Nightslaver
PCGH-Community-Veteran(in)
Nicht nur da, das geht meist schon im Geschichtsunterricht der Schule los, sobald das Thema Kommunismus und Kalter Krieg kommt.Kommunismus ist ein Ideal was nie in der Praxis umgesetzt wurde.
Fälschlicher Weise werden sozialistische Diktaturen von unseren Medien als "kommunistische Staaten" bezeichnet.
Auch da reden die meisten Lehrer bereits fehlerhaft von Kommunistischen Staaten, statt von Diktaturen mit sozialistischen Prägungen.
Entsprechend kannst du dich auch mit vielen Personen unterhalten, für die meisten ist fälschlicherweise schon aus dem Schulunterricht Sozialismus = Kommunismus = DDR & UDSSR.
Aber ich halte diese Fehlbezeichung ja durchaus bis zu einem gewissen Maß auch für einen gewollten Fehler der seinen Ursprung schon in den idiologischen Kämpfen ab den 1920er Jahren zwischen Faschismus, Kommunismus und dem US-Kapitalismus hat.
Dieses Feindbildnarrativ wurde mit System West und Ost während des Kalten Krieges dann noch weiter verfestigt, indem im Westen die Gruppen die vom Kapitalismus natürlich besonders profitiert haben eben für ihre persönliche Propaganda (sehr her so schlecht geht es euch mit Sozialismus und Kommunismus Ost) ausgenutzt haben das der Osten versucht hat seine Diktaturen (nichts anderes war der Ostblock) eben auf Basis von Sozialismus und Kommunismus zu legitimieren (Unterdrückung und Verfolgung notwendig, das es uns allen besser geht, naja irgendwann halt mal).
Der Ganze Mist wirkt leider bis heute nach und führt dazu das wir wirtschaftlich / politisch Gefangene eigentlich falscher Narrative sind und den Westkapitalismus leider immer noch viel zu sehr als unantastbares Maß der Dinge und Status quo sehen, statt zu versuchen endlich mal mehr Sozialismus auf Basis der Demokratie zu wagen, so wie es nach Ende des Zweiten Weltkriegs eigentlich sogar in vielen Parteiprogrammen in Deutschland zu finden war (sogar bei der heute wirtschafts-lobbyistisch versiften CDU).
Dabei hatte der West- / Ostkonflinkt des Kalten Krieges zumindest ein Gutes, er zwang den Kapitalismus aus einem gewissen Maß an Furcht vor Unzufriedenheit und Systemchange Ost, sozialer zu sein (Soziale Marktwirtschaft) und sich nach unten in der Gesellschaft zu öffnen, als er vielleicht nach dem Zweiten Weltkrieg ohne den Ostblock gewesen wäre, oder anders formuliert, Konkurenz belebte das Geschäft zum Vorteil derer die weniger hatten (bzw. war es in Teilen auch eine Lektion aus der Weimarer Republik).
Allerdings ist diese Notwendigkeit mit dem Zusammenbruch des Ostblocks 1990 ja leider in den Augen der Systemgewinner hinfällig geworden und man kann ja sehr gut beobachten wie seit 1990 die sozialen Errungenschaften aus den 40 Jahren Kalter Krieg Stück für Stück eine Rolle rückwärts machen und der soziale Aufstieg von unten nach oben wieder nach und nach dicht gemacht wird.
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