NAS oder Microserver

AbeZeamann

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Hallo Leute,

ich würde gern zu Hause ein Netzwerklaufwerk einrichten. Hauptsächlich geht es darum, unsere Bibliotheken an Foto, Musik und Film an einem Ort zu haben und von überall darauf zugreifen zu können.

Ich bin aber auf dem Gebiet ein totaler Neuling und habe mich da auch jetzt ein wenig eingelesen.
Als erstes war ich der Meinung, ein 1Bay NAS reicht zu. Die wichtigsten Daten werden sowieso nochmal auf andere Wege gesichert (BluRay und ext. Festplatte)
Vergleicht man aber die Preise, kostet z.B. eine Synology DS 115 ähnlich viel wie die 215j/ds 216j.
Bei der DS 216j wäre der Prozessor wieder ein bisschen besser und man hätte 2 Schächte um ggf später noch eine weitere Platte hinzu zu fügen.
Aber in dem Preisbereich befindet man sich dann schon fast bei einem Microserver oder einem Selbstbau NAS (Bei Technikaffe.de gibts da schöne Anleitungen).

Ich finde die kompakten Gehäuse recht schön und ich denke bei z.B. Synology wird mir der Einstieg in die NAS-Welt sehr einfach gemacht.

Auf der anderen Seite freue ich mich immer an Hardware herum zu basteln und ich hab wesentlich mehr Freiheiten.


Gibt es eurer Meinung nach überhaupt noch Gründe in diesem Preisbereich ~150€ - 300€ ein Fertig-NAS zu wählen?

Danke schon mal für eure Einschätzungen ^^

Beste Grüße,

AbeZ
 
Ich habe mein NAS selbst gebaut und es eigentlich nie bereut. Da kann ich die Hardware so dimensionieren wie ich es für notwendig erachte, das ganze so gestalten wie es mir gefällt und obendrein bin ich bei der Wahl des OS völlig frei und kann ggf. auch verschiedene Dinge ausprobieren.

Je nachdem was dein NAS alles machen soll, kannst du es z.B. mit nem Raspberry Pi3 spottbillig und extrem stromsparend aufbauen. Für die von dir beschriebenen Aufgaben reicht das definitv aus, solange du nicht mit zig Geräten gleichzeitig drauf zugreifen willst. Das lässt sich z.B. auch in ein schickes HDD Gehäuse mit mehreren Bays bauen...

Ansonsten gibts alle Leistungsklassen von Atom über Celerons, Pentiums... bis zu den Xeons, die sich auf ein Mini-ITX Board schnallen lassen, in ein kleines Gehäuse packen und mit sovielen HDDs bestücken lassen wie du magst.

Ich habe einen Ivy Pentium auf nem Asus Board mit 8GB und einer 2TB WD Red in nem kleinen LianLi semipassiv gekühlt laufen. Das OS (FreeNAS) läuft auf nem USB Stick, das NT ist eine PicoPSU... Das Ganze läuft für gewöhnlich 24/7 und macht 0 Probleme.

Falls ich mal ein neues brauche, dann würde ich aber die Variante mit nem Pi definitv ausprobieren, das ist so billig, dass man es einfach ausprobieren muss...
 
Das mit dem Raspberry hab ich mir auch schonmal angeschaut, war davon auch nicht abgeneigt aber für eine dauerhafte Lösung ist mir das wahrscheinlich nix. Dazu kommt noch, das meine wenigen Linux-Erfahrungen schon eine weile her sind. Zum Glück hat ein Kumpel ein Pi rum liegen, werd mir den mal ausborgen und mal probieren.

Bei den Selbstbau-Lösungen gibt es ja auch zig verschiedene Betriebssysteme....aus was für einen Grund hast du dich für FreeNAS entschieden? Momentan würde mich OpenMediaVault ansprechen...
Ach ja, und wozu benötigt FreeNAS eigentlich 8GB Ram?
 
Wenn man mit nem Pi schafft, sind Linux Kenntnisse nicht unbedingt von Nöten. Es gibt Distributionen für solche Standardanwendungen, die man bequem über den Browser einrichten kann ohne zu wissen was sudo und Konsorten bedeutet. Ich habe mir z.B. vor kurzem einen Pi geholt und will den mit Volumio als Netzwerkplayer betreiben. Das geht extrem simpel. Ich habe mir zwar dennoch ein paas Scipts geschrieben um es für mich rund zu machen, aber das brauchts nicht zwingend und in diversen Foren findet man im Prinzip alles was man so braucht.

