Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

JanFrederick

PC-Selbstbauer(in)
Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Zunächst einmal möchte ich mich bei PCGH und Thermalright bedanken. Dafür, dass sie mir diesen Test ermöglicht haben. Des Weiteren gebührt auch PC-Cooling mein Dank, die das Testmodell professionell mit perfekter Polsterung verschickt haben.
Gliederung
1.Verpackung
2.Inhalt
3.Technische Eigenschaften
4. Aussehen und Verarbeitung
5.Einbau und Montage
6.Ausführliche Tests
7.Lautstärke
8. Fazit

1.Verpackung

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Der Macho 90 kommt in einer schlichten grün-schwarzen Verpackung. Neben der großen Abbildung finden sich einige Auszeichnungen. Außerdem gibt die Verpackung Aufschluss über die technischen Spezifikationen und die vorhandenen Alleinstellungsmerkmale.

Die Verpackung hat mich positiv gestimmt. Sie ist nur unwesentlich größer als der eigentliche Kühlkörper und im inneren wird der Platz optimal genutzt. Sei es mit Zubehör oder dem gut bemessenen Polstermaterial.

2. Inhalt

Neben dem Kühlkörper und dem 92mm Lüfter, dessen Eigenschaften in Abschnitt 3 genauer spezifiziert werden, befindet sich ein ausgewogenes Zubehörpaket in der Verpackung.
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Zu erwähnen ist der mitgelieferte Schraubenzieher, der zur Montage mehr oder weniger essentiell ist. Denn die 2 Schrauben der Befestigungsplatte (2) werden durch die 2 Kanäle im Kühlkörper angezogen und handelsübliche Schraubenzieher haben meist einen zu kurzen Schaft oder keine magnetische Spitze, welche die Schraube am Schraubendreher hält. Eine gut bebilderte Anleitung in drei Sprachen ist ebenfalls enthalten. Das restliche Zubehör kann dem Bild entnommen werden.

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3.Technische Eigenschaften

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Neben den Eigenschaften, die der auf der Verpackung aufgedruckten Tabelle entnommen werden können, muss noch angemerkt werden, dass der Kühler mit vier 6mm Heatpipes arbeitet und die einzelnen Kühllamellen 0,5mm dick sind.
Das relativ geringe Gewicht von 450g ohne Lüfter ist höchstwahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass auf eine Backplate verzichtet wurde.

4. Aussehen und Verarbeitung

Der Macho 90 sieht schlicht aus und ist in Schwarz-Weiß gehalten. Die oberste „Decklamelle“ ist schwarz eloxiert und fügt sich so optimal in das Gesamtbild von dunklen Gehäusen ein. Ebenso optisch ansprechend ist die Tatsache, dass alle Kupferelemente vernickelt wurden. Dazu gehören die 4 Heatpipes und die auf Hochglanz polierte Bodenplatte. Da die Heatpipes nicht auf dem Heatspreader aufliegen, kann zwischen Macho 90 und Prozessor auch Wärmeleitpaste auf Metallbasis zum Einsatz kommen.
Die komplette Kühleinheit wirkt ordentlich verarbeitet. In Bezug auf den Anschaffungspreis ist diese Verarbeitung mit den bereits erwähnten optischen „Schmankerln“ eine echte Glanzleistung.

5. Einbau und Montage

Zu Beginn des Einbaus standen die Demontage meines bisherigen Kühlers (Intel Boxed) und das Entfernen von Rückständen der Wärmeleitpaste an.
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Im Anschluss daran wurden nach und nach vier Schrauben und passende Unterlegscheiben von hinten durch das Mainboard gesteckt und von vorne mit Rendelschrauben festgezogen. Hierbei erweist es sich als hilfreich, wenn das Gehäuse eine Aussparung für die Kühlermontage besitzt.
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Nachfolgend wurde der Montagerahmen auf die Rendelschrauben aufgeschraubt. Schon hier erwies sich der mitgelieferte Schraubendreher als hilfreich, wenn im zusammengebauten System hantiert wird. Auch im Hinblick darauf, dass der Macho 90 für ITX Systeme konzipiert wurde.
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Als nächster Schritt wurde die mitgelieferte Wärmeleitpaste, sowohl auf dem Kühlkörper, als auch auf dem Prozessor aufgebracht und verteilt. Hierzu nutze ich Frischhaltefolie, die ich über den Finger stülpe.
Als Vorbereitung für das Einsetzen müssen noch die Anti-Vibrationspads auf den Kühlkörper aufgeklebt werden und die Lüfterklammern in die dafür vorgesehenen Löcher eingeführt werden.
Anders als es die Anleitung empfiehlt, wurde im Anschluss die Befestigungsplatte durch den Kühlkörper gezogen, da dieser Schritt sich bei verbautem Arbeitsspeicher als etwas schwierig erweist. Daraufhin wurde der Kühlkörper auf den Prozessor gesetzt.

