@Grestorn: auch wenn ich mich nicht direkt von deiner beschriebenen Gruppe angesprochen fühle, möchte ich dennoch etwas aus meiner Sicher dazuschreiben:
Die meisten Verschwörungstheorien scheitern schon daran, dass sie den Verschwörern unmenschliche Fähigkeiten zuschreiben. Die Menge der eingeweihten Personen ist bei den meisten VT absolut irre, die dafür notwendige Organisation mindblowing und der Erfolg ja immer durchschlagend.
"Unmenschliche Fähigkeiten" ausgehend von deinem bisherigen Kenntnisstand, daher "scheitern" in deinen Augen. Als Fakt kannst du es nicht hinstellen.
Wenn ich mir ansehe, wie wenig tatsächlich gelingt und mit wieviel Getöse alles von sich geht, was auf der Welt so passiert, kann ich immer nur sagen: Die VT-Anhänger haben a) ein extrem positives Menschenbild (wenn auch aus den falschen Motiven) und b) sind ziemlich naiv, was die Dynamik einer größeren Menge von Menschen angeht.
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Psychologisch sind VTheoretiker meines Erachtens einfach nur extrem verunsichert, weil sie das "System" in dem sie leben, nicht mehr durchschauen. Das macht Angst.
Angefangen hat es bei mir vor Jahren als ich mich fragte warum eigentlich der Golf in Autotests immer gewinnt? Wurde irgendwann nämlich schon sehr lächerlich und die Vermutung lag nahe dass getrickst wurde/wird. Recherche ergab folgendes: Journalist (Autotester) bekommt von Hersteller X ein 5 Sterne Hotel in Frankreich für sich und seine ganze Familie und darf während dieser Zeit das Auto in Ruhe testen. Soweit ein Fakt. Erscheint in der Zeitschrift eine positive Wertung bekommt der Journalist/Verlag beim nächsten Modell wieder eine Einladung im 5 Sterne Hotel und erhält zusätzliche (noch nicht veröffentlichte) Informationen über z.B. zukünftige Modelle. Ergebnis -> Zeitschrift erreicht hohe Auflagen. Streben Unternehmen (Verlage) nach fairen Dienstleistungen/Produkten oder Umsatzsteigerung/Gewinnmaximierung? Kann sich jeder selbst zusammenreimen. Das ganze war zu der Zeit nicht nachweisbar aber für mich die schlüssigere Variante (heute ist das kein Geheimnis dass überall wo es nur geht geschmiert wird). Da kam ich auch zu der Erkenntnis dass ich als Außenstehender weder das eine noch das andere weiß, geht einfach nicht. Vielmehr ->
glaube ich der einen oder
glaube ich der anderen Seite? (Ab dem Punkt heißt es selbstständig denken und eigene Meinung bilden was je nach Person gar nicht so einfach ist weil Jeder soziologischen und psychologischen Einflussfaktoren unterworfen ist!!!) Jedenfalls war das meine kleine aber wichtige erste "Erkenntnis" dass ich mit meinem gefestigten Weltbild falsch lag.
Irgendwann später kam ein Bekannter mit wirren Thesen dass fernsehen Gehirnwäsche sei und bla bla, ich habe mich über ihn wochenlang lustig gemacht

. Ich will das jetzt nicht zu weit ausführen aber habe mich anfangs mal aus neugier (und langeweile) mit ein paar typsichen Verschwörungstheorien befasst wie Geldsystem (Zinseszins) mit dem Hintergrundgedanken dass ich schoneimal mit meinem Weltbild falsch lag und fand das sehr interessant.
Das war ~7 Jahre+ her und seitdem habe ich die wildesten VTheorien (im Rahmen meiner Möglichkeiten) durch.
Angst habe und hatte ich keine, warum eigentlich? Angst ist ein Produkt der eigenen Fantasie -> nicht real.
Ich würde es so umformulieren, (angehende) Verschwörungstheoretiker (ist das schon ein Kompliment?) sind verunsichert weil sie durchschaut haben dass die Welt die sie mit ihren eigenen Augen sehen nicht so ist wie beispielsweise in der Tagesschau suggeriert wird. Das fängt schon bei kleinen Dingen an.
Dumm ist nur, dass niemand auf der ganzen Welt das System vollständig durchschaut (auch wenn einige das für sich gerne in Anspruch nehmen).
Das sind zum größten Teil "Neulinge" die meinen sie haben die Weißheit gefressen

Die alten Hasen und seriösen Quellen lassen sich gar nicht mehr auf mehr oder weniger sinnlose Disskusionen wie hier ein. Verständlich.
Und das Gefühl, es gibt da jemanden, der die Fäden in den Händen hält, ist einerseits beruhigend (denn es kann ja nicht sein, dass das alles unkontrolliert läuft) und jagt einem auch einen Schauer über den Rücken. Dass die angenommenen Mächte üblicherweise negative Motive haben, ist da eher zweitrangig.
Das ganze ist nichts als eine Ersatzreligion. Früher konnte man sich die Welt auch nicht erklären. Da hat man halt einen Gott erfunden. Der ist meist auch richtig grausam und angesteinflößend... Aber immerhin kann man ihn ja anbeten, in der Hoffnung, das hilft etwas.
Heute sind die Menschen, was Gottheiten angeht, oft desillusioniert. Dann müssen halt böse Mächte in den Regierungen, Drei-Buchstaben-Organisationen, Illluminati, Freimaurer oder noch viel geheimere Zirkel dafür herhalten, das eigene Weltbild zusammenzuhalten.
Dank Kommentaren wie diese...
