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Lesertest des Netgear Nighthawk S8000

AUKMINI

Komplett-PC-Aufrüster(in)
Lesertest des Netgear Nighthawk S8000:
Die Verpackung ist schon mal sehr "edel":
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Gehört Nighthawk 8-Port-Gigabit-Ethernet-Switch S8000 zu den Geräten, bei denen man keine Anleitung mehr lesen muss? Nein!

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Doch der Reihe nach:
Der S8000 (Modell GS808E) ist ungewöhnlich schwer und offensichtlich aus Vollmetall. Das macht neben dem gelungenen Design einen edlen Eindruck. Er hat keine Lüftungsöffnungen, was auf eine Kühlung über das Metallgehäuse hindeutet... und richtig, dieses wird bereits ohne Last auf dem Switch und nach wenigen Minuten leicht warm. Die blaue LED-Beleuchtung (durch Power LED und Port LED) sieht toll aus. Damit er auch bei einer LAN-Party eine gute Figur macht, hat einer einen „Cylone Mode“ – hier fangen die Linkdioden dann in Rot statt in Blau wie die „Augen“ bei den Cylonen von Kampfstern Galactica an abwechselnd wie ein wandernder Punkt an zu leuchten 1 bis 8 und zurück. Nettes Gimmick zumal man auch noch Intervall und Dauer einstellen kann. Aber wer von der offensichtlichen Zielgruppe kennt heute noch Kampfstern Galactica? Und warum versteckt sich diese Funktion im Menü „SUPPORT“? Dort muss man auch wissen, dass der Cylone Mode aktiviert wird, wenn man drauf klickt… Alles etwas merkwürdig und nicht leicht zu finden. Intuitiv ist anders!

Das Uplink-Kabel muss zwingend auf Port 8 gesteckt werden, sonst erhält der Switch vom Router keine IP-Adresse. Positiv: das Wort Uplink über Port 8 am Switch ist schon mal ein guter Hinweis.

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Wenn man nun die erhaltene IP-Adresse (im Router nachschauen – oder wenn es eine Standard-Installation mit einem privaten Netzwerk (192.168.0.x / 255.255.255.0) ist, so stimmt auch der Aufdruck auf den Gerät auf der Unterseite – dann wäre die Standard-IP-Adresse: http://192.168.0.239 ). Wenn man diese im Browser einträgt, so sollte man eine Login-Maske sehen und sich anmelden können.