Zum Justieren des Kühlers können die Kanäle in den Lamellen genutzt werden, durch die auch im Anschluss die Schrauben befestigt werden.

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Als letzter Schritt wurde der Lüfter angebracht und der 4-pol Stecker auf dem Mainboard befestigt. Hier kristallisierte sich auch ein kleiner negativer Kritikpunkt heraus. Der Lüfter überragt die RAM-Bänke, weshalb keine Speicherriegel mit hohen Kühlelementen eingesetzt werden können. In Angesicht dessen, dass es sich um einen „kleinen“ Kühler handelt, habe ich damit nicht gerechnet.

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6. Tests

Die thermisch relevanten Bauteile meines Rechners sind ein Intel Xeon E3-1231v3, eine Sapphire Radeon R9 270X und 3 verbaute 120mm Lüfter. Alle Tests wurden am gleichen Tag durchgeführt weshalb die Bedingungen die gleichen sind. Getestet wird der Boxed Kühler, der Macho 90 ohne Lüfter und mit Lüfter, sowie verschiedene Lüftereinstellungen.
Die Testzeit betrug jeweils 10 Minuten. CPU Last wurde mit Prime95 erzeugt. GPU Last mit dem Furmark. Die Temperaturen wurden mit Hardwaremonitor geloggt.

Als erstes geht es um die Temperaturen im Idle mit linearem Lüfterverlauf (80°C=100%):
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Gut zu erkenne ist, dass die Temperaturen am Ende des Test nahe beieinander liegen. Der Ausschlag des Machos mit Lüfter liegen vermutlich daran, dass Windows gerne andere Sachen macht. Interessanter Aspekt: Der Kühlkörper ohne Lüfter hat die gleich Leistung wie der Boxed Kühler.

Im zweiten Test wird Abwärme mit der GPU erzeugt während der Prozessor im Idle ist:
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Hier kann der Macho das erste mal seine Stärken ausspielen. Ihm gelingt es besser die hohe Abwärme der GPU vom Prozessor fern zu halten als dem Boxed Kühler. Gut zu erkennen: Hier staut sich die Hitze im Macho ohne Lüfter, weshalb die Temperaturen relativ hoch liegen.


Nach den Idle-Test wird nun Last mit Prime95 erzeugt:
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Hier kommt die kompakte Leistung des Macho 90 zum Vorschein. Er schafft es den Prozessor knappe 20°C kühler zu halten als der Boxed-Kühler bei etwa 69% Drehzahl. Der Boxed-Kühler dreht mit 100%. Ohne Lüfter erreicht der Macho kritische 97°C, weshalb der Betrieb bei einer großen CPU nicht empfehlenswert ist.

Wie schon in der vorherigen Testreihe wird nun zusätzlich noch GPU Last erzeugt:
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Das Temperaturbild bleibt das Gleiche, nur die Temperaturen steigen um etwa 7°C. Auf den Test ohne Lüfter wurde aufgrund der drohenden Abschaltung verzichtet.


Nun wurde die Lüfter Drehzahl im UEFI auf 50% festgesetzt und die zwei letzten Test wiederholt:
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Auch hier liegen die Temperaturen des Macho gute 20°C niedriger als die des Referenzkühlers. Man kann also davon ausgehen, dass die Temperaturen des Macho 90 bei gleicher prozentualer Leistungsaufnahme ca. 33% niedriger liegen in Bezug auf den Boxed-Kühler.

Nun wieder mit GPU-Last:
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Auch bei diesem Test das gleiche Bild wie mit der anderen Lüftereinstellung. Die Temperaturen liegen ca. 8°C höher.


Die zwei vorherigen Test wurden nun erneut wiederholt mit 100% Drehzahl:
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Wie zu erwarten, ist die Differenz zwischen den beiden Kontrahenten erneut gestiegen. Erwähnt werden muss außerdem, dass der Macho viel leiser arbeitet als der Boxed-Kühler. Aber dazu später mehr.

Noch der obligatorische Test mit GPU-Last:
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Auch hier ist wieder der typische Abstand von knapp 20°C erkennbar.


Um auch für Gamer eine aussagekräftige Meinung abgeben zu können habe ich BF4 gespielt. Genutzt wurde der Multiplayer auf 64-Slot Servern. Ich befand mich aufgrund der starken CPU durchgehend im GPU-Limit:
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Beim Gaming ist der Vorsprung des Macho nicht mehr ganz so hoch wie bei den synthetischen Test. Das liegt vermutlich daran, dass das Gehäuse von vornherein sehr heiß ist und im Vergleich zu den anderen Tests der Boxed-Kühler nicht mehr am Limit arbeitet. Jedoch wirken sich ca.10°C niedrigere Temperaturen positiv auf die Lebensdauer aller Komponenten aus.

