Das aktuelle Pirelli PRGAV4202N der TA.
Okay, gut, das ist eh ein
Modemrouter.
Wäre es nur ein normales Modem müsstest du einiges beachten, wenn du direkt einen Switch dranhängst.
Welche Hürden liegen vor einem großen Wlan Netz?
Nun ja... die beiden Geräte müssten über das Ethernet aufeinander abgestimmt werden können, dafür müssen sie das 802.11 Accespoint
Extended Service Set (ESS) und die
ESSID unterstützen, das ist ...auf dem ersten Blick... weder bei dem Modemrouter noch bei dem von dir ausgewählten TP-Link Router der fall. Vielleicht gibt es irgendeine alternative Firmware, die das ändert aber das wird dann recht anspruchsvoll...
Das Extended Service Set ist eigentlich ein Profifeature zum Aufbau sehr großer W-LAN Netze, dementsprechend teuer ist ein Großteil der entsprechenden Hardware... aber vielleicht kennt ja irgendwer Schnäppchen?
Wie oft steckst du bei dir deine Patchkabel/Netzwerkkabel am Router/Switch ein und aus?
Na ja... kommt schon vor... Switch/Router Seitig eher selten (aber doch), viel öfter aber PC und vor allem Notebookseitig.
So... und nun (mal wieder) etwas Allgemeinbildung zu Ethernetkabeln:
Im wesentlichen gibt es folgende Kabelarten:
Twisted Pair Kabel:
Twisted Pair Kabel bestehen aus verdrillten Doppeladern (jeweils hin-und rückleitung); das elektrische Feld der verdrillten Hin-und Rückleitung hebt sich großteils auf sodass Übersprechen auf die anderen Adern reduziert wird.
Modernes Telefonkabel mit 2 Doppeladern "J-Y(ST)Y": mit RJ45 Steckern zur Not bei nicht allzu langen Kabeln für 10BASE-T, 100BASE-TX oder 100BASE-T2 ausreichend
Cat-1: ungeschirmtes Telefonkabel mit 2 (oder 4) Doppeladern, maximal 10Mbit/s über kurze Kabel (selten, sehr alte analoge Telefoninstallationen)
Cat-2: ungeschirmtes Telefonkabel mit 4 Doppeladern, maximal 10Mbit/s über kurze Kabel (selten, alte analoge Telefoninstallationen)
Cat-3: ungeschirmtes Kabel mit 4 Doppeladern (andere Verdrillung als Cat-2), 10Mbit/s oder 100MBit/s (100Base-T4, 100Base-T2; über kurze Kabel eventuell auch 100BaseTX oder sogar 1000BaseT)
Cat-4: ähnlich Cat-3 (selten; Ursprünglich für 16MBit/s Token Ring Netzwerke)
Cat-5: hochwertige, teils geschirmte (nicht zwingend) Kabel mit 4 Doppeladern bis 100Base-TX und 1000Base-T (GBit/s Ethernet); über kurze Kabel ist begrenzt auch 10GBaseT möglich
Cat-5e: erweiterte Cat-5 Norm, mittlerweile verwirrenderweise eingestampft (jedes aktuelle CAT-5 Kabel sollte CAT-5e entsprechen)
Cat-6: höherwertig als Cat-5, meist geschirmt, auch für 10GBase-T mit Kabeln bis 55m geeignet (RJ-45 Stecker sind aber nur begrenzt 10GBit/s tauglich!)
Cat-6a: erweiterte Cat-6 Norm, (praktisch) immer S-FTP geschirmt
Cat-: 7(auch Cat-F bzw. Klasse-F): S-FTP Schirmung, neue, inkompatible Stecker; für 10GBaseT und sogar 40GBaseT geeignet
CX4: Geschirmte Spezialkabel für 10GBase CX4, den erste 10GBit/s Ethernet Standard und insbesondere auch Infiniband. Inkompatible Stecker, maximal 15m, nur sehr begrenzt für normales Ethernet geeignet, sehr teuer (idr. über 10€/m)
Auf Entfernungen <50m reichen Cat5 Kabel in praktisch jedem Fall voll aus; nur wer ernsthaft über 10GBit/s Ethernet nachdenkt, insbesondere bei Entfernungen über 10m sollte über bessere Kabel nachdenken. Nicht sinnvoll ist es jedenfalls kurze Anschlusskabel in der high-end Ausführung zu kaufen und bei längeren Kabeln zu sparen- denn längere Kabel sind naturgemäß störanfälliger...
Will man aus Gründen der Zukunftssicherheit auf Cat-7 setzen sollte man beachten, dass sie mit gewöhnlichen RJ-45 Steckern Cat-6 nicht überlegen sind. Allerdings kann man gegebenenfalls irgendwann später die Stecker tauschen (bei dem Aufwand könnte man aber idr. aber auch gleich das ganze Kabel tauschen).