Das Passwort (password) findet sich auf der Unterseite des Gerätes – aber auch in der Anleitung.
Das Menü ist aufgeräumt. Vielleicht erschließen sich einem nicht sofort die Informationen die man sucht… aber gut mit etwas Nachdenken geht das auch.
Warum man das Menü nicht auf Deutsch umstellen kann (oder irgendeine andere Sprache) ist mir unverständlich.
Die Systeminfo weist die Firmware Version v1.0.0.1 aus. Im Internet ist auf den Support-Seiten von Netgear eine Version v1.0.1.6 verfügbar. Die Firmware ist etwas mehr als 1 MB groß, benötigt zur Installation aber satte 4 Minuten. Nach dem Reboot hat das Gerät die IP-Adresse gewechselt (muss man wieder im Router nachsehen) – jetzt hat der S8000 eine ECHTE DHCP-Adresse erhalten und ist nun auch unter dieser erreichbar (nicht mehr unter der Ursprungs-IP).
Da dem Gerät kein Benutzerhandbuch beiliegt, kann man entweder versuchen mit der schon oben beschriebenen, nicht ganz intuitiven Weboberfläche weiter rum zu probieren oder dann doch erstmal über die Support-Seiten das Benutzerhandbuch herunterzuladen. Schade, dass dies als Benutzerhandbuch angepriesen wird, dann aber doch das englische „User Manual“ ist. Aber gut – das Produkt ist neu und was nicht ist, kann ja noch werden.
Leider werden auch in der Anleitung die wichtigen Grundbegriffe wie QoS Mode Port Based und QoS Mode 802.1p/DSCP nicht gut erklärt. Hier rate ich zum Studium der Anleitung eines vergleichbaren Switches (Beispiele: GS105Ev2 – 5-Port Gigabit ProSAFE Plus Switch im Preissegment um 30 Euro oder GS108Ev3 – 8-Port Gigabit ProSAFE Plus Switch im Preissegment um 50 Euro).
Die voreingestellten Betriebsmodi zu wechseln oder gar den eigenen Bedürfnissen anzupassen ist nicht so einfach wie gedacht. Auch das User Manual bringt einen da nicht direkt weiter.
Kurz zum Hintergrund: Netgear liefert den S8000 mit drei Standardprofilen aus. Über alle Profile ist der Uplink-Port mit hoher Priorität voreingestellt (was auch Sinn macht, denn die Verbindung zum Router soll ja schnell sein). Im Gaming-Profil (Gaming Preset) steht der Port 1 ebenfalls auf hoher Priorität, wohingegen alle anderen Ports (2-7) auf niedriger Priorität stehen. Im Media Streaming Preset steht der Port 2 auf hoher und alle anderen (1, 3-7) auf niedriger Priorität. Im Standard Preset stehen alle Ports auf hoher Priorität. Nur wie das so ist – wenn alle super sind, ist keiner mehr super – alle Daten gehen also mit der gleichen Priorität durch die Leitung. Durch diese leicht zu wechselnden Profile wird dem Benutzer auch ohne tieferes Wissen über QoS (Quality of Service) und DSCP (Differentiated Service Code Point) die Möglichkeit gegeben mit recht einfachen Begriffen wie hoch, mittel oder niedrig sowie Datenratenlimits (die er vom Internet her kennt) umzugehen. QoS ist dabei denjenigen die sich mit Switches und (LAN-) Netzwerken mehr beschäftigen oder beschäftigt haben schon seit vielen Jahren ein Begriff. Vereinfacht: QoS bietet die Möglichkeit einzelne IP-Pakete oder Typen von IP-Paketen (so genannte Dienste oder Services) zu priorisieren und Ihrem Typ entsprechend mit unterschiedlicher Priorität (Qualität) durch ein Netzwerk zu senden. Wenn alle Geräte im Netzwerk hier die passenden QoS-Einstellungen haben und auch alle Parameter richtig verstehen, so können ganz enorme Geschwindigkeitssteigerungen in einem gut gepflegten Netzwerk mit gut gepflegten QoS-Profilen erzielt werden. So ist ein IPTV – Dienst hochgradig abhängig von einer schnellen, fehlerfreien Übertragung (weil es sonst zu Aussetzern oder Differenzen in Bild und Ton kommt) und ein Dateitransfer nicht so sehr (der kann durch erneutes Senden verlorener Datenpakete trotzdem funktionieren). Beispiel Streaming: Wenn Videodaten von einem NAS auf den Fernseher gestreamt werden sollen, so macht es Sinn, das beide Ports an dem Switch (der vom NAS und der vom Fernseher) ein QoS-Profil mit hoher Priorität haben. Da Netgear offensichtlich davon ausgeht, dass der S8000 hauptsächlich für Mediastreaming aus dem Internet eingesetzt wird, sind verständlich der Uplink-Port zum Router (und damit zum Internet) und der Port zum Fernseher (Port 2) des S8000 mit QoS Priorität hoch im Media Streaming Preset voreingestellt. Hat man vor von einem NAS im eigenen Netzwerk zu streamen, so ist es sinnvoll ein eigenes Profil dafür anzulegen (dies geht in den „Advanced Settings“ bei den „Preset Modes“ und dieses dann den eigenen Bedürfnissen nach anzupassen. Dies kann im „Priorization“ Menü vorgenommen werden.
Leider deuten die Einstellmöglichkeiten darauf hin, dass Netgear es sich hier sehr einfach gemacht hat – es stehen „nur“ die QoS Modi „Port Based“ (mit Vergabe von Prioritäten und Datentransferlimit Einstellmöglichkeiten) und 802.1P/DSCP (was hier NUR Datentransferlimit Einstellmöglichkeiten bietet) zur Verfügung. In beiden Fällen (auch wenn die Anleitung des S8000 etwas Anderes suggeriert) wird bei jedem eingehenden oder abgehenden TCP-Paket die Kopfinformation nach der Klasse des Paketes (etwa Sprache oder Video) gelesen und das Paket entsprechend des 802.1p und des DSCP/ToS tags priorisiert. Enthält ein Datenpaket beide Informationen – also 802.1p tag und DSCP/ToS tag, wie etwa ein ingress Paket, so ist die Information des 802.1p tags entscheidend für die Priorisierung. Defacto ist bei den gegebenen Einstellmöglichkeiten des S8000 nur „Port-based“ eine sinnvolle Option (weshalb dies auch im Standard so eingestellt ist). Es wird bei den Einstellmöglichkeiten also davon ausgegangen, dass ein an einem Port angeschlossenes Gerät immer die gleichen Anforderungen hat. Das dem nicht so ist, kann man an einem NAS sehen. Hat man dort Videos liegen, die man gern mal auf dem Fernseher ansieht, ist eine hohe Priorität sinnvoll. Will man seine Daten vom PC auf das NAS sichern so ist eine hohe Priorität eher unwichtig. Will man mit dem PC aber auch noch mit dem Bruder über das LAN spielen und dieser hat auch einen PC an dem Switch, so sollten auch diese beiden Ports an denen die PC´s angeschlossen sind, hohe Priorität aufweisen. Nur wie schon eingangs gesagt – wenn alle super sind, ist keiner super. Ergo bringen diese Einstellungen nur dann etwas, wenn man hoch spezialisierte Geräte anschließt, die dann bitte ihre Funktion / ihren angebotenen Dienst auch nicht wechseln sollten. Doch das Problem wird ja erst vakant, wenn alle Geräte und Dienste gleichzeitig funktionieren sollen. Beispiel: Schwester will eine Serie aus dem Internet auf ihren Fernseher streamen, Vater auf seinem Fernseher per IPTV Fußball sehen, der Bruder im Internet MMO zocken und man selbst die letzten Urlaubsvideos vom NAS auf den PC streamen. Dann sollten alle Ports mit QoS Priorität auf „hoch“ stehen und dass macht wie oben schon beschrieben keinen Sinn.
Der Unterschied des S8000 (Preissegment um 100 Euro) zu herkömmlichen Switchen ist, dass man hier überhaupt in der Lage ist mit QoS – wenn auch nur auf Port-basis – den einzelnen Ports eine Priorität zuzuweisen. Bei herkömmlichen Geräten geht dies zumeist nicht. Wer in den Semiprofessionellen Bereich schaut, wird auch zum Beispiel beim Netgear JGS524Ev2 – 24-Port Gigabit ProSAVE Plus Switch entsprechende Einstellungen für QoS finden (oder bei den oben schon genannten Beispielgeräten GS108Ev3 und GS105Ev2). Interessant ist hier, das die Standardeinstellung im Gegensatz zum S8000 QoS Mode „802.1p Based“ ist und nicht „Port Based“. Beim JGS524Ev2 (Preissegment um 150 Euro) kann auch nicht zusätzlich beim Modus „Port Based“ noch ein Datendurchsatzlimit (Rate Limit) gesetzt werden.