Ich kann dir gar nicht mehr genau sagen warum ich FreeNAS genommen habe. Aber es funktioniert einfach. Da gibts bestimmt Alternativen zu, aber wenns mal rennt ist es eigentlich egal was drauf ist. Die Administration ist simpel, die Möglichkeiten größer als das was ich brauch - was schonmal besser ist als anders herum. Außerdem wollte ich mal ein richtiges Unix haben, Linux kann und hat ja fast jeder. ;)

Der Umgang ist äußerst simpel, auch hier erfolgt die Administrierung zu 99% über den Browser. Ich glaub ich habe mich nur ein paar mal über SSH eingeloggt (vom Handy aus, vom Windows PC aus und von Linux aus) - in erster Linie um zu sehen obs klappt.

Warum 8GB nötig sind? Kann ich dir nicht genau sagen, es liegt aber soweit ich weiß am ZFS. Mir wars egal, Speicher kostet ja nix und dann hab ich das halt reingemacht.
 
So, kumpel leiht mir mal zum testen seinen Pi. Bin sehr gespannt! Was für ein Gehäuse hast du denn für das NAS? Ich such ja was kleines, schmales unauffälliges... das Cooler Master Elite 120 ist mir fast schon ein wenig zu groß.
 
Was für ein Pi ist es denn? Der 3er ist wohl ca. Faktor 10 schneller als der 1er! Wenn du was aufbaust, dann nimm definitiv den 3er (den 1er gibts wohl auch gar nicht mehr).

Ich habe ein LianLi PC-Q16b. Das gibts aber glaub ich gar nicht mehr neu. Den habe ich entbeint, NT raus, 2,5" Festplattenkäfig entfernt. Dann einen leisen 14cm Gehäuselüfter installiert, und einen ziemlich großen CPU Kühler verbaut, der semipassiv die ohnehin sparsame CPU locker im Griff hat.

Ein Pi NAS könnte man aber prinzipiell bestimmt in ein Festplattengehäuse für 2 oder 3 Platten basteln. Das wäre nochmal kleiner. Lüftung braucht man auch keine für nen Pi + Platte. Klären sollte man aber, ob der Pi3 ohne fremde Hilfe eine Platte betreiben kann. Bei den bisherigen Varianten war oftmals ein aktiver USB Hub nötig, weil die Himbeere nicht genug Strom geliefert hat um jede Platte zum Laufen zu bringen.
 
Problem an einem RasPi ist die Übertragungsrate. Alle Festplatten hängen per USB 2 dran und er hat nur einen 100Mbit/s Netzwerkport.

Mein Server (mittlerweile auf Windows Server 2012 R2 ... weil ... unnötig :D ) läuft mit sowas:
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Viel schneller und vielfältiger, und kostet dich am Ende auch nur ~100€ für die Hardware. Dafür kannst du damit so ziemlich alles tun was dir jemals in den Sinn kommt, Leistung hat der mehr als genug.
 
Ich glaub das ist ein 2er Model B, aber zum testen und probieren sollte das auch genügen. Ich glaube das mit der Stromzufuhr wäre auch beim 3er nötig. Hab die Tage nen Artikel gelesen, dass WesternDigital zum Pi-Day ein Pi-Drive rausgebracht hat....mit 314GB und nem eigenen Power-Management damit keine zusätzliche Stromversorgung notwendig wird....

Edit:
Stryke, dein NAS-PS3 Projekt schaut ja verdammt gut aus!
 
Hm...schade, dann hab ich das wohl falsch verstanden. Wobei ich mich dann frage warum das Power-Management so angepriesen wird....

Edit:
Es gibt ein "WD PiDrive Kit", welches die Versorgung übernimmt. Somit spart man sich den Hub.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich nutze selbst einen RPi für diverse Server-Dienste, aber als NAS würde ich ihn definitiv nicht empfehlen, aufgrund der bereits genannten Gründe. Da bekommt man für einen relativ geringen Aufpreis bereits deutlich mehr (Übertragungs-)Leistung.

FreeNAS bzw. ZFS für den Einsatz zuhause, will auch gut überlegt sein. Ich nutze es selbst und bin auch sehr zufrieden damit, aber man sollte sich vorab gut informieren, auch über die damit einhergehenden Nachteile gegenüber Lösungen, die eventuell besser auf ein solches Umfeld zugeschnitten sind. Die Hardware-Anforderungen, vor allem was den RAM angeht, sind bei ZFS deutlich höher. Auch ist man beim Erweitern der Speicherkapazität weniger flexibel. Man sollte immer genug Speicherplatz frei lassen. Bei einer Nutzung von mehr als 80% beginnt die Leistung in der Regel bereits sehr zu leiden. Ist kein bzw. kaum noch Speicher frei, kann es sogar dazu führen, dass man nicht mal mehr in der Lage ist Daten zu löschen.
 
Stryke, dein NAS-PS3 Projekt schaut ja verdammt gut aus!

Danke, ich muss mal das Update für den letzten Hardware-Umzug auf oben genanntes System schreiben :D

Aber im Ernst, mit einem so einem kleinen ITX-System hast du viel mehr Leistung und Möglichkeiten, bei nicht viel höheren Kosten. Wenn du planst, das in Zukunft etwas ausführlicher zu nutzen, würde ich das empfehlen. Außerdem bist du auf einem x86 System natürlich sehr frei was die Wahl der Software angeht.

