News Microsoft 365 Copilot: Bericht über katastrophale Nutzerzahlen

Wichtige Voraussetzungen bei mir selber sind, a) prompten zu verstehen (was lernbar ist und ich mittlerweile auch intern lehre) und b) Taks zu haben, welche sich so automatisieren lassen. Ich hab viele Kollegen, die hätten solche Aufgaben, scheuen aber den Erstkontakt und reden sich dann ein, dass sie keine Zeit haben. Mir spart der Invest halt sehr viel Zeit und bringt mir dann aber auch wieder Reputation.
Einer der wohl schwierigsten Punkte in unserem Land ist die Einhaltung von Datenschutzvorgaben.

Ich persönlich bekomme das auf drei Wegen mit. Einmal ist da meine Frau, die im IT-Bereich einer ziemlich großen AÖR arbeitet, dann eine Professorin, die ich mit ihrem Homeoffice betreue, und dann die kleinen Handwerksbetriebe, mit Chef (+Frau) und paar Angestellten, die mit IT eher nicht so viel am Hut haben.

Bei meiner Frau hat man jetzt ein LLM in Zusammenarbeit mit einem IT-Dienstleister für die BL SH und HH aufgesetzt. Das soll all die fancy Arbeit machen, die du auch nennst: Aggregation von viel geduldigem "Papier" aka der E-Mailflut und Dokumentationen. Knackpunkt dabei: Es darf keinerlei personenbezogener Daten dort einfließen. Ergo, du musst dich als Nutzer vorher erst einmal ans Werk machen, die Daten manuell aufbereiten und dann erst ins System kippen. Dass dieser Workflow eine Totgeburt ist, scheint den Initiatoren nicht so ganz klar zu sein. Obendrein haben die es nicht geschafft am Puls der Zeit zu bleiben. Die großen Modelle aus USA sind dem eigenen LLM schon beim Release haushoch überlegen.

Bei der Professorin ist Datenschutz = Forschungsschutz, wenn man das so nennen will. Die macht neben der eigenen Forschungsarbeit sehr viel Peer-Reviewing. Was die an Tonnen von Text lesen muss, und wie häufig da nur viel Blah-Blah drin steht, mag man sich nicht vorstellen. Sie sagt selber, dass Sie von sehr guten wie spezialisierten LLMs durch die Uni-IT weiß, allerdings gilt laut ihrer Aussage bei allen Forschern, die sie kennt, das Motto, dass man keine Modelle benutzen darf, die auch nur im Ansatz US-Amerikanisch oder Chinesisch sind. Man hat ganz große Bedenken, dass dieses z.T. elementare (neue) Forschungswissen durch diese Technik still und heimlich abfließt. Das führt dann dazu, dass sie Tools wie Copilot kategorisch meidet.

Bei den Handwerkern ist das ziemlich simpel: Geh mir weg mit dem Mist. Also, zumindest in großen Teilen. Dem Chef fehlt meist die Zeit sich damit zu beschäftigen und dem arbeitenden Volk fehlt die Muße und in nicht wenigen Fällen schlicht der Zugang, weil deren Jobs mit IT herzlich wenig zu tun haben. Bei diesen kleinen Betrieben ist es mit Datenschutz häufig nicht so weit her, weswegen das auch nicht so der Showstopper wäre, dennoch bleibt es bei denen eher der Mangel an technischen Notwendigkeiten, weshalb MS hier keine Zielgruppe für Copilot hat.

Und damit wären wir auch an dem Punkt, wo für MS das große Problem liegt: der reale Nutzen für die User.

Mein Fazit:
Du nutzt diese Tools darin, wo sie stark sind. Tue ich auch, und ich liebe es! Wir mögen aber an der Stelle etwas bis deutlich affiner im Umgang sein als andere es können, wollen oder dürfen. Das spiegelt sich in den Nutzungszahlen wider. Muss man sich mal vorstellen. Copilot über MS Office ist der KI-Zugangspunkt zu Milliarden, wenn nicht gar Billionen von Dokumenten weltweit, aber nutzen mag es keiner. Was sagt das über KI Einsatz ohne das Gebrabbel der AI-Apologeten aus?