Einige Messergebnisse (Erstellt mit Paessler PRTG Network Monitor):
Geräte:
Router:
AVM FritzBox 7490 als Einstiegspunkt (Telekom VDSL100) / mit DHCP und 4 x 1 Gbit RJ45 Ethernet-Anschlüssen; Stromsparmodus nicht aktiv.
PC1: ASUS MAXIMUS-VIII IMPACT; i7-6700K 4.00GHz; 32GB RAM; Windows 10 64-Bit; 1 x 1 Gbit RJ45 Ethernet; Stromsparmodus nicht aktiv.
PC2: AKOYA-E1232T; Intel Celeron N2807 1,58GHz; 4GB RAM; Windows 10 64-Bit; 1 x 1 Gbit RJ45 Ethernet; Stromsparmodus nicht aktiv.
Fernseher: Samsung UE55JS9090
Switch: Netgear ProSAFE JGS524Ev2; Firmware 2.0.1.26
Switch: Netgear ProSAFE GS105Ev2; Firmware V1.3.0.3
Switch: Netgear Nighthawk S8000 Modell GS808E; Firmware V1.0.1.6

Grundversuch:
PC1 an Port1 der FritzBox 7490;
Nighthawk S8000 (Uplink-Port 8) an Port2 der FritzBox 7490;
JGS524Ev2 an Port4 der FritzBox 7490;
PC2 an Port5 des Nighthawk S8000;
GS105Ev2 an Port4 des Nighthawk S8000;
Fernseher an Port 2 des JGS524Ev2;
Grundrauschen: Der Fernseher streamt eine Netfix-Serie in UHD aus dem Internet auf den Fernseher.

