Die Studie betrachtet die Wetterlage von 2018 inkl. tropischen Nächten. Evtl. ist mit etwas mehr temperatur nochmal etwas schlimmer aber weiterhin weit weg von der Katastrophe die du hier heraufbeschwören möchtest.
Tja, das ist die Frage. Wie viel ist "etwas"? Und wie viele Sonderfälle wird es geben, bei denen die effektive Raumtemperatur durch flächendeckende Klimaanlagen noch viel stärker ansteigt, als um die modellierten Werte?
Ich denke, hier werden wir uns nicht einig. Du lehnst Studien ab, die deinen Annahmen widersprechen und ich denke in erster Linie in Grenzfällen, die es zu vermeiden, bzw. besonders zu schützen gilt.
Was bringt mir ein relativ geringer, mittlerer Temperaturanstieg, wenn ich der Dumme bin, der in einem Hotspot-Mikroklima zurechtkommen muss, weil ich mir eine Anlage, den Unterhalt oder eine Reparatur nicht leisten kann oder schlicht keine installieren darf?
Du triffst hier wieder annahmen die nie realistisch sind. 58dbA sind bei Nennleistung und auch nicht bei allen Geräten wird dieser Wert erreicht. Sowas ist insbesondere beim kühlen in der Nacht eine Utopie. Du scheinst das Konzept der Teillast nicht zu verstehen. Ich wiederhole es ein letztes mal: Teillast sind die Dinger richtig leise. Deine eigene Quelle gibt 40dbA bei 1m entfernung an. Bei 2m sind das bereits nur noch 30dbA. Das ist der Bereich in dem das System weitestgehend arbeitet. Es kann zwar kurzzeitig mal lauter sein wenn du bspw. gerade nach hause kommst und die AC den Raum runter kühlen muss aber das ist nachts schnell erledigt und selbst da wird die Vollast üblicherweise nicht erreicht.
Mag sicher sein, dass es in New York Reibungen wegen Lärm gibt da ist der Bestand dieser aber auch stellenweise auf einen deutlich älteren Stand der Technik und alte Anlagen sind teilweise Laut. Aber wir diskutieren über die modernen Anlagen.
Klar verstehe ich Teillast, nur geht es mir hier eben wieder um die besonders belastenden Grenzfälle und nicht das wohlwollende Ideal. Sprich, es geht um die Zeiträume, in denen Teillast nicht machbar ist, weil Abends um 22 Uhr alle Leute ihre Schlafzimmer von 27+ Grad auf 22 Grad runter kühlen wollen. Da läuft keine Anlage mit Teillast. Teillast liegt i.d.R. nur dann an, wenn die Zieltemperatur erreicht wurde und nur noch gehalten werden soll. Wäre für den Nutzer ja auch bekloppt, wenn die eigene Anlage die versprochene Kühlleistung nicht erreicht und das Schlafzimmer um 1 Uhr nachts noch immer zu warm ist, weil die Anlage lieber unter Teillast laufen möchte.
Mag sicher sein, dass es in New York Reibungen wegen Lärm gibt da ist der Bestand dieser aber auch stellenweise auf einen deutlich älteren Stand der Technik und alte Anlagen sind teilweise Laut. Aber wir diskutieren über die modernen Anlagen.
Das mag nicht sein, das ist so. Und modern sind unsere Anlagen, die wir heute einbauen, in 10 Jahren auch nicht mehr (ja, hier geht es mir wieder um verschleißbedingte Pegelanstiege).
Übrigens hat meine Mutter in ihrer spanischen Wohnung eine moderne Klimaanlage installiert (1 Jahr alt). Die habe ich nachts zum schlafen ausgeschaltet, weil sie mir trotz geschlossener (aber schlecht isolierter) Balkontür zu laut war. Also ich weiß ganz genau, dass die Dinger laut sind und ziemlich starke Vibrationen erzeugen (niederschwelliges, aber spürbar). Insbesondere, wenn sie nicht ideal installiert sind. Bei meiner Mutter steht der Wärmetauscher aus rechtlichen Gründen auf dem Balkon und hängt nicht an der Wand. Eigene Anlage, eigener Lärm, eigenes Pech, könnte man jetzt sagen. Es sind aber auch genauso gut Konstellationen denkbar, bei denen die Nachbarn besonders belastet werden (Innenhof Echokammern hatte ich ja bereits erwähnt).
Dem kann man entgegen, [dass] die Vertikalen AC im WorstCase bereichen (Hochhäuser) [nicht] real umsetzbar sind.
Aha. Bilder etlicher Hochhäuser mit flächendeckenden Installationen vertikaler Wärmetauscher:
https://www.alamy.com/stock-photo/air-conditioning-units-high-rise.html?sortBy=relevant
Also ich denke, wir haben hier alle Argumente ausgetauscht. Ich akzeptiere dein Beiseitewischen aller kritischen Punkte nicht und du willst nichts von meinen Warnungen hören, weil du sie für völlig überzogen hältst. Vielleicht finden wir hier in 10 Jahren noch mal zusammen, wenn es für Deutschland ganz konkrete Erfahrungswerte gibt. Wäre sicher interessant.
Nein, ich meinte etwas anderes.
Es lässt sich hier bereits mit exakt 0 verbauten Alagen im Umkreis von 500 Metern, vielleicht sogar mehr, schlecht lüften und die Temperatur senken, wenn die Mindesttemperatur einen bestimmten Wert überschreitet.
Sprich: Klimaanlagen haben bei mir gar keinen Einfluß.
Selbst mit den sehr guten Rahmenbedingungen (Haus freistehend, recht viel Verschattung, gemauerte Wände) bekomme ich die Wärme irgendwann nicht mehr aus dem Haus.
Für mein persönliches Wohlbefinden braucht es zwingend eine Klimaanlage für die obere Etage.
Und das würde für mich erst recht für ein städtisches Umfeld gelten.
Ich sehe also durchaus Probleme auf Stadtbewohner zukommen, sehe aber nicht, wie man überhaupt in Zukunft ohne Klimaanlagen auskommen soll.
Es wird so enden wie in anderen Ländern, wo nahezu jede Wohnung eine hat.
Verstehe. Da bin ich ganz bei dir! Das ist ja gerade das perfide an den Hitzewellen. Man wird selbst dann nachts die Hitze nicht los, wenn man alle Fenster und Türen durchgehend sperrangelweit offen lässt. Klimaanlagen sind in solchen Situationen sicher kein Luxus mehr, sondern teils schlicht lebensrettend.
Ich hoffe auch, dass in Deutschland die Rahmenbedingungen so festgelegt werden, dass nahezu oder besser noch wirklich jede Wohnung mit einer Anlage ausgestattet werden kann oder vielleicht sogar ausgestattet werden muss. Vielfach ist sowas ja auch mit der Installation einer Wärmepumpe kombinierbar, die politisch teils ja eh gewollt ist.
In Deutschland ist eine Wohnung ohne Wasseranschluss nicht legal als dauerhafter Wohnraum vermietbar. Vielleicht gilt das in einigen Jahren auch für die Klimatisierung.