Ich denke er meint allgemein diesen Punkt hier.
Der Bundesrechnungshof zieht ein verheerendes Fazit der Brückensanierungen in Deutschland. Die Modernisierung sei deutlich im Rückstand. Dem Verkehrsministerium wird sogar vorgeworfen, die Zahlen zu beschönigen.
www.tagesschau.de
MfG
Zu dem Punkt sagt er aber rein gar nichts. Anstand sich mit Infrastrukturlücken in Höhe von 1400 Millionen
allein dieses Jahr zu beschäftigen, versucht er mit
einmaligen Ausgaben in Höhe von 20 Millionen Euro Stimmung zu machen, die über einen Zeitraum von vielen Jahren nach Lima gingen. Das eine hat mit dem anderen in etwa so viel zu tun, wie 200 m zum Parkplatz laufen mit dauerhaftem Muskelaufbau.
Am Ende war seine Liste "zerstörrrrrt", wie man heute so gerne zu sagen pflegt. Änderte aber nichts an seiner Einstellung. Denn wie ein bockiges Kind begann die Diskussion von vorne mit dem Satz: Aber, wir verschenken trotzdem viel zu viel Geld ins Ausland ...
Und genau deswegen ist das von Unions-Apologeten immer wieder vorgetragene "man muss mit den Rechten reden" ab einem gewissen Punkt nur noch sinnvoll, wenn es nicht öffentlich erfolgt (und auch dann nur, wenn man sehr viel Zeit über hat), öffentlich aber sogar schädlich. Man investiert nicht nur sehr viel Zeit, aus der am Ende kein Nutzen reduziert, sondern man bietet den Rechtspopulisten, wenn man das auf der Bühne, in Foren, in Parlamenten, etc. macht, auch einmal am Anfang und ein weiteres mal am Ende die Möglichkeit, ihre kruden Undwahrheiten massenhaft zu verbreiten, während die Wahrheit dazwischen der rechten Zielgruppe sowieso zu komplex ist und komplett ausgeblendet wird.
Diese Leute verbreiten Unwahrheiten und falsche Verknüpfungen nicht weiter, weil ihnen der Zugang zu besserem Wissen versperrt wäre. Sondern entweder, weil sie zu doof oder faul die komplette Wahrheit sind (bei denen, die sich aktiv äußern, imho eher selten zu beobachten), oder weil sie systematisch und bewusst Lügen verbreiten wollen, um für Verwirrung, Misstrauen und Offenheit ""alternativen Fakten"" zu sorgen (imho bei den hochrangigen Funktionären anzunehmen) oder aber weil es schlicht überhaupt nicht um Verknüpfungen, Erklärungen oder sonstwas geht (imho der typische Online-Fall). Sondern um plumpesten Populismus: Man nimmt irgendwas, dass irgendwo gesagt wurde, und hängt eine primitive, stumpfe Behauptung hinten dran (möglichst 1 Satz, selten mehr als 3). Ob der Bezug zwischen beiden Teilen passt oder nicht, ist eigentlich egal. Die Überleutung soll nur die Wahrnehmung des hingesenften steigern.
Dementsprechend bringt auch nichts, die falsche Verknüpfung mit viel Aufwand gegenüber dem Rechten zu offenbaren, dem ist das egal. Er freut sich eher noch, wenn daraus zusätzliche Aufmerksamkeit für seinen ursprünglichen Populismus resultiert und er als angesprochener gleich noch einen zweiten als ""Antwort"" hinterherschieben kann. Und die Wiederlegung dazwischen hören sich sowieso nur Leute an, die er nie überzeugt bekommen hätte. Sein Zielpublikum sind diejenigen, die nach dem einleitenden Zitat der Falschaussage erstmal ein Bier holen gehen und die zurückkommen, wenn der Rechte als Abschluss seinen zweiten Unwahrheit raushaut.
(Die, wie in deinem Beispiel ohne Öffentlichkeit, entweder eine Wiederholung des ursprünglichen sein kann, eine Abwandlung welche die Gegenargumentation scheinbar ins leere laufen lässt, oder ein vollkommen neuer whataboutismus.)
Und soll keiner denken, dass Vollprofis wie Merz, Spahn, Söder oder auch Lindner diese Grundtaktik der Medienarbeit nicht kennen würden, wenn sie AFD-Parolen und Kommunikation mit selbiger normalisieren. Die machen das ganz bewusst, damit derartige Narrative stärker werden. Hauptsache nicht links-grün.
Ist es auch. Die Schulden, die der Staat hat, sind das Vermögen anderer. Der normal Bürger sieht das aber nicht so, weil er keine Staatsanleihen hat. Populisten erklären dann, dass Schulden Mist sind, aber sie haben keine Ahnung.
Der Wohlstand Deutschlands entstand ja, weil der Staat Schulden gemacht hat.
Das Problem ist, dass die Schulden, die der Staat macht, Schulden aller Bürger sind. Der Wohlstand dagegen der von einigen wenigen. Tekkla hat zurecht vorgerechnet, dass den 2,5 Billionen Staatsschulden ein privates Barvermögen von 9 Billionen gegenübersteht. Nur leider heißt dass halt nicht, dass wir alle Schulden direkt zurückzahlen könnten und jeder Deutsche dann noch 90000 € pro Nase respektive etwas über 180000 € pro Haushalt auf dem Konto hätte.
Die Realität sieht leider so aus, dass das Medianvermögen
pro Haushalt bei 116000 € liegt (
2025er Zahlen vom RWI - übrigens ein drastischer Anstieg von
68000 € kurz vor Corona. Und im Schnitt sind nur
40% des Privatbesitzes Geldvermögen, also 46000 €. Die aufgeteilte Staatsverschuldung entspricht dagegen 71000 € pro Haushalt, was statt einem Nettoplus von 180000 ein Nettominus von 25000 € für jeden Median-Haushalt ergibt. Und ein noch viel größeres Minus für die 50% aller Haushalte, die sich unter dem Median befinden.
Wenn ich mal typische Kurven zur Vermögensverteilung nehme, dürfte der Nullpunkt beim 60. Perzentil liegen. Bei dem Deal "Staatsschulden aufnehmen für mehr Wohlstand" zahlen also 60% aller Haushalte fleißig drauf, zugunsten der reicheren. Weitere 10% dürften nominell im Plus sein, aber vermutlich nicht mehr, als sie durch die künstliche Geldvermehrung bedingte Inflation wieder verlieren. Vom restlichen knappen Drittel macht ein 10%-Absolutblock etwas Plus, die insgesamt 80-90%er ordentlich und den mit Abstand größten Teil des Wohlstandzuwachses, mehr als alle anderen zusammen, stecken sich die obersten 10% in die Tasche. Während die Kosten auf 100% der Gesellschaft verallgemeinert werden.
Und dann erzählt man den armen 50%, das Geld wäre weg, weil es ein paar kleine Lichtblicke auf diesem Planeten in Form internationaler Zusammenarbeit gibt

.