Die Technik ist da, um zu bleiben. Soweit so klar. Sie ist gut, und sie ist hilfreich - wenn man die Rahmenbedingungen im Kopf behält. Berichte wie dieser hier zeigen aber mehr als deutlich auf, dass die ausgemalten Geschäftsmodelle nicht mal im Ansatz die immensen Kosten dafür tragen. Ich bin deswegen sehr gespannt, wann die ersten Investoren ernste Fragen nach dem ROI stellen. Lange wird es vermutlich nicht mehr dauern. Wenn das passiert, dann wird es spannend.

Eine direkte Frage an dich: Hast du bei der Aggregation von Daten über ein LLM keine Befürchtung, dass die Inhalte irgendwie ins Ausland abfließen und somit zu einem Wettbewerbsnachteil für euch oder andere werden könnte?
 
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Und auch im Privaten Bereich nutze ich das fast gar nicht .
Und selbst dann ist es für mich immer sehr fragwürdig..
Hab et letz BIOS Einstellungen damit gegoogelt nur um erschreckt zu sein wie wenig davon stimmt weil sich die KI auf irgend einen uralten und falschen Tuning Reddit thread bezieht ..
Wenn man nach etwas sucht, wofür man keine verlässlichen Anlaufstellen kennt, verschwendet man echt viel Zeit, sich durch recht offensichtlich KI-generierte Inhalte zu wühlen. Wenn die KI solche Inhalte nutzt, um ihre antworten zu generieren, wundert mich überhaupt nicht, dass dabei nur Müll rauskommt.
Die normale marktübliche Reaktion wäre eine Reduktion des Preises. Und wenn das nicht geht, weil das Produkt sich nicht trägt, die Abschaffung des Produkts.
Im Moment wäre ja eher martküblich, den Copilot mit irgendwas zwangszubundlen, auf das viele nicht zu verzichten können glauben und den Preis dafür dann anzuheben. Aber ein Copilot-Abo mit den Microsoft-365-Abo zu bundlen ist eventuell gerade schwierig, weil man ja kürzlich erst wollte, dass KI-Agenten ein eigenes Microsoft-365-Abo brauchen.
 
Eiziger Eisatz für Copilot (Wingman) bei mir wäre Im Club oder ein Klein-Copilot auf dem Kinderspielplatz, um jungen Mütter anzulocken-Siehe TopGun
Aber ich bin zu alt für den Sch..ß!
Gruß Yojinbo, Der kein Herr der Ringe mehr guckt-wegen Palantir
 
Aber ein Copilot-Abo mit den Microsoft-365-Abo zu bundlen ist eventuell gerade schwierig,
An der Stelle sollte man auch nochmal darauf hinweisen, dass der Microsoft 365 Copilot sich nur an Geschäftskunden mit ihrem Microsoft 365 Tenant richtet. Der dödelige Endnutzer mit seinem Privatabo ist da sowieso draußen.

weil man ja kürzlich erst wollte, dass KI-Agenten ein eigenes Microsoft-365-Abo brauchen.
Wobei mich das ja nicht wundert, wenn man sich anschaut, was KI Agenten, zumindest auf dem Papier, alles an Aufgaben übernehmen sollen. Selbst wenn man eine klassische On-premise Windows Umgebung nimmt, wo lokal irgendeine KI rennt um was zusammenzufassen oder auszuwerten und dort einen eigene Dateiablage besitzt sowie einen Funktionsaccount dafür, würde ich behaupten dass es wie ein Multifunktionsgerät zumindest einen Device CAL benötigt.

Das fängt schon bei der katastrophal schlechten (moderierten!) AI-Übersetzung der MS eLearning-Tools an...
Das ist einfach nur noch bodenlos was Microsoft da liefert, auch in ihrer Dokumentation. Die hatten ein paar Jahre (Mitte der 2010er bis Anfang der 2020er) die Übersetzungen mal einigermaßen im Griff gehabt, so dass man nicht mehr zwangsläufig die en_us lesen musste, weil man keine Antiemetika zu sich nehmen wollte. Mittlerweile ist das aber nur noch schlimme Autoübersetzung mit der Extraportion Slop.
 
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