Messwerte:
Internet (http): 215-246ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 15ms; http: 63ms; https: 431ms; IMAP: 1.013ms
PC1: Mess-PC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 61ms; IMAP: 1.045ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 75ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 75ms

Test-Download durch PC1 von 100MB (von testmy.net): 25.03 Mbps / 3.13 MB/s | 26.18 / 3.27
Internet (http): 360-447ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 8ms; http: 61ms; https: 414ms; IMAP: 2.438ms
PC1: Mess-PC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 69ms; IMAP: 1.030ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 73ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 88ms

Test-Download durch PC2 von 100MB (von testmy.net): 87.61 Mbps / 10.95 MB/s | 237.01 / 29.63
Internet (http): 289-301ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 11ms; http: 73ms; https: 467ms; IMAP: 1.012ms
PC1: MessPC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 67ms; IMAP: 2.311ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 82ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 88ms
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Jetzt werden PC1 und PC2 vertauscht! Also:
PC1 an Port5 des Nighthawk S8000;
Nighthawk S8000 (Uplink-Port 8) an Port2 der FritzBox 7490;
JGS524Ev2 an Port4 der FritzBox 7490;
PC1 an Port5 des Nighthawk S8000;
PC2 an Port1 der FritzBox 7490;
GS105Ev2 an Port4 des Nighthawk S8000;
Fernseher an Port 2 des JGS524Ev2;
Grundrauschen: Der Fernseher streamt eine Netfix-Serie in UHD aus dem Internet auf den Fernseher.

Messwerte:
Internet (http): 138-201ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 42ms; http: 123ms; https: 462ms; IMAP: 1.052ms
PC1: Mess-PC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 82ms; IMAP: 1.022ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 73ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 90ms

Test-Download durch PC1 von 100MB (von testmy.net): 25.70 Mbps / 3.21 MB/s | 29.04 / 3.63
Internet (http): 255ms-1.111ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 8ms; http: 90ms; https: 474ms; IMAP: 1.050ms
PC1: Mess-PC
PC2: 1ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 77ms; IMAP: 1.644ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 94ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 74ms

Test-Download durch PC2 von 100MB (von testmy.net): 153.28 Mbps / 19.16 MB/s | 115.13 / 14.39
Internet (http): 225-255ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 33ms; http: 89ms; https: 547ms; IMAP: 1.037ms
PC1: MessPC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 82ms; IMAP: 2.481ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 82ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 80ms


Jetzt wird PC2 der Mess-PC
Messwerte:
Internet (http): 286ms-360ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 3ms; http: 76ms; https: 551ms; IMAP: 1.033ms
PC1: 0ms Ping
PC2: Mess-PC
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 132ms; IMAP: 1.033ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 98ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 104ms

Test-Download durch PC1 von 100MB (von testmy.net): 28.48 Mbps / 3.56 MB/s | 27.69 / 3.46
Internet (http): 360ms-380ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 8ms; http: 91ms; https: 574ms; IMAP: 1.050ms
PC1: Mess-PC
PC2: 1ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 82ms; IMAP: 1.064ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 147ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 105ms

Test-Download durch PC2 von 100MB (von testmy.net): 363.89 Mbps / 45.49 MB/s | 99.16 / 12.40
Internet (http): 225-270ms
DNS/Gateway/DHCP an FritzBox: Ping: 0ms; DNS: 7ms; http: 150ms; https: 563ms; IMAP: 1.014ms
PC1: MessPC
PC2: 0ms Ping
JGS524Ev2: Ping: 0ms; http: 86ms; IMAP: 1.355ms
GS105Ev2: Ping: 1ms; http: 120ms
Nighthawk S8000: Ping: 1ms; http: 120ms


Jetzt wird PC1 auf Port 1 des Nighthawk S8000 mit aktiviertem „Gaming Preset“ gesteckt.

