Wenn ein neues Elektrogerät gekauft wird, geht üblicherweise ein nicht geringer Teil des Kaufpreises ins Ausland, wo die Hersteller ihren Geschäftssitz bzw. Produktionsstätten haben.
Bei einer lokalen Reperatur hingegen bleibt der größte Teil des Geldes "vor Ort" und wird damit weiter im Umlauf gehalten, ganz abgesehen von den Steuern und Nebenkosten, die hier direkt anfallen.
Da kann man nur zustimmen.
Leichtes Offtopic:
Ich möchte hier grad mal etwas Werbung für in Deutschland produzierte Waren machen - zumindest für die qualitativ hochwertigen und/oder nachhaltigen.
Da mach ich mit:
Ein Telefunken-Klassiker CR 7500.
Kassetten-Radiorecorder, stero, Wide-Schaltung, 2x4W sinus stereo bei Netzbetrieb, 2x2 W bei Batteriebetrieb.
Baujahr: 1982
Laufzeit: 40 Jahre
Reparaturkosten bisher: ca. 25.- EUR (Laufrolle, Schalttransistor, Kondensatoren, Skalenlampe).
Die Kiste läuft bei mir jeden Tag, auch der Kassettenteil.
Die Firma ist längst Geschichte, aber die Produkte leben ewig.
Den großen Bruder mit 2x10W hab ich auch noch:
Damit konnte man Disco machen, wenn der Raum nicht riesig war.
Als Beispiele hätte ich
Gigaset (Telefone, Smartphones und Smart Home), die im eigenen Werk einen Reparaturservice anbieten, der
preislich meiner Meinung nach völlig in Ordnung ist (und dazu bei manchen Geräten die ersten 3 Monate kostenlos ist!)
Gigaset war mein erstes Telefon vor 30 Jahren.
Es lief auch nach Runterfallen, Akkuwechsel, Klappenabfall und anderen Neglichkeiten stets fehlerfrei und das über 20 Jahre.
Dann hat der technische Fortschritt zugeschlagen und der DECT-Standard wurde geändert.
So mußte ich mir ein neues Telefon kaufen: ein Gigaset natürlich.
Abgesehen davon haben einige der Telefone einen ganz normal austauschbaren Akku, leider mittlerweile eine Seltenheit.
Ja, eine Firma mit angebissenem Apfel hat angefangen und alle anderen haben es nachgemacht.
Anderes Beispiel wäre
Hoffmann.
Die produzieren beschichtete und ziemlich massive Alugusspfannen.
Zwar relativ teuer, dafür lassen sich die Pfannen aber für 15€ (inkl. Versand!) im Werk komplett
neu beschichten, wenn die alte Beschichtung irgendwann den Geist aufgegeben hat.
Verbunden mit der Tatsache, dass die Griffe abnehmbar (und damit nachkaufbar) sind, haben diese Pfannen eine quasi unbegrenzte Lebensdauer.
Meine Bosch-Waschmashine hat einen großen Rumpler gemacht nach 20 Jahren und den Geist aufgegeben.
Also mußte was neues her.
Im Großmarkt gab es eine Miele zum
günstigen niedrigeren Preis.
Mein alter Marktkollege sagte mir, daß es auch für ein paar EUR mehr eine aus deutscher Produktion gibt.
Also kaufte ich diese .
Nun habe ich zwar keine 40, aber bestimmt wieder 20 Jahre Ruhe.
Ich weiß, dass das Niemandem hilft, der sich nur die billigsten Dinge leisten kann (das soll nicht abwertend gemeint sein.
Das ist leider sehr schlimm geworden, daß viele Menschen sich normalen Service nicht mehr leisten können.
Aus eigener Erfahrung kann ich es verstehen, dass Umweltschutz keinen großen Rang hat, wenn man sich ständig Sorgen machen muss, ob das Geld für den Monat reicht).
Ja, leider werden viele Menschen nicht als vollwertige Arbeitskraft bezahlt.
Für alle Anderen kann das aber vielleicht als Denkanreiz dienen.
Man sollte sich mal fragen, wie so wir als 4. reichstes Land der Welt nur an der 18.Stelle beim Durchschnittslohn stehen.
Armes Deutschland.
Zum Thema Service und Reparaturfreundlichkeit:
Service kostet Geld.
Deshalb gibt es fast keinen mehr.
Als Service-Ing. war ich im Großmarkt in der Service-Abteilung.
Zuerst waren wir 4 Leute: Telefon, TV, PC und allgemein.
Dann nur noch drei, zwei und einer.
Samsung hat den Vor-Ort-Service durch die Läden eingestellt.
Wir haben ein Handy in einem Tag zurückgesetz, Stock-ROM aufgespielt etc.
Bei Samsung dauerte das 2 ... 4 Wochen.
Dann hat Samsung alle Stock-ROM Abbilder einkassiert und den Vor-Ort-Service zerschlagen um das alles selber zu machen.
In der Philips-Menükatastrophe hab ich täglich 2 ... 5 TVs auf die neueste Software geflashed.
Jeden Tag kamen Kunden, die keine Sender mehr im Speicher hatten, weil das Menü umgestellt wurde und die neue Firma erst wieder die Programmierung der alten lernen mußte.
Von den PC-Eigenbauten will ich gar nicht reden, da kommt mitr heute noch die Galle hoch (Dell, hp, FuSi, Medion, ...).
Da waren 16polige ATX-Stecker verbaut, die LEDs waren nicht aufgelötet, sondern mit Pins extra befestigt, in den halbhohen FuSi-Gehäusen waren nicht ATX-konforme Netzteile verbaut, Compaq hat außenligende 19V-Netzteile am Mini-Gehäuse angeschlossen ... .
Das alles und die "Service ist immer kostenfrei"-Mentalität hat ein übriges getan.
Von den 10 eigenständigen PC-Läden in meiner Umgebung, die auch Service gemacht haben, lebt noch einer.
Hinzugekommen ist keiner.
Genau so sieht es in allen anderen Branchen aus und was der Bonus-Schein bringen soll ist mir schleierhaft.
Qualität wird nun mal konstruiert, genau so, wie Servicefreundlichkeit.
Man sollte sich die Radios und TVs der 70er und 80er Jahre aus Deutschland (Ost und West) von innen ansehen.
Besser geht es nicht.
Alle Stufen fein säuberlich getrennt, meist einzeln wechselbar, alle Teile verschraubt - nichts geklebt, empfindliche Stufen geschirmt, Kassettenfachauswurf gedämpft, Schaltplan bei Kauf mitgeliefert, ... .
Den viel besungenen geplanten Crash gab es nur bei den Glühlampen und da stand es sogar auf der Verpackung:
Lebensdauer 1.000h.
Das braucht man heute nicht mehr einzuplanen.
Die Materialqualität ist so schlecht, daß sich das erübrigt.
Wenn der CR 7500 mit einen neuen Kofferadio zusammenstößt, löst sich das neue Ding in 1.000 Splitter auf und man kann es zusammenkehren und in den Abfall verfrachten.