Schirmung von Twisted Pair Kabeln:
UTP: Ungeschirmte Kabel; zum Teil auch noch bei Cat6 zu finden; prinzipiell in der Regel kein Problem solange es keine elektromagnetischen Störungen gibt
STP: die einzelnen Doppeladern sind jeweils mit Folie geschirmt
S/FTP: die einzelnen Doppeladern sind geschirmt, zusätzlich ist das gesamte Kabel geschirmt (bei Cat-7 im Standard vorgesehen)
SF/UTP: Gemeinsame Schirmung für das gesamte Kabel gegen äußere Störungen
Äußere Elektromagnetische Störungen können vor allem durch paralell verlegte Telefonkabel, andere ungeschirmte Netzwerkkabel oder etwa USB Kabel entstehen aber auch z.B. durch nahe, starke Funkanlagen in kritischen Frequenzbereichen (z.B. W-LAN oder Handys sollten aber kein Problem sein, Stromleitungen sind auch unproblematisch außer vielleicht in Kombination mit D-LAN). Wirklich starke und relevante EM-Störungen treten auch etwa bei Spielerein mit Teslaspulen oder bei sehr starken Strahlungsquellen wie etwa Atomexplosionen (N-EMP) auf aber wenn man soetwas macht sollte man sich sowieso dessen bewusst sein.
Allgemein sollten äußere EM-Störungen nicht überschätzt werden; es gilt jedenfalls auch: je länger das Kabel, desto größer der Einfluss von Störungen.
Schirmung ist vor allem bei elektromagnetischen Störungen und längeren Kabeln wichtig; Kabel die der Norm entsprechen sollten prinzipiell auch ohne Schirmung funktionieren
Preis:
Für ein doppelt geschirmtes S/FTP Kabel sind etwa 30 Cent/m +1€ gerechtfertigt, für ein ungeschirmtes Kabel etwa 10 Cent/m +50 Cent.
Koaxialkabel:
Koaxialkabel eignen sich prinzipiell für Netzwerke bis ~1GBit/s, Kabelmodems lassen sich als Netzwerkadapter nutzen. In den 1990ern waren Koaxialkabel als Netzwerkkabel sehr beliebt (10Base-2 und 10Base-5), die damalige Hardware kann jedoch aufgrund der geringen Bandbreite von nur 10MBit/s heute nurnoch begrenzt eingesetzt werden.
Glasfaserkabel:
Glasfaserkabel gelten als der "Heilige Gral" der Netzwerktechnik, da sie prinzipiell fast beliebige Bandbreiten zulassen, auch über große Entfernungen. Lichtwellenleiter sind des weiteren auch völlig immun gegenüber elektromagnetischen Störungen. Beachten muss man aber, dass es zahlreiche unterschiedliche, vielfach inkompatible Technologien und enorme Qualitätsunterschiede bei den Kabeln gibt. Ich möchte hier nicht weiter darauf eigehen, wenn man auf Glasfasertechnik setzen will sollte man sich jedenfalls genau überlegen, was man tut um nicht viel Geld in eine technische Sackgasse zu investieren.
Den Einsatz von Lichtwellenleitern würde ich bei Kabellängen ab ~100m, für 10GBit/s Ethernet ab ~50m und 40GBit/s ab ~15m empfehlen, weiters in Gebieten mit sehr starken EM-Störungen.
Probleme mit minderwertigen Kabeln:
Ethernet besitzt aufwendige Fehlerkorrektur und Fehlererkennungsverfahren, die auch bei einer hohen Fehlerquote mit einem gestörten Kabel eine stabile Verbindung ermöglichen; allerdings müssen dabei beschädigte Datenpakete eventuell erneut gesendet werden was zulasten der Bandbreite und der Latenz geht.
Testen von Kabeln
Die Qualität von Kabeln und die Fehlerrate kann man mit speziellen Messgeräten (Netzwerktester) ermitteln. In der Praxis reicht es aber aus die Bandbreite zu messen; ist sie wesentlich geringer als erwartet bzw. gewünscht und/oder schwankt sie stark kann man ja weiter nachforschen.
Zum Ermitteln der Bandbreite zwischen zwei PCs (oder auch Servern und manchen High-End Routern) eignet sich etwa der Netzwerkbenchmark netperf. Eine einfache Datenübertragung zwischen zwei PCs zu stoppen ist nicht empfehlenswert, da hier in der Regel die Festplatte limitiert.
Mit GBit/s Ethernet sollten in der Praxis ~950MBit/s erreichbar sein.