Wenn du erstmal ein paar Tests durchführen willst, kannst du natürlich auch erstmal einen alten PC dafür nutzen, oder auf einem PC bei dir zuhause eine passende virtuelle Maschine aufsetzen.
 
Ich nutze selbst einen RPi für diverse Server-Dienste, aber als NAS würde ich ihn definitiv nicht empfehlen, aufgrund der bereits genannten Gründe. Da bekommt man für einen relativ geringen Aufpreis bereits deutlich mehr (Übertragungs-)Leistung.

Das Problem der Übertragungsleistung habe ich bereits am Anfang erwähnt. Wenn man aber bloß Bilder, Musik und nen Film streamen will, reicht es locker aus, da brauchts kein Gigabit. Wie immer muss man auch hier definieren was man macht und daraus Anforderungen ableiten. Wenn einem die Übertragungsrate reicht, dann ist die Limitierung ja kein Thema.
 
Es kommt nicht nur auf die Art der Daten an, sondern auch auf die Anzahl der Personen, die gleichzeitig auf das NAS zugreifen. Zudem würde es mich persönlich einfach nerven, wenn ich mein NAS mit Daten befülle will und dabei jedes mal eine halbe Ewigkeit warten muss. Sicher kann man zur Not mit einem RPi als NAS auskommen - immer noch besser als eine Fritz!Box - aber wenn man für ein wenig mehr Geld schon Lösungen bekommt, die solche Einschränkungen nicht mehr haben, sollte man sich schon sehr gut überlegen, ob man mit diesen Nachteilen leben will.

Und nur weil ich es nicht empfehlen würde, heißt das natürlich nicht, dass es grundsätzlich nicht möglich ist. Nur würde ich, aus genannten Gründen, andere Lösungen ganz einfach bevorzugen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich stimme darin mit dir überein, habe das ja auch ganz am Anfang schon geschrieben.

Deswegen muss vorher überlegt werden wieviel Durchsatz man hat und dann kann man entscheiden. Geld- und Stromkostenmäßig ist der Pi halt ungeschlagen und damit immer eine Überlegung wert!
 
Vielen Dank für die Erwähnung von technikaffe, die Seite kannte ich noch nicht und sie bietet mir jede Menge schöne Informationen.

Mit dem Threadthema befasse ich mich gedanklich auch schon eine Weile, leider wird es noch eine Weile bei den Gedankenspielen bleiben.
 
Ich stimme darin mit dir überein, habe das ja auch ganz am Anfang schon geschrieben.

Deswegen muss vorher überlegt werden wieviel Durchsatz man hat und dann kann man entscheiden. Geld- und Stromkostenmäßig ist der Pi halt ungeschlagen und damit immer eine Überlegung wert!

Falls man praktisch keine Ansrpüche hat, ist der RPi definitiv eine günstige Lösung. Wie gesagt, allemal besser als die NAS-Funktion der Fitz!Boxen. Die wirkliche Stärke des RPi sehe ich allerdings viel mehr bei Diensten, bei denen es auf Datendurchsatz bzw. Leistung im Allgemeinen in keinster Weise ankommt. Persönliche nutze ich ihn z.B. als Mail-, XMPP-, CalDAV und CardDAV-Server. Dafür ist selbst die Leistung des RPi 2 B völlig ausreichend.

Neben den gerade aktuellen Anforderungen, sollte man bei der Anschaffung auch überlegen, wie sich diese mittelfristig verändern könnten. Auch Themen wie Datenverfügbarkeit (eher Luxus) und Datensicherheit (Backups) sollte man berücksichtigen. Gerade beim Thema Backup kann der Flaschenhals des RPi relativ störend werden.

Wie du schon schreibst, wir haben wohl die gleiche Sichtweise. Mir ist es nur wichtig, deutlich auf alle kritischen Punkte hinzuweisen, die, meiner Meinung nach, bedacht werden sollten.
 
ja, die Seite ist echt klasse!

Die Sache mit dem vorher überlegen was man braucht ist halt relativ schwierig.....Bis jetzt hab ich kein Netzwerklaufwerk o.ä. in Verwendung. D.h. ich kann bis jetzt schlecht abschätzen was ich wirklich brauch. Natürlich besteht die Chance, dass für meine Anwendung der Pi ausreicht aber sicher bin ich mir da nicht. Ich nutze z.B. auch Dropbox und OneDrive, wenn das mit dem NAS gut läuft, könnte ich mir auch einen Ausflug in OwnCloud vorstellen.

Also bei mir wirds auch ein Selbstbau-NAS....mal schauen wann ich die zeit und die Gelegenheit dazu finde...
 
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