Ein e-Text und ein Print-Text sind zwei verschiedene Paar Schuhe und für den professionellen Gebrauch gibt es deshalb für beide Textsorten Lösungswege, um dem Leser den Inhalt bestmöglich zu präsentieren.
Das hat mit Aufmerksamkeitsschwächen absolut gar nichts zu tun. Es ist ein Fakt, dass das Lesen von e-Texten langsamer und fehleranfälliger ist als das Lesen eines Buches oder einer Zeitschrift. Der Leser nimmt den Text einer Website meißt nur partiell wahr und die Rezeption unterscheidet sich dabei von Individuum zu Indivividuum, da Bildschirmgröße, die Auflösung und der verwendete Browser stark von einander abweichen. Die Wahrnehmung ist stark selektiv. Auf dieses Problem muss ein Redakteur eingehen.
Eine Website wird ganz anders wahrgenommen als ein Buch. Ein Printtext wird als zusammenhängender Text wahrgenommen, bei dem es oben-links losgeht und unten-rechts aufhört. Websites hingegen werden meist mit Maus und Auge erkundet oder auch "gescannt". Man kann sich das ganze wie eine Art Suchbild oder Landkarte vorstellen. Daher ist es nötig, einen e-Text sukzessiv von oben nach unten aufzubauen. Dem Leser sollten die meisten Infos vermittelt werden, bevor er sich auf "Erkundungsreise" begibt. Er sollte durch Schlüsselworte und Teilüberschriften auf die wichtigsten Infos aufmerksam gemacht werden und man sollte ihm unnöttig lange Textpassagen und vor allem Scrollen ersparen.
Wenn PCGH den Anspruch hat, ein professionelles Online-Magazin zu sein, dann sollten sie sich an solche Grundsätze halten. Man darf sich nicht wundern, dass wenn man die wichtigste oder in diesem Fall interessanteste Information im letzten Satz eines 300 Wörter Artikels plaziert, einige User über sie hinweg lesen.
Ich hab mir das ganze schon länger angesehen, da diese Diskussion ja in gefühlt jeder zweiten Online-News aufkommt. Nur wenn die Redakteure die Schuld immer wieder auf die Community schieben, dann ist das in meinen Augen mangelnde Selbstreflektion.