthusiasmus schon deutlich mehr Grenzen, da es zwar eine Handvoll mehr individuell gestaltete Locations zu entdecken gibt, die aber oft gar nicht in die Lore auch nur ihre unmittelbare Umgebung eingebunden sind. Genau wie bei der Masse an Waffentypen hatte ich da den Eindruck, die Entwickler hätten einfach jede Idee, die ihnen gekommen ist, irgendwie mir reingequetscht. Nach dem (Bethesda-)Motto: "Um so mehr, um so besser", aber ohne sich Gedanken zu machen, dass am Ende ein Spiel bei rauskommen soll.
Sicher, ich widerspreche dir da auch gar nicht, das F:NV nicht auch klare Ecken und Kanten hat, z.B. war auch die Ausgestaltung der Locations mit Ambiente Gegenständen oft sehr "minimalistisch", freundlich formuliert.
Zur allgemeinen Verteidigung muss ich an dem Punkt aber trotzdem nochmal den zuvor schon angesprochenen Sachverhalt bringen.
F:NV kam nur 2 Jahre nach F3 raus und Gamebryo war nichts womit Obsidian jetzt sehr vertraut war.
Heißt, die Entwicklungszeit war auch sehr stark begrenzt, vieles (an Schwächen, wie die Level Progression und Skill Problemematik) musste daher halt auch einfach eins zu eins aus F3 übernommen werden und konnte nicht von Grund auf mit einem neuen, eigenen System, angegangen werden.
Gleiches gilt natürlich bis zu einem gewissen Punkt sicherlich auch für Problematiken der Balance und wie Schadensreduzierung in Gamebryo gearbeitet hat, oder eben die Ausgestaltung des Leveldesigns, ect. pp.
Für das was man da an Zeit hatte, hat man sicherlich von Seiten Obsidians aber doch noch eine Menge rausgeholt, in einzelnen Punkten, mal abseits von Story und Lore, auch was mehr als vielleicht noch in F3 (Waffen modden), besonders wo, wenn ich mich noch recht entsinne, Obsidian für die Entwicklung nur 1 1/2 Jahre Zeit hatte, also da gab es bzgl. des Release für F:NV wohl auch von Bethesda klare Vorgaben.
Aber ich denke Obsidian hätte sicherlich, mit entsprechenden Budget und Entwicklungzeit, bei einem komplett selbst auf die Beine gestellten Fallout: New Vegas, vieles auch daraus deutlich besser machen können, was so halt gewissen Limits unterlag.
Von daher, wenn Obsidian nochmal ein Fallout machen sollte, was ich weiter hoffe, hoffe ich auch das sie dann auch die Zeit und das Budget haben werden, das für ein vollwertiges eigenes Spiel und Fallout nun einmal notwendig ist.
Aber immerhin, zum Abschluss, sehen wir es doch trotzdem bei F:NV auch mal von der allgemein positiven Seite. F:NV ist zumindest nicht, nach Relase + offiziellen Patchsupport, so eine "Katastrophe" gewesen, wie sie Obsidian, dank Lucas Arts, bei KOTOR 2 hingelegt hat und im Vergleich dazu ein fertiges und relativ gut spielbares Produkt geworden, auch ohne das die Community da erst noch über Jahre Hand dran anlegen musste und obwohl es eben neben Stärken auch deutliche Schwächen und Ecken, wie Kanten, hat.