Fazit Temperaturen:
Dem Macho 90 gelingt es in allen Belangen, den Boxed-Kühler mit einem luxuriösen Abstand zu schlagen. Des Weiteren liegen auch die absoluten Temperaturen in einem angenehmeren Fenster, was auch die Grafikkarte positiv beeinflusst. Außerdem wird die Luft effizienter aus dem Gehäuse befördert, da der 92mm Lüfter, anders als der Top-Down Blower, sich optimal in den Luftstrom mit einbringt.

7. Lautstärke

Zunächst zur Messmethode. Ich habe nicht mit einem geeichten Gerät gemessen und der Versuchsaufbau entspricht nicht der Norm. Es wurde sehr dicht am Gehäuse gemessen und auch die Grafikkarte hat Einfluss auf den Schalldruck. Deshalb dürfen die Wert höchstens in Relation gesehen werden und auch die Differenzen wären bei normgerechtem Aufbau deutlich geringer. Die folgenden Werte sollen nur einen Eindruck über die Lautstärke geben. Thermalright gibt für den Lüfter bei 100% Drehzahl 29dB(a) an.
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Gut zu erkenne: Bei Volllast übertönt der Boxed-Kühler sogar die Grafikarte. Der Macho mit Lüfter ist stets leiser als das Referenzmodell. Nur ohne Lüfter wird es noch leiser, aber leider nicht praxistauglich. Hier sollte man eher den Macho Zero anschauen.

Fazit Lautstärke:
Auch wenn die oben angesprochenen Werte wenig Aussagekraft haben, kann man objektiv sagen, dass der Boxed-Kühler in einem weitaus unangenehmeren Frequenzspektrum arbeitet, weshalb er unter Last deutlich durch das geschlossene Gehäuse unter dem Tisch wahrgenommen wird. Der Macho 90 wird praktisch nie wahrgenommen, da er zum einen von Grund auf leiser ist und zum anderen ein tiefers Frequenzspektrum abdeckt.

8. Gesamtfazit

Der Macho 90 hat auf voller Länge überzeugt. Vom Zubehör über den einfachen Einbau bis zur gezeigten Leistung. Die Temperaturen sinken deutlich und im Vergleich zum Boxed-Kühler tauscht man einen lauten brüllenden Zwerg gegen einen ausgewachsenen, leisen, kleinen Riesen. Wer also nicht übertaktet und sich auf CPU lastige Szenarien beschränkt, für den ist der Macho 90 eine klare Kaufempfehlung. Auch für Gamer ist der Macho interessant. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass eine adequate Kühllösung der Grafikkarte vorhanden ist, da diese schnell den CPU-Kühler übertönt.
An Übertakter richtet sich der Macho nicht, denn seine Reserven sind gering. Hier sollte eher auf den großen Bruder geschielt werden, den Macho HR-02.
 
AW: Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Schöner Test :daumen:

Der hätte vielleicht auch gereicht um meinen i3 passiv zu kühlen, aber PC-Cooling hatte den Macho120 grad zum Sonderpreis, kaum teurer als der Macho90.
Und da der Laden ja quasi fast um die Ecke bei mir ist, kann man da auch fix mal persönlich vorsprechen. Kann nur sagen, echt nette Leute da!

Jedoch gibt meine 780er doch recht viel Wärme ab unter Last in meinen kleinen Gehäuse, ich glaub dann wäre es wohl doch knapp geworden mit dem Macho90 ...
 
AW: Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Ich denke bis 65Watt TDP würde der Macho90 auch als passiv Kühler durchgehen. Paar Gehäuselüfter vorausgesetzt. Aber auch mit Lüfter höre ich ihn kaum :D Mein Netzteil ist leider am lautesten :huh:
 
AW: Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Ich nutze zur Zeit den Macho HR-02 und kann sagen, dass die Cpu Themperatur des i5-4690K eigentlich dauerhaft unter 50°C bleibt.
Auch ist der Kühlkorper des Macho HR-02 ohne Lüfter als passiv kühler geignet.
Ich finde deinen Test sehr interessant, da ich bei Pc Bauten oft den Alpenföhn Brocken Eco verbaue und der Macho 90 vor allem bei niedrigen Gehäusen eine gute alternative ist.
Das Problem, dass der Macho den RAM blockiert habe ich nicht, allerdings hat bei mir der Arbeitsspeicher durchaus Kontakt mit dem Rahmen des Lüfters.
 
AW: Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Moin,
schön gemachter Test, danke. :daumen:
Sag` mal, womit hast du denn die Lautstärke gemessen? Ist keine Kritik, sonder Neugierde. Suche vielleicht auch so etwas zumSpaß.
Gruß
 
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AW: Macho 90 – Der Kleine ganz groß?

Ahhh...sieht aus wie vom "bösem TÜV Prüfer"
Danke für die Antwort, an Thomann hatte ich irgendwie überhaupt nicht gedacht.

Grüße
 
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