Es wird mit Battlefield 1 getestet, welches noch ein Update von 1,14 GB Größe anstehen hat. Die Downloadrate liegt bei 8.85 bis 9.54 MB/Sek allerdings bricht sie zeitweise auf 3.75 bis 4.54 MB/Sek. ein.
Latenzzeiten:
Durchschnitt: 19,1 | 21,0 | 23,4
Minimal: 14,2 | 14,3 | 12,7
Maximal: 50,3 | 37,1 | 38,1

Jetzt wird PC1 auf Port 1 der FritzBox 7490 gesteckt.

Es wird wieder mit Battlefield 1 getestet.
Latenzzeiten:
Durchschnitt: 17,3 | 18,7 | 22,4
Minimal: 14,5 | 13,7 | 13,0
Maximal: 22,0 | 33,9 | 44,3

Die Messungen zeigen keine wirkliche Verbesserung oder keinen wirklichen Vorteil durch den Einsatz des Nighthawk S8000 gegenüber einem direkt an den Router angeschlossenes Gerät.
Es ist aber auch festzustellen, dass es zu keiner Verschlechterung gekommen ist.

Jetzt der Härtetest:
Router:
AVM FritzBox 7490 als Einstiegspunkt (Telekom VDSL100) / mit DHCP und 4 x 1 Gbit RJ45 Ethernet-Anschlüssen; Stromsparmodus nicht aktiv; außer den folgenden Geräten nichts weiter angeschlossen.
Switch:
Nighthawk S8000 (Uplink-Port 8) an Port1 der FritzBox 7490;
PC1: ASUS MAXIMUS-VIII IMPACT; i7-6700K 4.00GHz; 32GB RAM; ASUS ROG STRIX-GTX1080-O8G-Gaming; Windows 10 64-Bit; 1 x 1 Gbit RJ45 Ethernet; Stromsparmodus nicht aktiv; an Port 1 des Nighthawk S8000.
PC2: AKOYA-E1232T; Intel Celeron N2807 1,58GHz; 4GB RAM; Windows 10 64-Bit; 1 x 1 Gbit RJ45 Ethernet; Stromsparmodus nicht aktiv; an Port 2 des Nighthawk S8000.
PC3: ASUS MAXIMUS-VI IMPACT (Z87); i7-4770K 3.50GHz; 16GB RAM; MSI GeForce GTX 980 Ti Gaming 6G; Windows 10 64-Bit; 1 x 1 Gbit RJ45 Ethernet; Stromsparmodus nicht aktiv; an Port 3 des Nighthawk S8000.
Fernseher: Samsung UE55JS9090 (UHD) an Port 4 des Nighthawk S8000.
HUMAX UHD 4tune+ Sat-Receiver (IP-Streaming) an Port 5 des Nighthawk S8000.
HUMAX H1 Media Streaming Player an Philips 49PUK7100 Fernseher an Port 6 des Nighthawk S8000.
Buffalo LinkStation 420 LS420D0402-EU High Speed NAS 2TB (2x 2TB HDD; 1x Gigabit LAN, RAID 0/1) an Port 7 des Nighthawk S8000.

Szenario Härtetest 1:
Auf dem Samsung UE55JS9090 wird eine Netflix Serie in 4K geschaut.
Vom HUMAX UHD 4tune+ wird ARD HD per IP Streaming an den HUMAX H1 Media Streaming Player gesendet und auf dem Philips 49PUK7100 geschaut.
Auf PC1 und PC3 spielen 2 Spieler in 2560 x 1440 Auflösung Battlefield 1 (gleicher Server; gleiche Partie).
Auf PC2 wird vom Buffalo NAS ein eigener Videofilm mit 57 Minuten Länge in HD angeschaut.
An dieser Stelle VIELEN DANK an meine Frau, meine Nachbarn und deren zwei Söhne, die mich bei diesem Versuchsaufbau und der Messung unterstützt haben!
Das Messintervall ist jeweils eine Partie Battlefield 1.
Für den 1. Test wird der Nighthawk S8000 so eingestellt, dass in einem eigenen Profil die Ports 1, 2 und 3 (also die PC) sowie der Uplink-Port 8 auf QoS Mode „Port Based“ auf Priorität „hoch“ eingestellt sind. Die restlichen Ports stehen auf „niedriger“ Priorität.

