Dafür gibt es aber keine Mehrheit, da die Regierungsparteien und alle andere Angst haben, von den Rentner, als große Wählergruppe, abgestraft zu werden.
Guck dir die Sache mit der Dieselsubvention für Landwirte an. Greift man das an, blockieren mehr Trecker die Straßen als Klimaaktivisten.
Nicht mehr Trecker, sondern nur mehr Treckermasse. Einer macht halt soviel Ärger wie ein rundes Dutzend Klimaaktivisten und während die nach einer Stunde geräumt sind, darf der Landwirt auch mal einen ganzen Tag oder, bei Sternfahrten, länger durchdemonstrieren. So erhalten ein paar Tausend Leute mehr Einfluss als ettliche Zehntausend.
Bei fast 7 Billionen € Barvermögen könnte man auch ansetzen, oder nicht? Ist ja nicht so, dass das Geld nicht da wäre. Schon ein Heiner Geissler (CDU) sagte dereinst in der "guten alten Zeit", dass wir Geld wie Dreck hätten, es aber nur bei den falschen stecken würde.
An die Vermögen einiger könnte man allgemein mal ran, aber das löst die Rentenungerechtigkeit nicht. (Auch wenn ein erheblicher Teil der Vermögen bei Alteren liegt.) Laut deinem zweiten Post sind es real wohl eher 3,5 Billionen Barvermögen und wenn du jedem Haushalt ein Grund-Sparkapital von im Schnitt vielleicht 50 Riesen zugestehts (= man kann soviel sparen, dass man sich mal ein Auto ohne Kredit kaufen kann und trotzdem nicht auf bedenkliche Werte herunterfällt, aber noch lange nicht genug für z.B. Immobilien), dann bleiben vielleicht 1,5 Billionen, bei denen man über eine Besteuerung nachdenken kann. Selbst mit einer 100% Steuer alias totale Enteignung würdest du die Rentenlücke damit kaum über 2035 hinaus gestopft bekommen und Vermögen kannst du nur einmal einbeziehen.
Wie gesagt: Für Behebung einer ganzen Menge in den vorangegangenen Jahrzehnten aufgelaufener Missstände könnte man ruhig einmal denjenigen in die Taschen greifen, die von den Zuständen während dieser Jahrzehnte offenbar gut profitiert haben. Die Baustellen im Bereich Umweltschutz, Klimaschutz und öffentliche Infrasturktur sind groß genug. Aber für einen langfristig laufenden Ausgabenposten wie die Rente braucht es eine dauerhafte, laufende Lösung.
Die Mieten steigen aber schneller als die Inflation.
Die Mieten, die Lebensmittel, die Hardware-Preise, die Energie, PCGH-Hefte: Fucking alles wird schneller teurer als die offiziell ermittelte Inflation.
Nur mein Lohn nicht, der bleibt wo er ist

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Ich bin mir nicht sicher, ob der IWF das mit der Inflation richtig verstanden hat.
In DE gibt aktuell Anpassungen der Altersrente an die Lohnabschlüsse des Vorjahres.
Diese sind durchaus deutlich niedriger als die Arbeitnehmer dann erhalten, in der Regel ca. 1/3 - 1/2, sprich gbs während er Inflation z. B. 8% mehr Lohn haben die Rentner um die 3.5% erhalten.
Würde man die mit der Inflation direkt verknüpfen, wären die Aufschläge - zumindest in DE - deutlich höher.
Vorsicht: Die Renten steigen praktisch jedes Jahr, die Tarifabschlüsse gelten dagegen meist für 2-3, teils für noch mehr Jahre. Und Tarifjobs sind der Leuchtturm in der Landschaft, viele andere müssen mit deutlich weniger auskommen. Wenn die Löhne einer Krise zudem insgesamt mal sinken, bleiben die Renten zudem unangetastet. Für ein faires Verhältnis müssten Rentenerhöhungen also immer einen Tick unter der allgemeinen jährlichen Lohnsteigerung bleiben, welche wiederum hinter der jährlichen Tariflohnsteigerung bleibt, welche wiederum 1/2, 1/3 oder 1/4 der Tarifabschlüsse beträgt.
Dem ist aber nicht annähernd so. In den letzten 10 Jahren ist der Rentenpunkt (West) von 28,61 auf 40,79 € gestiegen. Das ist ein Plus von 40%, im Osten waren es durch die Angleichung von zuvor niedrigerem Niveau sogar plus 50%. Der Verbraucherpreisindex ist im gleichen Zeitraum von 94,8 auf 123 hoch, eine Steigerung von "nur" 30%. Die Rentner haben also eine Realeinkommenssteigerung von 10-20% bekommen, für die alle anderen draufzahlen müssen. Und das obwohl sich im gleichen Zeitraum das durchschnittliche Verhältnis aus Ein- und Auszahlungszeitraum weiter verschlechtert haben müsste. (Der Tarifvertrag, der meiner Tätigkeit am nahesten kommt, ist im gleichen Zeitraum ürigens um 18% gestiegen. Mein eigenes Gehalt kann ich über vergleichbare Zeiträume nicht ganz vergleichen, da sich die Tätigkeit geändert hat/nicht sagen kann, was jemand in meiner heutigen Position 2015 bekommen hat. Aber wenn ich mal die Entwicklung seit 2019 als Maßstab nehme, dann sind die Renten 14% stärker gestiegen.)
Edit: Das steht übrigens nur teilweise im Widerspruch zu deiner Feststellung, dass "die Renten" schwächer als die Inflation gestiegen werden. "Die Renten" berücksichtig in der Regel die absolute Auszahlungshöhe. Das heißt wenn der Anteil der Rentner mit geringen Ansprüchen relativ zu dem Anteil mit hohen Ansprüchen steigt, dann können die durchschnittlich ausgezahlten Renten fallen oder langsam steigen, obwohl die Rentenpunkte weit überdurchschnittlich angehoben werden. Aber auch wenn heute im Schnitt ärmere Jahrgänge in Rente sind, weil halt der Anteil der unterbrochenen Erwerbsbiographien stetig steigt, gilt dennoch: Für die gleichen Einzahlungsleistung kriegt ein Rentner heute deutlich mehr Euro auf den Tisch als vor 10 Jahren, während ein Arbeiter für die gleiche Arbeitsleistung nur etwas höher entlohnt wird wie vor 10 Jahren.