Yeah, schweineteuer, genau das gleiche Produkt genau gleich weiter zu verkaufen.
Hast Du da ein Beispiel für? Meine bisherige Wahrnehmung sieht da eher immernoch gezielte Werbung mit "vegan", zumal die Produkte in den Supermärkten separat stehen.
Nicht alle Supermärkte haben eine extra Veggieabteilung und einige nicht einmal extra Fächer.
Unter den verbreiteten Produkten würde ich aktuell z.B. große Teile des Rügenwalder-Sortiments als grenzwertig erachten. Da enthält der groß aufgedruckte Produktname in der Regel kein "Vegan"/"vegetarisch" mehr, sondern das steht nur in einer Art Serien-/Gruppenbezeichnung über dem Logo des eigentlichen Produkts in halber Schriftgröße oder noch kleiner. Und denen unterstelle ich auch, das bewusst so zu machen, denn deren Werbung zielt doch gezielt auf Leute, die bislang Fleisch essen und denen die vegetarischen Produkte nur mit Randhinweis genauso präsentiert werden, wie früher die tierischen aus gleichem Hause. Das ist keine "du bist Vegetarier und willst trotzdem mal wieder so richtig in ein Schnitzel beißen?"-Ansprache.
Bislang ist das aber noch die Ausnahme, weil zumindest brauchbarer Qualität teurer ist, als Billigfleisch. Sollte es jemals dazu kommen, dass wir endlich vernünftige Tierschutzstandards durchsetzen, sodass vegetarische Alternativen billiger sind, würde ich systematische Verbraucherverarsche erwarten bzw. hätte ich erwartet. Im Rahmen der bisherigen Kennzeichnungspflicht wurde schon regelmäßig der Fleischanteil auf ein Minimum reduziert. Rewe hatte eine ganz Zeit lang "Hack" im Angebot, dass zu iirc 1/3 (oder sogar 2/3?) aus Ei-Eiweiß und zugesetztem Wasser bestand, Maggi-Asia-Nudeln "Ente" enthalten laut rückseitiger Beschriftung nur im Promillebereich Ente (der ohnehin schon kleine tierische Anteil ist vor allem Hühnerfett) und wie gesagt: Wir hatten auch schon Analog-Käse auf Billigst-Pizza, wobei das "Analog-" aber nur auf der Rückseite stand.
Von daher kann ich es nachvollziehen, dass einige Leute sich daran gestört haben, dass eine Schweineschnitzel extra gekennzeichnet werden soll (afaik in Deutschland nicht muss), weil es nicht wie ein richtiges Schnitzel vom Kalb kommt, aber ein Tofu-Schnitzel auch ohne Kennzeichnung verkauft werden durfte. Man muss mit eine Regulierung ja nicht abwarten, bis jemand solche Freiheiten systematisch für Betrug nutzt, sondern kann ausnahmsweise mal frühzeitig für Klarheit sorgen.