Ergebnis Härtetest 1:
Es ist zu keinerlei Aussetzern – weder Bild noch Ton – beim (Netflix-) Fernsehen, dem SAT-IP-Streaming (ARD HD) noch der (Urlaubs-) Video-Wiedergabe vom NAS auf dem Netbook gekommen!
Die Battlefield 1 Partie lief flüssig und unterbrechungsfrei mit einem Durchschnitt von 17,5 (PC1) [17,5 | 14,1 | 21,9] und 17,9 (PC2) [17,9 | 14,6 | 23,0].

Szenario Härtetest 2:
Aufbau wie Härtetest 1 nur wird jetzt von PC 1 auf PC3 per Steam das Spiel „FOR HONOR“ gestreamt. Das Messintervall ist dann eine Partie FOR HONOR.

Ergebnis Härtetest 2:
Es ist wieder zu keinerlei Aussetzern – weder Bild noch Ton – beim (Netflix-) Fernsehen, dem SAT-IP-Streaming (ARD HD) noch der (Urlaubs-) Video-Wiedergabe vom NAS auf dem Netbook gekommen!
FOR HONOR lief flüssig und schnell.
Anmerkung: Leider war es mir nicht möglich eine Messung der Latenzen durchzuführen daher hier nur subjektive Eindrücke. Meine Vermutung: Steam-Streaming verhindert die Messungen.

Da es zu keinen Latenzen in der Audio- / Video-Wiedergabe gekommen ist, wird auf einen Wechsel des Profils hin zur Media-Streaming-Optimierung mit hohen Prioritäten auf den Ports 4-8 des Nighthawk S8000 verzichtet.

Gegenprobe zum Härtetest 1 & 2:
Jetzt werden alle Geräte wieder auf den Ursprungszustand zurückgesteckt:
PC1 an Port1 der FritzBox 7490;
PC3 an Port2 der FritzBox 7490;
NAS an Port3 der Fritzbox 7490;
JGS524Ev2 (Port1) an Port4 der FritzBox 7490;
Fernseher Samsung UE55JS9090 (UHD) an Port 2 des JGS524Ev2;
HUMAX UHD 4tune+ Sat-Receiver (IP-Streaming) an Port 3 des JGS524Ev2;
GS105Ev2 an Port4 des JGS524Ev2;
PC2 an Port5 des JGS524Ev2;
HUMAX H1 Media Streaming Player an Philips 49PUK7100 Fernseher an Port 6 des JGS524Ev2;

Das oben beschriebene Szenario Härtetest 1 wird erneut durchgespielt.

Ergebnis der Gegenprobe zum Härtetest 1:
Es ist zu keinerlei Aussetzern – weder Bild noch Ton – beim (Netflix-) Fernsehen, dem SAT-IP-Streaming (ARD HD) noch der (Urlaubs-) Video-Wiedergabe vom NAS auf dem Netbook gekommen!
Die Battlefield 1 Partie lief flüssig und unterbrechungsfrei mit einem Durchschnitt von 17,4 (PC1) [17,4 | 14,0 | 21,5] und 18,0 (PC2) [18,0 | 15,2 | 24,3].

Das oben beschriebene Szenario Härtetest 2 wird erneut durchgespielt.

Ergebnis der Gegenprobe zum Härtetest 2:
Es ist wieder zu keinerlei Aussetzern – weder Bild noch Ton – beim (Netflix-) Fernsehen, dem SAT-IP-Streaming (ARD HD) noch der (Urlaubs-) Video-Wiedergabe vom NAS auf dem Netbook gekommen!
FOR HONOR lief wieder flüssig und schnell.
Anmerkung: Leider war es mir erneut nicht möglich eine Messung der Latenzen durchzuführen daher hier nur subjektive Eindrücke. Meine Vermutung: Steam-Streaming verhindert die Messungen.

Fazit:
Die Messungen zeigen keine wirkliche Verbesserung oder keinen wirklichen Vorteil durch den Einsatz des Nighthawk S8000 gegenüber einem direkt an den Router angeschlossenes Gerät oder dem Einsatz eines Netgear JGS524Ev2.
Es ist aber auch festzustellen, dass es zu keiner Verschlechterung gekommen ist.

Wie erwartet ist der Vorteil bei Verbindungen in das Internet durch ein eingeschaltetes Priorisieren des Datenverkehrs auf einem einzelnen Switch im LAN kein wirklicher Vorteil.
Rein logisch sollte eine Verbesserung erzielt werden können, wenn zwei Geräte am gleichen Switch mit eingeschalteter Priorisierung arbeiten und auf geringe Latenzen angewiesen sind. Beispiel: Streaming von Games – z. B. mit Steam – von einem PC auf einen anderen PC und das bei gleichzeitig extrem hoher Last auf allen anderen Switch-Ports. Leider konnten hier keine signifikanten Verbesserungen oder Verschlechterungen erkannt werden. Eine Messung war mir allerdings auch nicht möglich – daher hier nur subjektiver Eindruck.

Ansonsten ist der Nighthawk S8000 ein insgesamt gelungenes Gerät, welches durch seine Verarbeitung einen hochwertigen Eindruck macht und bei einer Zielgruppe, die auf Lichteffekte steht, sicher sehr gut ankommt. Eigentlich perfekt für eine LAN-Party auf der einige spielen wollen und andere Datenaustauschen wollen. Nur dafür ist das Gerät eigentlich 10-20 Jahre zu spät auf dem Markt. Der Versuch durch eine einfache Menüoberfläche komplizierte QoS – Einstellungen vorzunehmen ist gut, aber in der Umsetzung zeigen sich bei den Menüs Schwächen, die insbesondere wegen der fehlenden „echten“ Vorteile von QoS – den Modus also explizit nicht nur pro Port sondern auf Art und Güte des Headereintrages im 802.1p tag und DSCP/ToS tag abstimmen zu können fehlt (das macht eben den Unterschied zwischen einem Netzwerkgerät für mehrere Tausend Euro und einem Gerät im Konsumbereich aus).
Im Semiprofessionellen Bereich macht sich Netgear hier sogar selbst Konkurrenz, da das vergleichbare 8-Port Gigabit ProSAFE Plus Gerät GS108Ev3 im Preissegment um 50 Euro liegt.
Dies kommt natürlich nur in Frage, wenn man auf die schöne Form des S8000 und bunten Lichteffekte (immerhin blau und rot statt schnödes grün) verzichten kann.
Von den Einstellmöglichkeiten und der Übersichtlichkeit der Weboberfläche halte ich dies auch für besser. Im Handbuch sind auch die Grundlagen für QoS erklärt, wozu sich die Anleitung des S8000 ausschweigt. Dafür bietet der Nighthawk S8000 durch die Profile, von denen immerhin 2 selbst angelegt werden können, eine recht schnelle Umschaltmöglichkeit zwischen den Settings – das dauert bei der hauseigenen Konkurrenz einfach länger.
Von der ganzen Anlage her eine schöne Idee. Die Zielgruppe für das Gerät ist mir aber unklar.
LAN-Partys sind lange out, Lichtorgeln mit nur 2 Farben und einem Modus aus Filmen die aus den 70ger / 80ger Jahren sind und deren Neuauflage auch schon wieder mehr als 10 Jahre alt ist kennt heute kaum noch ein Jugendlicher. Auch das Design, welches an das Startraumschiff Sidewinder aus dem C64 Spiel Elite von 1984 erinnert, ist zwar nett, spricht mich als potentielle Zielgruppe (auch wenn ich aus der Zeit stamme) nicht wirklich an. Design, Farben und Style passen zu einer Veröffentlichung im Jahr 2002 und nicht in das Jahr 2017 – selbst wenn ein „Retro-Anspruch“ bestehen würde, den aber Netgear bisher nicht erhebt.

AUKMINI
 
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